Jugend&Kultur&Religion

Gymnasium Ulricianum Aurich


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Wie stehen Jugendliche heutzutage zur Kirche?

 

 

Verfasserinnen: Birgit Fredrich, Sandra Buß, Imke Wilts, Kerstin de Buhr

 

Betreuende Lehrkraft: Helmut Ubben

 

 

 

Hat sie noch ein starkes

Fundament?

 

Kann sie besser

zugänglich gemacht

werden?

 

Was spricht für die Kirche;

ist die Institution noch ansprechend und

zeitgemäß?

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Themenstellung

1. Vorwort

2. Themenvorstellung

3. Bearbeitung des Wettbewerbsthemas

3.1 Allgemeines über Kirche und die Jugendlichen

3.2 Meinungen der Eltern

3.3 Kirche und Gesellschaft

4. Reflexion

4.1 Einstellung der Jugendlichen zur Kirche

4,2 Zukunft der Kirche in Bezug auf die Jugendlichen

5. Literaturverzeichnis

 

 

1. Vorwort

In einer Religionsstunde des Gymnasiums Ulricianum in Aurich stellte unser Lehrer, Herr Ubben, uns, dem Kurs RE24G, den Schülerlandeswettbewerb ,,Jugend & Kultur & Religion" vor. Er machte uns, auch mit Hilfe eines Informationsschreibens, mit Inhalt und Hintergrund des Schülerlandeswettbewerbs vertraut.

In nachfolgenden Unterrichtsstunden haben wir uns der Aufgabenstellung genähert.

Anfangs kam zwar der Gedanke auf, ein einheitliche Wettbewerbsthema durch den gesamten Kurs aufzuarbeiten. Denn das hat den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass das Thema von sehr vielen Seiten betrachtet wird und sich deshalb auch eine breitere, wohl auch gesichertere Grundlage bildet.

Wir haben uns aber letztlich dafür entschieden, in kleinen Gruppen zu je vier Schülerinnen bzw. Schülern zu arbeiten, um so einzelne Teilbereiche besser beleuchten und vertiefen zu können.

Unsere Gruppe einigte sich auf das Arbeitsthema "Wie stehen Jugendliche heutzutage zur Kirche".

Damit hat es folgende Bewandnis:

Vor Ort, fast in jeder Kirchengemeinde, ist die Zahl der Gottesdienstbesucher in den letzten Jahren zurückgegangen. Zumeist sind es die Jugendlichen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben. Die Gründe hierfür liegen nur scheinbar offen dar, wenn behauptet wird, die Kirche lebe in der Vergangenheit, jeder noch so kleine Fortschritt sei für sie ein Fremdwort. In Wahrheit geht man mit dieser Aussage weit an der Wirklichkeit, den wahren Ursachen vorbei.Zumindest gibt man sich vorschnell mit einer mehr als vordergründigen und oberflächlichen Antwort zufrieden.

Das war ein sehr entscheidender Anlass für uns, das Arbeitsthema in der vorgenannten Form festzulegen.

 

 

2.Themenvorstellung

Unstrittig ist, dass die Jugendlichen sich immer weniger in das kirchliche Leben einbeziehen lassen. Auf der anderen Seite verstärkt die Kirche nach unserer Einschätzung zumindest in der letzten Zeit und nicht nur, wie früher oftmals, mit reinen Absichtserklärungen ihr Bemühen, die Kirche für die Jugendlichen interessant zu machen, sie in die Kirche – und in alles, was dazugehört – einzubinden.

Sind aber die Jugendlichen für die Kirche – oder besser vielleicht: ist die Kirche für die Jugendliche – überhaupt noch "zu retten"?

 

 

3. Bearbeitung des Wettbewerbthemas

Die Kirche lebt wesentlich von der Verkündigung des Wortes Gottes.

Kirchliches Leben findet in den Köpfen wohl der Mehrzahl der Bevölkerung an Sonntagen statt, nämlich dann, wenn Gottesdienste abgehalten werden.

Wie jemand zur Kirche steht, ist deshalb nach Meinung vieler vorwiegend am Besuch der Gottesdienste abzulesen.

Der Gottesdienst und seine Gestaltung bieten indessen selbst genügend Ansatz für mannigfache Kritik, so dass sich nach unserer Auffassung daraus nur bedingt etwas für das Verhältnis der Jugendlichen zur Kirche ableiten lässt.

