Jugend&Kultur&Religion

Kranich-Gymnasium Salzgitter


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Konfirmation im Wandel der Zeit

 

 

Verfasserinnen: Julia Katschke, Sonja Kümper

 

Betreuende Lehrkraft: Birgit Krüger

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

1. Was ist Konfirmation? (Lexikon)

2. Auswertung der Fragebögen

3. Versuch, unsere Ergebnisse zu erklären

4. Schlusswort

Literaturverzeichnis

Endnoten

Anhang

 

 

 

Einleitung

In unserer Untersuchung beschäftigen wir uns mit dem Thema "Konfirmation im Wandel der Zeit". Wir haben uns dieses Thema ausgesucht, da uns interessierte, welche Auffassung oder Meinung Jugendliche heute von Konfirmation haben.

Im Jahre 1537 führte Brucer die Konfirmation ein. Es war Brauch, die Neugeborenen gleich nach der Geburt zu taufen und Brucer fand, es solle ein Fest geben, in dem sie sich selber zu ihrem Glauben bekennen. Damit verband er auch die Vorstellung, dass die Jugendlichen in die erwachsene christliche Gemeinde aufgenommen und somit auch zum Abendmahl zugelassen werden. Es dauerte fast drei Jahrhunderte, bis die Konfirmation flächendeckend als kirchliches Fest angenommen war. Doch einiges änderte sich in dieser Zeit, denn die Konfirmation wurde nun auch als ein Fest gesehen, in dem die jungen Konfirmanden nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der Gesellschaft als Erwachsene anerkannt wurden. Daraufhin konnten Mädchen heiraten und Jungen war es erlaubt ein Lokal zu besuchen. So entstand aus der Konfirmation auch ein Übergangsritus.1

Wir beschäftigen uns in unserer Arbeit damit, welche Einstellung Jugendliche zu ihrer Konfirmation haben und in wie weit sie sich von der älterer Menschen unterscheidet, aber auch damit, inwieweit Konfirmation heute noch als Übergangsritus gesehen wird. Und so stellten wir uns die Frage, aus welchen Gründen sich Jugendliche heute konfirmieren lassen und welche Wichtigkeit sie der Konfirmation beimessen.

Bereits bei den Vorbereitungen für die Arbeit fanden wir Anzeichen, dass eine Veränderung stattgefunden hat. In Lexikonartikeln aus den Jahren 1922, 1979, 1985, 1993, 1994 und 1998 lässt sich bereits eine Veränderung der Definition von Konfirmation erkennen. Diese Veränderung wollen wir im ersten Kapitel näher erläutern.

Um Fragen, die wir uns stellten, aufzuklären, erstellten wir einen Fragebogen, der gezielte Fragen zur Konfirmandenzeit, aber auch zum heutigen Kontakt zur Kirche enthielt. Verteilt haben wir diese Fragebögen unter Verwandten und Bekannten. Wir erhofften uns dadurch ein genaueres Bild der verschiedenen Einstellungen machen zu können, aber auch herauszufinden, was sich in den Einstellungen gewandelt hat und wann es sich verändert hat. Um ein möglichst großes Spektrum abzudecken, versuchten wir möglichst Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Alter und Schulbildung zu befragen. Am Ende unserer Fragebogenaktion, hatten wir 64 Fragebögen von Menschen zwischen 14 und 78 Jahren. Auf die Ergebnisse, die wir beim Vergleich der Antworten herausbekamen, gehen wir im zweiten Kapitel ein.

Kurz wollen wir aber auch Probleme nennen, die beim Arbeiten mit den Fragebögen entstanden sind. So haben wir keine Fragebögen von Menschen, die Mitte Zwanzig sind und konnten so auch nicht wissen, was in dieser Zeit geschehen ist. Dass wir keine Repräsentanten dieser Jahrgänge haben, lag daran, dass wir sowohl in unserem Bekannten- wie auch Verwandtenkreis niemanden kennen und auch nach Suchen und Fragen, wer denn wen kennen würde, nicht fündig wurden. Außerdem ist uns manchmal aufgefallen, dass unsere Fragebögen nicht allzu ernst genommen wurden und wir so nicht ausreichende Antworten bekamen, was manchmal aber auch daran lag, dass die Befragten sich einfach nicht mehr erinnern konnten. Die besten Antworten erhielten wir dann doch, wenn wir uns persönlich mit den Menschen zusammen setzten und eine Art Interview mit ihnen führten. Dann konnten wir auch Denkanstösse geben, so dass sich einige dann doch wieder erinnern konnten.

Im dritten Kapitel versuchen wir unsere Ergebnisse zu verifizieren. Auch hier ergab sich anfänglich ein Problem, da uns weiterführende und unterstützende Literatur fehlte, mit der wir unsere Annahmen und Ergebnisse stützen und ausbauen konnten. Letztendlich fanden wir dann mit Hilfe unserer Lehrerin Frau Krüger doch einige Aufsätze, die unsere Ergebnisse stützen konnte.

Eine zusammenfassende Betachtung erfolgt am Schluss.

Im Anhang finden sich die bearbeiteten Fragebögen und einiges Material, das wir im Laufe unserer Arbeit verwendet haben.

 

 

1.Was ist Konfirmation?

Das war eine der ersten Fragen, die sich uns in den Weg stellte. Was versteht man eigentlich unter Konfirmation und warum feiert man sie? Ist die allgemeine Definition die gleiche, die auch Konfirmanden geben? Hat sich vielleicht nicht nur die Einstellung der Konfirmanden, sondern auch die Definition der Konfirmation geändert?

Um eine Antwort auf diese Fragen zu finden, haben wir zum Einstieg verschiedene Lexika befragt. Unser ältestes Lexikon war aus dem Jahr 1922, das jüngste von 1998. Gab es in den Erklärungen Unterschiede? Auf den ersten Blick wird man enttäuscht, wenn man große Unstimmigkeiten erwartet hat.

In allen Lexika wird die Konfirmation als Voraussetzung zur Zulassung zum Abendmahl genannt. Gleichzeitig erhalten die Konfirmanden auch alle anderen Rechte und Pflichten eines Gemeindemitglieds. Sie werden religionsmündig und als Erwachsene in die Kirchengemeinde aufgenommen. Doch obwohl sich die Lexika in diesem Punkt einig sind, lässt sich eine andere Gewichtung entdecken. 1922 wird diese Handlung als Religionsmündigkeit der Jugendlichen beschrieben. In späteren Lexikoneinträgen taucht diese Formulierung nicht mehr auf. Die Aufnahme der Jugendlichen in die Gemeinde und die Ausstattung des Jugendlichen mit den Rechten und Pflichten eines Gemeindemitglieds sind dafür wichtiger. Ein anderer gemeinsamer Punkt war die mit der Konfirmation verbundene Einsegnung. Durch sie erlangen die Konfirmanden den Segen Gottes zu ihrem Schritt in die Welt der erwachsenen Christen.

