Devil sells - Werbung mit dem
Widersacher
Absichten,
Wirkungen und Funktionen der Werbung allgemein
Wirkung der Werbung auf Jugendliche
Das Problem der Werbung
Werbung und Religion allgemein
Was bewirkt der Teufel in der Werbung und
warum werben die Firmen mit dem Teufel?
Hat die Darstellung des
Teufels in der heutigen Kultur noch eine wirkliche Bedeutung?
Absichten,
Wirkungen und Funktionen der Werbung allgemein
Die Werbung hat in der Marktwirtschaft eine bestimmte Funktion zu erfüllen:
die Konsumenten über Produkteigenschaften und Preise zu informieren so das die
Käufer die ihrer Meinung nach besten Waren kaufen und so den Wettbewerb
steuern.
Die heutige Werbung zielt aber eigentlich auf etwas ganz anderes, so
wird der Preis in den meisten Werbekampagnen oft gar nicht mehr erwähnt. Das
Hauptziel ist letzt endlich: Markenkenntnis an Stelle der Warenkenntnis zu
setzen, es wird nicht mehr mit der Qualität eines Produktes geworben, sondern
mit der Marke. Bei dieser Art von Werbung ist die Informationsfunktion so gut
wie verschwunden. An Stelle der Informationsfunktion ist die Suggestion
(Beeinflussung, Eingebung) und die Emotionalisierung von Produkten getreten. Es
werden bestimmte Schlüsselbilder in die Werbung eingebaut, die bei dem
Betrachter ein schönes Gefühl hervorrufen sollen. Ziel dieser Methode ist es,
dass der Konsument beim Kauf eher nach dem umworbenen Produkt greift, weil er
dieses schöne Gefühl damit verbindet. Die Gefühle haben im Gegensatz zu den Informationen
eine längere Lebensdauer und starke Intensität. Die Werbung hat aber oft auch
eine unterschwellige Wirkung, das heißt es wird eine unausgesprochene Botschaft
mitgeschickt, werden z. B. bei einer Autowerbung schöne Landschaftsbilder
gezeigt, soll dies unterschwellig darauf hindeuten, dass man ruhig weiter Auto
fahren kann, da dies die Umwelt dadurch nicht belastet wird.
Werbung wirkt nur, wenn das umworbene Produkt schon ein gewisses Ansehen in der
Öffentlichkeit genießt. Bei Trendprodukten ist die Werbung daher meistens
erfolgreich, bei umstrittenen Produkten wie Zigaretten versucht die Werbung den
Negativtrend abzuschwächen.
Werbung will in erster Linie neue Käufer gewinnen, diese jedoch nach dem Kauf
auch festigen damit sie als Festkäufer gewonnen werden. Das Leitbild der
Werbung ist ein unzufriedener Käufer der nie genug hat und die immateriellen -
und religiöse Werte aus dem Blickfeld verloren hat.
Wirkung der Werbung auf Jugendliche
Für die Jugendlichen sind die Wirkungen der Werbung manchmal viel extremer,
besonders im Pubertätsalter lassen diese sich leicht beeinflussen. Die durch
die Werbung verbreitete Markenideologie wird für viele Menschen vor allen für
Jugendliche zu einer Ersatzreligion. Durch die Werbung werden Produkte und
Vertriebe verherrlicht und das Wertesystem wird radikal verändert, es kann so
weit führen das Einstellungen, Bedürfnisse und Lebensorientierungen verändert
werden. Werbung ist nur auf den Augenblick und auf materielle Dinge gerichtet.
Die Markenartikel sollen Halt und Selbstvertrauen geben und Identität und Persönlichkeit
verleihen. Dies ist jedoch unechtes Selbstvertrauen welches z. B. ohne die
Markenjeans wieder verloren ginge, es ist also sehr kurzlebig, es hält nur bis
zum nächsten Modewechsel. Die Jugendlichen sollten selbst aus eigenem Handeln
und eigenem Charakter Selbstvertrauen und Halt gewinnen dies stimmt nicht mit
der durch Werbung erzeugten Markendominanz überein.
