Jugend&Kultur&Religion
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Analyse der Haltung Jugendlicher zu Kirche und Kultur anhand der Verfilmung der Tragödie "Romeo & Julia" von William Shakespeare
VerfasserInnen: Andrea Ballast, Özlem Balli, Sabrina Borchert, Claudia Brandes, Nicole Djebali, Daniela Ehrlich, Sara Hube, Claudia John, André Kappernagel, Jennifer Keller, Meik Matthies, Henrike Meyer, Katrin Mirtschink, Rouven Philipp, Manuela Riedel, Martina Riedel, Carina Schmidt, Sören Schmidt, Michael Strobel, Janine Trogisch, Jördis Voigt, Mandy Wiedemann, Nicole Zepmeisel
Betreuende Lehrkraft: Gabriele Schellberg
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung des Projektthemas 2. Zugang zum Projektthema 2.1. Welche Bedeutung haben Jugend, Kultur, Religion für uns? 2.2. Welche Bedeutung haben Jugend, Kultur, Religion in der heutigen Zeit 2.3.Welcher Zusammenhang besteht zwischen Jugend – Kultur – Religion bzw. ist ein Zusammenhang herstellbar. 3.Romeo & Julia als Mainstream-Cinema4.Warum ist Religion im Fernsehen gerade so erfolgreich 5.Inhaltsangabe des Films6.Aufbereitung der Shakespeare-Vorlage 6.1. Die Sprache 6.2. Ort der Handlung 6.3. Verortung in der Gegenwart 7. Romeo und Julia zwischen den Polen Liebe und Tod 7.1. Gewalt als Konfliktlösungsstrategien (Auge um Auge ...) 7.2. Der Tod Mercutios 7.3. Ansätze für eine veränderte Konfliktlösung7.4. Die Rolle des Paters 8. Reflexion der Projektarbeit 9. Auseinandersetzung mit dem Tod 10. Reflexion der eigenen Haltung gegenüber der Religion 11.Visionen einer zukünftigen Kirche
1 Beschreibung des Projektthemas Jugend - Kultur - Religion. Diese drei Begriffe waren gegeben und es stellte sich uns jetzt die Aufgabe, diese drei Begriffe in einen Zusammenhang zu stellen oder aber zu zeigen, dass diese drei Themen miteinander gar nichts oder aber nur sehr wenig zu tun haben. Gerade die Frage nach der Abhängigkeit der Religion von der Kultur ist ein Thema, das in der heutigen Zeit im Hinblick auf die Jugend sicherlich zu kontroversen Diskussionen anregen kann. Die Bearbeitung dieses Themas durch Jugendliche ist eine sehr interessante Vorgehensweise, da hiermit auch einmal die wichtigste Zielgruppe der Kirche zu ihrer Meinung und zu ihren Wünschen befragt wird. Ich bezeichne die Jugend deshalb als die wichtigste der Zielgruppen, weil es gerade die jüngeren Leute sind, die sich immer mehr von Religion und Kirche abwenden, da sie ihnen nicht das zu bieten scheint, was ihnen in ihrer Freizeit geboten wird. Ist dies wirklich ein Problem der Kirche, oder sind es vielmehr die Jugendlichen selber, die in diesem Punkt scheitern, da sie gesellschaftlich und von ihren Eltern vernachlässigt werden und dadurch auf der Straße verkümmern. Hier bestünde folglich die Möglichkeit, Lösungen und Vorschläge einzubringen, wie die Kirche für uns wieder "schmackhaft" gemacht werden könnte. Dass diese Vorschläge aber auch von uns kommen sollten und durch ein solches Projekt sicherlich auch gemacht werden, ist eine sehr gute Idee.
2 Zugang zum Projektthema Wie soll man an ein solch komplexes und vielschichtiges Thema herangehen? Diese Frage haben wir uns selbstverständlich auch gestellt. Nach den ersten Diskussionsrunden stellte sich sehr schnell heraus, dass sich der Bereich der visuellen Medien sehr gut eignet, um in das Thema einzusteigen. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Jugendlichen doch eher mit den Begriffen MTV und Viva anstatt Nazareth und Abendmahl etwas anzufangen wissen, ist es doch sehr passend, den Weg über die "Mattscheibe" zu wählen. Wo früher die Kinder Sonntags noch in die Kirche mussten, sitzen sie heute bereits im Vorschulalter Sonntag morgens vor dem Fernseher um die neueste Folge der "Pokémons" auch ja nicht zu verpassen. Doch auch die Welt des visuellen Mediums ist groß und seine Möglichkeiten unendlich. Zu Beginn unserer Ausarbeitung hatten wir vor, uns auf eine Fernsehserie mit einem religiösen Aspekt zu beziehen. Aus dem in Deutschland im Laufe der Jahre breiten Angebot, man nehme nur einmal "Wie gut das es Maria gibt" oder "Schwarz greift ein" mit Ex-Fahnder Klaus Wennemann, schauten wir uns einige Folgen der Serie "Oh Gott, Herr Pfarrer" an, stellten jedoch nach einer Stunde bereits fest, dass uns diese Sache nicht so richtig zusagte. So war diese Serie, wie im übrigen bei vielen solcher Serien der Fall, religiös nur oberflächlich behandelt und bildete eher eine solide Basis im Stile der späteren Daily-Soap, wo es fast nur noch um die diversen Problemlösungen wie z.B. Ehestreit oder Krach mit den Eltern geht, kulturelle Probleme, die doch im Großen und Ganzen sehr allgemein behandelt wurden. Kirche war in dieser Serie somit nur der Hintergrund, vor dem sich alles abspielte. Wir mussten also etwas finden, dass nicht nur oberflächlich war, sondern auch genügend Tiefgang besitzt, um von uns bearbeitet zu werden. Hierbei durfte allerdings auch der kulturelle Aspekt des Themas nicht aus den Augen verloren werden und wir hatten quasi die Aufgabe, einen Film oder eine Serie zu finden, die a) einen religiösen Bezug oder zumindest Ansatzpunkte aufweist, b) die Jugend anspricht und c) noch aktuelle Probleme der Jugendlichen beinhaltet. Trotz der vielen zu berücksichtigenden Punkte fiel die Wahl sehr schnell auf die neueste Verfilmung der Tragödie "Romeo & Julia" von William Shakespeare, ein Buch bei dem die Meinungen von schnulzig und langweilig über interessant, bis hin zu Romanze und Lovestory schlechthin gehen. Mancher wird sich auch jetzt sagen: "Muss es denn immer Shakespeare und Romeo & Julia sein?", doch bei genauerer Betrachtung bietet gerade dieses Werk in seiner Neuverfilmung den perfekten Aufhänger für das Thema. Zwei Jugendliche, die sich lieben, deren Kultur es aber nicht zulässt. Als sie so nicht zueinander finden können, suchen sie religiösen Beistand und Hilfe bei der Kirche. Dieser etwas wirre Satz wird im Hauptteil sicherlich klarer, wenn die Tragödie als solche auch noch einmal umrissen wird. Im Hauptteil wird auch noch näher auf die kulturellen Probleme wie Drogenkonsum oder Bandenkriminalität eingegangen. Auch die Symbolik einzelner Szenen und die Rolle des Paters im Film wird im Hauptteil noch näher erläutert, um die religiösen Aspekte des Filmes abzudecken.
