Beginn einer Unterrichtsstunde – nach der Corona-Auszeit

Von Bettina Wittmann-Stasch

1.    Murmeln und Steine
Material:     Steine und Murmeln für alle Tn, ggf. zwei Körbe oder Gefäße
Bei diesem Einstieg stehen Gegenstände im Vordergrund, die als Symbole stehen können für Belastendes (Steine) und Schönes (Murmeln), Schwieriges und Gelungenes.

Pro Teilnehmer*in jeweils ausreichend Steine und Murmeln werden in zwei Körben im des Stuhlkreis herumgegeben.

Alle werden aufgefordert, sich von jedem Korb einen Gegenstand zu nehmen. Beim Halten und Spüren des Gewichts und der Oberfläche des Steines, bzw. der Murmel spielt auch der kinästhetische Moment eine wesentliche Rolle – und ist auch eine Chance für diejenigen, denen das Reden nicht so leicht fällt. So wird ein weniger rationaler Zugang zu Erlebtem ermöglicht.

Die Beschränkung auf jeweils einen positiven und negativen Aspekt sorgt für Ausgewogenheit und gibt so allen die Chance, gehört zu werden. Vielrednern ist elegant eine Grenze gesetzt. 

Reihum kommt jede*r zu Wort und kann danach seinen*ihren Stein, bzw. Murmel in der Mitte ablegen – und dabei zu beidem oder auch nur zu einem der Aspekte etwas sagen. 

Die nicht verwendeten Gegenstände werden im Korb abgelegt, aus den anderen wird - dem Duktus des Erzählten folgend – ein Stimmungsbild der Gruppe deutlich, das im Weiteren aufgegriffen werden kann.

 

2.    Ampel

Material:     Eine aufgemalte Ampel, bei der alle Farben gleichzeitig sichtbar sind.

Impuls: Welche Farbe oder welcher Impuls der Ampel verknüpft sich mit deiner momentanen Situation?
Beispiel:    rot:    „Ich habe gerade das Gefühl, ich stehe vor einer roten Ampel
und warte, dass sie endlich umspringt. 
        Ich bin wie gelähmt, weil…“
oder
        „Ich fühle mich ausgebremst, weil…!
    gelb:    „Ich weiß noch nicht so recht, was das jetzt werden kann, weil…“
        „Ich bin hin- und hergerissen, weil…“
    grün:    „Es ist für mich jetzt schon ein guter Anfang, weil…“

Variationen: Auch mit anderen Verkehrszeichen kann gut gearbeitet werden – wie z.B. dem „Vorfahrt achten-Schild“, einem Stoppschild oder einem Tempolimit.


3.    In meinem Kopf (auch noch während der schulfernen Zeit als Idee nutzbar!)

Material:    A4- Blatt mit Kopfumriss

Jede*r Schüler*in schreibt in den Kopfumriss alles kreuz und quer, was ihm*ihr gerade durch den Kopf geht.

Dabei besteht auch die Möglichkeit, zu differenzieren und aufzuschreiben,

  • was jemandem zu einer bestimmten Situation (z.B. Einkauf) durch den Kopf geht / gegangen ist, 
  • Geburtstag der Oma / des Opas,
  • oder was die aktuelle Covid-19-Situation insgesamt betrifft.

Wenn die Schüler*innen dieses Blatt behalten und niemandem zeigen müssen, dann kann der Zusatz angefügt werden, alles unzensiert zuzulassen, was in den Kopf kommt – auch als Gedankenfetzen – und sei es noch so absurd. 

Anschließend bekommen die Schüler*innen den Auftrag, den „Kopfinhalt“ zu kategorisieren: 

  • Welche Aussagen sind eher positiv, welche eher negativ?
  • Ergeben sich Fragen, Appelle, Aufforderungen?

Es geht dabei nicht darum, alles erschöpfend zu reflektieren. Doch diese Übung hilft oft auch, um Gedanken aus dem Kopf zu bekommen, die sich wiederholen und das eigene Denken und Fokussieren blockieren (z.B. vor Prüfungen). Was aufgeschrieben ist – und damit in gewissem Sinne gewürdigt wurde – kann eher losgelassen werden!


4.    Situationsbild

Material: Bild einer Landschaft, eines Marktplatzes, eines Hühnerhofes o.ä.

Die Schüler*innen sollen sich in dieser Landschaft, bzw. der dargestellten Situation, verorten, indem sie sich in die Szene malen, oder mit welchem Gegenstand, welchem Tier oder welcher Person sie sich am besten identifizieren können.
Arbeitsaufgaben:
a)    Male dich selbst in dieses Bild.
b)    Begründe deinen eigenen Platz: Was ist hier besonders gut? Was entspricht daran deiner Situation gerade?
Alternativ: 
a)    Suche dir einen Gegenstand, ein Tier oder eine Person in dem Bild, mit dem du dich identifizieren kannst. 
b)    Was ist hier besonders gut? Was entspricht daran deiner Situation gerade?

Weitere Möglichkeiten: 
a)    Stelle dir vor, es sind 30 Jahre vergangen. 
b)    Verändere das Bild so, dass man sehen kann, dass die Situation 30 Jahre später spielt.
c)    Wo wärst du jetzt gerne in dem Bild?  Bedenke: Auch du bist jetzt 30 Jahre älter. Hast du Kinder? Welchen beruf übst du aus?