Bestandteil der Werbe- und Verkaufsstrategien ist es, es auszunutzen das diese
Markenfetischisten permanent Angst haben sich minderwertig zu fühlen, ein
schwaches Selbstwertgefühl haben, unsicher sind und kein wirkliches
Selbstvertrauen besitzen.

Die Werbung ist die Verkünderin religionsartigen Materialismus und Egoismus,
sie verkündet das man nur auf Äußerlichkeiten achten soll, all sein Sinnen
auf käufliche Dinge richten, immer das neueste und beste haben muß, Geld
ausgeben soll und lieber verschwenden als bewahren soll. Es muß eine Gegenwelt
aufgebaut werden damit die Kinder nicht dieser Lebensart verfallen, die Eltern
sind oft nicht in der Lage die Einflüsse der Werbung zu neutralisieren.
Das Problem der Werbung
Die „ Segmentierung der Zielgruppen“ führt dazu, dass für
unterschiedliche Gruppen auf unterschiedliche Weise geworben werden muß, dies
steigert die Kosten und beschränkt den Wirkungsradius einzelner Kampagnen. Außerdem
weichen die Beworbenen der Werbung immer mehr aus. Auch die schrillsten
Werbekampagnen werden ohne große Aufmerksamkeit und ohne Erstaunen zur Kenntnis
genommen. Deshalb muß auch die Werbung eine neue Strategie entwickeln, so
werden z. B. religiöse Elemente und Symbole genommen und mit den Produkten in
die unwahrscheinlichsten Verbindungen gebracht, um Aufsehen zu erregen und die
Aufmerksamkeit der Käufer wieder zu gewinnen. Dies wird sehr deutlich bei dem
Benneton Plakat auf dem ein Pfarrer zu sehen ist der eine Nonne küsst, hier
fragt man sich was dies mit Kleidung zutun haben soll. Dieses Plakat soll
schockieren, da es ja bekanntlich für Nonnen und Pfarrer der katholischen
Kirche untersagt ist eine Beziehung ein zu gehen, die Betrachter sollen
hinsehen, das Ziel ist es das ihnen durch das Bild auch die Firma im Gedächtnis
bleibt.
Werbung und Religion
allgemein
In vielen Werbekampagnen lassen sich religiöse Motive und Symbole wieder
finden. Einige dieser Werbekampagnen wie z. B. die Jeanswerbung von Otto Kern Führten
zu Skandalen.
Die katholische Kirche behauptet diese Art Werbung sei eine Verletzung religiöser
Gefühle und ein Missbrauch religiöser Inhalte und biblischer Darstellungen.
Die Macher und Befürworter dieser Werbung sind anderer Meinung, sie sagen, dass
die Bibel nicht der Kirche gehöre und die besagten Kampagnen die verstaubte
Bibel ins moderne Denken zurück bringen würde. Diese Art der Werbung stößt
vor allem bei der katholischen Kirche und empfindsamen Christen auf Ablehnung,
dies ist den werbenden Firmen jedoch ganz recht, da sie sowieso nicht auf diese
Gruppen als Käufer zielen, diese aber genau die Gruppen darstellen, von denen
die Käufer ihrer Produkte sich gerne abgrenzen. Außerdem wird diese Werbung
durch die Skandale und die Gegner, auch dadurch das die katholische Kirche oft
in den Medien auftaucht, leicht zum Gesprächsthema und per Mundpropaganda oder
eben durch die Medien kostenlos weitergetragen. Das Ziel Bennetons oder auch
Kerns ist es durch Skandale, Tabuthemen oder Schockbilder , lange Gesprächsthema
in den Medien und auch sonst zu bleiben. Firmen wie diese sind für solche
Kampagnen bekannt, aber auch Firmen sonst „harmlose“ Werbespots drehen
greifen manchmal zu diesen Mitteln. Wie z. B. Nissan, bei einem Plakat der Firma
steht ein Mann mit ausgebreiteten Armen im Mittelpunkt, diesen könnte man mit
einem Prediger vergleichen, vor ihm ist das Firmenlogo abgebildet, dies könnte
man mit den Tüchern verbinden die man in Kirchen von der Kanzel hängen sieht,
die große Überschrift des Plakats lautet mit hinterleuchteten Buchstaben
„Die 10 Gebote“, darum werden zehn Autos zum Verkauf angeboten, die
Autos stellen in diesem Fall die 10 Gebote da.