2.1 Welche Bedeutung haben Jugend, Kultur, Religion für uns ? Ausarbeitung der Befragung in Bezug auf unser Thema. Was denkt der einzelne über "religiöse" Bindung ? Der Großteil der Mitschüler ist der Meinung, dass.... - es keinen "Gott" im Himmel gibt. Der Glaube ist Glaube an etwas Unrealistisches, etwas Abstraktes. - der Glaube der Menschen von verschiedenen religiösen Kreisen (Sekten) schamlos ausgenutzt wird. - eine religiöse Bindung einzugehen bedeutet, ein Leben in Fesseln, Einhaltung religiöser Regeln. - jeder seine eigene Religion kritisch hinterfragen sollte, bevor er sich dieser anschließt. - jeder seine Art von Glauben auf seine Art ausleben sollte. Der eine schwächer, der andere stärker. - sich viele Menschen mit ihrer Religion identifizieren und nur so eine religiöse Bindung möglich ist. - Menschen nur in schlechten Zeiten einen Glauben an Gott haben. Für diese ist "Gott" eine Art "Erlöser" und ein "Wegweiser" durch ihr Leben. - eine zu starre Bindung an einen Glauben einen Menschen einengen, ihn von der Außenwelt abschirmen kann. Was denkt der einzelne über Gott, Glaube, Religion ? Der Großteil ist der Meinung, dass... - es für viele einen Gott nur in schlechten Zeiten gibt. - jeder anders über Religion denkt (Lebensinhalt, Tradition). - sein Leben selbst in die Hand nehmen sollte. - der Glaube an Gott Religion bedeutet (Einhaltung bestimmter Regeln, die auch den Alltag beeinflussen) - Religion, der Glaube an etwas eine Lebenseinstellung sein kann ( der Glaube an sich selbst) - man durch die Bibel das Gefühl bekommen hat, Jesus bzw. Gott muss es gegeben haben. Doch warum zeigt er sich nicht einmal, damit man seinen Glauben an etwas Nicht-Wahrnehmbares neu definieren kann. - ein zu extremer Glaube einen Menschen auf lange Sicht töten kann. - die verschieden Religionen Platz für jeden Menschen auf der Welt haben, egal welcher Rasse er angehört oder welche Sprache er spricht. - jeder das Recht hat anders zu denken, aber trotzdem zugehörig ist. - der Glaube an eine Religion, an einen "Gott" bei vielen Menschen die Angst vor dem Tod widerspiegelt. (Glaube an die Wiedergeburt) Welche Rolle spielt das Fernsehen in unserem Leben? Für viele bedeutet "Fernsehen",.... - die Bekämpfung von Langeweile. - die Flucht aus der Realität (Probleme, Stress), hinein in eine "reine" Welt, eine - Traumwelt, eine Welt frei von Problemen. - Identitätsfindung. - Spannung und Fernsehen regen die Phantasie an, sie erwecken Verhaltensweisen im Menschen, die ansonsten vielleicht verborgen blieben. - Vorgaukelei eines Lebens nach dem Tod (Fernsehfiguren leben nach ihrem Tod weiter). Gefahr für junge Menschen! Die Meinung über das Leben Für viele ist das Leben.... - eine Prüfung, deren Bewältigung dem Menschen nach dem Tod das wahre Leben ermöglicht. - oder vielmehr die Frage über das Leben nach dem Tod eine Beeinflussungen des Handelns während des Lebens. Man kann also ganz deutlich erkennen, wie unterschiedlich die Meinung über "Gott" und "religiöse Bindung" ist. Die einen können sich mit ihrer Religion identifizieren, für die anderen ist der Glaube an eine Religion ähnlich einem Laster. Sie sind der Meinung, der Glaube an sich selbst ist viel wichtiger. Jeder trägt sein Schicksal in der eigenen Hand.
2.2 Welche Bedeutung haben Jugend, Kultur, Religion in der heutigen Zeit? Wie man anhand unserer Befragung deutlich feststellen kann, ist es sehr schwer die Bedeutung in der heutigen Zeit herauszufinden. Man kann aber deutlich erkennen, dass die Jugendlichen unterschiedliche Meinungen haben, was sich auch in den unterschiedlichen Kulturen zeigt. Der eine mag besonders die Welt des Technos (auch eine Traumwelt). Das unbändige, meist ekstatische Tanzen lässt die Probleme vergessen. Bei anderen bestimmt mehr der Sport das Leben. Abschließend kann man also sagen, dass für jeden die Begriffe Jugend und ihre Kultur und Religion eine andere Bedeutung haben. Dies sollte respektiert und akzeptiert werden, nur so ist ein Leben miteinander möglich.
2.3 Welcher Zusammenhang besteht zwischen Jugend - Kultur - Religion, bzw. ist ein Zusammnenhang herstellbar? Jugend - Kultur - Religion ¾ ein allgemeiner Zusammenhang zwischen allen drei Begriffen fällt auf der Suche nach Zuordnungen und Gliederungen ins Auge. Das Kultusministerium umfasst die Gebiete Schule, Kunst, Wissenschaft und eben kirchliche Angelegenheiten, die im Einzelnen alle mit Jugend und Religion in Verbindung gebracht werden können, nämlich Schule mit Jugend und kirchliche Angelegenheiten mit Religion. Bei spezieller Betrachtung nur von Religion und Kultur im Hinblick auf das Kultusministerium ist ebenfalls ein Zusammenhang erkennbar. Obwohl Religion nicht zwangsläufig mit Kirche bzw. kirchlichen Angelegenheiten zu tun hat, ist ein gemeinsamer Hintergrund nicht abzusprechen: man denke an die Kultur der Mayas, die zur Zeit 300-850 n. Chr. lebten und schon damals Tempel, Kultbauten und Priesterpaläste bauten. Natürlich gab es auch Kulturen, die keine kirchenähnlichen Gebäude zur Ausübung ihrer Religion benutzten. Trotzdem ist durch diese politische Einteilung des Kultusministeriums ein klarer Zusammenhang zwischen Religion und Kultur herstellbar, und zwar mit Religion als Teilgebiet von Kultur. Bei unpolitischer Betrachtung sind Kultur und Religion ebenfalls nicht zu trennen. Im Vergleich von Definition und lateinischem Ursprung der beiden Begriffe sind Gemeinsamkeiten zu finden. Kultuspflege bedeutet 1. Allgemein die Veränderung der Natur durch den Gebrauch von Werkzeugen und darauf beruhend die Gesamtheit der Lebensform einer menschlichen Gruppe (Volk, Klasse, Stand) und 2. Geistige und seelische Bildung, verfeinerte Lebensweise, Lebensart. Dazu analog ist Religion aus dem lateinischen Ursprung neben Bedenken und Zweifel auch religiöse Verehrung, Gottesfurcht, Frömmigkeit, Gottesdienst. Vergleichbar sind z.B. die geistige und seelische Bildung mit Gottesdienst, wenn man bedenkt, dass Leute häufig in die Kirche gehen, wenn es ihnen schlecht geht, sie seelische Probleme haben. Mit diesen Definitionen der beiden Begriffe von Religion und Kultur läßt es sich erklären, warum Jugendliche immer weniger Interesse an Religion mit der Institution Kirche haben, also der Zusammenhang zwischen Jugend und Religion rückläufig ist. Vielen widerstrebt der Gottesdienst, zumal die Uhrzeit der wöchentlich stattfindenden Zeremonie missfällt. Dies ist vor allem an den jährlich sinkenden Konfirmandenzahlen zu sehen. Ein Bericht von Thomas Kärst begründet diesen Rücklauf mit anderen Interessen der Jugendlichen. Auch Pfarrer Thomas vom Scheidt aus Köln muss zugeben, dass "der finanzielle Ansporn natürlich da ist" und möglicherweise für viele der einzige Grund an der Teilnahme am sogenannten Konfirmandenunterricht ist. Pfarrer Scheidt hält trotz alledem "Spaß und Gemeinschaftserlebnisse" für wichtige Entscheidungsfaktoren für eine Konfirmation. Sicherlich spielt auch das Traditionsbewusstsein der Jugendlichen eine Rolle, wie auch der Zwang durch die Eltern. Im Bericht von Thomas Kärst heißt es weiter, dass sich der Konfirmandenunterricht an sich verändert habe, und zwar vom Auswendiglernen zu Wochenendfreizeiten und Besuchen von Gedenkstätten. Kärst verschließt seine Augen in seinem Fazit nicht davor, dass dieses Ereignis Konfirmation für die meisten der letzte Kontakt mit der Kirche für eine lange Zeit ist. Tatsächlich ist es wohl so, dass viele danach nicht aus der Kirche austreten, weil sie vielleicht später noch einmal kirchlich heiraten wollen. Es bleibt festzuhalten, dass der Zusammenhang Jugend - Religion in Bezug auf Kirche rückläufig ist. Jugendliche, die sich nicht dem traditionellen Weg ihrer Eltern anschließen, wodurch es zu einem Generationsbruch kommt, landen immer häufiger bei sogenannten Jugendreligionen. Laut einer Definition von Gunter Biermann sind in Jugendlreligionen ungefestigte junge Menschen, "die sich vom Elternhaus lösen wollen oder andere jugendtypische Probleme haben". Die Personen werden