 

 

3.1 Allgemeines über Kirche und die Jugendlichen

Unserer Betrachtung zu diesem Thema möchten wir eine Grafik voranstellen, die die verschiedenen Meinungen zu der Frage, was Kirche sein soll, aufzeigt:

 

(aus: Studien- und Planungsgruppe der EKD, "Fremde Heimat Kirche", Hannover 1993)

Kennt man die Erwartungen an die Kirche, so kann – möchte man meinen – der nächste Schritt nur sein, diese Erwartungen zu erfüllen, zumindest es zu versuchen.

Aber: Sind die Erwartungen, auch wenn sie von der Allgemeinheit eingefordert und getragen werden, mit dem christlichen Glauben vereinbar und wie kann vor allem die Vielfalt im christlichen Leben Eingang finden? Auch: Gibt es bei den Jugendlichen übereinstimmende Vorstellungen zu dem. was Kirche überhaupt bedeutet?

Uns fallen Antworten schwer:

Die Ansichten der Jugendlichen zu der allwöchentlichen Sonntagspredigt ihres Pastors sind hinlänglich bekannt.

Die starke Konkurrenz der Medien und unüberschaubare Freizeitangebote tun ein Übriges, dass Jugendliche sich innerlich von der Kirche entfernen und schließlich aus ihr austreten, insbesondere nach der Konfirmation.

Sonntage sind bei vielen nicht mehr Tage der Ruhe mit Gottesdienstbesuchen und Sonntagsspaziergängen mit der Familie, sondern eher ein Ausschlafen nach einer langen Nacht. Was danach kommt hat mit Freizeitgestaltung allemal außerhalb der Kirche zu tun.

Mit der Kirche in Berührung kommen die meisten Jugendlichen nur noch während des Konfirmandenunterrichts. Dort aber herrscht "Zwang". Viele KonfirmandenInnen müssen sich während ihrer Vorbereitung auf die Konfirmation am Sonntagmorgen in ein Heft ihrer Kirche eintragen, zur Überprüfung. Wünsche und Anregungen der Jugendlichen in Bezug auf die Gottesdienstgestaltung werden nur allzu leicht übergangen, schließlich fordern ja die regelmäßig erscheinenden, in der Regel älteren Gottesdienstbesucher ihr "Recht" auf den "ungestörten" Ablauf des Gottesdienstes ein. Es ist deshalb auch nicht der Gottesdienstbesuch, der die Jugendlichen stört, sondern die passive Beteiligung am Gottesdienst.

Im Gegensatz zu etwa den Sportvereinen vermittelt die Kirche den Jugendlichen nicht dass sie gebraucht werden, eher, dass es ohne sie besser ginge.

 

 

3.2 Meinungen der Eltern

Hilft deshalb die Familie weiter? Muss man bei der Eltern, Geschwistern oder anderen Verwandten oder gar Paten (!) ansetzen?

Die Konfirmandenzeit ist bei den älteren Erwachsenen zumeist nachhaltig in Erinnerung geblieben.. Es wurden Lieder, nicht nur einzelne Strophen in großer Anzahl auswendig gelernt, ebenso Bibeltexte. Neben diesen meist negativen Erfahrungen stehen durchaus auch positive, wie die Verbundenheit in einer Gruppe, das Vertrauen zu einer Person wie den Pastor. Auch wurde im Konfirmandenunterricht gelehrt, was es heißt, Christ zu sein, und was das für jeden Einzelnen bedeutet.

Doch kann dies allein die Jugendlichen beeinflussen? Lassen sie sich wie früher "prägen", d.h. durch die Eltern beeinflussen.

Die heutige Zeit lehrt, dass das, was ehemals galt, nämlich die Eltern als Vorbild in nahezu allen – auch christliche Bereichen zu haben, heute nicht mehr in gleicher Weise gilt. Jugendliche wollen selber entscheiden können, welchen Weg sie in und außerhalb der Kirche gehen möchten, ob sie insbesondere aus der Kirche austreten oder dem Weg Gottes folgen.