Anscheinend muss die Rechnung der Firmen mit der Bibel aufgehen, denn es greifen
immer mehr Firmen zu diesen Mitteln. Es wird aber nicht nur mit heiligen Figuren
geworben sondern auch mit Gestalten der anderen Seite, wie dem Teufel, im
folgenden werde ich diese Erscheinungen des Teufels in der Werbung genauer
untersuchen.
Was bewirkt der Teufel in der
Werbung und warum werben die Firmen mit dem Teufel ?
Als erstes Beispiel für eine Werbung in der, der Teufel in Erscheinung tritt
will ich die Redbull-Werbung nennen. In diesem Werbespot wird der Teufel als
eine dicke hässliche Zeichentrickfigur dargestellt, er bekommt eine eher lächerliche
Rolle zugeschrieben.
Außerdem ist noch eine weitere Figur zusehen, die einen Helfer des Teufels
darstellt, dieser rührt in einem Gefäß das wie ein Hexenkessel aussieht. Alle
Redbull Werbungen enden bekanntlich mit dem Satz:“Redbull verleiht Flügel“,
so auch in diesem Spot, wobei ein gewisser Widerspruch darin besteht, dass dem
Teufel Flügel verliehen werden. Die Firma Redbull ist sich dieses Widerspruchs
wahrscheinlich bewußt und nutz ihn für seine Zwecke. Nach allen Legenden und
Geschichten über den Teufel ist es höchst unwahrscheinlich das dieser jemals
in den Himmel gelangen könnte. Die Werbung für das Getränk will dem
Konsumenten klar machen, dass durch den Genuss dieses Getränks alles, sei es
auch noch so unmöglich, möglich werden kann. Der Betrachter soll denken, wenn
selbst der Teufel durch Redbull in den Himmel gelangen kann, dann muß das Getränk
auch mir mehr Power geben.
Ein gutes Beispiel für den Teufel in der Werbung ist Maskottchen des Fußballvereins
1. FC Kaiserslautern. Dieser Verein vermarktet viele Fanatiker mit dem Teufel,
der hier als kleines etwas dickliches, rotes Männchen mit Hörnern und einem
etwas finsterem
Blick gezeigt wird, dieser macht im Ganzen einen eher freundlichen Eindruck.
Die
Mannschaft selbst bezeichnet sich als die roten Teufel vom Betzenberg.
Der Ursprung des Teufels als Maskottchen liegt hier wahrscheinlich bei dem
Ort des Stadions auf dem Betzenberg, weil Betze ein anderes Wort für Teufel
ist. Außerdem gilt der Teufel als angriffslustig, bösartig, unberechenbar und
mächtig dies könnte ein weiterer Grund gewesen sein warum der Teufel als
Maskottchen gewählt wurde, dies soll den Spielstil der Mannschaft
widerspiegeln.
Dieses
Phänomen lässt sich besser bei der Eishockeymannschaft Halle beobachten die
Mannschaft nennt sich Saale-Teufel und das Vereinslogo zeigt einen Teufel der
einen Eishockeyschläger zerbeisst. Hier ist das Motiv eindeutig, der Teufel der
in diesem Fall mit spitzen Zähnen, spitzen Ohren, langen Krallen und finsterem
Blick also alles in allem als Angst einflössende Gestalt dargestellt wird,
steht für die typische Spielweise der Saale-Teufel.
Auch in unserer näheren Umgebung gibt es Beispiele für Werbung mit dem
Teufel
Der Reifen und Auto Service Holert und Konz wirbt mit dem Teufel. Die Frima ist
erst seit kurzem auf die Idee gekommen den Teufel als Maskottchen zu benutzen.
Seit dem wird der Teufel, in für ihn ganz untypischen, Situationen dargestellt,
beim Schneemannbauen, beim Skifahren, beim Reifenwechsel usw.