in Zentren eingeladen, in denen Gespräche geführt und Persönlichkeitstests durchgeführt werden. Es werden schnelle Lösungen der Probleme versprochen und Aufmerksamkeit geschenkt. Biermann spricht ferner von 3 Merkmalen, die alle Jugendreligionen gemeinsam haben: "1. rettendes Rezept (RR) 2. gerettete Familie (GF) 3. Heiliger Meister (HM)". Rettendes Prinzip ist dabei, dass "sowohl Menschheitsprobleme als auch die persönlichen Probleme bis zur persönlichen Vollkommenheit (Selbsterlösung)" gelöst werden. GF bedeutet die "selbstsichere Gruppenatmosphäre, das Vertrauen und volle Übereinstimmung mit den Methoden des Führers". Als heiligen Meister bezeichnet man dabei denjenigen, der das RR erfunden hat und uneingeschränkte Autorität besitzt. Zum Abschluss kritisiert Biermann diese Gruppen, weil sie Persönlichkeiten negativ verändern und psychisch abhängig machen. Biermann stellt diese Gruppen auf eine Stufe mit Sekten wie Scientology und fasst sie unter dem Oberbegriff von Universal-Religionen zusammen. Es besteht also bei Jugendlichen die Tendenz weg von kirchlicher Religion hin zu sektenähnlichen Gruppierungen. Die von Biermann angesprochenen, ungefestigten jungen Menschen als mögliche Kandidaten für Jugendreligionen stehen häufig in der Kritik, mangelndes Kulturbewusstsein zu haben, das heißt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Jugend und Kultur gibt. Viele Erwachsene sprechen von Jugendlichen als Kulturbanausen, die zu einem großen Teil an Kultur kein Interesse haben oder ihre eigene, für Erwachsene unverständliche Kultur, haben. Letzteres lässt sich wohl als Subkultur, einer Gruppenkultur innerhalb einer größeren, sie umfassenden Kultur oder Gesellschaft, die eigene Verhaltensnormen entwickelt, bezeichnen. Jugendliche werden oft als Leute angesehen, die nur Spaß haben, am Computer sitzen und im Rausch zu Techno-Musik tanzen und den Ernst des Lebens nicht begreifen wollen. Dabei vergessen viele, dass auch Musik zu Kultur (siehe Teilgebiet Kunst) gehört. In einem Referat von Nils Michaelis wird beschrieben, dass Jugendkultur die Identitätsfindung Jugendlicher erst ermöglicht und sich ständig verändert. Dabei sei Musik ein zentrales Medium zur Selbstfindung. Die Musik, sei es Techno oder Hip Hop, habe jeweils einen geschichtlichen Ursprung, in dem sie zunächst von einer Minderheit getragen wurde. In der heutigen Zeit wird dieses dann zum Mainstream für alle. Michaelis spricht u.a. von Technojüngern, die ihre New-Age-Apostel beschwören. Weiter heißt es, dass "Jugendkultur neue Menschen schaffen und mit Integrität, Schönheit und Autonomie werbend Entfremdung und Kulturindustrie entgegensetzen will". Bei der Schaffung neuer Menschen entstehen verschiedene Kulturszenen, die nach Michaelis aus Plattenläden, Clubs und DJs bestehen. Diese professionalisieren sich nach einer gewissen Zeit und werden dann von den Erwachsenen hinterfragt. Kommen dabei die Worte Drogen ins Spiel, erklären die Erwachsenen dem christlichen Abendland den Untergang und schreiben die Teilnahme an Aufklärung und Hochkultur ab. Trotz der Bedenken der Eltern bekräftigt Michaelis, dass Erwachsene nicht ohne die Innovationen ihrer Kinder auskommen. Erwachsene suchen nämlich neue Produktionslinien, Käufertypen und Managementkonzepte, um den Absatz der Waren zu steigern. Dabei liefern Jugendliche mit ihren "kulturellen Revolutionen", wie z. B. der neuen Musikrichtung Grunge, neue Ansatzpunkte. Ein weiteres Merkmal, dass die Behauptung vieler Erwachsener über das Kulturbewusstsein Jugendlicher nicht zutrifft, sind die jährlich stattfindenden Schul-Theaterwochen, wo sich junge Leute freiwillig mit Kultur beschäftigen: einmal mit der schriftlichen Vorlage eines Theaterstückes und anschließend mit der Aufführung des Stückes. Ebenfalls von der Schule vermittelte Kultur sind die Wettbewerbe im wissenschaftlichen Bereich, das sogenannte "Jugend forscht" (siehe Teilgebiet Wissenschaft der Kultur ).In Bezug auf die Sprache von Jugendlichen schlägt sich Kultur nieder. So hört man Sätze wie: "Das ist Kult." über eine Fernsehsendung oder ähnliches sagen. Kult im eigentlichen Sinne bedeutet Lebensweise/-gewohnheit, Bildung, Erziehung, Verfeinerung, übertriebene Verehrung einer Person/Sache. Auch wenn die meisten Jugendlichen bei dem Gebrauch des Wortes "Kult" sich der gesamten Bedeutung nicht bewusst sind, so kann man eine Tendenz zur Kultur nicht absprechen, wenn sogar die Sprache nicht an der Entwicklung vorbeikommt. Abschließend ist zum Zusammenhang Jugend – Kultur zu sagen, dass sich Jugendliche auf verschiedene Weise kulturell engagieren und damit mehrere Zusammenhänge erkennbar sind. Als Fazit über den gesamten Themenkomplex vom Zusammenhang zwischen Jugend - Kultur - Religion kann man sagen, dass alle drei Begriffe in viele verschiedene Zusammenhänge gebracht werden können, zum Teil sogar müssen und nur sehr schwer zu trennen sind.
3 Romeo & Julia als Mainstream-Cinema Es ist doch eigentlich seltsam, dass gerade ein so alter und bereits so oft bearbeiteter Stoff einen solchen Erfolg nach sich zieht, wie "Romeo & Julia". Zeilen, die manche schon auswendig können, da sie diese bereits 10mal im Unterricht behandelt haben, die aber dennoch Tausende von Besuchern in ihren Bann ziehen und in die Kinos locken. Doch ist es in diesem Fall wirklich das Thema, das zieht? Ist es nicht vielmehr ein Schauspieler namens Leonardo DiCaprio, der für einen solchen Boom des Filmes sorgte? Selbstverständlich wären viele Mädchen und auch Frauen nicht mit Taschentüchern und einem klopfendem Herz ins Kino marschiert, wenn ein anderer als ihr "Leo" vor der Kamera gestanden hätte. Jeder, der schon mal im Kino war, kennt sicherlich das Gefühl, mit dem man am Ende des Filmes den Saal verlässt. Während man die Handlung auf sich wirken lässt, kommt immer mehr das Gefühl in einem auf, sich mit den Charakteren des Filmes und ihren Idealen zu identifizieren, insbesondere mit dem "Helden". So ist die Bedeutung des Mainstream-Cinema heutzutage einerseits eine Form der Unterhaltung, andererseits nimmt es im alltäglichen Leben oft Einfluss auf uns. In bestimmten Situationen möchte man als "normale" Person in die Haut der Vorbildfiguren aus dem Film schlüpfen. Aber funktioniert das auch bei Filmen mit religiösen Hintergründen? Hierbei hängt es sicherlich davon ab, in welcher Lage man sich befindet. Denn wenn man glücklich und zufrieden ist, nimmt ein religiöser Aspekt auf einige Menschen sicherlich nicht so großen Einfluss wie in einer eher negativen Situation. Fakt ist aber, dass einige Menschen nach den Idealen ihrer Vorbilder streben, auch wenn sie religiöser Natur sind. Doch war es auch ein anderer Aspekt, der sicherlich viele fasziniert hat. Die Verschmelzung moderner und "poppiger" Bilder mit einer alten Sprache, die für uns gleichzeitig künstlich, aber dennoch irgendwie interessant klingt. Denn gerade bei dieser Sprache fragen wir uns doch manchmal, was Shakespeare nun eigentlich aussagen wollte oder interpretieren eine Szene auch gleich ganz anders. Sprache hat deshalb auch etwas Mystisches an sich, gerade dann, wenn sie fremd und anders klingt. Die "poppigen" Bilder wiederum liegen voll im Trend und gaukeln uns eine Gesellschaft vor, wie sie mitunter vielleicht noch in Comics vorkommt und die stellenweise eher an einen MTV-Musikclip erinnert als an die moderne Bearbeitung eines alten Stoffes. Dieser Mix aus alt und neu ist es, der die Menschen doch immer wieder fasziniert und man merkt, dass der Film damit voll im Trend liegt. Man stelle sich nur einmal vor, wie es gewesen wäre, wenn der Stoff genau andersherum bearbeitet worden wäre. Ein altertümlich gekleideter Leonardo DiCaprio, mit Halskrause und Löckchentoupet, der zu klassischer Musik daherstolziert und gleichzeitig locker lässig zu seinem Widersacher sagt: " Ich mach dich alle, du Dreckschwein!" Diese Szenerie erinnert wohl eher an eine schlechte Komödie und man zweifelt daran, ob so etwas nur ein Einziger hätte sehen wollen.