Doch bei genauerem Hinsehen stellten sich auch einige Unterschiede heraus:

In dem 1985 erschienenen Lexikon nimmt die Prüfung eine so wichtige Rolle ein, dass sie es wert ist, in einem Lexikoneintrag aufgeführt zu werden.2 In keinem anderen Lexikon, das von uns untersucht wurde, findet sie Erwähnung. Uneinig sind sich die Lexika auch in der Beziehung von Konfirmation und Taufe. Unsere Annahme, dass die Konfirmation die Bestätigung der Taufe sei, fanden wir in nur zwei Lexika wieder.3 /4 In einem anderen Lexikon wird die Taufe als Voraussetzung nebenbei erwähnt: "...bei dem die Getauften... in die Gemeinde eingeführt werden." 5 Oder ist die Konfirmation eine Befestigung im Glauben?

Unterschiede fanden sich auch darin, welche Elemente des Konfirmationsgottesdienstes wichtig genug für einen Eintrag ins Lexikon waren. Ist es wichtig, dass zu einem Konfirmationsgottesdienst das Konfirmationsgelübde und das Glaubensbekenntnis gehören? 6/7 Ist es wichtig, dass die Konfirmanden durch Handauflegen und Gebet in die Gemeinde aufgenommen werden? 8 Ist die Konfirmation ein Sakrament der evangelischen Kirche? 9

Letztendlich finden sich also doch einige Unterschiede. Ob diese aber darauf zurückzuführen sind, dass zwischen den Erscheinungsdaten 78 Jahre liegen, bleibt unklar. Genauso gut könnte es an den verschiedenen Verlagen, verschiedenen Herausgebern oder den verschiedenen Autoren liegen.

 

 

2. Auswertung der Fragebögen

Im Dezember beendeten wir unsere Arbeit mit den Fragebögen und hatten 64 Stück, die wir auswerten konnten. Wir legten eine Tabelle an, in der wir nach Alter vorgingen und die jeweils zu einer Frage gegebenen Antworten untereinander schrieben.

Dabei bemerkten wir schnell, dass wir niemanden Mitte zwanzig befragt hatten. Leider fand sich auch niemand mehr, der in diesem Alter als Interviewpartner hätte dienen können. Das war sehr schade, denn wie wir später feststellten, musste genau in der Konfirmandenzeit dieser Menschen ein Wandel stattgefunden haben.

Wir gingen am Anfang ziemlich strikt vor und tasteten uns von Frage zu Frage und den dazu gegebenen Antworten weiter.

So stellten wir zunächst einmal fest, dass das Alter der Konfirmanden gleich geblieben ist. Sowohl die Konfirmanden von vor zwanzig Jahren, wie auch die heutigen Konfirmanden hatten bei ihrer Konfirmation ein Alter von 13 bis 15 Jahren.

Auch aus der Anzahl der Konfirmanden konnte man nichts erlesen, denn unsere Antworten zu dieser Frage schwanken erheblich. Zwar wurde unsere älteste Interviewpartnerin noch mit 144 Konfirmanden konfirmiert und unsere Jüngste nur noch mit 20, was erheblich weniger ist, aber dies war nicht in der gleichen Gemeinde und man kann nicht wissen, wie viele Mitglieder eine Gemeinde hat.

Interessanter wurde es, als wir die Antworten zu der Frage verglichen, ob es eine Prüfung vor dem Konfirmationsgottesdienst gab. Es stellte sich heraus, dass bis vor 20 Jahren noch fast jeder vor seiner Konfirmation geprüft wurde. Danach gab es zwar auch noch Prüfungen, aber viele hatten auch keine Prüfung mehr. Und auch die Antworten auf die Frage, was geprüft wurde, kann man damit in Zusammenhang bringen. So geben unsere Interviewpartner, die über 30 sind an, dass ihre Prüfung aus Fragen zum Katechismus, der Bibel, Liedern und Psalmen bestand. Diejenigen, die nach 1980 überhaupt noch geprüft wurden, mussten so etwas nicht mehr können, sondern es ging nur noch um die Basis, wie das Vater unser, das Glaubensbekenntnis, der Ablauf eines Gottesdienstes und die 10 Gebote. Hier ist also eine erste Veränderung erkennbar. Nicht nur, dass nicht mehr so häufig das Wissen der Konfirmanden abgefragt wurde, auch die Grundlagen, die sie wissen mussten beschränkten sich auf ein Minimum.

Daraus folgt natürlich die Vermutung, auch im Konfirmandenunterricht muss sich etwas verändert haben. Und auch das stimmt. Und wieder gab es den Schnitt Anfang der 80er Jahre. Im Konfirmandenunterricht vor 1980 wurde hauptsächlich über die Bibel und ihre Inhalte und deren Auslegungen, aber auch über den Katechismus und ein wenig Kirchengeschichte gesprochen. Danach jedoch lockerte sich der Unterricht etwas auf. Viele der Befragten antworteten, dass sie über aktuelle Themen, die Jugendliche interessieren, aber auch über z.B. Drogenkonsum und Rassismus geredet haben. Allerdings muss man dazu sagen, dass auch jetzt noch über die Bibel, das Kirchenjahr und Kirche im Allgemeinen geredet wird. Was nicht falsch ist, denn das gehört nun mal dazu.

Die nächste Frage befasste sich mit der Konfirmationsfeier. Es wurden vorwiegend zwei Antworten gegeben, zum einen, dass zu Hause gefeiert wurde und zum anderen, dass die Familie zusammen in einer Gaststätte oder in einem gemieteten Raum feierte. Unsere Vergleiche ergaben, dass bis vor 30 Jahren vorwiegend mit der Familie zu Hause gefeiert wurde. Manche gaben auch an, dass sie am ersten Tag mit der Familie und am zweiten Tag mit den Nachbarn gefeiert haben. Erst nach 1970 gaben immer mehr der Befragten an, dass in der Gaststätte gefeiert wurde. Gleich blieb jedoch, wie schon zu vermuten war, dass immer mit der Familie und nahestehenden Bekannten gefeiert wurde.

Die folgende Frage war, welche Geschenke die Konfirmanden bekommen hatten. Hier erwarteten wir eigentlich, dass wir einen gravierenden Unterschied zwischen früher und heute feststellen würden. So zum Beispiel, dass heute wesentlich mehr Leute viel Geld bekämen und dies auch erwartet wird. Aber letztendlich unterschieden sich die Geschenke nur in zwei wesentlichen Bestandteilen. Geld wurde zur Konfirmation schon immer verschenkt, früher jedoch wesentlich weniger. Umgekehrt ist es mit Aussteuer, die an die jungen Konfirmandinnen verschenkt wurde. Noch bis Anfang der 80er wurde regelmäßig Aussteuer in Form von Handtüchern, Taschentüchern, Besteck und so weiter verschenkt. Auch einige der jüngeren Befragten geben jedoch an, dass sie zu ihrer Konfirmation Handtücher oder Taschentücher geschenkt bekommen haben. Viele der Konfirmanden bekamen auch Schmuck und Kleinigkeiten, wie Bücher, Blumen und individuelle Sachen, wie ein Stück Regenwald oder Saxophonunterricht. Was uns etwas irritierte, war, dass zur Konfirmation wenig verschenkt wird, was wirklich mit Glauben und Kirche zu tun hat. Ebenso früher wie heute werden nur wenig Gesangbücher und Bibeln verschenkt. Auch nicht auffallend oft, aber doch manchmal werden Ketten mit Kreuz verschenkt.

