Schulseelsorge in Zeiten sozialer Distanz

Die meisten sehnen sich danach, dass es wieder wäre „wie vor Corona“, mit „normalen Begegnungsmöglichkeiten“, Unterricht nach Plan, Festen und Feiern. Die immer wieder anstrengende Verfolgung von Covid-Ansteckungen in Kohorten und Jahrgängen ist stattdessen zur „normalen“ Begleiterscheinung des Schulbetriebs geworden. Trotzdem wächst weiter Verunsicherung. Und wir ahnen längst alle, dass es noch langen Atem brauchen wird, bis wir weniger auf Abstandhalten und das korrekte Tragen von Masken achten müssen.
Das Arbeiten ist indes nicht einfacher geworden: Die Heterogenität unter Schüler*innen hat sich in der Krise augenscheinlich noch verstärkt. Schulseelsorger*innen erzählen, dass sie Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Übermüdung, Nervosität und ähnliches wahrnehmen – nicht allein bei Schüler*innen, auch bei Kolleg*innen und Eltern. Das alles sind normale Reaktionen in einer unnormalen Situation. Angst, den Anforderungen von Prüfungen nicht gewachsen zu sein, den Übergang in die nächste Schule nicht zu meistern, den Ausbildungsplatz nicht zu bekommen oder durch die Krise zu verlieren…. - je nach Schulform und -stufe beschäftigt Schüler*innen zu der Sehnsucht nach Normalität hinzu ganz Unterschiedliches. Auf Ängste und Sorgen einzugehen, weder blauäugig zu beschwichtigen noch zu dramatisieren - und innerlich flexibel zu bleiben für das, was dran ist, bleibt eine Herausforderung. 

Manch ein*e Schüler*in bräuchte jetzt auch dringend spezielle Förderung - die selten selbst eingefordert werden (kann), weil das wie `Schwäche´ aussehen könnte und weil es schwer ist, sich selbst einzugestehen, den Anschluss nicht halten zu können. Manche aber brauchen - mehr noch als fachliche - seelsorgerliche Unterstützung, weil es zuhause nicht mehr gut auszuhalten ist, aus welchen Gründen auch immer. 

Um herauszufinden, was für wen das Richtige ist, ist das persönliche Gespräch wesentlich. Schulseelsorger*innen nehmen sich Zeit für Anliegen dieser Art und bringen Geduld mit. Das ist die Kernkompetenz der Schulseelsorge: Gespräche zu führen mit Wertschätzung, Vertrauen und Empathie. Auch unter Einbeziehung von Abstandsgeboten und Hygieneregeln ist dies möglich – ob beim Spazierengehen draußen, per Telefon, Emailkontakt oder im Chatformat. 

Das ist unschätzbar wertvoll für die Einzelnen und für den Schulbetrieb insgesamt! 
Bitte melden Sie sich gerne unter 05766 81144 oder bettina.wittmann-stasch@evlka.de , wenn Sie

  • eine Idee brauchen, wie Sie mit einer bestimmten Situation jetzt umgehen können,  
  • erprobte Projekte für andere weitergeben wollen (die wir ggf. auch auf diese Seite setzen können),
  • Fragen zur Schulseelsorge oder zur Ausbildung als Schulseelsorger*in haben
  • Unterstützung von Seiten der Schulseelsorge brauchen!

Ihre Bettina Wittmann-Stasch
 
 

Kontakt halten? Ein Chat als Angebot

Um Kontakt unter Schulseelsorger*innen zu ermöglichen, haben wir Ausbilder*innen in der Schulseelsorge auf EKD-Ebene bei rpi-virtuell eine Schulseelsorge-Seite eingerichtet und einen Chat als Angebot zum Austausch miteinander etabliert. Hier sammeln wir EKD-weit kreative Ideen, Aktionen, Texte, Impulse, die auch anderswo helfen können, Neues zu denken. Jede und jeder kann etwas beitragen, alle können die Ideen nutzen.
Im Chat besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich in Echtzeit mit mehreren auszutauschen. Wer mal reinschauen will: https://blogs.rpi-virtuell.de/schulseelsorge/