4 Warum ist Religion im Fernsehen gerade so erfolgreich? Während Romeo & Julia nun nicht gerade als religiöser Film bezeichnet werden kann, zeigt sich dennoch ein Trend auf dem Fernsehmarkt, der eigentlich recht verwunderlich ist. Obwohl immer mehr Leute aus der Kirche austreten, üben Verfilmungen religiöser Themen doch immer noch ihre Faszination auf die Menschen aus. Ist dies ein Trend des modernen Zeitalters, dass die Leute anstatt die Bibel zu lesen, sie sich lieber die Worte im Fernsehen erzählen lassen oder steckt noch mehr dahinter? Nach Filmen wie "Ben Hur" oder auch "Die 10 Gebote", Filme die alljährlich zu Ostern, wie sollte es auch anders sein, über unsere Bildschirme flimmern, ist es um das Genre des Monumentalfilmes ziemlich ruhig geworden. Für damalige Verhältnisse aufwendig inszenierte Filme, an Originalschauplätzen, mit einer Heerschar an Komparsen gedreht, waren irgendwann für das Publikum nicht mehr interessant. Doch heutzutage scheint die Talsohle durchschritten zu sein und Mehrteiler wie die "Arche Noah" locken wieder die Leute an die Fernseher und bescheren dem Privatsender RTL Traumquoten, die er sonst nur bei Formel 1 oder Champions-League erreicht. Es scheint tatsächlich so zu sein, das es einfach dazugehört, auch ein bisschen religiös zu sein und sei es nur zu Weihnachten und zu Ostern. Genauso verhält es sich mit kirchlichen Geschichten. Was braucht man die Bibel, wenn man doch die bedeutendsten und auch wichtigsten Themen im Fernsehen haben kann. Religion als Lückenbüßer, wenn man etwas Zeit erübrigen kann!?
5 Inhaltsangabe des Films Verona Beach ist eine dichtbesiedelte lateinamerkanische Stadt, in der Angst, Gewalt und Verbrechen den Alltag prägen. Beherrscht wird die Stadt von zwei rivalisierenden Familien: den Montagues und den Capulets. Und so vergeht kein Tag, an dem nicht in den Nachrichten über Raub und Mord berichtet wird. Es ist eine Welt ohne Mitleid, voller Gewalt und Hass, in der Romeo und Julia, die einzigen Kinder der verfeindeten Familien aufwachsen. Bei einem glamourösen Maskenball im Hause Capulet kommt es zur ersten Begegnung der beiden Teenager. Romeo hat sich mit einer Ritterrüstung verkleidet und erscheint im leichten Drogenrausch auf dem Fest. Julia trägt ein weißes Engelskostüm und ist etwas verstimmt, da unter den Gästen auch der Geschäftsmann Paris ist, den ihr Vater – gegen ihren Willen als seinen künftigen Schwiegersohn auserkoren hat. Es ist Liebe auf den ersten Blick, als Romeo und Julia - durch ein großes Aquarium hindurch – Blickkontakt aufnehmen. Im Ballsaal beobachtet Romeo Julia, die mit dem als Astronaut verkleideten Paris tanzen muß. In einem unbeobachteten Augenblick stehlen sich Romeo und Julia in den Fahrstuhl, wo sie sich das erste Mal küssen. Nach der schweißtreibenden Ballnacht, die Romeos bester Freund Mercutio mit seinem Auftritt als blondgefärbte Drag-Queen um eine zusätzliche Attraktion bereichert, verlassen sie das herrschaftliche, von zahlreichen Bodyguards bewachte Capulet-Anwesen. Romeo bleibt jedoch zurück und versucht, Julias Zimmer zu erspähen. Er klettert zu ihrem Balkon hinauf, um ihr seine ewige Liebe zu gestehen. Obwohl das Paar im Überschwang der Gefühle mit einem lauten Platscher im Swimming-Pool landet und dort eine Weile herumalbert, wird es von der Amme und auch von den Bodyguards nicht erwischt. Am nächsten Morgen trifft sich Romeo mit Mercutio und seinen Freunden am Strand und berichtet ihnen, dass er sich unsterblich in Julia verliebt hat. Dies Nachricht wird von seine Freunden mit gemischten Gefühlen aufgenommen, da Julia zu den Feinden, den Capulets, gehört. Die Amme sucht Romeo noch am selben Tag am Strand auf, um ihm ins Gewissen zu reden und um zu wissen, wie tief seine Gefühle für Julia sind. Romeo bittet sie, seiner Angebeteten Ort und Zeit ihrer Spontanhochzeit mitzuteilen und außerdem dafür zu sorgen, dass die Zeremonie in jedem Fall geheim bleibt. Romeos alter Freund Pater Lawrence ist bereit, die Trauung in seiner Kirche vorzunehmen. Wenig später wird das junge Liebespaar Mann und Frau, doch kurz darauf trennen sich ihre Wege wieder. Julia verbringt die Nacht im Haus ihrer Eltern, wo Romeo von ihr sehnsüchtig erwartet wird. Doch zuvor ist er am Strand mit seinen Freunden, an dem plötzlich Tybalt, ein Neffe der Capulets, Romeo zum Kampf auffordert. Romeo will sich nicht mit ihm duellieren. Julia Cousin ist es jedoch gleichgültig und er sucht weiter Streit. Mercutio will Romeo helfen und wird durch Tybalts Hand getötet. Romeo will Mercutio rächen, es gibt eine wilde Verfolgungsjagd durch Verona Beach, die mit einem Autounfall endet – im Affekt tötet Romeo dann Tybalt. Er wird aus Verona Beach für seine Tat verbannt. Er muß fliehen und fährt zu Pater Lawrence, der seine Wunden erst einmal versorgt. Danach eilt er zu seiner Julia. Sie verleben eine wundervolle Hochzeitsnacht. Kurz darauf flieht er in eine heruntergekommene Wohnwagensiedlung weit draußen in der Wüste. Dort wartet er ungeduldig auf Nachricht von Pater Lawrence, ob sich die Gemüter vielleicht wieder beruhigt haben und auf genaue Instruktion von ihm, wie er sich die Zusammenführung von ihm und Julia vorstellt. Unterdessen kommt es im Hause Capulet zu einer dramatischen Auseinandersetzung. Julias Vater hat beschlossen, seine Tochter in wenigen Tagen mit seinem Wunschkandidaten Paris zu verheiraten. Julia hält es nicht mehr länger bei ihren Eltern aus, sie willigt zuerst in die Hochzeit ein und bittet ihren Vater zur Beichte zu Pater Lawrence gehen zu dürfen. Dort ist schon Paris, der mit dem Pater die Einzelheiten für die Hochzeit bespricht. Als Paris gegangen ist, fleht sie Pater Lawrence mit einer Pistole an ihrer Stirn an, ihr zu helfen. Es gelingt ihm, Julia von ihrem Selbstmordgedanken abzubringen und er unterbreitet ihr einen waghalsigen, aber ebenso perfekt wie simpel klingenden Plan, der das getrennte Paar für immer zusammenführen soll. Wie mit dem Geistlichen vereinbart, trinkt Julia noch am selben Abend eine blaue Flüssigkeit, die sie für begrenzte Zeit in einen todesähnlichen Zustand – Schlaf versetzt. Der Schock am nächsten Morgen über ihren vermeintlichen Tod ist groß. Zwischenzeitlich hat Pater Lawrence einen Brief an Romeo geschrieben, in dem der Plan für die Zusammenkunft geschrieben steht. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände erreicht der Brief seinen Empfänger leider nicht. Als Romeo die vermeintlich schlechte Nachricht über den Tod Julias von seinem Freund Balthasar erfährt, kehrt er wie vom Teufel gejagt zurück nach Verona Beach. Bei einem Dealer kauft er eine Ampulle Gift und schlägt sich, von der Polizei verfolgt, zu der Kathedrale durch, in der die leblose Julia inmitten von Hunderten von Kerzen aufgebahrt liegt. Er verabschiedet sich von Julia. Im selben Augenblick erwacht Julia langsam aus ihren Todesschlaf, doch Romeo ist so in Trauer und bemerkt dieses nicht. Er trinkt das Gift. Julia sieht ihn noch, wie er sich die Flasche an den Mund setzt, hat aber noch nicht die Kraft ihn davon abzuhalten, das Gift zu trinken. Sie sehen sich ein letztes Mal in die Augen. Romeo stirbt. Julia sieht ihren toten Romeo vor sich liegen und nimmt seine Pistole und erschießt sich. Nun sind sie wieder vereint.