Sehr interessant wurde es bei der Frage, welche Bedeutung die Konfirmation hat. Die Antworten waren sehr verschieden und so beschlossen wir sie in zwei Kategorien zu vergleichen. Wir bildeten zwei Gruppen. Die Erste bestand aus allen Antworten, die uns von Befragten im Alter von 14- 30 gegeben wurden. Die zweite bestand aus allen Befragten, die älter als 30 waren, also eine Gruppe von 31- 78 jährigen. Zu diesem Schnitt entschieden wir uns, da es der Schnitt war, an dem wir schon so viele Veränderungen bemerkt hatten. So hatten wir einen Schnitt zwischen den Leuten, die bis Anfang der 80er konfirmiert worden waren und denen, die danach konfirmiert worden sind. Weil nicht in beiden Gruppen gleich viele Leute waren, rechneten wir die zu dieser Frage gegebenen gleichen Antworten in Prozent um und verglichen die Prozentzahl. Das Ergebnis stellte sich wie folgt dar: Als die Bedeutung der Konfirmation sahen die meisten in Gruppe I (14-30 Jährigen) die Bestätigung der Taufe, diese Antwort gaben 21% der Befragten. Aus Gruppe II waren es jedoch nur 9,09%. Die meisten, nämlich 27,27% der Gruppe II sahen die Aufnahme in die Gemeinde als Bedeutung der Konfirmation. Diese Antwort gaben aus Gruppe I 17,02%. Wie wir am Ende dazu feststellten, wurde diese Antwort nur von Jugendlichen der Gruppe I gegeben, die auch vorher oder kurz nach ihrer Konfirmation aktiv in die Arbeit in der Kirche eingebunden waren oder sind.

Eine weitere Auffälligkeit war, dass 12,77% der Gruppe I den Sinn der Konfirmation nicht wissen. Aus Gruppe II sind es nur 4, 55%, obwohl ihre Konfirmation schon um einiges länger zurückliegt. Ein weiter Unterschied ergab sich bei der Auffassung, ob das erste Empfangen des Abendmahles etwas mit dem Sinn und der Bedeutung der Konfirmation zu tun hätte. Diese Antwort gaben in Gruppe I 8,51% der Befragten, in Gruppe II sogar 18,18%. Jedoch gab es auch Antworten, die auf beiden Seiten mit annähernd gleicher Prozentzahl gegeben wurden. Es handelt sich dabei um die Antworten, die besagen, dass der Sinn der Konfirmation sei, ein vollwertiges Mitglied der Gemeinde zu werden, Ja zu sagen zu Gott und, dass man danach ein Patentamt übernehmen könne. Es gab aber auch einige Antworten, die nur in Gruppe I gegeben wurden und unter den Antworten der Gruppe II gar nicht auftauchten. So gaben einige der Gruppe I die Antwort, der Sinn der Konfirmation wäre es mehr über Religion und Kirche zu erfahren, andere sagten, der Sinn wäre, dass man eine Nottaufe vollziehen könnte und 6,38% der Befragten glaubten, der Sinn der Konfirmation wäre es, dass man später einmal kirchlich heiraten dürfe.

In unserer nächsten Frage zählten wir die Bestandteile des Konfirmationsgottesienstes auf und fragten, welche Erinnerung daran noch bestehe und welche Bedeutung sie hätten. Aus dieser Frage war nicht viel zu erkennen, wir bekamen die verschiedensten Antworten, einige konnten sich nicht mehr daran erinnern, andere fanden, es hätte keine Bedeutung. Der einzige auffällige Punkt war, dass es für viele ein aufregender Tag war, mit vielen Gefühlen. Er wird mit folgenden Adjektiven und Verben umschrieben: aufregend, peinlich, unvorbereitet, übertrieben feierlich, glücklich, erzwungen, stark, bewusst erleben, erwachsen sein, wichtig, schön und zu lang.

Danach fragten wir, ob es Erinnerungsgegenstände von der Konfirmation gebe. Auch hier gingen die Antworten weit auseinander. Viele gaben Geschenke an, die sie zu ihrer Konfirmation erhalten hatten, und die sie nun noch an diesen Tag erinnerten. Andere gaben an, dass sie noch Fotos als Erinnerungsstücke aufbewahrten. Einige nannten aber auch ihren Konfirmationsspruch oder ihre –urkunde als Erinnerungsstück. Bei den Urkunden, die man zur Konfirmation erhält, hat sich jedoch etwas verändert. Früher gab es häufig Urkunden auf denen, neben dem Konfirmationsspruch, dem Namen und Datum auch ein Bild der Kirche oder einfach nur ein Kreuz war. Heute haben sich die Motive verändert. Auch jetzt noch gibt es häufig Urkunden mit der eigenen Kirche als Deckblatt, aber auch immer mehr Bilder von biblischen Szenen oder moderne Kunst, die eine christliche Aussage haben soll.

Bei unserer nächsten Frage wurde es wieder interessant. Es ging darum, ob es den Konfirmanden freigestellt war, sich konfirmieren zu lassen. Wir hatten schon vorher in einigen Fragen festgestellt, dass es eine Veränderung Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre gegeben haben musste. Auch hier bestätigte sich unsere Vermutung. Der größte Teil der Befragten, die vor 1980 konfirmiert worden waren, antworteten, dass es ihnen nicht freigestellt war. Danach sagen bis auf einige sehr wenige Ausnahmen alle, dass sie sich freiwillig dafür oder dagegen entscheiden konnten.

Warum lassen sich dann heute überhaupt noch so viele junge Menschen konfirmieren? Der Antwort gingen wir in unserer nächsten Frage nach. Warum hast du dich konfirmieren lassen?

Auch hier teilten wir die Antworten wieder in zwei Gruppen. Wie auch bei der Frage, welche Bedeutung die Konfirmation habe, waren in Gruppe I alle zwischen 14 und 30 Jahren und in der zweiten Gruppe alle über 30. Auch hier rechneten wir die gegebenen Antworten in Prozent um.