 

 

3.3 Kirche und Gesellschaft

Ein Blick auf die Entwicklung in der Gesellschaft lässt sicherlich auch Rückschlüsse auf das kirchliche Leben zu:

- Es gibt eine stetige Tendenz zur so genannten Individualisierung in der Gesellschaft, die zu einer Pluralisierung von Lebensstilen und Lebenswelten geführt hat.

- Damit verbunden ist eine Herauslösung der Individuen aus "vorgegebenen Sozialformen und –bindungen im Sinne trditioneller Herrschafts- und Versorgungszusammenhänge.

- Das geht mit dem Verlust traditioneller Sicherheiten in Bezug auf Glauben, Handlungswissen, Rollenmuster sowie Normen und Werten einher.

- Diese Entwicklung führt dazu, dass es keine vorgegebene, für alle Gesellschaftsmitglieder gültige Moral gibt, sondern kontextgebundene Moralen, die in einem kommunikativen Akt immer wieder ausgehandelt werden müssen.

(Zitat auszugsweise aus Mikos S.3,4; ähnlich Heinrichs/Jäckel S.50 ff)

Wie in der Gesellschaft selbst, gibt es auch für viele Menschen in der Kirche keine allgemein gültigen Werte und Regeln mehr. Jeder setzt die Maßstäbe für sich selbst. Daher sind auch Vorgaben, die auf einem christlichen Verständnis beruhen und zur Grundlage des Zusammenlebens weit über die Grenzen der Kirche hinaus gemacht wurden, heute entfallen. Wenn aber diese ehemals zum Allgemeingut gehörenden christlichen Lebensgrundlagen zunehmend zurücktreten, auf was soll dann eine Arbeit mit Jugendlichen aufbauen, um sie wieder für die Kirche zu gewinnen?

Die Folgen lassen sich deutlich einer Umfrage entnehmen, die die Austrittsneigung aufzeigt:

 

Austrittsneigung (in %):

 

14-24

25-34

35-49

50-64

über 65

Ohne Austrittsgedanken

41 (47)

39 (54)

57 (71)

69 (75)

90 (82)

Mit Austrittsgedanken

36 (35)

37 (23)

20 (13)

14 (10)

6 (6)

in ( )Vergleichswerte für 1972

(aus: "Was wird aus der Kirche ?"; Johannes Hanselmann, Helmut Hild, Eduard Lohse; 1984)

Der größte Teil der befragten ehemaligen Kirchenmitglieder gibt nun an, dass die Gottesdienstgestaltung des Pastors wesentlich zum Austritt beigetragen habe. Ein weiterer Anlass sei das aufgrund bestimmter, nicht einheitlicher Gründe getrübte Verhältnis zum Kirchenvorstand als einem wichtigen Gremium der Kirche.

Für uns erstaunlich ist, dass damit nicht Gründe für den Austritt genannt werden, die mit den Inhalten des christlichen Glaubens zusammenhängen, sondern äußere Erscheinungen.

Doch steht auch hier letztlich dahinter, dass keine Werte mehr vorhanden sind, die dem Einzelnen mehr bedeuten als diese objektiv gesehen und in der Regel sehr belanglosen Gründe.

 

 

4. Reflexion

In der Reflexion versuchen wir, die negative Einstellung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Kirche zu ergründen, und die daraus resultierende Zukunft der Kirche den Lesern näher zu bringen.

 

 

4.1 Einstellung der Jugendlichen zur Kirche

Sind es Glaubenserfahrungen und christliche Inhalte, die die Jugendlichen auch heute noch und trotz allem dazu bewegen, Kirchenmitglied zu sein, oder ist es einfach nur traditionsbewußtes Handeln?

Junge Menschen weisen eine größere Distanz zur Kirche auf und haben eine höhere Austrittsbereitschaft als ältere Erwachsene, wie bereits aufgezeigt wurde. Die Kirchenmitgliedschaft wird nur noch mit der Taufe in Verbindung gebracht. Oder es fällt der Satz "Ich bin in der Kirche, weil meine Eltern auch in der Kirche sind bzw. waren". Mit dem Selbständigwerden entscheiden sich deshalb auch immer mehr Jugendliche dazu, aus der Kirchengemeinschaft auszutreten.

Auch wenn die folgende Grafik die momentane Situation noch anders ausweist, so ist ein häufigeres Austreten der Christen nur noch eine Frage der Zeit, wenn sich nichts ändern sollte.