6 Aufbereitung der Shakespeare-Vorlage 6.1 Die Sprache Baz Luhrmann hat die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Weltliteratur neu verfilmt. Doch was den Film wirklich sehenswert macht, ist nicht die Geschichte an sich, sondern die Gratwanderung zwischen moderner Inszenierung und Festhalten am alten Text. "Still Mann! Eine Hitze treibt die andere aus, und die Pein eines Schmerzes wird durch einen anderen Schmerz vermindert; wenn dir taumelig ist, so hilfst du dir damit, daß du dich wieder zurück drehst, und deiner hoffnungslosen Liebe kann nicht besser als durch eine neue geholfen werden." Obwohl die Kutschen durch Nobelautos, die Schwerter durch glänzende Pistolen und die ganze Umgebung in die heutige Zeit umgesetzt wurde, reden sie dennoch im alten Versmaß Shakespeares. Der Spielfilm entspricht zwar in fast allen Handlungen der wahren Geschichte Shakespeares, ist aber durch die Modernisierung nicht wirklich mit ihr vergleichbar. Durch die Wahl der alten Sprache vor dem modernem Hintergrund hat Regisseur Baz Luhrmann einen Bezug zur ursprünglichen Liebesgeschichte geschaffen. Diese Sprache, die Anfang des 16. Jahrhunderts gesprochen wurde, verleiht dem Film mit ihrer Ausdrucksweise erst den gewissen Reiz!
6.2 Ort der Handlung "Ich scheute mich ein wenig davor, nach Verona zu fahren, denn ich fürchtete, es könnte mir meine Vorstellung von Romeo und Julia rauben", so ging es einst Charles Dickens. Verona liegt, eingebettet in ein äußerst fruchtbares Umland, im Herzen Norditaliens. Kein Wunder, daß diese Stadt von großer strategischer Bedeutung und bereits seit früher Zeit Siedlungsort war. Über die Jahrhunderte hinweg wurde sie als Herrschaftssitz begehrt und heiß umkämpft. Verona hat das wechselhafte Kräfteziehen der vielen und nicht selten grausamen Herrscher geduldig überstanden und präsentiert sich heute stolz, geschichtsträchtig und blühend wie wenige andere Städte Norditaliens. Seine erste große wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte Verona als römische Koloniestadt. Noch heute ist es so reich an römisch-antiken Bauten - Rom ausgenommen – wie keine andere italienische Stadt. Wer aus dem Norden kommt, wird in Verona die erste Stadt mit typisch norditalienischen Flair finden. Verona ist das Tor nach Italien. Hier mündet die Etsch aus den Ausläufern der Dolomiten und denen des Berglandes um den Gardasee kommend, die sich ihr Flußbett durch die historische Stadt sucht und sie dann in einem Bogen umfließt, um sich schließlich in dem fruchtbaren, weiten Landstrich der Poebene auszubreiten. Von hier zweigen die wichtigsten Straßenachsen ins Landesinnere ab, nach Mailand im Westen, Bologna im Süden und Venedig im Osten. Eines der berühmtesten Bauten Veronas ist das Haus der Julia. Der kleine Balkon und die moderne Juliastatue von Nereo Costantini im Innenhof sind der Anziehungspunkt Veronas. Täglich pilgern Hunderte von Reisenden hierher, die den Schauplatz von Shakespeares weltberühmtem Drama "Romeo und Julia" sehen wollen. Um 1303 tobten in Verona erbitterte Fehden zwischen den aristokratischen Familien, denen wir auch die Liebesgeschichte zu verdanken haben. Die Geschichte um die "Capuleti" und die "Montecchi", die mit dem Tod der beiden Liebenden endete. Der große englische Dichter griff das Thema der Novelle von Luigi da Porta (um 1531) auf und machte es unsterblich. Ein historisches Paar Romeo und Julia hat es wohl so nie in Verona gegeben, doch das stört weder die Weltliteratur noch die Touristen, die hier Romantik pur nachspüren wollen. In der Kirche San Francesco al Corso ist das Grab der Julia. In der Krypta der Kirche steht ein einfacher Steinsarkophag, der der Legende nach das Grab der Julia sein soll. Julias Haus, das Stammhaus der Capuleti mit dem berühmten Balkon, ist in der Via Capello zu sehen, das angebliche Haus Romeos befindet sich in der Via Arche Scaligere. Die umliegenden Städte Veronas sind Venice, Padua, Vicenza, Mantua, Brescia und Treviso. Mantua ist eine Stadt etruskischen Ursprungs, eine antike römische Veteranenkolonie, seit 1828 unter der Herrschaft der Gonzaga. Mantua kommt einer Wüste gleich. Einst wurde Romeo dorthin verbannt, nachdem nach einem Wortwechsel Mercutio, ein Freund Romeos, getötet wurde, woraufhin Romeo Tybalt ersticht.
6.3 Verortung in der Gegenwart (Rivalität, Drogenkonsum, Generationskonflikt) Vergleich Original-Vorlage und neue Vorlage: Die Rivialität von heute und damals ist vergleichbar, die beiden Familien bekämpfen sich gegenseitig. Ein Streit, der über Generationen hinaus geht. Der Drogenkonsum wird in der Neuverfilmung durch Partydrogen gekennzeichnet, wie zum Beispiel LSD. Damals waren diese Drogen noch nicht bekannt. Es wurde Alkohol konsumiert und bei Romeos Tod wurde Gift verwendet. In dem wieder aufgearbeiteten Film wurde der Drogenkonsum mehr hervorgehoben als in der Originalvorlage. Der Generationskonflikt der älteren Familienmitgliedern ist stärker ausgeprägt als bei den Jüngeren, sie sind eher dazu bereit eine Einigung zu finden. Die Kinder werden bereits in eine feindliche Umgebung hineingeboren.