Es ergab sich, dass die beiden Hauptgründe sich konfirmieren zu lassen, nämlich Tradition und zur Gruppe gehören sich vertauscht hatten. In Gruppe II war die Tradition noch der wichtigste Faktor, sich konfirmieren zu lassen und darauf folgte, dass man "dazu gehören" wolle, da "es doch alle machten". In Gruppe I war es umgedreht, die meisten antworteten, sie ließen sich konfirmieren, weil es alle machten und sie zur Gruppe gehören wollten. Der darauf folgende Punkt war die Tradition. Wir hatten eigentlich erwartet, dass Geld einer der wichtigsten Punkte sein wird, weshalb sich Jugendliche heute konfirmieren lassen, aber diese Antwort gaben nur 18,52%. Dennoch sind es entscheidend mehr als in Gruppe II, wo nur 3,70% diese Antwort gaben. In beiden Gruppen gaben annähernd gleich viele Befragte die Antwort, sie wollten konfirmiert werden, um zu Gott zu gehören. Ebenfalls einer der Gründe war, dass man schon in der Kirche gearbeitet hatte, beispielsweise in der Jugendarbeit und nun auch zur Konfirmation ging. Auffällig ist, dass aus Gruppe II fast 10% mehr die Antwort gaben, sie hätten sich nur aus Zwang konfirmieren lassen und auch der Teil, der es auf Wunsch der Eltern machte, überwiegt. Was wir etwas seltsam fanden war, dass aus Gruppe II 7,41% die Antwort gaben, sie hätten sich "nur so" konfirmieren lassen oder den Grund nicht wussten. In Gruppe I wurde diese Antwort gar nicht gegeben. Eigentlich hätte man es andersherum vermutet, denn diese Antwort passt eigentlich mehr in das Bild der heutigen Jugend, die sich nicht mehr über alles Gedanken macht. Man kann es aber auch so sehen, dass die Konfirmation von einigen schon sehr lange zurückliegt, und sie so den Grund vergessen haben. Es gab allerdings auch einige Antworten, die nur in Gruppe I gegeben wurden, dazu gehörte, sich konfirmieren zu lassen, weil man später kirchlich heiraten wolle, weil man ein erwachsener Christ sein wolle oder einfach nur aus Neugier.

Eine weitere Frage, die wir in unserem Fragebogen stellten, war, welche Bedeutung die Konfirmation heute noch für die Befragten habe. Auch hier bekamen wir wieder die unterschiedlichsten Antworten. Man kann jedoch erkennen, dass mehr Befragte, deren Konfirmation noch nicht so lange zurückliegt, keine Bedeutung mehr sehen. Für einige heißt es nur noch, dass sie nun später kirchlich heiraten dürfen. In der älteren Generation sehen die Leute oft noch eine Bedeutung. Auch hier bekamen wir eher formelle Antworten, wie z.B. ich habe später kirchlich geheiratet, meine Kinder taufen und meinen Ehegatten kirchlich bestatten lassen. Aber viele antworteten auch, dass sie nun zur Gemeinde gehören und an etwas glauben können.

Danach fragten wir nach dem heutigen Kontakt zur Kirche. Uns fiel auf, dass die Befragten über 50 nur zwei verschiedene Antworten gaben. So sagten sie entweder, sie hätten einen guten Kontakt zur Kirche oder sie hätten gar keinen Kontakt zur Kirche. Bei den Befragten, die jünger waren, waren die Antworten nicht mehr so eingeschränkt, es gab auch Ausweichmöglichkeiten. So gaben auch noch einige an, sie hätten einen guten oder gar keinen Kontakt zur Kirche, es kamen aber auch Antworten wie: selten, durchwachsen, "Weihnachtschrist", unregelmäßig und ich toleriere sie. Auch gaben einige an, sie glauben zwar an Gott, haben aber keinen oder wenig Kontakt zur Kirche.

Mit unserer nächsten Frage wollten wir herausbekommen, wie Familie, Nachbarn und öffentliche Einrichtungen auf die Konfirmation reagiert haben. Dabei bekamen wir heraus, dass die Konfirmation sowohl in der Familie, wie auch in der Gesellschaft positiv aufgenommen wird, wie auch schon immer. In der Familie und im Bekanntenkreis schickt man Karten und Geschenke. Aber auch öffentliche Einrichtungen, wie Banken und Tanzschulen nehmen einen Anteil daran. So bekommt man von Banken einen Gutschein über 5D-Mark und die Anfrage, ob man nicht ein eigenes Sparbuch bei ihnen eröffnen möchte.

In unserer letzten Frage ging es darum, auf welche Bereiche des Lebens sich die Konfirmation ausgewirkt habe. Hier waren die Antworten wieder sehr gemischt. Bei den jüngeren Leuten kam häufiger die Antwort, dass sie sich nicht ausgewirkt hätte. Einige jedoch antworteten auch es hätte sich auf ihre Beziehung zum Glauben und zur Kirche ausgewirkt, sie seien nun beispielsweise in der Jugendarbeit tätig. Manche bezogen es auch auf materielle Dinge, die sie sich von ihrem Konfirmationsgeld gekauft hatten. So war die Antwort von Julix (17Jahre) zu dieser Frage, "...und plötzlich hatte ich einen Computer". In der älteren Generation antworteten viele, dass sie später kirchlich geheiratet hätten. Und einige unserer ältesten Befragten antworteten, dass danach die Schule aufhörte und sie eine Lehre begannen oder arbeiten gingen.

Wir hatten am Anfang unseres Fragebogens auch nach dem Schulabschluss gefragt, denn wir dachten es wäre vielleicht herauszubekommen, ob die Einstellung zum Glauben, zur Kirche und zur Konfirmation auch etwas mit dem Schulabschluss zu tun hat. Wieder bildeten wir die schon vorher verwendeten zwei Gruppen. Wir verglichen den Kontakt zur Kirche in Abhängigkeit mit der Schulbildung. Das Ergebnis war, dass man sagen könnte, die Befragten aus Gruppe I (14-30Jahre), die das Gymnasium besuchten, hätten einen besseren Kontakt zur Kirche als Real- oder Hauptschüler. In Gruppe II war es andersherum, dort könnte man sagen, dass Befragte der Volksschule einen besseren Kontakt hätten. Allerdings müssen wir unsere Ergebnisse einschränken, denn wir haben mehr Leute vom Gymnasium befragt, als zum Beispiel von der Hauptschule und so könnte es auch deshalb zu diesem Ergebnis gekommen sein.

Aber auch einiges ist uns aufgefallen, nachdem wir nicht direkt in den Fragebögen gefragt haben. So schrieben wir ja schon in der Einleitung, dass sich die Konfirmation zu einem Übergangsritus verändert hatte. Die Jugendlichen wurden konfirmiert, fingen danach an zu arbeiten oder gingen in die Lehre. Viele Mädchen bekamen Aussteuer geschenkt, weil sie bald heirateten. Aber auch heute, wo die Konfirmation in der Mitte des jugendlichen Lebens stattfindet, und der Schulabschluss nicht so bald auf die Konfirmation folgt, gibt es noch Reste dieses Übergangsrituals. So ist es Brauch, dass die Jugendlichen zur Konfirmation das erste Mal in der Öffentlichkeit Alkohol trinken dürfen. Ebenfalls bekommen, auch heute noch, Mädchen von ihren älteren Bekannten Aussteuer geschenkt. Hier könnte man auch noch einmal die Briefe der Banken anführen, die damit werben das erste Sparbuch zu eröffnen. Aber auch die Briefe der Tanzschulen, die anfragen, ob man nun nicht tanzen gehen möchte, sprechen für diese Vermutung.

Ebenfalls hat sich etwas in der Kleidung der Konfirmanden verändert. Früher war es vorgeschrieben, dass alle schwarz- weiß tragen. Dazwischen gab es auch einmal eine Zeit in der die Mädchen weiß tragen sollten, weil dies ihre Unschuld symbolisieren sollte. Heute ist nichts mehr vorgeschrieben. Es wird erwartet, dass man am Tage seiner Konfirmation ordentlich angezogen in die Kirche geht, aber auch heute noch tragen viele schwarz und weiß.

