Jugend&Kultur&Religion

Gymnasium am Mühlenweg, Wilhelmshaven


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VerfasserInnen: Jochen Brunhorn, Janine Drescher, Sabrina Düker, Elke Janssen, Cherin Jender, Klaas Klasing, Torben Müller, Katharina Sinzenich, Inka Splettstößer, Annika Wagner, Carina Webermann

 

Betreuende Lehrkraft:  Kay-Britta Stahl   

 

Inhaltsverzeichnis:  

Einleitung 
1.1 Interesse am Thema 
1.2 Zugang zum Thema und Darlegung der methodischen Herangehensweise
 

2. Hauptteil 
2.1 Inhaltsangabe des Films 
2.2 Religiös-philosophischer Hintergrund 
2.2.1 Biblisch-christlicher Hintergrund 
2.2.1.1 Messiasglaube 
2.2.1.2 Apokalypse 
2.2.1.3 Figuren 
2.2.1.3.1 Neo und Jesus im Vergleich 
2.2.1.3.2 Morpheus und Johannes im Vergleich 
2.2.1.3.3 Cifer als Sinnbild des gefallenen Engels 
2.2.1.3.4 Weitere Namen als Anspielungen auf biblische Ereignisse/Figuren 
2.2.2 Griechisch-philosophischer Hintergrund 
2.2.2.1 Platos Höhlengleichnis als Folie 
2.2.2.2 Orakel 
2.2.3 Gnostisches Denken 
2.2.4 Buddhistischer Hintergrund 
2.2.4.1 Grundzüge der Lehre Buddhas 
2.2.4.2 Buddhistisches Denken im Film 
2.3 Nicht-repräsentative Umfrage zum Film 
2.3.1 Fragebogen 
2.3.2 Ergebnisse
 

3. Schluss 
3.1 Stellungnahmen statt einer Zusammenfassung 

4. Anhang 
4.1 Literaturverzeichnis 
4.2 Filmszenenfotos und Vergleichsbilder 
4.3 Arbeitsblatt "Filmsequenzen" ohne Erläuterungen 
4.4 Arbeitsblatt "Filmsequenzen" mit Erläuterungen 

 

1. Einleitung

Rechtfertigungsbild aus dem Marienaltar im Münster zu Heilbronn, 1513 -1515 Neo im Film "Matrix"
aus: Eßlinger, Erich, u.a., Gottes verborgene Gegenwart, Stuttgart 1988, S.32
    

1.1 Interesse am Thema  
Ist ein schwacher Gott heute noch aktuell? Können Menschen an der Wende zu einem neuen Jahrtausend noch etwas mit einem Gott anfangen, der selbst Hand in seine Wunden legt?
 

In unserem Materialheft für das 2. Semester "Gottesbilder"1 befindet sich ein Rechtfertigungsbild des Marienaltars aus dem Münster zu Heilbronn von 1513 - 15152). Es zeigt die Trinität Gottes in Form des mit Herrscherattributen ausgestatteten Vaters und, ihm gegenüber, den Sohn mit Wundmalen, angreifbar, jedoch die Schärfe des väterlichen Richtschwertes mildernd, als verbindendes Glied thront der Heilige Geist in Form einer Taube auf dem Schwert. 

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem trinitarischen Gottesbild, die im Februar und März 2000 explizit stattfand, konnten alle die Symbolhaftigkeit dieses Bildes nachvollziehen. Auf die Frage, ob denn ein schwacher Gott heute noch aktuell sei, bejahten einige. Ja, man könne Gott im schwachen Menschen erkennen. Die Lehrerin hätte triumphieren sollen, entgegnete jedoch nur provokant, dass man ihr dann bitte einmal erklären solle, warum der Film "Matrix" solch ein Kassenschlager sei. 

Ja, und damit kam die Lawine ins Rollen: Jesus, Plato, Teufel, Gnosis, Apokalypse, Orakel... stürzten auf den Kurs ein. Einhalt musste geboten werden, das konnte doch keiner verstehen. Die etwas hinterlistig gemeinte Frage, ob man den Film nicht gemeinsam sehen könne, wurde tatsächlich bejaht, der organisatorische Rahmen (des Erlaubten) abgesteckt, ahnte doch keiner, dass in der Osterausgabe der "Publik-Forum" der passende Klausurtext3 erscheinen würde und dass dann auch noch ein Wettbewerb ausgeschrieben würde, zu dem dieses Thema wunderbar passte. Was für eine Arbeit! Und das alles wegen einer provokanten Äußerung. Als die Ausschreibung dann jedoch lief, war für fast alle Kursteilnehmer/innen klar, dass sie mitmachten. Allerdings musste dies jetzt in der Freizeit geschehen, da sich die Kurszusammensetzung änderte und weitere Themen auf dem Programm standen. Die anfängliche Euphorie wurde dann zwar etwas gebremst, als deutlich wurde, dass eine schriftliche Auseinandersetzung wesentlich stichhaltiger sein muss als eine mündliche, und als das Abitur immer näher rückte und die letzten Klausuren geschrieben werden mussten. Ein Schüler sprang dann auch noch ab, andere mussten seinen Part übernehmen, die Auswertung der Umfrage war zeitintensiver als geplant, wo hatten sich noch die Informationen über den gefallenen Engel versteckt?, ach, die Zeloten und die Zionisten sind zwei Gruppen ?, kein Wunder, dass ich bei Zionismus nichts über den politischen Messias gefunden habe ... Sogar "Agenten" haben bei Esoterikern eine spezielle Bedeutung4? Und und und. 

1.2 Zugang zum Thema und Darlegung der methodischen Herangehensweise Da die Projektgruppe aus insgesamt elf Schülern und Schülerinnen sowie einer Lehrerin besteht, musste die Themenvielfalt aufgeteilt werden. Unmöglich konnten alle an allen Themen arbeiten, das wäre unproduktiv und würde dem Dilettantismus Vorschub leisten. Es musste daher zu einer sinnvollen Gliederung und Aufteilung kommen. 

Die Untergliederung in die verschiedenen thematischen Bereiche des religiös-philosophischen Denkens sowie eine Feindifferenzierung boten sich an. Als die vier zentralen Gliederungspunkte finden sich daher 1. der biblisch-christliche, 2. der griechisch-philosophische Hintergrund, 3. das gnostische Denken und 4. der buddhistische Hintergrund. Diese Punkte sind jeweils in weitere Unteraspekte aufgefächert. Anschließend folgt noch eine nicht-repräsentative Umfrage zum Film sowie deren Auswertung. 

Im Schlussteil werden wir einen kurzen Rückblick auf unsere Arbeit in Form einer Wertung geben und unkommentierte Stellungnahmen abdrucken, die vor der intensiven schriftlichen Auseinandersetzung von uns anonym geschrieben worden sind. Eine kurze Zusammenfassung soll diesen Teil abrunden. 

Der Anhang enthält Materialien zur Weiterarbeit, zum einen das in der Wettbewerbsausschreibung geforderte Literaturverzeichnis, zum anderen jedoch auch Szenenfotos und andere Bilder im Vergleich. Daneben haben wir die Arbeitsblätter "Filmsequenzen mit/ohne Erläuterungen" beigefügt, die es anderen Gruppen ermöglichen können, sich intensiv mit dem Film auseinander zu setzen.  

2. Hauptteil  
Wie oben bereits dargelegt, kommen wir nun zur Detailanalyse des Filmes
 

2.1 Inhaltsangabe des Films  
In dem Film "Matrix" von den Regisseuren "The Wachowski Brothers" geht es um den etwa 30-jährigen Neo, welcher aus seiner "Scheinrealität", einem weltumfassenden Computerprogramm mit dem Namen "Matrix", befreit wird und nun versucht, die Menschheit zu retten. 

Der Computerhacker Neo führt tagsüber ein normales Leben als Angestellter, verkauft jedoch in seiner Freizeit und nachts illegal Dateien. Auf seiner Suche nach dem berüchtigten Hacker Morpheus stößt er auf die junge Trinity, welche ihn zu diesem bringt. Morpheus leitet eine Untergrundgruppe von Personen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschheit zu befreien, welche bereits für eine unbestimmbare Zeit in einem Computersystem , das eine falsche Realität vorgaukelt, der "Matrix", von Maschinen unter Kontrolle gehalten wird. Die Gruppe, bestehend aus Morpheus, Trinity, Cipher, Switch, Mouse, Apok, Tank und Dozer, koppeln Neo aus der Matrix aus in der Hoffnung, er sei der "neue Messias", der "Erlöser" der Menschheit. Neo erfährt, dass die Menschen einen Krieg gegen die Maschinen verloren hätten und nun von diesen als "Batterien" in Zuchtstationen gehalten werden. Im Kampf gegen Agenten, intelligente Computerprogramme in der Matrix, wird unter anderem Morpheus gefangengenommen, da die Gruppe von einem Mitglied, Cipher, verraten wurde. Morpheus soll die Computerzugangscodes einer der wenigen realen Städte in der noch Menschen leben, Zion, preisgeben, wird jedoch von Trinity und Neo rechtzeitig befreit. Auf ihrer Flucht in die wirkliche Welt bleibt Neo zurück und wird von den Agenten getötet, wird jedoch wieder durch einen Kuss Trinitys erweckt und entdeckt die Kraft, die Matrix nach seinen Wünschen zu gestalten.  

2.2 Religiös-philosophischer Hintergrund  
Wie bereits in der Inhaltsangabe deutlich wird, gibt es eine Reihe von Parallelen zu religiösen sowie philosophischen Fragestellungen. Sehr offensichtlich erkennbar ist der biblisch-christliche Hintergrund, mit dem wir nun beginnen.
 

2.2.1 Biblisch-christlicher Hintergrund  
Die Auseinandersetzung mit biblisch-christlichem Denken findet auf verschiedenen Ebenen statt. An erster Stelle steht dabei der Glaube an einen Messias, jedoch spielt auch das apokalyptische Denken eine wichtige Rolle. Vollends überzeugen die Namen der Figuren sowie deren Zeichnung von der Folie "Bibel". 

2.2.1.1 Messiasglaube  
Das Wort "Messias" bedeutet in der aramäischen Sprache "Gesalbter", "König" und bezeichnet ebenso wie der griechische Begriff "Christus" für die Juden und frühen Christen den Heilsbringer, der aus dem Geschlecht Davids stammen wird und das Volk von Ungerechtigkeit und Unterdrückung der fremden Völker befreien wird. Allerdings gilt er nicht als einzige Heilsgestalt, "die berufen ist, die Heilszeit heraufzuführen" (Meyer). Auch außerhalb des christlich-jüdischen Glaubens ist die Vorstellung von einem Erlöser, der der gegenwärtigen Ordnung ein Ende setzen wird, bekannt.
 