7 Romeo und Julia zwischen den Polen Liebe und Tod Romeo und Julia, das Traumpaar schlecht hin. Keiner kann verstehen, warum diese Liebe so enden musste. Dabei fing alles so traumhaft in der Balkonszene an: "Dann leg ich dir mein ganzes Glück zu Füßen und folge durch die Welt dir als Gebieter." So Julias Worte. Aber es war von Anfang an abzusehen, dass die Liebe zwischen diesen beiden Menschen keine Zukunft haben kann. Nicht nur dass die Familien bis aufs Blut verfeindet waren, sondern auch, dass die Liebe zwischen beiden hätte nicht gegensätzlicher sein können – so die Eltern. Julias Eltern hätten jedoch jeder Eheschließung zugestimmt, wenn der Ehegatte auch nur einen Hauch von Ansehen und Reichtum pflegte. Denn diese Aspekte waren den Eltern wichtiger als die Gefühle der Tochter für einen Menschen. Doch die grenzenlose Liebe zwischen Romeo und Julia ließ die Beiden etliche Hindernisse überwinden, die ihnen in den Weg gestellt worden waren. Doch war der Tod Beider die wirklich (einzige) Lösung, um einen Ausweg für ihre Liebe zu finden? Hätten sie mehr an Gott geglaubt, hätten sie dann vielleicht einen anderen Ausweg gefunden? Hätte Romeo das Gift nicht einen Augenblick später trinken können? Das sind die Fragen, die immer wieder aufgeworfen werden und auf die es keine eindeutige Antwort zu geben scheint. Das Werk Romeo und Julia wurde in der Zeit der Frührenaissance geschrieben. In dieser Zeit herrschten andere Sitten und Tugenden. Die Kinder mussten den Eltern gehorchen, durften ihnen nicht widersprechen und hatten keine freie Persönlichkeitsentwicklung. Obwohl sie sich erst ein paar Stunden kennen, sind sie fest von der ganz großen Liebe überzeugt und sind beide bereit, den gleichen Weg in ein anderes Leben zu gehen. Würden wir in der heutigen Zeit auch so handeln? Würden wir für unseren Partner, den wir erst ein paar Stunden kennen unsere Familie, Freunde, Freiheit und Gewohnheiten aufgeben? Vielleicht in Einzelfällen, aber die Masse macht es heute nicht mehr so. Doch es ist für jeden schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren, und mit der Trauer geht jeder Mensch individuell um.
7.1 Gewalt als Konfliktlösungsstrategie ( Auge um Auge...) Auge um Auge, Zahn um Zahn ist keine Konfliktlösung, weil Gewalt nicht mit Gegengewalt bekämpft werden kann. Romeo war die einzige Figur, die versuchte, sich von der Gewalt abzuwenden, da er seine Probleme durch Gespräche zu lösen versuchte. Er hatte kein Interesse daran sich gegen die Familienangehörigen der Capulets physisch zu wehren. Wie schon Jesus sagte:" Wenn Dir jemand auf die linke Wange schlägt, dann halte ihm auch Deine rechte Wange hin!" Unserer Meinung nach ist das Verbale die bessere Lösung. Durch jede Art von Gewalt erzeugt man nur neue Gewalt und schafft sich keine Freunde, sondern nur Feinde für das Leben!!!
7.2 Der Tod Mercutios Romeo war glücklich, weil er seine geliebte Julia endlich heiraten konnte. Das Glück hielt aber nicht lange an. Als er seinen Freunden die freudige Nachricht überbringen wollte, tauchte unvermutet Tybalt auf, um sich an dem Menschen, den er so sehr hasste, zu rächen. Das Feuer sollte eröffnet werden, doch Romeo wollte nicht, er wollte Frieden stiften und erklärte Julias Vetter, wie sehr er ihn liebt und achtet. Tybalt weigerte sich ihm zuzuhören und schlug ihn voller Hass nieder. Mercutio eilte Romeo – als bester Freund - zur Hilfe und sprang dazwischen, als Tybalt Romeo ermorden wollte. Mercutio wurde dabei schwer verletzt. Er blutete stark und sagte: "Fragt Morgen nach mir und ihr findet einen stillen Mann". Er starb in Romeos Armen. "Die Pest auf eurer beiden Häuser", waren seine letzten Worte. Was diese Worte bedeuten sollten, weiß ich nicht, vielleicht ein Fluch. Warum musste Mercutio sterben? War er ein Opfer Romeos? Er tat es, um Romeo zu schützen. Der Tod ist etwas Schreckliches, so wird es auch in Romeo und Julia dargestellt. Romeo rächt seinen Freund und tötet Tybalt. Warum nahm der Regisseur einen Schwarzen als Romeos Freund? Eventuell um darzustellen wie unterschiedlich die beiden Charaktere sind. Genau weiß das keiner. Mercutio war im Film etwas Besonderes, etwas anders, nicht nur durch seine Hautfarbe, sondern auch durch seine Art, die fröhlich und teilweise provokant war. Er hatte die Rolle des Freundes und musste trotzdem als Romeos bester Freund sterben.
7.3 Ansätze für eine veränderte Konfliktlösung - Die Familien Montague und Capulet hätten von vorn herein einen Dialog miteinander führen müssen, um die verfeindete Situation zu schlichten. - Romeo und Julia hätten aus Vernunft ihre Beziehung nach dem ersten Treffen nicht vertiefen dürfen. Somit wäre die Fehde zwischen den beiden Familien nicht noch weiter genährt worden. - Romeo und Julia hätten vor ihren Familien zu ihrer Liebe stehen müssen. Das hätte ein Neuanfang zwischen den Montagues und den Capulets sein können. - Der alte Capulet hätte nicht auf der Hochzeit zwischen seiner Tochter Julia und Graf Paris bestehen dürfen. Er hätte Julias Willen akzeptieren müssen. - In Verona bestand durch Fürst Escalus das Gesetz, dass Unruhestifter aus der Stadt verbannt werden. Dieses Gesetz hätte verbunden sein müssen mit der Pflicht zu einem fairen Gerichtsverfahren. Auf diese Weise hätte Romeo, nach dem Tybalt getötet hatte, eine Chance gehabt sich zu verteidigen. - Szene am Strand: Als Tybalt voller Zorn auf Romeo einschlug, der die Situation schlichten wollte, hätten die Capulet-Anhänger Tybalt zurückhalten und zur Vernunft bringen müssen. Da dies nicht geschah, musste Romeos bester Freund Mercutio sterben. - Romeo hätte aus seiner Liebe zu Julia heraus gegenüber Tybalt seine Wut zügeln müssen, nachdem dieser Mercutio getötet hatte. Infolge dessen hätte Tybalt die Verbannung getroffen. - Nachdem mit Mercutio und Tybalt bereits aus beiden Lagern Anhänger gestorben waren, hätten spätestens in diesem Augenblick die beiden Familien die Tragödie heraufziehen sehen und den Streit zwischen sich beilegen müssen. - Wenn Romeo die Nachricht des Paters rechtzeitig erhalten hätte, wäre er der Fehlinformation über Julias Tod nicht aufgesessen. Dadurch hätte er kein Gift gekauft und wäre rechtzeitig zu seiner Julia gelangt.