 

 

3. Versuch, unsere Ergebnisse zu erklären

In diesem Kapitel versuchen wir einige der Ergebnisse aus Kapitel 2 zu erklären. Dabei haben wir uns besonders auf die Änderungen zwischen Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre konzentriert.

So versuchen wir als erstes, die Änderungen, die im Konfirmandenunterricht stattgefunden haben, zu erklären. Ende der 70er Jahre begann sich der Inhalt des Konfirmandenunterrichtes zu ändern. War es früher üblich, die Konfirmanden möglichst viel auswendig lernen zu lassen, so wollten junge Pastoren Ende der 70er Jahre mehr auf die Jugendlichen eingehen. "Zu Beginn des von mir überschauten Zeitraumes von ca. 40 Jahren war es selbstverständlich, dass Martin Luthers Kleiner Katechismus ‚durchgenommen‘ und einschließlich der Erklärungen memoriert wurde."10 Der Konfirmandenunterricht sollte die Grundlagen bereit stellen, damit die Konfirmanden sich in ihrem Glauben auskannten.

In den 70er Jahren wurden auch viele Pastoren von der 68er Revolution beeinflusst. Auch sie wollten etwas verändern. Der Unterricht sollte auf die Jugendlichen eingehen und zeitnaher werden. Im Zuge dieser Bewegung entstanden einige neue Konzepte, deren wichtigste Änderung war, dass Teamer den Unterricht mitgestalteten. Durch die Mitarbeit von Laien gelangten viele neue Ideen, Blickwinkel und Schwerpunkte in den Konfirmandenunterricht. Außerdem entstand die Möglichkeit den Konfirmandenunterricht hinterher Revue passieren zu lassen. Es bildeten sich vier verschiedene Konzepte für den Konfirmandenunterricht heraus:

- Am Katechismus orientierter KU ( traditioneller KU)

- Am biblischen Wahrheitsgehalt orientierter KU (christlicher Glaube im alltäglichen Leben)

- An persönlicher Selbstwerdung orientierter KU (Konfirmandenferienseminar)

- Am gesellschaftsdiakonischen Auftrag orientierter KU (Konfirmanden sollen Gemeindeleben kennen lernen)11

Im Zuge der drei zuletzt genannten neuen Konzepte wurden auch neue Themen wie Sex und Drogen nicht ausgelassen. "Erstaunt war ich allerdings, als mir ein Lehrer der Mittelpunktschule erzählte, er habe die Schüler im Rahmen des Biologieunterrichts gefragt, wer sie denn aufgeklärt habe. Da meldeten sich meine Biewender Konfirmanden: ,Unser Pastor‘."12 Ziel war es, den Jugendlichen zu vermitteln, wie sie ihren Glauben im Alltag ausleben können.

Die Prüfungen änderten sich mit den Änderungen im Konfirmandenunterricht. Mit anderen Schwerpunkten im Konfirmandenunterricht fiel die Prüfung aus naheliegenden Gründen auch weg. Die Konfirmanden mussten weder den Katechismus noch andere Bibelstellen auswendig lernen. Es entfiel also der Lehrstoff, der abgefragt werden konnte. Trotzdem fanden wir einige Konfirmanden, die uns von Prüfungen vor ihrer Konfirmation berichteten. Vielleicht ist das nur noch Tradition, schließlich wissen die Konfirmanden vorher, welche Fragen ihnen gestellt werden. In vielen Gemeinden müssen die Konfirmanden aber auch, anstatt einer Prüfung einen eigenen Gottesdienst gestalten.

Eine weitere wichtige Veränderung war die Freistellung. Immer mehr Eltern stellten es ihren Kindern seit den späten 70er Jahren frei, ob sie sich konfirmieren lassen wollten oder nicht. Das bedeutet aber auch, dass den Eltern die Konfirmation ihrer Kinder nicht mehr so wichtig war. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Konfirmation ihren Stellenwert in der Gesellschaft verloren hat und dass es in der Gesellschaft akzeptiert wird, wenn sich jemand nicht konfirmieren lässt. Trotzdem lassen sich "... nach wie vor praktisch alle Kinder evangelischer Eltern konfirmieren..."13

Die ersten Eltern, die ihren Kindern die Entscheidung selbst überließen, waren wohl auch von den gesellschaftlichen Veränderungen in den 70er Jahren beeinflusst. Es gehörte zum Prinzip der antiautoritären Erziehung, den Kindern mehr Freiheiten zu bieten als sie selbst hatten. So kam es, dass sie ihren Kindern auch in religiösen Bereichen mehr Freiheiten ließen.

Auch der Grund, weshalb sich Jugendliche konfirmieren lassen, hat sich verändert. Früher war es vielen Jugendlichen nicht wirklich freigestellt, selber zu wählen, ob sie sich konfirmieren lassen wollen. Im Konfirmandenunterricht lernten sie dann, dass sie sich mit ihrer Konfirmation zu Gott bekennen und danach zu ihm gehören. Viele haben diese Erklärung wohl angenommen und sie zu ihrer eigenen gemacht. Die meisten Antworten aus der Gruppe II waren , wie ja bereits genannt, Tradition oder weil sich die ganze Gruppe konfirmieren ließ. Diese Jugendlichen haben den Zwang sich konfirmieren zu lassen wahrscheinlich nur anders wahr genommen, denn aus ihren Antworten geht hervor, dass auch sie sich nicht frei gefühlt haben. In der Gruppe I fiel uns besonders auf, dass wir mehr verschiedene Antworten bekamen. Als neue Gründe tauchten zum Beispiel auf: Neugier, erwachsener Christ sein wollen und um später kirchlich heiraten zu können. Vielleicht geht diese Vielzahl an Gründen darauf zurück, dass es den Konfirmanden heute wirklich freigestellt ist, sich konfirmieren zu lassen. Auch im Konfirmandenunterricht werden diese Dinge zum Teil nicht mehr so ausführlich besprochen. Jeder Konfirmand muss sich seinen Grund, warum er sich konfirmieren lässt also selber suchen. Viele Jugendliche erwarten heute Geld zur Konfirmation, da es für sie immer wichtiger wird. Sie können mit diesem Geld ihre ersten großen Investitionen planen. Zum Beispiel einen eigenen Computer, bei dem sie selbst bestimmen welche Programme installiert sind, endlich ein cooles Fahrrad oder vielleicht die Finanzierung des (Roller-) Führerscheins.

Es lässt sich also auch erkennen, dass sich die Geschenke an die Konfirmanden geändert haben. So untersuchten wir dieses in unserem nächsten Punkt. Die Änderung der Geschenke symbolisiert in gewissem Sinne den Wertewandel in der Gesellschaft. Früher war es normal, dass niemand Geld hatte. Es war also keine Schande Geschenke von geringem Materialwert zu verschenken. Diese Geschenke hatten jedoch eine symbolische Bedeutung und einen persönlichen Wert. Für die Jungen war es etwas ganz besonderes zur Konfirmation die erste Armbanduhr geschenkt zu bekommen und die Mädchen bekamen Teile ihrer Aussteuer.