Im Film "Matrix" werden verschiedene Vorstellungen des Messianismus miteinander verwoben: 1. Der Glaube an einen historisch existenten Messias, der mit einer gewissen Selbstvergottung verbunden ist, obwohl der Messias sich den Titel nicht selbst gegeben hat, sondern ihn von seinen Jüngern erhält. Häufig weiß die "Erlöserfigur" selbst nichts von ihrer Besonderheit, sondern akzeptiert diese erst im Laufe ihres Lebens und bestätigt dadurch den Glauben der Jünger. 2. Die Vorstellung von einem Messias, der durch sein Reformprogramm der bestehenden Welt eine mehr oder weniger radikale Absage erteilt. 3. Der letzte zu nennende Aspekt scheint besondere Berücksichtigung gefunden zu haben. Es handelt sich hierbei um die Vorstellung, dass der Messias nach 1000 Jahren wiederkehren und, eng verbunden mit den Vorstellungen einer Apokalypse, ein neues Reich errichten werde ("Chiliasmus"/ "Millenarismus"). Obwohl die katholische wie auch die lutherische Kirche ebenso wie führende Reformatoren diese Vorstellung ablehnen beziehungsweise abgelehnt haben, hat sie bei den sog. "Schwärmern", insbesondere bei Thomas Münzer, eine große Resonanz gefunden. Desroche spricht in diesem Zusammenhang von einem Makromillenarismus, in dessen Vorstellung nicht selten eine "ausgesuchte[] Kerntruppe" die geplante Umordnung in Gang bringen oder kontrollieren soll. Dabei gelte die Anwendung gewaltsamer Mittel durchaus als legitim. Daneben gebe es allerdings auch eine lange Tradition gewaltfreier Methoden. Im Film allerdings wird eindeutig die Gewalt befürwortende Variante verarbeitet sowie die Vorstellung, dass der Erlöser nicht als Einzelgestalt die Heilszeit heraufführen wir.  

Daneben spielt der Messiasgedanke der Zeloten eine wichtige Rolle. Die Zeloten lassen sich mit der Widerstandsgruppe aus dem Film vergleichen.  

Die religiöse und politisch engagierte Gruppe der Zeloten entstand aus Anlass der ersten kaiserlichen Besteuerung und Registrierung der Juden (6 n. Chr. ). Sie wurden von einer immer größer werdenden Schicht des Volkes getragen und militärisch formiert. Erst nach dem Tode eines der letzten Herodianer, Agrippa I. ( 44 n. Chr. ), dem die kaiserliche Gunst für kurze Zeit noch einmal die Königswürde und das alte Reich des ersten Herodes eingebracht hatte, wurde die Stadt Jerusalem unmittelbar römisches Gebiet. Von nun an herrschten starke Aufstände gegen diese Fremdherrschaft, die von den Zeloten ausgingen. Diese Gruppierung schreckte vor Morden und Gewalttaten nicht zurück.  

Eine Gruppierung ähnlich der der Zeloten, findet sich auch in dem Film "Matrix". Dort kämpft ebenfalls eine Gruppe gegen die Fremdherrschaft, hier allerdings die der Maschinen. Ihr Ziel ist es, die Welt von den Maschinen zu befreien und die noch von freien Menschen bewohnbare Stadt Zion vor der Macht der Maschinen zu schützen. Sie schreckt ebenfalls nicht vor Morden und Gewalttaten zurück, diese geschehen jedoch auf virtuelle Weise. Die Untergrundtruppe kämpft im Gegensatz zu den Zeloten nie wirklich körperlich. Durch virtuelles Kampf- und Schusstraining versucht sie den starken und übermenschlichen Maschinen zu trotzen. 

Der Messiasgedanke im Filmes "Matrix" ist der, dass zu der Zeit, als die Matrix geschaffen worden ist, ein Mensch geboren ist, der die Matrix ändern kann. Kurz vor seinem Tod prophezeite er, dass er wiederkommen würde (Vgl. "Millenarismus"), um die Menschheit zu retten, denn erst, wenn die Matrix zerstört ist, sind die Menschen frei. Um das zu erreichen, muss mit Gewalt gegen die Maschinen gekämpft werden. Dieser im Film aufgeführte Gedanke lässt sich wunderbar auf die Zeloten zurück beziehen, denn es besteht kein Zweifel, dass diese Aufstandsbewegung von einem theokratischen Ideal und glühenden Messiashoffnungen erfüllt war, ein starkes Hoffen, das Volk des heiligen Landes von den Römern zu befreien. Es gelang den Zeloten, sich lange Zeit gegen die Römer zu behaupten, selbst eine starke Truppe aus Damaskus musste sich geschlagen geben. Erst 70 n. Chr. endete der Kampf mit der Belagerung durch Vespasian, der dann im selben Jahr noch zum Kaiser ernannt wurde. 

Im Film gibt es für die Gruppe allerdings ein erfolgreicheres Ende. Dank Neo, dem Auserwählten, können sich die Widerständler gegen die Maschinen behaupten und haben erste Maßstäbe gesetzt die Menschheit zu retten. 

Es lässt sich also abschließend sagen, dass sich die Autoren den Messiasgedanken insbesondere den der Zeloten, angereichert mit einzelnen Aspekten verschiedener Messias-Vorstellungen, für den Film zu eigen gemacht haben, da sich die Zeloten in den Zielen und Handlungsmethoden der Widerstandsgruppe widerspiegeln. 

Quellen: Bornkamm, Günther, Jesus von Nazareth, Stuttgart 141988 Desroche, H., Messianismus, in: Galling, Kurt (Hg.), Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 31960 (1986), Bd.4. Kraft, H., Chiliasmus, in: Galling, Kurt (Hg.), Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 31957 (1986), Bd. 1 Lähnemann Johannes/Hahlbohm, Ursula, Religion. Jesus Christus, Frankfurt Main 1980 Mack, Rudolf/Volpert, Dieter, Der Mann aus Nazareth - Jesus Christus. Oberstufe Religion 7, Stuttgart 51987 Meyer, R., "Messias. III. Im nachbiblischen Judentum", in: Galling, Kurt (Hg.), Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 31960 (1986), Bd.4.  

2.2.1.2 Apokalypse  
In der Apokalyptik ("Enthüllung") wird über den Verlauf der Welt von ihrer Schöpfung bis zu ihrer Vernichtung spekuliert, wobei es hauptsächlich um das Ende geht. Sie trägt daher stark eschatologische Züge. Diese Offenbarungen erfolgen meist in Form von Träumen oder Visionen. Im Folgenden wird das Augenmerk auf die Apokalypse des Johannes (vermutlich zwischen 81 und 96 n.Chr. verfasst) gerichtet, die als klassisches Werk der christlichen Apokalyptik gehandhabt wird. 

Wenn man den genauen "Vorgang" der Apokalypse betrachtet, lassen sich zunächst nicht so viele Parallelen zu "Matrix" finden. In dem Film werden weder eine Buchrolle mit sieben Siegeln, noch die apokalyptischen Reiter oder die sieben Engel mit ihren Posaunen erwähnt. Nimmt man jedoch das Wirken und die Folgen der Apokalypse, lassen sich grundlegende Gemeinsamkeiten mit der Struktur und einzelnen Szenen des Films feststellen. Ordnete man "Matrix" zeitlich in die Apokalypse ein, befände sie sich etwa zwischen der Zerstörung und der neuen Schöpfung der Welt. 

Im Film wurde der Untergang durch Maschinen, die von den Menschen mit künstlicher Intelligenz ausgerüstet wurden, hervorgerufen. Sie führten einen Krieg gegen die Menschen, in welchem Fleisch und Blut letztendlich unterlagen. Menschen wurden fortan von den Maschinen "gezüchtet" und als Energiequellen missbraucht. Die Menschen lebten nun in kleinen Kammern, in der für sie realen Welt existierten sie nur mit dem Kopf. 

Nachdem Johannes über den siebten Engel berichtet hat, der mit seiner Posaune das Jüngste Gericht ankündigte, geht er zeitlich in die Vergangenheit, wenn er über den ersten Kampf zwischen Gut und Böse schreibt. Satan rebellierte mit einem Drittel der Engel gegen Gott. Er verlor diesen Kampf aber und wurde aus dem Himmel verbannt (vgl. 2.2.1.3.3: Cypher als Sinnbild des gefallenen Engels).Der Satan wurde für tausend Jahre eingesperrt. 

Diesen Kampf kann man auch ansatzweise im Film wiederfinden. Morpheus erzählt von einer Art Vorgänger Neos, der ebenfalls gegen die Maschinen kämpfte und Neo in Form einer Prophezeiung als Erlöser ankündigte. 

In Johannes' Visionen ist weiter von dem letzten Kampf die Rede (Offenbarung 20,7-10), in dem der Satan endgültig besiegt werden wird. Hier kann man die eindeutigste Parallele zum Film ziehen. Neo ist der Auserwählte, der gegen "das Böse"(die Maschinen) kämpft. Als er beginnt an sich zu glauben, kann er sogar einen Agenten besiegen. Spätestens jetzt ist klar, dass er tatsächlich der prophezeite Auserwählte ist und dass er die Menschen in die Freiheit führen wird. Am Ende des Films spricht Neo von der "neuen Welt" ohne Maschinen, die er der Menschheit zeigen wird. 

In seiner Vision erhält Johannes einen Einblick in einen neuen Himmel, eine neue Welt und in das neue Jerusalem (später: Zion), welches als eine "Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas" (Offenbarung 21,18) beschrieben wird. In dem Jüngsten Gericht sollen in dem Film nicht die Ungläubigen, sondern die Maschinen verurteilt werden. 

Quellen: Büchner, Gottfried, Biblische Real- und Verbal- Handkonkordanz, Frankfurt/Main 1993 Weber, Hartwig: Jugendlexikon Religion, Reinbek 1986 "Apokalypse", in: Brockhaus Enzyklopädie, Bd. 1,Mannheim191986  

2.2.1.3 Figuren  
In diesem Abschnitt soll es darum gehen, verschiedene Figuren des Films vorzustellen und mit ihren biblisch-christlichen Vorbildern zu vergleichen.
 

2.2.1.3.1 Neo und Jesus im Vergleich Der Film Matrix weist einige Merkmale dafür auf, dass zwischen der Hauptfigur Neo und Jesus eine Verbindung besteht. 

Neo und Jesus sind beide etwa 30 bis 35 Jahre alt, als einige Menschen auf sie aufmerksam werden. Sie sind unverheiratet und leben allein. Dadurch können sie sich vollständig ihren Aufgaben hingeben. Jesus widmet sich vor allem seinem Glauben und versucht, diesen unter den Menschen zu verbreiten. Während Neo sich ebenfalls auf eine bestimmte Sache konzentriert: seinen Computer und die Suche nach "IHM" bzw. eine Antwort zu finden auf die Frage, was die Matrix ist.  

Taufe  
Bevor an dieser Stelle von Taufhandlungen gesprochen werden kann, muss vorausgeschickt werden, dass - wie unten dargelegt - keine explizite Taufhandlung im Film stattfindet, dass es jedoch Szenen gibt, die vergleichbar sind. 