(aus: Studien- und Planungsgruppe der EKD, "Fremde Heimat Kirche", Hannover 1993)

Außerdem werden vor allem viele Jugendliche und junge Erwachsene von der Wissenschaft beeinflusst, wobei Wissenschaft hier im Gegensatz zum Glauben steht Die Zweifel an der "Wahrheit" der Aussagen der Bibel überwiegt somit sehr oft. Ein Beispiel hierzu ist die Entstehungsfrage des Menschen; ist er "von Gott geschaffen" oder nicht, ist er also letztlich ein Produkt allein des Evolutionsprozesses und einer "gottlosen" Natur?

Damit einher geht dann die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Kirche allgemein,

Ein weiterer Ansatz:

Jugendliche verspüren eine gewisse Diskrepanz zwischen verkündetem gelebtem Glauben.

Der Glaube, den sie selber erleben können, geht wohl immer noch vorwiegend von den Eltern aus. Aber auch viele andere Personen beeinflussen die Einstellung der Jugendlichen zu Religion, Glauben und Kirche .

Ein Überblick:

(aus: Studien- und Planungsgruppe der EKD, "Fremde Heimat Kirche", Hannover 1993)

Dabei hat ein entscheidender Wandel stattgefunden. Früher war die Erziehung strenger, heute ist der Einfluss der Eltern durch die Gesellschaft zurückgedrängt. Während noch zu früheren Zeiten die Eltern den Kindern den Glauben vorlebten, wachsen heute viele Jugendliche unreligiös auf.

"Vielfach sehen sich Eltern ohne fremde Hilfe überfordert, den Glauben an ihre Kinder weiterzugeben. Für die Weitergabe des Glaubens ist deshalb die Jugendarbeit unverzichtbar."

Auch aufgrund fehlender Jugendgottesdienste können Jugendliche ihren eigenen Glauben nicht richtig entfalten bzw. nachleben. Die wöchentlichen Gottesdienste werden von Jugendlichen als fremd zu ihrer Lebenswelt empfunden.

Trotz aktiver Bemühungen der Kirche, ein vielfältiges Programm von Jugendarbeit (wie z.B. Bastelgruppen und Chöre) zu bieten, ist es sehr schwierig für die Kirchen, den Bezug zu den Mitgliedern nicht abreißen zu lassen. Die Beteiligung der Jugendlichen bleibt nach wie vor gering:

Beteiligung an einer kirchlichen Jugendgruppe:

Basis: 1.585 Befragte

(aus: Studien- und Planungsgruppe der EKD, "Fremde Heimat Kirche", Hannover 1993)

Die Kirche wird meist nur zu besonderen Anlässen wie Weihnachten und Ostern, bei Kirchenfesten und Gospelabenden aufgesucht. Für die Jugendlichen gilt dabei weniger allein die Tradition, das Kirchliche. Wichtiger ist die Veranstaltung als solche, das außergewöhnliche Ereignis, das mit der Kirche nur gemein hat, dass es in einem kirchlichen Gebäude stattfindet.

Auch kirchlichen Feiern wie Taufe und Konfirmation geht es nicht anders. So begeht man die Konfirmation, weil Generationen zuvor es ebenso gemacht haben. Sie steht für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die Berechtigung zur Teilnahme am Abendmahl als bedeutsam für ein christliches Leben tritt zurück. Die Konfirmation ist Familienfeier; Geschenke stehen im Vordergrund.

Die Meinungen über die Bedeutung der Konfirmation verdeutlichen dies (in %) :

 

14-24

25-34

35-49

50-64

über65

Man bestimmt jetzt selber über Kirche und Glaube

59

59

61

58

56

Feierlicher Abschluss der Kindheit und Beginn eines neuen Lebensabschnittes

37

45

53

62

67

Segen und Zuspruch für den weiteren Lebensweg

33

40

48

52

65

(aus: "Was wird aus der Kirche?"; Johannes Hanselmann, Helmut Hild, Eduard Lohse; 1984)

In der Grafik fehlt allerdings die Frage nach den Geschenken, dem Geld, die, so vermuten wir, die höchste Prozentzahl erreicht hätte.

Tradition, so verstanden, hat zugenommen, aber es wird immer weniger auf kirchliche und religiöse Zusammenhänge geachtet. Damit wird eindeutig in Frage gestellt, dass die Kirchenmitglieder jüngeren Alters mit traditionell kirchlichen Festen noch kirchlich-christliche Inhalte verbinden.