Als diese Geschenke aber ihre Symbolik verloren ( Jungen – und auch Mädchen – hatten schon Armbanduhren und Mädchen heirateten nicht mehr so bald), mussten sich Verwandte und Bekannte andere Geschenke einfallen lassen. Dabei wurde die Auswahl immer schwerer. Die Jugend braucht keine symbolischen Geschenke mehr, um erwachsen zu sein. Außerdem besitzen Jugendliche immer früher und wertvolle Dinge. Sie haben auch schon mit 14 Jahren einen ausgeprägten Geschmack und viele Verwandte kennen die Vorlieben der Jugendlichen nicht. Bei diesen Problemen sehen viele Verwandte ihren einfachsten Ausweg - und einzige Möglichkeit - darin Geld zu verschenken. Viele verzweifelte Großeltern und Tanten merkten aber auch, dass die Konfirmanden diese Geldgeschenke erwarteten.

Eine Änderung, die zu einem anderen Zeitpunkt stattgefunden hat, war die Einstellung zum Gottesdienst. Bei unseren Befragten über 50 Jahre haben wir festgestellt, dass der Gottesdienstbesuch für sie zu ihrem Glauben gehört. Viele unserer Befragten in diesem Alter gaben an, dass sie sich entweder von der Kirche distanziert hätten oder dass sie regelmäßig am Gottesdienst bzw. andere kirchlichen Aktivitäten teilnähmen. Bei den meisten jüngeren war eine häufige Antwort, dass sie zwar an Gott glauben aber auf Kirche hätten sie keine Lust. Woran liegt es, dass junge Leute so stark trennen zwischen Glauben und Kirche?

Für die älteren Leute gehört der Gottesdienstbesuch seit ihrer Kindheit zu ihrem Leben und vor allem zu ihrem Glauben. Sie waren es gewohnt, dass man nur dann guter Christ ist, wenn man regelmäßig den Gottesdienst besucht. Für die meisten Jüngeren gehört der Gottesdienstbesuch nicht unbedingt zum Christsein dazu. Sie können ihren Glauben auch ausleben, ohne in die Kirche zu gehen. Einen Christen erkennt man Umfragen zufolge heute vor allem daran, dass er getauft ist, konfirmiert ist und sich christlich verhält, bzw. handelt. Ob jemand regelmäßig den Gottesdienst besucht oder in der Bibel liest, ist dieser Umfrage nach nicht so wichtig.14

"Dabei handelt es sich nicht um eine Abwendung von Religion an sich, sondern vor allem um eine Abkehr von den von kirchlichen Institutionen vertretenen traditionalistischen Werten und ihrem hierarchischen Autoritätsverständnis." 15

Genau dieses Phänomen konnten wir bei jüngeren Befragten oft beobachten. Diese sogenannten Feiertagschristen gehen oft nur an Weihnachten in die Kirche, ansonsten sind sie kirchlichen Aktivitäten wie Gesprächsgruppen oder Kinder-, bzw. Jugendarbeit nicht abgeneigt.

Obwohl wir in unseren Fragebögen eine Trennung zwischen Befragten über und unter 50 feststellten, ist diese Erscheinung jedoch nicht so neu wie man vermuten könnte. Schon im 18. und 19. Jh. begann die Trennung von Glauben und Kirche.16

Interessant war auch die Entdeckung, dass sich früher mehr Jugendliche in die Gemeinde aufgenommen fühlten. Heute fanden wir nur wenige Jugendliche, die bei unseren Fragebögen geantwortet haben, Sinn der Konfirmation sei es, in die Gemeinde als erwachsenes Mitglied aufgenommen zu werden. Als wir uns näher damit beschäftigten, fanden wir heraus, dass diese Antwort nur von solchen Jugendlichen kam, die in der kirchlichen Jugendarbeit tätig sind. Dieser Zusammenhang erschien uns im nachhinein eigentlich nicht weiter verwunderlich. Sind diese Jugendlichen nicht die einzigen, die erfahren, dass sie nach der Konfirmation andere Arbeiten in der Gemeinde übernehmen können als vorher (z.B. als Teamer mit zum Konfirmandenferien Seminar), und anders behandelt werden als in ihrer Konfirmandenzeit. Ein Punkt, der hier nebenbei erwähnt wird, ist, dass diese Jugendlichen die Gemeinde als solches kennen. Denn nur bei großen Aktivitäten, Weihnachtsfeiern oder Gemeindefesten lernt man die Gemeinde kennen. Sie ist schließlich größer als der kleine Teil, der jeden Sonntag den Gottesdienst besucht. Andere Jugendliche, die nach ihrer Konfirmandenzeit einen großen Bogen um die Kirche machen und auch während der Konfirmandenzeit nur das nötigste gemacht haben, kennen die Gemeinde ja gar nicht. Wie können sei sich also aufgenommen fühlen?

Aber nicht nur bei dem Gefühl, in die Gemeinde integriert zu sein, änderte sich der Sinn, den Jugendliche in der Konfirmation sehen. Unsere Trennungslinie, die uns schon bei einigen anderen Fragen aufgefallen war, stellt sich auch bei dieser Frage als passend heraus. Die erste Gruppe ( 14 bis 30 Jahre) nannte am häufigsten die Antwort "Bestätigung der Taufe". Diese Antwort ist die "richtigste" Antwort, die man geben kann. Denn genau das ist der Grund, warum Bucer 1537 die Konfirmation einführte. Er wollte die Elemente der alten Erwachsenentaufe, die durch die Kindstaufe wegfielen, nachholen. Dazu gehörte vor allem das aktive Ja sagen des Konfirmanden zu Gott.

Etwas überrascht hat uns, dass ein relativ großer Anteil dieser Gruppe gesagt hat, der Sinn der Konfirmation liege darin, später kirchlich heiraten zu können. Besonders erschreckend ist dieser Aspekt, wenn man bedenkt, dass ihre Konfirmation erst einige Jahre zurückliegt. Ist dies vielleicht ein Nachteil des neuen Konfirmandenunterrichts? Dass zwar über aktuelle soziale Probleme geredet wird, aber einige nicht mal den Sinn der Konfirmation kennen!

In der zweiten Gruppe war die häufigste Antwort "Aufnahme in die Gemeinde der mündigen Erwachsenen und Zulassung zum Abendmahl". Diese Punkte spielten bei Bucer eine eher nebensächliche Rolle. Die Konfirmation lag schon damals in der Zeit, als die Jugendlichen erwachsen wurden. Schließlich sollten sie sich selbst zu der Konfirmation entscheiden können. Auch die Regelung der Zulassung zum Abendmahl war eher ein Nebenaspekt. Die Nennung zeigt aber, welchen Stellenwert Konfirmation damals hatte. Die wichtigste Bedeutung der Konfirmation in den Familien war, dass sie ein Übergangsritus war, wobei die Religion in den Hintergrund getreten ist. 17 Heute hat die Konfirmation diesen Aspekt als Übergangsritus weitgehend verloren. Die Konfirmanden sind vorher genauso Jugendlicher, wie hinterher.