Schon vor der "Taufe" gibt es im Film Anzeichen dafür, dass Neo der "Messias" sein könnte. Zum Ausdruck kommt dieses z.B. durch den Satz des Softwarekäufers vor Neos Tür: "Du bist mein Erlöser". 

Bei Jesus ist unter anderem die Geburt (sofern man sich am Lukas- oder Matthäusevangelium orientiert) ein wichtiger Hinweis darauf, dass ihm ein besonderes Leben vorbestimmt war. 

Auch bei den beiden "Taufen" gibt es Ähnlichkeiten. 

Nach dem Markusevangelium (und Parallelen - auf die unterschiedlichen Theologien soll hier jedoch nicht eingegangen werden) lässt sich Jesus von Johannes taufen. Als er aus dem Wasser steigt, sieht er, wie sich der Himmel öffnet und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabschwebt. Gott spricht zu ihm. Da weiß Jesus, dass er dessen Sohn ist. Im Film lässt sich der Zeitpunkt der Taufe nur schwer bestimmen. Man kann sowohl das Schlucken der roten Pille als auch das Aufwachen Neos im "Brutgerät" und die anschließende Loslösung von den Schläuchen als diesen Vorgang betrachten. Allerdings ist das zweite eher als Taufe anzusehen, da Neo anschließend von einer Maschine gegen ein helles Licht gezogen wird. Dieses könnte in Verbindung gebracht werden mit der Öffnung des Himmels in den Taufperikopen. Nach diesem Vorgang ist Neo von der Matrix abgekoppelt, von deren Existenz er schon vor seiner Begegnung mit Trinity geahnt hat, aber nicht genau gewusst hat, was sie zu bedeuten hat. 

Während der Taufe Jesu hört nur er (hier folgen wir dem Markusevangelium) Gottes Stimme aus dem Himmel. Ähnlich ist es bei Neo: wenn er später die Nachricht des Orakels vernimmt, diese ist nur für ihn bestimmt. 

Nach der Taufe gibt es sowohl bei Jesus als auch bei Neo radikale Veränderungen in ihrem Leben. Beide gehen ihrer Bestimmung nach.  

Anhänger  
Die Besatzungsmitglieder der Nebukadnezar lassen sich mit den Jüngern, den Anhängern Jesu, vergleichen. Auch sie sind daran beteiligt, dem Auserwählten bei der Verwirklichung seiner Bestimmung zu helfen. 

Der Verrat an Jesus erfolgt von Judas, einem seiner Jünger. Im Film "Matrix" ist es Cypher, der dieses gegen seine Mannschaft tut. 

Tod  
Neo und Jesus sterben beide eines unnatürlichen Todes. Sie wurden von ihren Feinden ermordet. Während Jesus auf Befehl von Pontius Pilatus am Kreuze stirbt, wird Neo von einem Agenten erschossen. Zur Zeit Jesu ist die Kreuzigung als Todesstrafe üblich gewesen. Hierbei mussten die Verurteilten lange leiden, bevor sie starben, so auch Jesus. Neodagegen hatte vor seinem Tod nur eine kurze Leidenszeit. Auch die Dauer zwischen Tod und Auferstehung der Hauptfigur im Film ist wesentlich kürzer als bei Jesus in der Bibel. 

Auferstehung  
Sowohl Neo als auch Jesus erfahren durch die Liebe die Wiederauferstehung. Bei Jesus ist es Gott, der ihn noch einmal als "Geist" erscheinen lässt. Neo wird durch den Kuss von Trinity wieder ins Leben zurückgeholt und kämpft in seinem eigenen Körper weiter. Durch die Auferstehung beider ist für ihre Anhänger deutlich geworden, dass sie wirklich die Auserwählten sind. 

Quelle: Rudolf Mack/Dieter Volpert, Der Mann aus Nazareth - Jesus Christus. Oberstufe Religion 7, Stuttgart 51987 Peisker, Carl Heinz, Zürcher Evangelien-Synopse, Wuppertal 19 1980  

2.2.1.3.2 Morpheus und Johannes im Vergleich  
Die Figur des Morpheus ist in seiner Hauptaufgabe mit der biblischen Gestalt Johannes des Täufers vergleichbar. Sie sind beide auf der Suche nach einem Erlöser und erwecken ihn, nachdem sie ihn gefunden haben. Für Morpheus ist dieser Neo, für Johannes Jesus. "Es kommt einer nach mir, der ist stärker als ich; und ich bin nicht wert, dass ich mich vor ihm bücke und die Riemen seiner Schuhe löse. Ich taufe Euch mit Wasser; aber er wird Euch mit dem heiligen Geist taufen." (Mk 1, 7-8) So verkündet Johannes der Täufer Jesu späteres Wirken und seine Großartigkeit im Markusevangelium. Er weiß, dass das Erscheinen einer ihm überlegenen Person naht. Genauso ergeht es Morpheus, dem Kapitän der Nebukadnezar. Das im Film vorkommende Orakel hatte ihm weisgesagt, dass er den "Auserwählten" finden werde. Er ist sich sicher, dass Neo dieser sei: "Ich habe Dich gesucht, Neo [...] Du bist auserwählt, Neo." 

Dadurch, dass Morpheus ihm beim ersten Treffen eine blaue und eine rote Kapsel reicht, wobei ihn die blaue alles vergessen lässt und die rote ihn der Matrix - Wirklichkeit näher bringt, "tauft" er Neo in gewissem Sinne. Sowohl Neo als auch Jesus erfahren nach ihrer "Taufe" eine Bewusstseinserweiterung. 

Eine verblüffende Parallele findet sich auch in der Äußerung des Johannes: "Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich." (Joh. 1, 30) und der von Morpheus zu Neo: "Du magst mich seit ein paar Jahren suchen, aber ich bin schon mein ganzes Leben auf der Suche nach Dir." Insgesamt sind Johannes und Morpheus vor allem in ihrem Wissenshorizont zu vergleichen. Sie sind sich im Klaren über die Herrlichkeit Jesu / Neos, diese wiederum fühlen sich geehrt, ihren Täufer zu treffen. ("Aber Johannes wehrte ihm [Jesus] und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von Dir getauft werde, und du kommst zu mir?" (Mt. 3, 14) - "Es ist mir eine Ehre, Sie kennen zu lernen." (Neo)- "Nein, eine Ehre ist es für mich.") 

Quelle: Rienecker, Fritz (Hg.)Lexikon zur Bibel, Wuppertal und Zürich201992, Sp. 708f.  

2.2.1.3.3 "Cypher" als Sinnbild des gefallenen Engels  
Cypher, der in dem Film die Rolle des Verräters spielt, kann unter verschiedenen Aspekten mit dem gefallenen Engel in Verbindung gebracht werden. Offensichtlich ist sein Name "Cypher" eine Anspielung auf den Namen "Luzifer"5. Luzifer bedeutet im Kirchenlatein soviel wie "Lichtbringer". In der römischen Mythologie ist er der Morgenstern, der Sohn Auroras, der Göttin der Morgenröte. Die Annahme, dass es sich bei Luzifer um den gefallenen Engel handelt, spiegelt sich in Jesaja 14,12 wider, als er einen in die Unterwelt gefallenen Engel erwähnt, den er als "Sohn der Morgenröte" bezeichnet. Die Identifizierung Luzifers mit dem biblischen Satan beruht auf Lukas 10,18, wo der Satan wie ein Blitz vom Himmel fällt. 

Der Fall Luzifers wird in der Bibel zwar mehrfach erwähnt, doch bleibt die Ursache unklar. Diesbezüglich gibt es diverse Versionen, von welchen sich aber letztlich die von Augustinus (354-430 n.Chr.) entwickelte durchgesetzt hat. Er geht davon aus, dass Luzifer, beziehungsweise Satanael, der weiseste und schönste Engel und Gottes Liebling war. Durch seine Macht und Herrlichkeit überkam ihn der Hochmut, der darin gipfelte, dass er sich in dem Glauben, Gott übertreffen zu können, auf dessen Thron setzte. Erzürnt nahm Gott Satanael die göttlichen Kräfte und gab sie dem Engel Micha, der nun Michael hieß (el bedeutet soviel wie Gott), der den Satan bekämpfte und gewann. 

Eine für die Analyse des Films wesentlich interessantere Version steht aber in den apokryphen Schriften "Die Schatzhöhle" und "Das Leben Adams und Evas" geschrieben. Hier ist der Grund für den Fall Luzifers sein Neid auf den Menschen (Adam). Nach seinem Fall soll er unter anderem auch die allen bekannte Schlange im Paradies gewesen sein. 

Cypher beneidet ebenfalls die Menschen. Er beneidet sie um die "Traumwelt", die Matrix, in die er zurück will, um sein "altes" Leben weiterführen zu können. Sein Verrat besteht in einem Pakt mit den Agenten. Er soll ihnen Morpheus, der die geheimen Codes für Zion, der letzten Stadt, in der noch freie Menschen leben, besitzt, an sie ausliefern. Dieses gelingt ihm auch. Er soll dafür in die Matrix zurückkehren dürfen, doch bevor es dazu kommen kann, wird er erschossen. 

Zuletzt sollte man noch sein Aussehen betrachten. In den meisten Filmen wird Luzifer mit langen Haaren oder mit einer Glatze, wie eben Cypher, dargestellt. Ebenfalls typisch ist der Ziegenbart. Er könnte eine Anspielung auf den Kopf (besonders auf den Bart) der Mendesziege sein, der in der Teufelsanbetung im Rahmen eines umgedrehten Pentagrammes als ein Symbol für den Satan gilt. 

Quellen: Weber, Hartwig: Jugendlexikon Religion, Reinbek 1986 Axelrod, Gerald: ...als lebten die Engel auf Erden, Freiburg i. Br., 1997  

2.2.1.3.4 Weitere Namen als Anspielung auf biblische Ereignisse / Figuren  
Cypher ist im Film der hinterlistige Verräter, durch den das Gute zu scheitern droht. Somit ähnelt er dem Teufel Luzifer nicht nur durch seinen Namen, sondern auch durch seinen Charakter, denn er verkörpert das Böse. Er schafft es sogar fast, die Crew des Schiffes Nebukadnezar, die für die Befreiung der Menschen kämpft, auszulöschen. Dies verhindert aber Neo. Das Wort Neo kommt aus dem Griechischen und bedeutet "neu". Der Held hat also den Namen "Der Neue". Wir wissen, dass in vielen Religionen an einen neuen Messias geglaubt wird, der irgendwann kommt um die Welt zu retten. So kommt man leicht zu der Assoziation, dass Neo als Retter hier ausgegeben wird, zumal die anderen der Crew schon vorher andeuten, dass ein "Weltenretter" noch unter der Menschheit sei, der nur noch gefunden werden müsse. 