7.4 Die Rolle des Paters Was für eine Rolle hatte der Pater im Film? Gehörte es zu seinen Aufgaben Mittler zwischen den Konfliktparteien zu sein? Der Pater war ein Freund von Romeo und außerdem war er sein Berater und Helfer. In dem wir das Priestertum analysieren, können wir feststellen, ob der Pater im Film ein zeitgemäßer Pater ist oder eher ein Ideal im Auge der heutigen Jugend darstellen soll. Denn in Kultreligionen können oder dürfen sie rituelle Handlungen allein vollziehen; als Mittler zwischen dem Volk und den Göttern. Rein religionssoziologisch betrachtet sind sie solche Personen, die in umfassenderen religionsbezogenen Gruppen (Gemeinschaften) leben. Sie haben eine besondere Ausbildung erhalten und sind dauernd oder bei Ausübung bestimmter Funktionen durch äußere Merkmale in Kleidung, Haar oder Amtstracht unterschieden. Unter anderem wachen sie über die Reinlichkeit und spenden Sakramente. Der Pater im Film ähnelt keinesfalls den Patern, die wir gedanklich mit uns tragen. Er verbindet die Altertümlichkeit der Religion und der Kirche mit der heutigen Zeit durch seine äußerlichen Merkmale sowie seinem Verhaltensweise. Die Tätowierungen und ein durchtrainierter Körper passen nicht zu dem Erscheinungsbild eines Paters bzw. Priesters. Durch diese äußerlichen Merkmale kann man festlegen, daß er ein Pater mit modernen Gedanken ist. Er signalisiert in seinen religionsbezogenen Aufgaben einen Pater, den man im privaten Leben nicht von anderen Menschen unterscheiden kann. Außerdem beschäftigte er sich mit Naturwissenschaften. War er denn wirklich ein "Gläubiger" welcher sich an Tatsachen festhält oder glaubte er an Sachen, die die Kirche kennzeichneten. Denn wie könnte er sonst ein Gift zusammenmischen, welches für eine bestimmte Zeit den Tod vortäuscht. Er beschäftigte sich also auch mit Tätigkeiten, die nicht zu seinen Aufgabengebieten gehören. Aber aus meiner Sicht ist er ein zeitgemäßer Pater, weil er seine kirchlichen Aufgaben nach dem richtigen äußerlichen und innerlichen Merkmalen gelöst hat. Er war ein Mittler zwischen den Konfliktparteien und mußte sie zu dem richtigen Weg belehren, ohne Opfer zu erbringen. Er war nicht nur ein Pater, sondern ein Freund, der in schlechten Zeiten Romeo und Julia Rückendeckung gegeben hat, um deren private und intimste Probleme zu lösen. Er spielt eigentlich die Hauptrolle in dieser Geschichte, weil er den Höhepunkt der Geschichte auslöst. Er ist zwar unscheinbar, aber die ausschlaggebende Person, die die Geschichte in den Weg leitet. Ohne ihn und ohne seinen Rat würden Romeo und Julia nicht sterben und die beiden Familien würden sich nicht versöhnen. Er wollte dem Liebespaar helfen und stand immer auf deren Seite, aber das Ganze ist ihm durch einige Schicksalsspiele mißlungen. Er konnte die beiden nicht im Leben vereinigen, jedoch im Tod. Im Gegensatz vereinigt er beide Konfliktfamilien. So zu sagen hat Gott ihn so gelenkt, daß seine Belehrungen zu so einem Ende der Geschichte führten. Romeo und Julia wurden zum Opfer mit Hilfe von dem Pater der Familien Carpulet und Montaque.
8 Reflexion der Projektarbeit In der folgenden Reflexion möchten wir Ihnen einen kurzen Eindruck über den Verlauf unserer Arbeit geben. Bereits am Anfang unseres diesjährigen Religionskurses machte uns unsere Lehrerin auf den ausgeschriebenen Wettbewerb aufmerksam und machte sogleich den Vorschlag, doch daran teilzunehmen. Dieser Vorschlag wurde erst einmal mit geteilten Meinungen aufgenommen; da, wie bereits in der Einleitung gesagt wurde, einige von uns noch nie etwas mit Religionsunterricht zu tun hatten und sich der Gedanke teilweise verbreitete, man mußte irgendwelche Vorkenntnisse mitbringen. Nach einigem Hin und Her und Diskutieren wurde schließlich demokratisch abgestimmt. Die wenigen Bedenken wurden schnell vergessen und es ging jetzt daran, ein passendes zu bearbeitendes Thema zu finden. In den ersten Stunden versuchten wir für uns zu klären, was jeder einzelne sich unter den Begriffen und dem Zusammenhang von Jugend, Kultur und Religion vorstellt und damit assoziiert. Wir begannen also ein großes" Brainstorming", sammelten allerlei Gedanken und "bewarfen" uns mit Stichpunkten. Das Thema wurde in viele Zusammenhänge gebracht: Wie z.B.: Was verbindet die heutige Jugend mit Religion und Kirche? Und: Ermöglicht Glaube ein besseres Leben? Die Inhalte, die uns dazu durch den Kopf schossen, können sie dem beiliegenden Protokoll entnehmen, das von unserer Tutorin Frau Schellberg geführt wurde. Dieses Protokoll beschreibt unsere Arbeit auf der Suche nach einem Thema und die Projekte, die sich unsere Religionslehrerin einfallen ließ, um uns sicher und leicht an dieses große und auch sehr schwierige Terrain heranzuführen. Um überhaupt eine Vorstellung davon zu bekommen, was wir bearbeiten wollen, haben wir sehr viele verschiedene Medien genutzt, um diese auszuwerten und natürlich auch zu bewerten. Ebenfalls finden sie diese im beigefügten Anhang. Als eine der ersten Fragen beschäftigte uns, wie weit geht die Religion heute schon in die Werbung mit ein? Wie wird mit versteckten religiösen Symbolen geworben? Von dieser Diskussion gerieten wir auf ein heutiges Massenmedium und Massenmagnet: das Fernsehen. Wir suchten in unserem Gedächtnis nach Erinnerungen an Serien, die wir als Jugendliche im Alter von 12 - 15 Jahre geguckt haben. Und die wichtigste Frage war dabei: Warum haben wir sie geguckt? Warum haben wir uns jeden Abend um dieselbe Zeit vor dem Fernseher gehockt und entspannt auf die Mattscheibe gestarrt? Hauptgründe waren unter anderem, dass man neugierig war, wie die Serie wohl weitergeht – so wie man es sich gedacht hätte oder doch total anders? Jedenfalls konnte man mit den Freunden am nächsten Tag sehr schön darüber plaudern. Und wer es nicht gesehen hat, konnte natürlich auch nicht mitreden! Von diesem Gedanken des Massenmagneten Fernsehens elektrisiert, forschten wir Fernsehserien durch, bei denen wir einen Zusammenhang mit unserer großen Überschrift vermuteten. Wir fanden auch Beispiele, so: "Oh, Gott Herr Pfarrer" oder auch "Mit Leib und Seele". Wir sahen uns auszugsweise vier Folgen der Serie "Oh, Gott Herr Pfarrer" an, und unterhielten uns über die inhaltliche Problematik und versuchten anschließend diese behandelte Thematik auf Jugend – Kultur - Religion zu übertragen. Dies war ein sehr schweres Unterfangen, da uns der richtige Bezug zu der Serie, die übrigens nur sehr wenige kannten, fehlte. So verwarfen wir diese Serie, aber schon bald waren die nächsten auf dem Tisch: Harry Potter, Matrix und das Phänomen Big Brother & Co. Wir lasen Zeitungsausschnitte, suchten im Internet nach den unterschiedlichsten Informationen, sahen uns Matrix an, diskutierten über die Thematik in den Filmen bzw. Texten und analysierten die Symbolik sowie die Übertragbarkeit auf Jugend – Kultur - Religion. Aber irgendwie kamen wir nicht so recht voran, was oft auch an den vielen Meinungsverschiedenheiten in der Gruppe lag. Der nächste Vorschlag versprach eine etwas längere Bearbeitung: Die neue Fassung von Shakespeares "Romeo &Julia". Wir sahen uns den Film in zwei Unterrichtsstunden an und besprachen anschließend Sprache, Spannung, Symbolik, Darstellung von heute und damals sowie die Problematik Liebe und Tod unter dem Aspekt von Jugend – Kultur - Religion. In den nächsten Stunden sammelten wir Informationen über den Film und begannen ihn zu analysieren. Mit Hilfe der Mindmap-Methode unterteilten wir dieses umfangreiche Thema in große Überschriften und gliederten diese in weitere Unterpunkte. Abschließend wurden die Punkte auf Gruppen verteilt und nun begannen wir, unsere Arbeit und Gedanken schriftlich aufzuführen.