 

 

Schlusswort

Als wir mit dieser Arbeit begonnen hatten, dachten wir nicht daran, dass wir wirklich so viele interessante Dinge herausarbeiten würden. Eigentlich wussten wir von vornherein, dass sich im Laufe der Zeit etwas verändert hatte. Wir dachten daran, nachweisen zu können, dass Geld bei der heutigen Konfirmation eine wesentlich wichtigere Rolle spielt. Vielleicht, vermuteten wir, können wir auch nachweisen, dass Religion für viele kein so wichtiges Element mehr ist. Aber das war falsch. Hier möchten wir gerne auf den Obertitel dieses Wettbewerbs hinweisen. Es ging um den Zusammenhang von Jugend, Kultur und Religion. Wir konnten diese drei Begriffe passend in unser Thema "Konfirmation im Wandel der Zeit" unterbringen: Der Bezug von Jugend und Religion. Wir haben herausgefunden, dass Jugendliche glauben und ihnen ihr Glaube wichtig ist. Allerdings hat es sich dahingehend verändert, dass man glauben kann, ohne in die Kirche gehen zu müssen, was gesellschaftlich akzeptiert wird. Es gib immer mehr Menschen, die sich zu ihrem Glauben bekennen, aber nicht mehr in die Kirche gehen möchten, oder nur noch an Feiertagen, sogenannte Feiertagschristen. Trotzdem muss man auch hier eine Einschränkung machen, denn eine Menge Leute, die wir befragt haben, gaben an, dass sie in der Jugendarbeit in der Kirche tätig waren oder sind und sich dort auch wohlfühlten oder wohlfühlen. So gibt es also immer noch junge Menschen, die sich auch in der Institution Kirche engagieren. Allerdings hat sich etwas grundlegend in der Bedeutung der Konfirmation geändert. Früher waren die Konfirmanden bei ihrer Konfirmation in einem Alter, in dem von ihnen verlangt wurde, dass sie schon bald erwachsen sind. Bald nach auf ihrer Konfirmation folgte bei den Meisten auch das Ende der Schule und ihr Einstieg in die Erwachsenenwelt. Doch wie ist das heute? Die Konfirmanden brauchen mit 13 oder 14 Jahren noch nicht erwachsen sein und werden auch nicht dahingehend erzogen. Für sie endet ihre Schulausbildung erst einige Jahre später und auch der Schritt in die Erwachsenenwelt ist viel später und hat weitgehend nichts mehr mit der Konfirmation zu tun. Nun wird den Konfirmanden aber bei ihrer Konfirmation die Frage gestellt, ob sie ihr Leben wirklich mit Gottes Hilfe leben wollen. Sie müssen sich an diesem Tag dazu entscheiden. Wir wollen hier unsere Vermutung einbringen, dass die Konfirmation für die heutige Jugend zu früh ist. In dem Alter in dem sie sich befinden ist es noch nicht von Relevanz, ob man nun glaubt, oder nicht. Erst nach der Konfirmation wenden sich die Jugendlichen bewusst von der Kirche ab oder ihr zu und beginnen eventuell mitzuarbeiten. Deshalb wäre es vielleicht besser sich erst später konfirmieren zu lassen, wenn man für sich selber weiß, dass man glaubt und auch sein Leben mit Gott leben möchte. Allerdings wäre es dann wahrscheinlich so, dass die Zahl der Konfirmanden zurück ginge, da manche auch bewusst sagen würden, nein ich lasse mich nicht konfirmieren. Auch bei unserer Umfrage, war die Antwort, ich habe mich konfirmieren lassen, weil ich zu Gott gehören will erst an vierter Stelle nach, weil sich alle konfirmieren lassen, Tradition und Geld.

Aber wir fanden auch etwas über den Zusammenhang von Religion und Kultur heraus. Nach der 68er Revolution veränderte sich vieles im Denken der Leute, was sich auch auf die Religion bezog. So fanden wir schließlich heraus, dass sich viel im Umfeld der Konfirmation änderte. Dieses bezog sich dann automatisch auch auf die Jugendlichen dieser Zeit und auch die Konfirmanden heutiger Zeit profitieren noch von diesen Veränderungen. Für uns war die Erkenntnis, dass sich etwas auf Grund dieser Revolution verändert hatte, unser Hauptergebnis. Nachdem uns dies bei einem Antwortenvergleich aufgefallen war, versuchten wir es auch bei anderen Antworten wiederzuerkennen und es klappte. So stellten wir fest, was sich wirklich alles verändert hatte. Die auffälligste aller von uns gefundenen Veränderungen ist sicher die, dass es den Jugendlichen ab Anfang der 80er Jahre freigestellt war, sich konfirmieren zu lassen. Außerdem fanden wir heraus, dass die Konfirmation in gewisser Weise mit der Zeit geht. Die Aspekte, weshalb man sich heute noch konfirmiert sind grundsätzlich die selben geblieben wie früher. Das einzige was sich daran verändert hat ist die Reihenfolge, die Gewichtung. Auch die Geschenke die man zur Konfirmation bekommt, haben sich mit der Zeit verändert und haben sich an die heutigen Wünsche junger Leute angepasst. Und ebenfalls der Konfirmationsunterricht hat alte Themen, die Jugendliche weniger interessieren verloren. Dafür sind neue Themen, die nicht mehr nur mit Religion zu tun haben, sondern sich nun auf die Bereiche Jugend-Kultur-Religion beziehen hinzugekommen. Vielleicht konnte sich die Konfirmation nur aus diesem Grund 464 Jahre in der Gesellschaft behaupten und ist letztendlich immer noch ein wichtiger Schritt auf dem Weg des Erwachsenwerdens.

Es war nicht leicht für uns diese Arbeit anzufertigen. Nachdem es viele Pannen mit den Fragebögen gab und wir hinter den meisten lange herlaufen mussten, ehe wir sie meist auch nur teilweise ausgefüllt zurück bekamen, taten wir uns anfangs auch schwer mit der Auswertung. Jetzt, wo wir dieses fast fertige Dokument vor uns liegen sehen, sind wir aber trotzdem froh, nicht aufgegeben zu haben und es in dieser von uns nicht erwarteten Form abgeben zu können.

 

 

Literaturverzeichnis

 

1. Böhnig, Hans-G., Konfirmandenunterricht in der Braunschweigischen Landeskirche ein Rückblick auf die letzten Jahrzehnte aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 86, Kirchencampus, Wolfenbüttel. 4/1998, S. 31 ff.

2. Brockhaus Handbuch des Wissens in vier Bänden, 6. Auflage, 2. Band F-K, Verlag: F.A. Brockhaus GmbH. Leipzig 1922, S. 681

3. Brockhaus in einem Band, 6. Auflage, Verlag: F.A. Brockhaus GmbH.1994, S. 527

4. Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, 1.Auflage, C.C. Buchners Verlag

Bamberg 1997, S. 52

5. Duden Lexikon der Allgemeinbildung,Dudenverlag.1993, S.304

6. Encarta 1998, Enzyklopädie Copyright by Microsoft Corporation, 1997, Suchbegriff "Konfirmation"

7. Großes Lexikon in Farbe, Sonderausgabe, Compact Verlag. München 1985, S.508

8. Neues Universallexikon, einmalige Sonderausgabe, Kaufhof AG. Köln 1979, S. 270

9. Nüchtern, Michael, Wandlungen der religiösen Landschaft aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 90, Kirchencampus, Wolfenbüttel. 4/1999, S. 34 ff.