Selbst den Namen des Schiffes "Nebukadnezar" haben sich die Macher des Filmes nicht mühsam ausgedacht, sondern entnahmen ihn aus dem Alten Testament. Nebukadnezar war der bedeutendste König des neubabylonischen Reiches und lebte von 605-562 vor Christi. Er eroberte und zerstörte Jerusalem, aber erweiterte auch Babylon und stattete es prachtvoll aus. So machte er sich bei den Juden einen Namen, und es entstanden viele Legenden um ihn. In einer Legende hat er einen Traum von einer zeitweiligen Entmachtung, die dann auch eintritt. Dies kann die Drehbuchautoren dazu angeregt haben, das Schiff Nebukadnezar zu nennen, denn auch das Schiff ist zeitweise entmachtet und nur auf der Flucht vor den Agenten der Matrix. Doch am Ende wird die Macht wieder zurückerobert, das Schiff muss sich also nicht mehr verstecken. 

Zwei weitere wichtige Mitglieder der Crew heißen Trinity und Morpheus. Auch diese Namen sind nicht neu erfunden. Im Zusammenhang mit dem christlichen Gottesbild haben viele schon von der Trinität gehört, die die Dreifaltigkeit Gottes als den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist ausdrückt. Der Name Morpheus ist aus den Werken Ovids bekannt. Er ist der Gott der Träume, der den Schlafenden nachts in menschlicher Gestalt erscheint. Diese Erklärung passt auch schon fast auf den Morpheus im Film, denn auch er wirkt auf die Zuschauer zunächst unreal und er erscheint Neo zwar nicht im Schlafe, aber trotzdem zunächst nie persönlich, sondern immer über technische Geräte wie Computer oder Telefon. Der Unterschied zu dem Morpheus bei Ovid ist allerdings, dass er später auch in Neos reale Welt übertritt, ihm sogar die reale Welt zeigt, die Neo zuvor noch nicht erkannt hatte. Trinity, Morpheus und Neo sind alles keine "richtigen Menschen", sondern sie sind von einer Maschine künstlich hergestellt. 

In der Crew gibt es aber noch Menschen, die natürlich durch einen Mann und eine Frau gezeugt wurden. Sie leben an einem Ort, der sich Zion nennt und der nahe am Mittelpunkt der Erde liegt, also noch warm ist, denn die restliche Erde ist kalt, weil die Sonne nicht mehr auf die Erde scheinen kann. Zion ist nach biblischer Überlieferung der Name von der auf dem Südosthügel Jerusalems liegenden von David eroberten Jebusiterburg. Später wurde Zion das Symbol für Jahwes Sitz auf den Tempelberg, für Jerusalem und sogar für das ganze Volk Israel. Zion war für die Juden ein Berührungspunkt von Himmel und Erde, der ihnen Kraft gab auch in schweren Zeiten ihre Kultur aufrechtzuerhalten. So entwickelte sich dann der Zionismus. Die Zionisten glauben an einen Messias, der eines Tages kommen wird, um sie zu retten. Auch in der Matrix haben die Bewohner Zions noch Hoffnung und glauben an einen Weltenretter. Einer der Crew, der von Zion kommt, heißt Apok. Dies ist eine der gebräuchlichen Abkürzungen für die Apokalypse, die Ankündigung des Weltunterganges. Apok ist einer der Überlebenden des Weltunterganges in der Matrix und wurde deshalb vielleicht von den Drehbuchautoren so genannt. 

Der Film "Die Matrix" scheint jedem Zuschauer zunächst genial in seiner Idee und Ausarbeitung, doch stellt man nach genauerer Untersuchung fest, dass viele Elemente des Filmes ganz einfach aus der Bibel oder anderen bekannten Werken entnommen wurden. 

Quellen: "Morpheus", in: Brockhaus Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, Mannheim 191990, Bd. 15, S. 114 "Nebukadnezar", ebd, Bd. 13, S. 409 "Zion" / "Zionismus", in: ebd. 191994, Bd. 24, S. 584  

2.2.2 Griechisch-philosophischer Hintergrund  
Nicht nur biblisch-christliches Denken lässt sich im Film "Matrix" nachweisen, eine weitere Grundlage für das Verständnis ist die Einarbeitung griechisch-philosophischer Aspekte, wie im Folgenden gezeigt werden soll.
 

2.2.2.1 Platons Höhlengleichnis als Folie  
Das Höhlengleichnis Platons als Folie für den Film anzuwenden, weist keine größeren Schwierigkeiten auf. Vorerst soll kurz das ursprüngliche Höhlengleichnis mit seinen wichtigsten Grundgedanken skizziert werden, bevor daran anschließend die Übertragung auf die Handlung und Personen des Filmes mit ergänzenden Beispielen vorgenommen wird. Das Höhlengleichnis beinhaltet Folgendes: Menschen, die schon seit ihrer Kindheit gefesselt in einer dunklen Höhle mit dem Gesicht zur Wand sitzen, sehen aufgrund eines Feuers, das hinter ihnen brennt, Schatten an der Wand, die sie - da sie nie etwas anderes gesehen haben - für die Wirklichkeit halten. Konstruiert wird der Fall, dass es einem dieser Menschen gelingt, sich zu befreien; er gelangt ans Tageslicht, ein Symbol Platons für ‚Erkenntnis' (demnach entspricht die "dunkle Höhle" der ‚Unwissenheit'). Von nicht geringer Bedeutung ist außerdem, dass dieser Einzelne nur widerwillig (Angst vor der neuen Erkenntnis) die Höhle verlässt und die übrigen Höhlenbewohner gegebenenfalls Gewalt anwenden würden, um die Höhle nicht verlassen zu müssen. 

Für den Film ‚Matrix' gilt demnach, dass die Matrix selbst einer Schein-/ Schattenwelt, also der Höhle des Gleichnisses entspricht; bei den Menschen in der Matrix handelt es sich um die (gefesselten) Menschen aus dieser Höhle. Das "Gefesseltsein" an sich wird symbolisiert durch die Kontrolle der künstlichen Intelligenz (Züchtung der Menschen als Extrembeispiel). Neo, der "Entfesselte", befindet sich durch die Hilfe der Widerstandskämpfer auf dem Weg zur Erkenntnis. Vor allem Morpheus und Trinity führen ihn "ans Licht" - zur Erkenntnis nämlich, dass die Menschheit von künstlicher Intelligenz kontrolliert wird; sie zeigen ihm somit die Wirklichkeit. 

Beispiele sollen anhand von Szenen, Begriffen und/oder Formulierungen aufgezeigt werden. Ein Beleg für die Gleichsetzung von Matrix und der Scheinwelt der Schatten bietet ein Zitat des Films: "...eine Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um dich von der Wahrheit abzulenken." 

Das zweite Beispiel ist die Szene, in der Neo im "Brutgerät" aufwacht und in der es zur Loslösung kommt; dies entspricht dem Verlieren der Fesseln bei Platon. Es wird sozusagen der erste Schritt zur "Erkenntnis" ermöglicht. Hierbei handelt es sich vor allem den Beginn eines gänzlich neuen Lebensabschnittes, das Beschreiten eines anderen Weges. 

Zu dem Zeitpunkt, zu dem Neo schließlich die Matrix (die "wahre Wirklichkeit") zum ersten Mal vorgeführt wird, wird erwähnt, dass, als die künstliche Intelligenz die Menschen überwunden hatte, das Resultat eine Sonnenverdunklung war. Übertragen bedeutet dies, dass das Sinnbild der Erkenntnis, die Sonne/das Licht nämlich (vgl. Platon), für die Menschen nicht mehr existiert. 

Ein weiteres Beispiel findet sich in der Rebellion Neos gegen die Wirklichkeit bei seinem Aufwachen wieder; vergleichbar ist dies mit dem Widerwillen des Einzelnen, der die Höhle nicht unbedingt verlassen will. Es gibt in diesem Falle mehrere Möglichkeiten der Ausdeutung. Geht man davon aus, dass prinzipiell das Desinteresse der Höhlenmenschen gemeint ist, so ist einerseits festzustellen, dass im Film die Person Cypher der Inbegriff des Wunsches nach Unwissenheit und des widerwilligen Erkenntniserlangens ist. In einem Gespräch sagt Cypher zu einem der ‚Agenten': "Unwissenheit ist ein Segen.". Andererseits lässt sich auch das von Platon thematisierte Totschlagen des Einzelnen, der "Erkenntnis erlangt" hat und die Wahrheit an die anderen weitergeben will, noch vertiefen. Denn Cypher versucht ja tatsächlich im Film, die übrigen Besatzungsmitglieder der Nebukadnezar umzubringen. Somit kann man zusammenfassend festhalten, dass das Höhlengleichnis Platons an zahlreichen Stellen des Films problemlos als Folie aufgelegt werden kann. 

Quellen: Plato, Höhlengleichnis, in: Schulleruns-Keßler, Susanne/ Tanner, Klaus, Ethik. 11. Jahrgang, München 1989, S. 26-38 Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Frankfurt am Main 1987 Wieland, Wolfgang (Hg.), Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung. Antike, Stuttgart 1993

2.2.2.2 Orakel  
Allein durch den offensichtlichen Namen "Orakel" erinnert die weissagende Frau an das Orakel von Delphi, das allgemein am weitesten bekannte Orakel, bei genauerem Hinblick aber auch an andere Orakel der griechischen Antike. 

Orakel antworteten mehrdeutig, das ist eine weit verbreitete Tatsache. So tut dies auch das aus "Matrix", indem es Neo weissagt, dass auf ihn oder Morpheus der Tod warte, Morpheus eines Tages sein Leben opfern würde, um Neos zu retten und Neo sich zunächst selbst erkennen müsse. Dass sich die beiden ersten Voraussagen im Verlauf des Films nicht bewahrheiten, ist im Zweifelsfall als Kritik am früheren Orakelglauben aufzufassen. Jedoch erkannte das Orakel richtig für die Besatzung der Nebukadnezar, dass es für sie einen Retter geben wird und dass Trinity sich in diesen verlieben wird. 

Im Detail wurden in der Antike als Orakel grundsätzlich nur Frauen über dem Alter von fünfzig ausgesucht. Die Pythia von Delphi wurde immer in einem purpurnen Umhang in einen abgeschlossenen Raum geführt. Dort wurde sie benebelndem Qualm und berauschenden Düften so lange ausgesetzt, bis sie zu taumeln und zu phantasieren begann. Der Klient, der eine Frage hatte, musste von einem "Proxenos" (Begleiter) gebracht werden, der über die Situation Bescheid wusste und unter anderem die Pythia bereits über die Lage aufgeklärt hatte. Diese schien bei der Befragung dann also bereits allwissend zu sein. Als Opfergabe wurden von den Klienten Honigkuchen mitgebracht. Sehr interessant ist, dass das Trophonios - Orakel von Lebadeia (unweit von Delphi) in einem backofenförmigen Gebäude gehaust haben soll. Zuletzt ist festzuhalten, dass bei dem Orakel von Delphi und auch allen anderen selten über das Schicksal eines einzelnen entschieden wurde, sondern vor allem Politik gemacht wurde. 

