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Satanismus |
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Hail Satan – Der Teufel als Leitfigur "Klassischer" Satanismus- Vorbild für heutige Jugendsekten? Die historische Hauptfigur des Satanismus Die Idee: Satanismus als "Umkehrung" des Christentums Der "weiche" Okkultismus wird gesellschaftsfähig Schwarze Messen, Satanismus,.. Welche Rolle spielt Satan im Satanismus? Ist Satanismus eine Gefahr für Betroffene und die Gesellschaft? Britta (25 Jahre, Studentin) reist aufgrund eines Forschungsprojektes nach Turin. Da sie sich während ihres Studiums mit Okkultismus beschäftigt liegen in ihrer Wohnung in Turin einige Bücher über dieses Thema herum. Als sie eine Bekannte, die sie dort kennen gelernt hat, bei ihr zu Besuch ist, zeigt diese auffallendes Interesse an diesen Büchern. Diese lädt Britta dann zu einem Treffen von Gleichgesinnten ein. Britta rechnete nicht damit, dass es sich hier um eine Schwarze Messe handelte. Da sie zu einem zweiten Treffen nicht bereit ist findet sie eines Tages eine tote Eidechse mit einer Drohung vor ihrer Haustür. Auch als sie zurück nach Deutschland kehrt, hören diese Dinge nicht auf. Sie bekommt ein Paket zu geschickt, in dem sich eine zerstückelte Katze befindet. Wenig später befindet sich in ihren Schuhen, die sie draußen über Nacht stehen lassen hat, Menstruationsblut vermischt mit Urin. Irgendwann nach langer Zeit erst hören diese Belästigungen auf.
"Klassischer" Satanismus- Vorbild für heutige Jugendsekten? In einem Interviews äußerte ein 22jähriger Satanist die Meinung, man
müsse sich mit Gott und dem Satan gutstellen. Er bete allerdings nur den Teufel
an, da es seiner Auffassung nach mehr Beweise für den Teufel gibt als für
Gott. Woher kommen solche Vorstellungen von einem Gott ebenbürtigen oder gar
überlegenen bösen Gegenüber. Satanismus ist keine Erfindung von heute, sondern er war schon überall, wo es ein dualistisches Gottesbild gab, aktuell. Man glaubte an einen guten Gott und an einen gleichstarken bösen Gott, sprach vom hellen und dunklen Gott.
Dieser Dualismus im Glauben, erreichte mit der Gnosis (griechisch: Erkenntnis), einer Glaubenslehre die am meisten Anhänger in der Zeit kurz nach Christi Geburt hatte, einen seiner Höhepunkte. Die Gnosis, eine zunächst rein heidnische Bewegung, konnte teilweise ins Innere des Christentums eindringen. Angehörige dieses Milieus nannten sich beispielsweise "Wissende" oder Bewohner des "Lichtreiches", in diesen Sekten spielten sich orgiastische Rituale ab, die in heutigen Teufelssekten noch praktiziert werden. Es wird z.B. vermutet, dass die Phallus- Verehrung, eine Verehrung des männlichen Fortpflanzungsorgans einiger heutiger Satansrituale in einigen gnostischen Gruppierungen ihr Vorbild hat. Als Symbol der Ruchlosigkeit und Gottesgegnerschaft gilt vielen Satanisten der sogenannte "Herzog Blaubart" Gilles de Laval, Herzog der Bretagne (1404 – 1440), der nach der Legende mit magischen Kindermorden, Vielehe und anderem mehr in Verbindung gebracht wird. Er galt als erster "mit dem Teufel im Bunde" und lieferte damit die Vorlage für diverse Sagen (Faust), Romane, Filme und sogar für eine Oper. Offenkundig wurden satanistische Erscheinungen in der Zeit vorrevolutionären Verfalls und dann im Niedergang Frankreichs im 17. Jahrhundert. Auch hier gibt es Berichte und Sagen zu satanistischen magischen Handlungen, mit denen sogar das Umfeld Ludwigs XIV. in Verbindung gebracht wird. Von Verhafteten (ca.216) dieser Zeit gibt es Aussagedokumente, die beweisen, dass es eine satanistische- religiöse Subkultur nennenswerte Verbreitung hatte. Ähnlich wie im vorrevolutionären Frankreich wurden auch im späten19. Jahrhundert eine Vielzahl satanistischer Phänomene beobachtet: Eugene Vintras, der sich für die Reinkarnation des Propheten Elias hielt, gründete die gleichnamige Kirche, die "Eliaskiche". 1851 kam es zu einem Skandal, als ein Aussteiger dieser Organisation den Gründer offiziell der Zelebrierung Schwarzer Messen beschuldigte. Der ehemalige Priester, der in den letzten Jahren von Vintras viel mit diesem zu tun hatte, Abbé Boullan führte nicht nur Schwarze Messen in dem er sich auf Tieropfer beschränkte, sondern er soll auch ein Menschenopfer dargebracht haben. Mit Abbé Boullan bringt man einen gemeinsamen Grundgedanken, denen er mit allen Sexualmagier gemeinsam hat, vor allem mit Aleister Crowley: Erlösung durch Sex. "... da der Sündenfall durch einen schuldhaften Liebesakt bewirkt wurde, kann durch Liebesakte, vollzogen in religiösem Geiste, die Erlösung der Menschheit erreicht werden." (Abbé Boullan)