 

 

4.2 Zukunft der Kirche in Bezug auf die Jugendlichen

"Die Kinder und Jugendlichen sind die Zukunft unserer Kirche, sie werden als Hoffnungsträger der Gemeinden betrachtet."

Damit dies mehr als nur ein frommer (!) Wunsch bleibt, sind folgende Wege gangbar:

Man sollte versuchen, die Glaubensfrage in der Gruppe zu klären. Hierbei sollte der Austausch über verschiedene Glaubenswege erfolgen. Dadurch schon würden sich die Jugendlichen mehr mit der Frage des Glaubens befassen. Auch würden sie den Glauben ihrer Altersgenossen erfahren und nicht "nur" den der Eltern.

Mit der Nähe zur Kirche nimmt auch die Neigung zu, ihr eine bedeutsame Rolle in der Gesellschaft zuzusprechen. Damit würde auch dem Argument vieler Jugendlicher entgegengetreten werden können, für die Gesellschaft sei es ohne Belang, ob gerade sie der Kirche zugehörig sind oder nicht; denn der Glauben würde durch Vermittlung der Jugendlichen einen wichtigen Raum in der Gesellschaft besetzen. Welche Wechselwirkung gerade zwischen Glauben und Gesellschaft besteht, zeigt nachfolgende Übersicht:

(n = die Menge der Befragten; aus: Heiner Barz, "Religion ohne Institution?", Opladen 1992)

Die Kirche ist aufgefordert, wesentliche gesellschaftliche Themen zu besetzen. Sie hat noch heute- und das darf bei allen Vorbehalten und Bedenken nicht vergessen werden – die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche für sich zu gewinnen. Dazu muss sie von vielen überkommenen Dingen Abstand nehmen, sich verändern. Sie darf nicht länger eintönig und antiquiert sein oder erscheinen, sondern vielfältiger und bunter werden. Den Jugendlichen muss sie Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten geben. Für sie dürfen nicht immer nur und in erster Linie beim Umgang mit Jugendlichen kirchliche Themen im Vordergrund stehen. Ein langsames Zuwachsen auf die Kirche hin ist anzustreben.

Was wir darunter verstehen, soll ein Beispiel verdeutlichen: Schwerpunkt in den Jugendgruppen der Kirche sollten nicht zuerst kirchliche Themen sein, sondern gesellschaftlich relevante. Sportgruppen in der Kirche sind werden oft als Aushängeschilder für Arbeiten mit Jugendlichen genommen. Die kirchliche Ausrichtung ist zwar nicht sofort zu erkennen. Ansatzpunkte auch für Gespräche zu Fragen kirchlichen Lebens bieten sich dabei aber genug.

Auch meinen wir, dass viele Jugendliche den Wunsch nach etwas Beständigem, nach allgemeingültigen Werten nach wie vor haben. Solche Werte kann der christliche Glaube in besonderem Maße vermitteln.

Das alles erfordert jedoch ein Umdenken und ein sehr hohes Maß an Flexibilität in den kirchlichen Gemeinden, bei Pastoren ebenso wie bei kirchlichen Gremien.

 

 

5. Literaturverzeichnis

Barz, Heiner
Postmoderne Religion, Opladen
1992 (Leske und Budrich)

Barz, Heiner
Religion ohne Institution,
Opladen 1992 (Leske und Budrich)

Evangelischer Pressedienst
epd – Dokumentation, Frankfurt
am Main 1.November 1999

Falkenburger Blätter
Als Kirche vor Ort präsent sein,Ganderkesee Juni 2000 (ACS)

Hanselmann, Johannes
Was wird aus der Kirche?,

Hild, Helmut
 Gütersloh1984 (Gütersloher

Lohse, Eduard
Verlagshaus Gerd Mohn)

Heinrichs, Elke
 Aus dem Alltag in den Alltag

Jäckel, Michael
(medien praktisch 1/1999)

Mikos, Lothar
Die Verpflichtung zum Guten
.Texte, Sonderhefte der Zeitschrift medien praktisch 3/2000

Studien- und Planungsgruppe der EKD
Fremde, Heimat, Kirche, Hannover 1993

 

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