Mit all diesen Einzelheiten wurde das Orakel der Matrix bestens ausgestattet: Die mit einem Kleid und einer purpurnen Schürze gekleidete ältere Frau sitzt in einem einzelnen Raum, der Küche, neben einem Backofen und backt Kekse. Dadurch entstehen Backdämpfe, welchen sie ausgesetzt ist. Als Unregelmäßigkeit zum Mythos bietet sie zwar diese Kekse Neo an, dieser aber wird erwartungsgemäß von einer eingeweihten Person, Morpheus, begleitet und trifft ein ebenso aufgeklärtes Orakel an. Auch hier geht es nicht um das Leben Neos oder Morpheus`, sondern um die allgemeine Zukunft, die gerettet werden muss. 

Insgesamt ist also auch hier allerdeutlichst zu erkennen, dass die Filmemacher in die Schatztruhe der Antike gegriffen haben, um dem Publikum neu aufbereitetes Altes zu präsentieren und um durch eigentlich gewohnte Muster zu beeindrucken. Als anschaulicher Vergleich sollen die beiden Bilder aus dem Anhang (Vgl. 4.2.1) dienen: In der Illustration des Orakels von Delphi aus Tanglewood Tales um 1920 sind verblüffende Ähnlichkeiten bezüglich der Gestik beider Orakel zu erkennen, sofern man eines der Bilder spiegelbildlich zeigt. 

Quelle: Philipp Vandenberg, Das Geheimnis der Orakel. München, 1979 Cotterell, Arthur, Die Enzyklopädie der Mythologie, Reichelsheim 1999, S. 41.  

 

2.2.3 Gnostisches Denken  


"Das Grundgefühl der Gnosis ist die Urangst, das Verlorensein in der Welt. Welt wird als Zwang, Negativum und Disharmonie erfahren. Da eine Ordnung im Kosmos nicht zu sehen ist, muß der Mensch die Werte und Ordnungsgefüge selbst setzen. Der Ursprung der Gnosis ist damit ein umgeschlagener Pessimismus."(Wolf) 

Bei dem Anblick nichtabreißender Ströme von Patronenhülsen, explodierender Gebäude und spektakulärer Kampfszenen drängt sich in der Tat der Eindruck auf, es setze sich hier jemand sein Ordnungsgefüge selbst. Doch auch einer näheren Prüfung auf Elemente des gnostischen Denkens hält die Matrix stand. 

Die Entstehungsgeschichte der Gnosis weist einige interessante Parallelen zur Konstellation des Films auf. Das gnostische Denken geht davon aus, dass ein einziger, ursprünglicher Lichtgott sich ein ihm untergeordnetes Reich aus zwölf, von jeweiligen Einzelgöttern regierten Äonen geschaffen hat. Diese Götter können keine Dinge ohne Zustimmung des Lichtgottes erschaffen, sodass eine Harmonie im Hyperkosmos gewährleistet ist. Eines Tages jedoch gelingt es der Göttin des untersten Äon "aus sich einen Gedanken zu denken" und sich so eigenmächtig einen neuen Gott, Jaldabaoth, zu schaffen. Ähnlich paradox wie dieser Sachverhalt ist die Tatsache, dass in der Matrix die Computer, also Maschinen, die aus sich heraus keinen eigenen "Gedanken" tätigen können und auf Befehle von Menschen angewiesen sind, die Weltherrschaft übernommen haben. Es findet in beiden Fällen eine - theoretisch unmögliche - Verselbstständigung künstlicher bzw. abhängiger Intelligenz statt. 

Der gegen den Willen des Lichtgottes geschaffene Jaldabaoth, welcher von Gnostikern mit dem Gott des Alten Testaments, Jahwe, identifiziert wird, lässt nun seine Schöpfung - den Menschen - glauben, er sei der einzige Gott und verschweigt ihnen die Existenz der übrigen Äonen und des Lichtgottes. Der Mensch lebt also in einer totalen agnola, einer Unwissenheit der wahren Umstände, und hat ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit. Gleichsam unwissend sind die Menschen in der Matrix, denen durch nahezu perfekte Computersimulation vorgetäuscht wird, ihre "Realität" sei die einzig wahre. 

Gnosis bedeutet das "Wissen um den überkosmischen Raum" und somit die Befreiung aus der agnola. Dies scheint für die Menschen, die ja das Produkt eines abtrünnigen Gottes sind, zunächst unerreichbar. Allerdings steckt dem gnostischen Denken zufolge in jedem Menschen ein Lichtfunke, der seine Abstammung zum Lichtgott untrüglich beweist. Da der Lichtgott alle Funken um sich versammelt sehen möchte, schickt er den Menschen einen Erlöser, der sie über die Existenz der höheren Götter und die menschliche Abstammung von diesen aufklärt. Durch einen Retter werden die Menschen also aus ihrer agnola gelöst um sich gegen Jaldabaoth aufzulehnen. 

Wie lupenrein sich dieser Sachverhalt auf den Retter Neo in der Matrix übertragen lässt, muss wohl nicht näher ausgeführt werden. Es ist ungewiss, ob die Macher der Matrix im vollen Bewusstsein des gnostischen Denkens oder einfach zufällig eine solche Grundkonstellation für ihren Film gewählt haben, zumal es die unterschiedlichsten Erlösermythen gibt. Fest steht jedoch, dass sich die Grundzüge der Auffassung von Gut und Böse im Film ganz klar auf die Strukturen des gnostischen Denkens zurückführen lassen. Die Gnosis stellt den Schlüssel zur Befreiung dar. 

Quelle: Wolf, Uwe, Hermann Hesse, Demian - Die Botschaft vom Selbst. Kapitel "Grundlinien gnostischen Denkens", Bonn 1979  

2.2.4 Buddhistischer Hintergrund  
Auch wenn, wie oben bereits dargelegt, die wichtigsten Grundlagen für das Verständnis des Filmes eher im abendländisch-christlichen Bereich zu finden sind, gibt es sehr wohl eine Reihe von Anklängen an östliches Gedankengut.
 

2.2.4.1 Grundzüge der Lehre Buddhas  
Der Buddhismus beruht auf den Lehren von Siddhartha Gautama. Er lebte ungefähr von 450 v. Chr. bis 370 v. Chr. Der Buddhismus (von Buddha ® der Erleuchtete) begann mit der Bewegung buddhistischer Mönche. Jedoch lehnte Buddha einiges von der Philosophie des Hinduismus, die autoritäre Priesterschaft, die vedischen Schriften und den Opferkult ab. Aber er ließ alle Menschen, aus allen Kasten, in seine Bewegung eintreten, denn für ihn stand fest, dass der Wert eines Menschen nicht durch die Geburt festgelegt werden kann. Buddhas Lehren wurden anfangs nur mündlich überliefert, erst später wurden sie von seinen Nachfolgern niedergeschrieben. Diese beinhalteten zum größten Teil die "Vier edlen Wahrheiten". Die erste besteht darin, dass das Leben aus Leiden besteht. Es gibt also kein Leben ohne Leid, weil es zum menschlichem Wesen gehört und zwar von der Geburt bis zum Tode. Jedoch bringt der Tod keine Erlösung, da das Leben einen Kreislauf darstellt und somit die Wiedergeburt mit einschließt. Die zweite edle Wahrheit sagt, dass die Menschen leiden, weil sie unwissend, begierig und neidisch sind. Und all diese Eigenschaften führen letztendlich zur Wiedergeburt. Die dritte Wahrheit beinhaltet die Auslöschung des Leidens, indem die Gier überwunden wird. Die vierte besteht aus dem "achtgliedrigen Pfad (rechte Ansicht, rechtes Denken, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Wachsamkeit und rechte Sammlung)". Dieser vernichtet das Leiden des Lebens und könnte drei Kategorien darstellen: "Moral, Weisheit und Samadhi oder Meditation". 

Der Kreislauf, Leben, Tod, Wiedergeburt kann durch das Nirwana unterbrochen werden. Hat ein Buddhist die vier edlen Wahrheiten befolgt, wird er nicht wiedergeboren, sondern kommt in das Nirwana. Dies ist ein undefinierter Bewusstseinszustand, in dem der Buddhist weiterlebt, bis der letztendlich wirkliche Tod eintritt. 

Der heutige Buddhismus ist untergegliedert in zwei Richtungen. Die erste ist der Theravada - Buddhismus, welcher "Buddha als einzigen, mit höchsten Fähigkeiten ausgestatteten, allerdings sterblichen Lehrer" verehrt. Die zweite Richtung ist der Mahayana - Buddhismus, welcher auch als "großes Fahrzeug" bezeichnet wird. Er verehrt nicht nur Buddha, sondern auch viele andere transzendente Wesen.  

2.2.4.2 Buddhistisches Denken im Film  
Es gibt mehrere Szenen im Film, bei denen eindeutige Parallelen zum Buddhismus gezogen werden können. 

Als erste Parallele ließe sich die dritte Szene aufzeigen, auch wenn der Bezug, gäbe es keine weiteren, nicht ganz offensichtlich ist. Bei einem Discobesuch begegnet Neo zum ersten Mal Trinity. Sie sagt: "Du sucht nach ihm.", und "Auf der Suche nach einer Antwort.". Neo ist auf der Suche nach der Matrix, die Buddhisten "suchen" das Nirwana um in eine andere, neue Welt zu gelangen. 

Der nächste Vergleich besteht in der Szene, in der Morpheus Neo Kung Fu lehrt. Morpheus sagt zu Neo: "Ich will deinen Geist befreien, aber ich kann dir nur die Tür zeigen, durchgehen musst du ganz allein.". Buddhas Lehren weisen vier Wahrheiten auf, welche befolgt werden können, damit ein Buddhist ins Nirwana kommen kann. Doch diese Entscheidung bleibt den Buddhisten freigestellt. Sie können diesen Weg wählen, oder sie bleiben im Kreislauf der Wiedergeburten denn Buddha drängt sie zu nichts, sie können selbst entscheiden. 

Ebenso stellt sich die Szene, in der Morpheus mit Neo auf dem Weg zum Orakel ist, dar. Im Fahrstuhl sagt Morpheus zu Neo: "Sie ist ein Wegweiser." Hiermit ist das Orakel gemeint. Auf den Buddhismus bezogen ist Buddha selbst der Wegweiser zum Nirwana. Insbesondere in Buddhas Gleichnis "Buddha nur ein Wegweiser" wird dieser Aspekt sehr deutlich. 

Ebenfalls in dieser Szene erscheint ein Junge in buddhistischem Habitus der die virtuelle Welt allein durch seine Gedanken verändern kann. 

Später im Film sagt das Orakel zu Neo, dass er anscheinend auf etwas wartet, und zwar auf das nächste Leben. Dieses ist eine klare Parallele. Im Buddhismus gibt es unendlich viele Wiedergeburten bis zum Ziel, dem Nirwana . Und dieses möchte, wenn möglich, jeder Buddhist erreichen. Nachdem Neo und Trinity Morpheus befreit haben, und Neo danach Trinity rettet, sagt Morpheus zu Neo: "Es ist ein Unterschied, ob man den Weg nur kennt, oder ihn beschreitet." Das heißt nach buddhistischer Auffassung, dass jeder den Weg zum Nirwana zwar kennt, jedoch muss dieser Weg auch beschritten werden, um das Ziel zu erreichen. 