9 Auseinandersetzung mit dem Thema Tod Viele Jugendliche stellen sich immer wieder die gleiche Frage auf der Suche nach dem Sinn des Lebens: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wenn ja: Wie wird es mit mir weiter gehen? Werden wir wieder geboren? Wenn nein: Was kommt danach? Was wird mit mir passieren? Laut Lexikon ist der Tod eine nicht rückgängig zu machende Beendigung der biologischen Prozesse in einem Organismus. Doch nicht jeder Mensch glaubt an eine solch rationale Definition. Katholische oder protestantische Jugendliche glauben daran, nach dem Tod in den Himmel zu kommen bzw. dass ihre Seele weiterlebt. Für sie stellt der Tod eher eine Erlösung dar, bei all dem Leid und Elend, was man im Leben erfahren kann. Sie glauben an Gott und haben von daher wahrscheinlich auch weniger Angst vor dem Sterben als atheistische Jugendliche. Solche jungen Menschen glauben eher daran, nach ihrem Tod im Herzen ihrer Mitmenschen weiter leben zu können. Sie haben Angst vor dem Tod, da sie annehmen, dass sie in Vergessenheit geraten könnten. Doch diese Angst ist unbegründet, denn Erinnerungen an einen liebevollen Menschen, den man geliebt und gemocht hat, erlöschen nie: ein ganzes Leben lang nicht! Auch wenn man körperlich nicht mehr auf der Welt existiert, in den Herzen der Familie und Freunden lebt die Seele des Verstorbenen weiter. Ein ganz anderer Kreis junger Menschen glaubt an die Inkarnation, an das Eingehen eines göttlichen Wesens in den menschlichen Körper. In einer anderen Religion hingegen, dem Hinduismus, glauben junge Leute an die Wiedergeburt, dass der Geist und die Seele in einer andern Gestalt zur Welt zurückkehren, um weiter zu leben. Doch niemand kann auf die Frage antworten: Was kommt wirklich nach dem Tod? Ein jeder selbst muss sich diese Frage beantworten, auch wenn es für jegliche Antworten keine Beweise gibt. Doch eines steht fest: niemand braucht sich vor dem Tod zu fürchten! Vergessen wird man nicht! Letztlich hat jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen davon, was ihn nach dem Tod erwartet. Die meisten Menschen jedoch, ob jung oder alt, stellen sich die Situation so vor, wie sie am beruhigendsten auf sie wirkt, um sich vor dem Sterben weniger fürchten zu müssen.
10 Reflexion der eigenen Haltung gegenüber der Religion Für die meisten Jugendlichen ist der Begriff "Religion" gleichbedeutend mit dem Wort "Glaube". Und zwar mit Glauben an eine Sache, an Etwas, aber ganz besonders an einen Gott. Der Glaube, sowie auch die Religion, kann jungen Menschen Halt im Leben geben, denn sie können sich daran festhalten, wenn sie sich in einer schlechten, scheinbar ausweglosen Lebenssituation befinden. Die Religion, an die sie glauben, muss die Richtige für sie sein, d. h. sie müssen davon überzeugt sein. Nicht für jeden Jugendlichen ist diese Religion nun gerade die christliche. Sehr viele junge Menschen glauben an etwas, was nicht unbedingt der Religion im traditionellen Sinn entspricht. So glaubt der eine an sich selbst, oder der andere an seine persönlichen Vorbilder, z. B. irgendwelche Stars. Die Hauptsache ist nur die, dass ihnen der Glaube Kraft gibt und Mut macht. Daher kommt es auch dazu, dass ein Großteil der Jugend nur in schlechten Zeit an seine Religion denkt. Dann wird gebetet, dass z. B. Gott einem helfen soll, um die schwierige Lage durchzustehen. In guten Tagen hingegen denkt kaum einer an seinen Glauben und dankt seinem Gott dafür, dass er ein so glückliches Leben führen kann. Aber auch negative Gedanken kommen bei Jugendlichen auf, wenn sie an Religion denken. So befürchten sie, durch eine religiöse Bindung zu stark eingeengt zu werden. Sie hätten dann keine Möglichkeit mehr, ihren individuellen Lebensstil zu finden. Von einigen wird die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft sogar als eine Art "Fessel" bezeichnet, die es verhindern kann, die Persönlichkeit frei zu entfalten. Besonders Sekten werden in dem Zusammenhang genannt. Gerade diese stürzen sich auf junge Menschen, denen es seelisch schlecht geht. Viele Sekten nutzen die Suche mancher Jugendlicher nach Halt und Schutz durch einen Glauben aus, und locken sie mit falschen Versprechungen in ihre Falle. Sie missbrauchen regelrecht das Vertrauen der jungen Menschen und nehmen ihnen den Freiraum, ihre Leben individuell zu gestalten. Der Großteil der Jugendlichen sieht die Religion hingegen als eine gute Sache an, die den Menschen Lebensmut schenken kann. Es muss nur ein freiwilliger Glaube an die Religion vorhanden sein, damit man mit ihr glücklich leben kann. Ein kleiner Teil von Jugendlichen kann hingegen mit Religion gar nichts anfangen. Sie wollen nicht an eine Sache glauben, für die es keine stichfesten Beweise gibt. Etwas, dass nur in der Vorstellung existiert, hat nicht die Macht, den Menschen wirklich bei ihren Problemen zu helfen. So glauben diese jungen Leute lieber an Dinge, die real existieren, z. B. an sich selbst. Man kann abschließend sagen, dass der Großteil der Jugendlichen häufig Kontakt zur Religion hat. Gerade dann, wenn sie Hilfe brauchen oder wenn sie Angst haben (besonders vor dem Tod), besinnen sich jungen Menschen auf ihren Glauben. Der Glaube an Gott, zum Beispiel, ist für junge Menschen genau dann wichtig ,wenn sie nicht mehr an sich oder an ihre Umwelt glauben können.
11 Visionen einer zukünftigen Kirche Wie sieht die Kirche der Zukunft aus? Wird es sie auch in Zukunft noch geben? Oder findet sie nach so vielen Jahrhunderten ein Ende, weil ihr die "Mitglieder" ausgehen? Tatsachen ist, dass sich von Jahr zu Jahr weniger für die Kirche interessieren. Vor allem bei den jungen Leuten ist die Kirche kein Thema mehr. Im Zeitalter von Fernsehen, Radio und Computer fehlt der Kirche der nötige Reiz, damit sich die jungen Leute mit der Kirche beschäftigen, geschweige denn sich mit ihr identifizieren. Die Kirche muss sich der Jugend annehmen, denn die Jugend ist ihre Zukunft. Sie braucht einen Umschwung, weg von alten Werten und Traditionen. Es müssen Neuerungen kommen, die die Kirche wieder interessanter machen. Solche Neuerung kann zum Beispiel sein, dass die Kirche die modernen Medien nutzt. Die Vorstellung, der Gottesdienst findet im Internet statt, klingt gar nicht so unrealistisch. Auch Beratungen und Beichten per Internet sind vorstellbar. Der Vorteil ist, dass es für einige Menschen sicherlich einfacher ist, sich anonym auszusprechen, ohne Angst erkannt oder entdeckt zu werden. Außerdem hätte die Kirche dadurch keine Öffnungszeiten mehr, jeder kann sie zu jeder Zeit besuchen. Vorbild für einen Gottesdienst könnte Amerika sein. Hier wird mit Hilfe von Gospelmusik Freude und Spaß vermittelt sonntags zusammen in der Kirche zu singen und zu beten. Ein weiterer Vorteil vom Internet wäre, dass auch mehr Menschen in abgelegenen Orten an Gottesdiensten teilnehmen, ohne lange Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen. Mit jugendorientierten Vorlesungen und vielleicht sogar einmal einer Disco in der Kirche lassen sich sicher junge Leute in die Kirche locken. Um die Geschichten zu vermitteln, müsste man ähnlich wie am Beispiel Romeo und Julia Film und Fernsehen nutzen und die Filme so gestalten, dass sie spannend und an der heutigen Zeit orientiert sind! Nur so kann man bei den Leuten Interesse wecken.
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