10. Starck, Rainer, Konfirmieren im volkskirchlichen Kontext- die dritte ekd Erhebung über Kirchenmitgliedschaft und die Konfirmationspraxis der Kirche aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 89, Kirchencampus,Wolfenbüttel.3/1999, S.46 ff.

 

 

Endnoten

1. Starck, Rainer, Konfirmieren im volkskirchlichen Kontext- die dritte ekd Erhebung über Kirchenmitgliedschaft und die Konfirmationspraxis der Kirche aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 89, Kirchencampus, Wolfenbüttel, 3 / 1999, S. 46 ff.

2. Großes Lexikon in Farbe, Sonderausgabe, Compact Verlag. München 1985, S. 508

3. Brockhaus Handbuch des Wissens in vier Bänden, 6. Auflage, 2. Band F-K, Verlag: F.A. Brockhaus GmbH. Leipzig 1922, S. 681

4. Brockhaus in einem Band, 6. Auflage, Verlag: F.A. Brockhaus GmbH, 1994, S. 527

5. Encarta 1998 Enzyklopädie, Copyright by Microsoft Corporation, 1997, Suchbegriff "Konfirmation"

6. Großes Lexikon in Farbe, Sonderausgabe, Compact Verlag. München 1985, S. 508

7. Neues Universallexikon, einmalige Sonderausgabe, Kaufhof AG. Köln 1979, S. 270

8. Encarta 1998, Enzyklopädie Copyright by Microsoft Corporation, 1997, Suchbegriff "Konfirmation"

9. Encarta 1998 Enzyklopädie, Copyright by Microsoft Corporation, 1997, Suchbegriff "Konfirmation"

10. Böhnig, Hans-G., Konfirmandenunterricht in der Braunschweigischen Landeskirche - ein Rückblick auf die letzten Jahrzehnte aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 86, Kirchencampus, Wolfenbüttel., 4 / 1998, S. 31 ff.

11. Böhnig, Hans-G., Konfirmandenunterricht in der Braunschweigischen Landeskirche - ein Rückblick auf die letzten Jahrzehnte aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 86, Kirchencampus, Wolfenbüttel., 4 / 1998, S. 31 ff.

12. Böhnig, Hans-G., Konfirmandenunterricht in der Braunschweigischen Landeskirche – ein Rückblick auf die letzten Jahrzehnte aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 86, Kirchencampus, Wolfenbüttel, 4 / 1998, S. 31 ff.

13. Starck, Rainer, Konfirmieren im volkskirchlichen Kontext- die dritte ekd Erhebung über Kirchenmitgliedschaft und die Konfirmationspraxis der Kirche aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 89, Kirchencampus, Wolfenbüttel, 3 / 1999, S. 46 ff.

14. Starck, Rainer, Konfirmieren im volkskirchlichen Kontext- die dritte ekd Erhebung über Kirchenmitgliedschaft und die Konfirmationspraxis der Kirche aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 89, Kirchencampus, Wolfenbüttel., 3 / 1999, S. 46 ff.

15. Die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, 1.Auflage, C.C. Buchners Verlag. Bamberg 1997, S. 52

16. Nüchtern, Michael, Wandlungen der religiösen Landschaft aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 90, Kirchencampus, Wolfenbüttel. 4 / 1999, S.34 ff.

17. Starck, Rainer, Konfirmieren im volkskirchlichen Kontext- die dritte ekd Erhebung über Kirchenmitgliedschaft und die Konfirmationspraxis der Kirche aus Braunschweiger Beiträge für Theorie und Praxis von ru und ku, Heft 89, Kirchencampus, Wolfenbüttel, 3 / 1999, S. 46 ff.

 

 

Anhang

Lexikonartikel:

Brockhaus 1922:[lat.], Bestätigung; in der protestantischen Kirche (an Stelle der kath. Firmung) die feierl. Bestätigung des Taufbundes seitens der Katechumenen oder Konfirmanden und ihre kirchliche Mündigerklärung durch Einsegnung und Zulassung zum Abendmahl

- Konfirmationsschein; die über die Konfirmation ausgestellte Bescheinigung

- Konfirmieren; bestätigen, bekräftigen, kirchlich mündig erklären

Katechumenen: grch., in der ältesten christl. Kirche solche Nichtchristen, die durch Unterricht im christl. Glauben für die Taufe vorbereitet wurden; jetzt in der ev. Kirche alle Christenkinder, die durch Unterricht bei einem Geistlichen auf die Konfirmation vorbereitet werden.

Neues Universal Lexikon 1979 : [lat.], die, Befestigung im Glauben; im der evang. Kirche die nach Glaubensbekenntnis u. Konfirmationsgelübde erfolgte Einsegnung, Aufnahme in die Kirchengemeinde und Zulassung zum Abendmahl des heranwachsenden Jugendlichen

Großes Lexikon Compact Verlag 1985: [lat.], in den evangelischen Kirchen die feierliche Einsegnung der Konfirmanden (meist 14jähreig) nach Prüfung, Glaubensbekenntnis u. Konfirmationsgelübde; Aufnahme in die Gemeinde u. Zulassung zum heiligen Abendmahl

Duden Lexikon der Allgemeinbildung 1993: lateinisch "Befestigung" in den evangelischen Kirchen die Aufnahme der jungen Christen mit etwa 14 Jahren als vollgültige Mitglieder der Gemeinde. In einem feierlichen Gottesdienst werden die dabei auch erstmals zum Abendmahl zugelassen

Brockhaus 1994: Bestätigung, Einsegnung, ev. Kirche: feierl. Bestätigung des Taufbundes seitens der Konfirmanden, seine Zulassung zu allen kirchlichen Rechten und Pflichten.

Encarta 1998: Konfirmation (lateinisch confirmatio: befestigen, bestärken), eines der Sakramente der evangelischen Kirche, bei dem die Getauften im Alter zwischen 14 und 16 Jahren durch Handauflegung und Gebet als aktive Mitglieder in die Gemeinde eingeführt werden. Durch die Konfirmation werden die jungen Kirchenmitglieder mit allen Rechten und Pflichten ausgestattet. Sie können insbesondere am gottesdienstlichen Abendmahl teilnehmen. Voraussetzung für die Teilnahme an der Konfirmation ist, dass der Konfirmand getauft ist und am Konfirmandenunterricht teilgenommen hat, der ihn in besonderer Weise mit den Glaubensinhalten vertraut machen soll.

Geschichtlich geht die Einführung der Konfirmation auf das 16. Jahrhundert zurück, wo sie von den Reformatoren als Ersatz für die in der katholischen Kirche noch heute übliche Firmung gedacht war. In gewissem Sinne stellt die Konfirmation auch eine Aufnahme in die Erwachsenenwelt dar, was sich in den begleitenden Festlichkeiten und den in der Regel damit verbundenen wertvollen Geschenken äußert, die die Konfirmanden von ihren Familien erhalten.

 

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