Quellen: Fahlbusch, Erich (Hg.), Taschenlexikon Religion und Theologie (Ohne Ort und Zeit) "Veda" in: Microsoft Encarta 98 Ennzyklopädie, 1993 -1997 Microsoft Corporation "Buddhismus", ebd. 

2.3 Nicht-repräsentative Umfrage zum Film  
Nachdem unsere Arbeitsgemeinschaft den Film Matrix nach allen religiösen Aspekten gründlichst untersucht hat und dabei sehr viele Motive aus verschiedenen Religionen wiederfand, interessierte es uns alle, wie der Film auf andere Jugendliche wirke, die den Film noch nicht genauer analysiert hatten. Deshalb führten wir eine Umfrage in dem elften und dem zwölften Jahrgang des Gymnasiums am Mühlenweg durch. Wir befragten insgesamt 78 Schülerinnen und Schüler über ihre Meinung zum Film, über Informationsquellen, aus denen sie etwas vom Film gehört hatten und natürlich über religiöse Aspekte im Film. Wir wollten erfahren, inwieweit Jugendliche heutzutage noch religiöse Motive erkennen, ohne sich vorher viele Gedanken darüber gemacht zu haben, inwiefern sie sich überhaupt noch dafür interessierten und ob für sie andere Dinge wichtiger sind, wie Action oder berühmte Schauspieler. Der Fragebogen dieser Umfrage sowie unsere Auswertungen sind unter 2.3.1 und 2.3.2 zu finden. 

Nachdem wir die Fragebogen ausgewertet hatten, stellten wir fest, dass sich zwar nicht alle mehr mit Religion beschäftigen, aber schon ein großer Teil. Es wurden viele Motive genannt, die auch wir im unseren Projekt festgestellt hatten, dass zum Beispiel Neo und Jesus große Parallelen aufweisen. Dennoch stand für die Jugendlichen an erster Stelle die Unterhaltung. Den meisten hat der Film gut gefallen und die, die den Film nicht gesehen haben, wollten ihn aufgrund Aussagen von Freunden unbedingt noch sehen. 

Insgesamt kann man sagen, dass die Umfrage für uns sehr aufschlussreich war. Auch die Befragten erkannten die religiösen Motive und bestärkten uns somit in unserer Arbeit.  

 

2.3.1 Fragebogen  

Angaben zur Person

Alter:

 

Beruf:

Geschlecht:

 

 

Die folgenden Fragen sind in Gruppe A und Gruppe B unterteilt. Beantworten Sie bitte die Fragen der Gruppe A, wenn Sie den Film schon gesehen haben und die Fragen der Gruppe B, wenn Sie den Film noch nicht gesehen haben.

 Gruppe A: Ja, ich habe den Film schon gesehen.

 1.) Wie fanden Sie den Film? (Zutreffendes bitte ankreuzen)

 

schlecht                        mittelmäßig                   gut

 

2.) Was gefiel Ihnen an dem Film? (Zutreffendes bitte ankreuzen)

 die Handlung           die Schauspieler                  die Action             die Effekte

 Sonstiges            Gar nichts

 

 3.) Mit wem könnte man Neo vergleichen? (Zutreffendes bitte ankreuzen)

 Jesus      Arnold Schwarzenegger         Buddha                Che Guevara

Sonstige:_______________________

Warum?

 

5.) Sehen Sie eingearbeitete religiöse Hintergründe in dem Film? Wenn ja, welche?

 

 

Gruppe B: Nein, ich habe den Film noch nicht gesehen.

 1.) Haben Sie schon etwas über den Film erfahren? Wenn ja, woher? (Zutreffendes bitte ankreuzen)

 von Freunden      aus einer Zeitschrift         aus dem Fernsehen             aus dem Radio

 sonstige Quellen

 

2.) Würden Sie den Film selbst gern mal sehen?

 

3.) Wenn ja, warum (Was erwarten Sie? / Was reizt Sie?)

 

4.)    Trinity, Morpheus, Zion, Cifer, Apok, Neo, Nebukadnezar

Dies sind Begriffe, die in dem Film Matrix Namen für Personen oder Gegenstände sind. Kommt Ihnen einer oder mehrere Begriffe bekannt vor?

5.) Wenn ja, wo haben sie diesen Begriff schon mal gehört? Was bedeutet er bzw. was wissen Sie über Hintergründe?

2.3.2 Ergebnisse

 

Alter in Jahren

16

17

18

19

insgesamt

Anzahl weibl. Befragte

7

16

6

6

35

Anzahl männl. Befragte

8

20

15

0

43

       

 

78

 

46 Befragte kannten den Film schon und beantworteten deshalb die Fragen der Gruppe A. Zur Veranschaulichung sind die Anzahl der Befragten in Prozent umgerechnet, wobei die 46 Befragten 100 Prozent ergeben. Bei einigen Fragen konnte man mehrere Antworten geben, weshalb insgesamt dann über 100 Prozent bei diesen Fragen herauskam.

 

Auswertung der Fragen von Gruppe A:

1.)     schlecht: 9%                          mittelmäßig: 9%                     gut: 80%

         Enthaltung: 2%

  

2.)     die Handlung:76%          die Schauspieler: 50%             die Action: 54%

         die Effekte: 91%             Sonstiges: 9%                                 Gar nichts: 7%

  

3.)     Jesus: 52 %                  Arnold Schwarzenegger: 4%              Buddha: 2%

         Che Guevara: 9%

Sonstige: Messias: 4%, Auserwählte: 2%, Weltenretter: 2%, Filmheld: 2%, Keiner: 4%,    Bruce Lee: 7%

  

4.)     Jesus:

         - Neo ist wie Jesus der Auserwählte.      24%

         - Neo ist wie Jesus der Weltenretter / Erlöser.        20%

         - Neo bemerkt wie Jesus Wunder / hat übersinnliche Kräfte.      09%

         - Neo hat wie Jesus die Macht Menschen zu befreien.        04%

         - Neo fügte sich wie Jesus erst spät seiner Aufgabe, weil er vorher

         von seinen Kräften noch nichts wußte.       04%

         - Neo verteilt wie Jesus Aufträge an die Menschen.        02%

         - Neo kämpft wie Jesus für das Gute.         02%

         - Neo hat wie Jesus eine Vaterfunktion.          02%

         - Neo ist wie Jesus allgegenwärtig.            02%

  

         Arnold Schwarzenegger:

         - Neo ist wie Arnold Schwarzenegger ein Actionheld.                         02%

         - Neo befreit seine Freunde auch mit Waffengewalt.                          02%

  

         Buddha:

         - Neo will wie Buddha die Menschen aufklären, dass sie in einer

         Scheinwelt leben.                                                               02%

 

         Che Guevara:

         - Neo ist wie Che Guevara ein Freiheitskämpfer.      09%

         - Neo lässt wie Che Guevara die Aufgaben des normalen

            Lebens fallen.        02%

         - Neo riskiert wie Che Guevara sein Leben.     02%

 

Sonstige:

  Die Schüler, die Messias, Weltenretter und Auserwählter angaben, nannten die         selben Gründe, die schon bei Jesus genannt wurde

Die Schüler, die sagten, man könne Neo mit keinem vergleichen, merkten an, dass

Neo eine ganz eigene Art hätte.

Der Schüler, der behauptete, Neo sei ein ganz normaler Filmheld, war empört, dass der Film so von uns „auseinandergepflückt“ wird

Die Schüler, die meinten, Neo ähnele Bruce Lee, begründeten es damit, dass beide gut kämpfen können.

 

 

5.)     nein: 63%                              ja: 37%

         gesehene Aspekte:

         - Der kleine Junge mit Löffel hat Ähnlichkeit mit Buddha.     07%

         - Der Sinn des Lebens wird erklärt.     07%

         - Neo ist eine Art Messias.       04%

         - Einige Namen haben geschichtliche und religiöse Hintergründe.   02%

         - Die Matrix wird von einer größeren Macht gesteuert, die mit Gott

         vergleichbar ist.   02%

         - Morpheus sammelt Anhänger ( Jünger ) um sich.   02%

         - Menschen warten auf den Erlöser.  02%

         - Das Orakel kommt vor.   02%

         - Die Stadt Zion kommt auch in der Bibel vor.  02%

         - Neo war wie Jesus Sohn eines großen Mannes.  02%

         - Menschen werden aufgeklärt.  02%

         - Es wird eine Art Glauben geschaffen, der sich gegen die Matrix ( das

         Böse ) wendet.   02%

  

32 der Befragten kannten den Film noch nicht und beantworteten deshalb die Fragen

der Gruppe B. Auch hier haben wir die Zahlen wieder in Prozent umgerechnet.

 

Auswertung der Fragen der Gruppe B:

1.)     von Freunden: 84%         aus einer Zeitschrift: 41%         aus dem Fernsehen:63%

         aus dem Radio: 6%        sonstige Quellen: 13%

  

2.)     nein: 31%                                                ja: 69%

  

3.)     - versprechen sich gute Unterhaltung / Action / Special Effects

         vom Film.  34%

         - Aus Neugierde, weil andere so viel über den Film erzählen und

         man mitreden möchte  34%

         - wegen der Schauspieler  13%

         - gute Grundidee / anspruchsvoller Film  19%

  

4.)     Trinity: 25%                   Morpheus: 25%                      Zion: 38%

         Cifer: 0%                       Apok: 0%                               Neo: 38%

         Nebukadnezzar: 16%

  

5.)     Trinity:

         - bedeutet Dreifaltigkeit  09%

         - kommt von Trinitus aus der Musik  03%

 

         Morpheus:

         - kommt aus dem Griechischem 13%

         - hat etwas mit Träumen zu tun  03%

 

         Zion:

         - gehört vom Begriff Tochter Zion / Zionismus 13%

         - zionistische Bewegung kämpfte für den israelischen Staat 03%

         - Zion ist eine biblische Gestalt  03%

         - hat etwas mit dem Judentum und Jerusalem zu tun 06%

 

Neo:

         - ist griechisch und bedeutet neu   16%

         - ist ein Name eines Gottes             03%

 

         Nebukadnezar:

         - ist irgendein Herrscher   06%

         - kommt aus der Bibel       06%

 

3. Schluss  
Im Folgenden drucken wir unsere unkommentierten Stellungnahmen zum Film, diese sind unmittelbar nach der mündlichen Erarbeitung, also vor unserer Detailarbeit, entstanden. Manches würden wir jetzt vielleicht anders sehen.
 

