Corona und Ethik

Von Dirk Bischoff und Michaela Veit-Engelmann

Corona und Ethik

Richtig oder Falsch? Was lernen wir aus Entscheidungskonflikten? Und sollen wir hinterher so weitermachen wie bisher oder grundlegende Weichen neu stellen?

Die Corona-Krise war und ist, das wird immer deutlicher, nicht nur eine Bedrohung für die Gesundheit, sondern zugleich auch eine Krise der verschiedenen Systeme, die den demokratischen Staat stützen und die persönliche Lebensgestaltung in der bisherigen Form garantieren. Sicherheiten sind ins Wanken geraten: Plötzlich stand das Szenario im Raum, dass das Gesundheitssystem nicht mehr in der Lage wäre, jeder*m zu helfen, der*die Hilfe brauche. Auch die doch eigentlich unveräußerlichen demokratischen Grundrechte standen in Frage. Wird die Demokratie zur Diktatur, wenn der Staat seinen Bürger*innen plötzlich sogar vorschreiben kann, mit wem sie sich in ihren eigenen vier Wänden treffen dürfen? Müsste nicht in einer Demokratie der Appell an die Vernunft an die Stelle strikter Kontaktverbote treten?

Diese und weitere Beispiele werden in den in diesem Kapitel zur Verfügung gestellten Materialien diskutiert, bevor sich dann in einem zweiten Schritt der Blick nach vorne auf das Leben „nach Corona“ richtet. Wird dann nichts mehr sein, wie es war – oder doch? Gehören Krisen einfach zum Leben oder bewirken sie grundlegende Veränderungen?

Wenn nach dem Höhepunkt der Krise und den damit verbundenen Einschränkungen wieder weitestgehend Alltag in Deutschland eingekehrt ist, bleibt die Frage: Was kann jede*r Einzelne aus der Krise lernen?