Der Verantwortliche fürs Marketing begründet diese Wahl damit, dass in der
Marketing- und Medienlandschaft regelrechte Gefechte ausgetragen werden und der
Verbraucher gnadenlos mit Informationen und Eindrücken, mit Großveranstaltungen
und Shows überhäuft wird, dies sei seiner Meinung nach unnütz aber wenn man
bemerkt werden will müsse man andere übertreffen, man müsse sich etwas
einfallen lassen um nicht übertroffen zu werden und langfristig an der Spitze
zu bleiben. Deshalb mußte die Firma sich etwas auffälliges und merkbares
ausdenken, dabei sind sie auf den Teufel gekommen, dieser soll eine sympathische
aber eigenwillige Figur darstellen. Der Teufel von Holert und
Konz ist kein typischer Teufel wie er bei dem Eishockeyverein zuvor beschrieben
wurde, er ist eher eine niedliche, lustige Gestalt. So wird die Verbindung zur Hölle
und zum Bösen weit in den Hintergrund gerückt bzw. ganz außen vor gelassen,
wie auch die Firma selbst sagt. Das Ziel ist es durch das Wiederholen des
Firmenlogos mit dem neuen Maskottchen zu erreichen das die Darstellung in das
Bewusstsein der Verbraucher gelangt und die gleichbleibende Art der Werbung
sofort als typisch für die Firma erkannt wird. Die Idee des Teufels entstand
sicher nicht zuletzt wegen der schon vorhandenen Erkennungsfarbe, rot, von
Holert und Konz. Auch wenn der Teufel von Holert und Konz nicht mehr sehr viel
Ähnlichkeit mit den früheren Vorstellungen des Teufels aufweist, hat er diese
Eigenschaften noch nicht ganz verloren, so wirbt Holert und Konz mit den Worten
teuflisch stark wobei der Teufel mit Stärke verbunden wird. Aber auch die
verniedlichung des Teufels durch den gewählten Name „Teufelchen“
verschleiert das ursprüngliche Bild des Teufels.
Bei meiner Suche nach Informationen ist mir auch eine Werbung in die Hände
gefallen in der nicht direkt mit dem Teufel geworben wird aber mit einer Figur
die gewisse Ähnlichkeit mit ihm aufweist. es ist ein kleines, nacktes und
rundliches Männchen mit Hörnern und spitzen Ohren, es heißt „Kellergeist“
und wirbt für einen gleichnamigen Wein. Auch hier lässt sich eine Verbindung
zu den Eigenschaften des Teufels herstellen. In der Bibel und einigen Sagen wird
der Teufel oft auch als Versucher bezeichnet und da der Kellergeist für ein
alkoholisches Getränk wirbt kann man ihn auch hier als eine Art Versucher
betrachten.
Man sieht also das der Teufel in verschiedenen Bereichen auf unterschiedliche
Weise für Produkte oder Vereine als Werbemittel verwendet wird.
Hat die
Darstellung des Teufels in der heutigen Kultur noch eine wirkliche Bedeutung ?
Nach meinen Nachforschungen für dieses Projekt, bin ich zu dem Schluss
gekommen das der Teufel in der heutigen Kultur nur noch eine unbedeutende Rolle
spielt. Zu dieser Ansicht komme ich, weil das ursprüngliche Bild des Teufels
mit den heutigen Darstellung meistens keine besondere Ähnlichkeit mehr hat. Früher
hatten die Menschen Angst vor dem Teufel, er war eine echte Schreckensgestalt.
Die Menschen hätten sich damals wahrscheinlich nicht vorstellen können den
Teufel als niedliche kleine Figur für ihre Zwecke zu nutzen. Heute ist dies
kein Problem mehr. Die Rolle des ursprünglichen Teufels wird ins lächerliche
gezogen, so z. B. die Redbull Werbung , diese löst nicht Angst und Schrecken
aus sondern die Menschen finden die Darstellung lustig und lachen darüber ( über
den Teufel). Ich glaube nicht das der Teufel seine Bedeutung jemals ganz
verlieren wird, seine Bedeutung hat sich jedoch im laufe der Jahre verändert.
Dieses Fazit ziehe ich nur aus dem von mir behandelten Bereich der Werbung, es
ist durchaus möglich das der Teufel in anderen Bereichen noch eine größere
Bedeutung besitzt.

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