3.1 Stellungnahmen statt einer Zusammenfassung 
A: Die Logik des Films und das innere Gefüge - also die Idee - sind recht interessant, stellenweise beeindruckend. Meiner Meinung nach sind aber zu starke Kontraste im Verlauf der Handlung gewählt worden: An einigen Stellen ist das Tempo des Films geradezu eine Herausforderung an den Zuschauer, an anderen werden Szenen mit wenig Handlung und ebenso wenig Aussagekraft unnötig in die Länge gezogen, um die dramatische Position des "Helden" hervorzuheben. 

Der Schluss des Films ist unglaublich übertrieben. Soll es ein Zeichen purer Ironie sein, dass Neo nach all den überstandenen Kämpfen und Schießereien mitten auf einer belebten Straße steht und die Handlung darin besteht, dass er seine Sonnenbrille aufsetzt? Soll das der abschließende Augenblick, welcher ja gleichzeitig den Anbruch einer "neuen Zeit mit Veränderungen" bedeutet, eines den ganzen Film über anhaltenden Überlebenskampfes sein? Ist das die Hoffnung?  

B: Ein klasse Film. Auch wenn der Superman-Bruce-Lee-Terminator Neo im Grunde genommen nur eine Zusammenschau der Geschichte Hollywoods ist, wirkt - vielleicht gerade dadurch - die Machart des Films extrem ansprechend. 

In mir hat das Ganze eine Palette von Emotionen hervorgerufen, angefangen von Erschrecken, über Amüsement bis hin zu heller Begeisterung und nahezu kindlicher Freude. Genau das ist es, denke ich, worauf "Die Matrix" hinauswill: eine möglichst große Zielgruppe auf die unterschiedlichsten Arten ansprechen. Mittel zum Zweck ist dabei, die viel beliebte Patchwork- Methode: Indem "Die Matrix" von alten Mythen bis zu moderner Hightech alles unter einen Hut bringt, wird sie zum Erfolg. Ein klasse Film.  

C: Meiner Ansicht nach ist der Film gut, wenn ich auch die Kampfszenen am Schluss doch etwas übertrieben finde. Die Handlung ist meiner Ansicht nach mal etwas Neues und dabei stört es nicht, dass manchmal auch Sachen (aus der Bibel, anderen Filmen ...) übernommen werden. So kann man den Film (wie ein gutes Buch) auf zwei Schienen sehen - man kann ihn sowohl ohne Vorwissen genießen, aber auch mit Vorwissen.  

D: Zwei Drittel des Filmes finde ich faszinierend. Es hat mich sehr beeindruckt, wie man aus vielen philosophischen und religiösen, aber auch cineastischen Gedankenstückchen einen "Patchworkfilm" mit spannender Handlung gestalten kann. Das letzte Drittel des Filmes finde ich jedoch abstoßend. Hier wird in Terminator-Art geballert, zerstört und gewütet. Ich halte den Schluss insofern für problematisch, weil Neo zunächst eine Identifikationsfigur ist, an der sich Jugendliche orientieren mögen - das Ziel, die Welt zu retten, ist ja auch gut -; wenn aber die Konsequenz ist, dass absolute Zerstörung das Mittel der Rettung ist und der Retter skrupellos töten muss, halte ich diese Identifikationsmöglichkeit nicht für gut, da sie dazu verleitet, Konflikte brutal zu lösen.  

E: Meiner Meinung nach ist der Film sehr gut gelungen. Die Handlung ist komplexer als bei sehr vielen anderen Hollywood-Filmen, wodurch "Die Matrix" wesentlich interessanter ist als sonstige "Action-Filme". Die Macher des Films haben es geschafft, den Film so zu gestalten, dass der Zuschauer über das Gesehene nachdenkt, indem sie mit der Ungewissheit der Menschen über die Welt "spielen". Auch die reine Unterhaltung ist gut. Viele Actionszenen wirken (wahrscheinlich absichtlich) wie Parodien auf andere Hollywood-Produktionen, wie z.B. Terminator, Superman, aber auch Bruce Lee. Diese Mischung aus ernst gemeinter Handlung, Action und Parodie machen zusammen einen meiner Meinung nach guten Film.  

F: Ich fand, der Film war sehr gut und dieses Thema, welches schwierig zu verfilmen ist, ist verfilmt worden. Allerdings muss man den Film ganz gesehen haben, um ihn richtig zu verstehen. Die Idee, verschiedene Filme und Charaktere in diesem Film mit einzubauen, finde ich ebenfalls gut. Am Anfang fand ich den Film recht langweilig und lächerlich, jedoch hat mich besonders das Ende vom Gegenteil überzeugt. Auch die logische Verknüpfung des Ganzen war auch erst am Ende des Films möglich.  

G: Ich halte den Film für ganz gelungen. Jedoch denke ich, dass ich beim alleinigen Sehen einige religiöse Aspekte nicht erkannt hätte, die den Film aber erst interessant machen. Sogar die ewigen Schusswechsel am Ende passten zu dem Inhalt des Films und waren nicht sinnlos hineinmanövriert. Das Gottesbild der zu "rettenden Menschen" passt meiner Ansicht nach gut in die heutige Zeit, in der viele den Glauben an Gott oder an andere Götter verloren haben und somit vielleicht wieder auf den rechten Weg geführt werden müssen.  

H: Der Film ist sehr ideenreich gestaltet. Zwar sind die letzten fünf Minuten leicht "kitschig", doch finde ich, dass es sich trotzdem lohnt, diesen Film zu sehen. Aufgrund der vielen religiösen und kulturellen Elemente, die in "Matrix" verarbeitet wurden, fällt es dem Zuschauer leichter, der Handlung zu folgen, sofern er diese Elemente benennen kann. Insgesamt finde ich den Film gut und kann ihn nur weiterempfehlen, die Umsetzung der in den Film eingebrachten Ideen/Elemente ist sehr gut gelungen.  

I: Ich fand den Film sehr gut. Er war ziemlich spannend. Zwischendurch hatte ich aber einige Probleme, ihn nachzuvollziehen. Die Schauspieler waren für ihre Rollen richtig gewählt worden. Es ist beeindruckend, was man heutzutage mit der Technik alles darstellen kann. Ich habe den Film für den Unterricht zum ersten Mal gesehen, werde ihn mir privat aber noch einmal angucken.  

J: Ich fand den Film gut. Er war spannend. Einige Szenen waren wirklich gut gemacht (Aufmachung). Man muss den Film allerdings zweimal (mindestens) gesehen haben, um ihn richtig zu verstehen. Einige Passagen waren beim ersten Mal etwas undurchsichtig. Die Schauspieler waren passend ausgewählt. Sie haben ihre Rollen gut gespielt.  

K: Obwohl ich mich mit Science-Fiction sonst nicht anfreunden kann, fand ich den Film "Matrix" sehr gut gemacht. Vor allem die Geschichte, welche der Hintergrund ist, finde ich faszinierend. Einfach die ganze Zusammensetzung des Films harmoniert mit einander (die Schauspieler, die Geschichte, der Background).  

L: Interessanter Film, bei ersten Angucken (für mich jedenfalls) teilweise unverständlich. "Matrix" ist ein Film, der nicht irgendwelchen "traditionellen" Themen bearbeitet, die sonst in fast jedem Film zu finden sind. Klischees/Ideemuster sind zwar auch hier vorhanden (Trinity, Neo am Schluss), das Gute bekämpft das Böse (Morpheus und seine Leute / Agenten) und gewinnt am Schluss, aber die Idee wurde gut umgesetzt. Bei Neo als Retter ist die Parallele zu Jesus noch relativ leicht zu sehen oder beim Orakel zum Orakel von Delphi, in der Nebukadnezar jedoch die Arche Noah zu sehen, fällt mir schwer! Auch gewisse Ungereimtheiten (für Trinity erfüllen sich die Prophezeiungen, die für Neo brachte ihn auf den falschen Weg) sind vorhanden, weswegen ich den Film nicht unbedingt tiefer analysieren, sondern nur als erfindungsreiche Hollywood-Produktion ansehen würde. 

4. Anhang 

4.1 Literaturverzeichnis 
"Apokalypse", in: Brockhaus Enzyklopädie, Bd. 1,Mannheim19
1986 
"Buddhismus" in: Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie, 1993 -1997 Microsoft Corporation 
"Morpheus", in: Brockhaus Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, Mannheim 191991Bd.15, S. 114 
"Nebukadnezar" (I. und II.), in: Brockhaus Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, Mannheim 191990, Bd. 13, S. 409 
"Veda" in: Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie, 1993 -1997 Microsoft Corporation 
"Zion"/ "Zionismus" in: Brockhaus Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, Mannheim 191994, Bd. 24, S. 584 

Axelrod, Gerald, ...als lebten die Engel auf Erden, Freiburg i. Br., 1997 
Bornkamm, Günther, Jesus von Nazareth, Stuttgart 141988 
Bubolz, Georg (Hg.) Religionslexikon. Kompaktwissen für Schüler und junge Erwachsene, Frankfurt am Main 1990 
Büchner, Gottfried, Biblische Real-und Verbal- Handkonkordanz, Frankfurt am Main, 1993 
Cotterell, Arthur, Die Enzyklopädie der Mythologie, Reichelsheim 1999 
Desroche, H., Messianismus, in: Galling, Kurt (Hg.), Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 31960 (1986), Bd.4. 
Esoterik-Lexikon (ohne Herausgeber), Limassol 1999 (Eurobooks Cyprus Ltd.) 
Eßlinger, Erich u.a., Gottes verborgene Gegenwart. Reihe Oberstufe Religion, Heft 10, Stuttgart 1988 
Fahlbusch, Erwin (Hg.) Taschenlexikon Religion und Theologie, ohne Jahr und Ort 
Hirschberger, Johannes, Geschichte der Philosophie 1 - Altertum und Mittelalter, Freiburg - Basel - Wien 101976 
Koch, Klaus u.a. (Hg.), Reclams Bibellexikon, Stuttgart 21979 
Kraft, H., Chiliasmus, in: Galling, Kurt (Hg.), Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 31957 (1986), Bd. 1 
Lähnemann Johannes/Hahlbohm, Ursula, Religion. Jesus Christus, Frankfurt Main 1980 
Mack, Rudolf/Volpert, Dieter, Der Mann aus Nazareth - Jesus Christus. Reihe: Oberstufe Religion, Heft 7, Stuttgart 1987 
Meyer, R., "Messias. III. Im nachbiblischen Judentum", in: Galling, Kurt (Hg.), Religion in Geschichte und Gegenwart, Tübingen 31960 (1986), Bd.4. 
Müller-Fahrenholz, Geiko, Die Hoffnung hängt am Kreuz, in: Publik-Forum 8/2000 
Peisker, Carl Heinz, Zürcher Evangelien-Synopse, Wuppertal 191980 
Plato, Das Höhlengleichnis, in: Schullerus-Keßler, Susanne/Tanner, Klaus, Ethik. 11. Jahrgangsstufe, München 1989, S. 26 - 28 
Richardt, Max W., Gott wird Mensch, Göttingen 1995 
Rienecker, Fritz (Hg.), Lexikon zur Bibel, Wuppertal und Zürich 201992 
Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Frankfurt a. M. 1987 
Tworuschka, Udo (Hg.), Der Weg zum Heil: Buddha, Gütersloh 1987 Vandenberg, 
Philipp, Das Geheimnis der Orakel, München 1979 
Weber, Hartwig, Jugendlexikon Religion, Reinbek bei Hamburg, 1986 
Wieland, Wolfgang (Hg.), Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung, Antike, Stuttgart 1993 
Wolf, Uwe, Hermann Hesse, Demian - Die Botschaft vom Selbst, Bonn 1979. 

 

4.2 Filmszenenfotos und Vergleichsbilder  

Orakel in Delphi Das "Orakel" in der "Matrix"

aus: Cotterell, Arthur, Die Enzyklopädie der Mythologie, Reichelsheim 2000 , S. 41

 

 aus: Richard, Max W., Gott wird Mensch, Göttingen 1995, S. 320

 

Filmszene aus "Matrix": Neo nach seiner "Geburt" in der wirklichen Welt; (Wie der Pest-Jesus im oberen Bild ist auch Neo mit Nadeln übersäht).

 

4.3 Arbeitsblatt „Filmsequenzen“ ohne Erläuterungen

Zeit/ab

Szene

phil.-bibl. Hintergrund/prägnante Zitate

0.00

Telefongespräch Tritnity-Tank(?)

 

0.01.25

Verfolgung Trinitys durch Polizei und Agenten/Flucht

 

0.06.20

Neo am Computer, Software-Verkauf, Disco-Besuch, Begegnung Neo-Trinity

 

0.11.30

Neo  in der Firma, Telefonanruf von Morpheus, Verfolgung durch die Agenten

 

0.16.10

Verhaftung, Verhör, Injektion einer "Wanze"

 

0.22.40

Aufwachen, Anruf von Morpheus, Kontakt mit Trinity u.a., Entfernung der "Wanze"

 

0.24.10

1. Kontakt mit Mopheus, Gespräch über die Matrix, Schlucken der roten Kapsel

 

0.28.40

Transformation in die Realität

 

0.31.10

Aufwachen im "Brutgerät", Loslösung

 

0.33.40

Aufwachen in der Realität, Aufbau der Körperfunktionen

 

0.35.10

Trennung von den Maschinen

 

0.36.20

Das Schiff und die Besatzung

 

0.37.20

Zeigen der Matrix

 

0.42.10

Aufwachen, Rebellion gegen die Wahrheit, Erkenntnis, dass keine Rückkehr möglich

 

0.44.50

Beginn des Trainings

 

0.47.10

Demsonstration des Kung fu, Sprungprogramm, Rückkehr in die Realität

 

0.54.15

Matrixdemonstration, Trainingsprogramm

 

0.56.40

Flucht des Schiffes vor Verfolgern

 

0.58.40

Gespräch zwischen Neo und Cipher

 

01.01.00

Gespräch zwischen Cipher und Agenten

 

01.02.35

Essen auf der Nebukadnezar

 

01.04.50

Besuch beim Orakel

 

1.15.10

Verrat, Flucht, Morpehus will sich für Neo opfern

 

1.25.35

Rückkehr Ciphers in die Nebukadnezar, Sabotageakt, Verhinderung der Rückkehr Trinitys und Neos

 

1.27.25

Rückkehr

 

1.27.45

Agenten-Morpheus: Gespräch über die Matrix

 

1.29.45

Tank-Neo: Überlegungen zur Rückholung MorpheusMorpheus soll für Zion geopfert werden

 

1.32.20

Agenten-Morpheus:

 

1.34.40

"Schaltung": Matrix/Realität

 

1.35.10

Agenten-Morpheus

 

1.37.10

Neo,Trinity, Morpheus

 

1.49.35

Konfrontation mit Agent

 

1.54.10

Flucht des Schiffes vor Verfolgern, Einbruch der "Wächter", Tod und Auferweckung Neos

 

02.02.15

"Neo rettet die Welt", weckt die "Sklaven"

 

 

4.4 Arbeitsblatt „Filmsequenzen“ mit Erläuterungen

Zeit/ab

Szene

phil.-bibl. Hintergrund/prägnante Zitate

0.00

Telefongespräch Tritnity-Tank(?)

 

0.01.25

Verfolgung Trinitys durch Polzei und Agenten/Flucht

Trinity=Dreieinigkeit

0.06.20

Neo am Computer, Software-Verkauf, Disco-Besuch, Begegnung Neo-Trinity

Alice im Wunderland, Neo=neu, "Du bist mein Erlöser.", "Du suchst nach IHM.", "Auf der Suche nach einer Antwort." Frage: "Was ist die Matrix?"-"Die Antwort ist auf der Suche nach dir.", Halleluja

0.11.30

Neo  in der Firma, Telefonanruf von Morpheus, Verfolgung durch die Agenten

"Warum ausgerechnet ich?" (sinngemäß Frage der Propheten), Telefongespräch - Stimme aus dem Jenseits?

0.16.10

Verhaftung, Verhör, Injektion einer "Wanze"

Doppelleben, Thoma A. Anderson - ungläubiger Thomas?

0.22.40

Aufwachen, Anruf von Morpheus, Kontakt mit Trinity u.a., Entfernung der "Wanze"

"Wie wichtig du bist. "

0.24.10

1. Kontakt mit Mopheus, Gespräch über die Matrix, Schlucken der roten Kapsel

"Du bist auserwählt.", "Ich bin schon mein ganzes Leben auf der Suche nach dir." "Nein, eine Ehre ist es für mich." (Morpheus) - Taufe Jesu, Alice im Wunderland, "Glaubst du an das Schicksal?", "Die Matrix ist allgegenwärtig. Sie umgibt uns.", "Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um dich von der Wahrheit abzulenken." (Plato), "Gefängnis für den Verstand.", "Alles, was ich dir anbiete, ist die Wahrheit, nichts mehr."; landet im Wasser, Lichtschein - Taufe?

0.28.40

Transformation in die Realität

 

0.31.10

Aufwachen im "Brutgerät", Loslösung

Plato, Höhlengleichnis

0.33.40

Aufwachen in der Realität, Aufbau der Körperfunktionen

"Wir haben es geschafft, Trinity, wir haben ihn gefunden."; Kreuzigungsbild "Isenheimer Altar"?

0.35.10

Trennung von den Maschinen

1999 oder 2199, das Jahr ist nicht bekannt.

0.36.20

Das Schiff und die Besatzung

Nebukadnezar-babylonischer König des Exils (=Nebo schütze den Sohn), apokalyptische Vision, "Cipher" (Name des Verräters, erinnert an Lucifer-Judasfigur), Tank, Switsch Doser, Mouse

0.37.20

Zeigen der Matrix

Plato, Höhlengleichnis, Apokalypse ("Wüste der Wirklichkeit"); Zu Beginn des 21. Jhdts bei Schöpfung der künstlichen Intelligenzen, Resultat : Verdunkelung der Sonne (Sonne bei Plato=Sinnbild für Erkenntnis), Gnosis

0.42.10

Aufwachen, Rebellion gegen die Wahrheit, Erkenntnis, dass keine Rückkehr möglich

Plato; Hinweis auf das Alter Neos (=Anlehnung an die spät einsetzende Wirkungszeit Jesu?), Mythos von einem Befreier/Messias; Orakel (Delphi?) prophezeit Rückkehr (Vgl. Jesaja 11), Suche vorbereiten (Morpheus=Johannes?)

0.44.50

Beginn des Trainings

Zion (=Berg in Jerusalem, "Tochter Zion", Zionismus), die letzte Stadt, in der noch Menschen sind, "Wenn du lange genug lebst, kommst du vielleicht noch hin."

0.47.10

Demsonstration des Kung fu, Sprungprogramm, Rückkehr in die Realität

"Ich will deinen Geist befreien, aber ich kann dir nur die Tür zeigen, durchgehen musst du ganz allein." (Buddhismus, Buddha als Wegweiser-Gleichnis), Aufhebung der Zweiteilung zwischen Geist und Körper; "Sag bloß, du glaubst inzwischen an ihn."

0.54.15

Matrixdemonstration, Trainingsprogramm

 

0.56.40

Flucht des Schiffes vor Verfolgern

 

0.58.40

Gespräch zwischen Neo und Cipher

"Wieso du hier bist?-Du sollst die Welt retten."

01.01.00

Gespräch zwischen Cipher und Agenten

"Unwissenheit ist ein Segen." (Plato)

01.02.35

Essen auf der Nebukadnezar

 

01.04.50

Besuch beim Orakel

Cipher als Verräter (Judas), Identitätsfrage, Pythia in Delphi, "Sie ist dein Wegweiser." (Buddhismus), Kombination: Johannes der Täufer ,Buddhismus,Hellenismus; Backofen statt Dämpfe in Delphi, Kekse wie Alice, mehrdeutige Äußerungen "Erkenne dich selbst", "Ohne ihn (Morpheus) sind wir verloren." "Mopheus glaubt an dich" (Johannes), ..."dass er sein Leben eines Tages opfern wird, um deines zu retten" "Auf einen von euch wartet der Tod", "Was soeben gesagt wurde, war für dich bestimmt, für dich allein" (Vgl.Taufe Jesu)

1.15.10

Verrat, Flucht, Morpehus will sich für Neo opfern

Johannes

1.25.35

Rückkehr Ciphers in die Nebukadnezar, Sabotageakt, Verhinderung der Rückkehr Trinitys und Neos

"Wunder geschehen", "Wie kann er der Auserwählte sein, wenn er tot ist?"

1.27.25

Rückkehr

 

1.27.45

Agenten-Morpheus: Gespräch über die Matrix

1. Matrix - perfekte Schöpfung - war nur Traum, ist gescheitert, jetzt neues Disign

1.29.45

Tank-Neo: Überlegungen zur Rückholung MorpheusMorpheus soll für Zion geopfert werden

"Morpheus glaubt an etwas" "Ich bin nicht der Auserwählte" "zur Hölle fahren", Neo glaubt daran, dass er Morpheus das Leben retten kann.

1.32.20

Agenten-Morpheus:

 

1.34.40

"Schaltung": Matrix/Realität

"Wunder"

1.35.10

Agenten-Morpheus

"Sobald Zion zerstört ist, werde ich nicht mehr gebraucht."

1.37.10

Neo,Trinity, Morpheus

Die neue Trinität?, "Er ist es. Der Auserwählte."

1.49.35

Konfrontation mit Agent

"Er glaubt an sich.2 "Ich heiße Neo!"

1.54.10

Flucht des Schiffes vor Verfolgern, Einbruch der "Wächter", Tod und Auferweckung Neos

Müller-Fahrenholz: der unsterbliche Messias; Kraft der Liebe, Der Auserwählte, Lichtsambolik, Geste; Auferstehung Jesu

02.02.15

"Neo rettet die Welt", weckt die "Sklaven"

"Wie es weitergeht, liegt an euch." (Neuanfang- neue Schöpfung?)

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