Die historische Hauptfigur des Satanismus Doch der interessanteste (schlimmste) aller Prediger dunkler Mysterien ist und bleibt Aleister Crowley, um den es im Folgenden gehen wird. Am 12. Oktober 1875 wurde in Leamington/Warwickshire Edward Aleister Crowley geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Braumeister, der Laienprediger der Quäkersekte Plymouth Brethren war. Crowleys Phantasie beschäftigte sich schon früh mit biblischen bildhaften Darstellungen, doch seine antichristliche Haltung führte dazu, dass er sich als die "Bestie 666" bezeichnete. Mit zwanzig Jahren begann er im angesehenen Trinity College in Cambridge Geisteswissenschaften zu studieren, verließ es jedoch1898 ohne Abschluss. Er wurde als "Bruder Perdurabo" in den Hermetic Order of the Golden Dawn" des Satanisten Mac Mather aufgenommen. Crowley zog nach London und praktizierte als Magier. Er experimentierte mit Drogen und schrieb Visionen nieder. Aus einer "Offenbarung" die ihm im Jahre 1904 angeblich durch ein Geisteswesen namens "Aiwaz" überbracht wurde, wurde sein legendäres "Liber al vel Legis" ("Buch des Gesetzes"), welches den Grundsatz "Tue, was du willst, soll sein das ganze Gesetz", hat. 1907 gründete er den Orden "Argentum Astrum" ("Silberner Stern"). Das Motto lautete:
sei das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen" und "Es gibt keinen Gott außer dem Menschen" Nach 1912 übernahm Crowley als "Bruder Baphomet" die Leitung der "orientalischen Templer" (O.T.O.) einer Sekte, die sich der Sexualmagie verschrieben hatte. 1920 ließ er sich auf Sizilien nieder und eröffnete die Abtei "Thelema" (von griechisch: "Wille"). Wegen angeblicher oder tatsächlicher Menschenopfer wurde er 1923 ausgewiesen . Seine letzten Jahre verbrachte Crowley nach vergeblichen Versuchen, in Deutschland Fuß zu fassen als Gast eines exzentrischen Lords im englischen Hastings. Aleister Crowley starb am 1. September 1947 , der "gottloseste Mensch des Jahrhunderts". Durch sein "Liber al vel Legis" beeinflusste und beeinflusst er den praktizierenden Satanismus. Dies alles zeigt, dass satanistische Gruppen in der Vergangenheit durchaus organisiert waren und Satanismus mehr sein kann als ein paar Jugendliche, die sich aus Langeweile auf einem Friedhof treffen, um ein bisschen schwarze Magie zu praktizieren Die Idee: Satanismus als "Umkehrung" des Christentums Man erkennt eine blasphemische Verkehrung, wenn man den Satanismus mit dem Christentum vergleicht. Die Rituale des Satanismus sind die genaue Umkehrung von Ritualen der Kirche, die Schwarze Messe ist das genaue Gegenteil der Heiligen Messe. Aber nicht nur die Form wird umgekehrt: Im Christentum ist der Teufel nicht der absolute Gegenspieler Gottes. Dies war aber die Ansicht mancher gnostischen Systeme. Schon der Begriff "Schwarze Messe" verrät: hier wird das zentrale Ritual des Katholizismus zwar blasphemisch in sein Gegenteil verkehrt, aber in der Weise der Nachäffung dennoch zugleich in seiner Macht über die Seelen bestätigt. Beim Ritual mit Brot und Wein (Leib und Blut Christi) geht es nicht um ein magisches Ritual, sondern um die Vereinigung von Gläubigen und Gott. Dies ist schon innerhalb der Kirch nicht immer betont worden. Die Priester des siebten Jahrhunderts hielten Seelenmessen für noch Lebende ab, um ihren Tod herbeizuführen. Nicht abwegig, hier einen konkreten Ursprung Schwarzer Messen zu sehen. Überall wo Schwarze Messen abgehalten wurden, geht es um den Gesatz zur Kirche:
An den satanistischen Ritualen sieht man deutlich, dass Schwarze Messen eine polemische Umkehrung und Entweihung der römisch- katholischen Messe sind, eine kalkulierte Verspottung des Christentums. Viele Satansmessen finden auch oder gerade an kirchlichen Feiertagen statt, beispielsweise in den Osternächten, aber auch an anderen Daten wie die Walpurgisnacht. Was aber ohne Verkehrung übernommen wird, ist das Ritual als gruppen- und persönlichkeitsbildendes Mittel. Damit kann nach diesem historischen Rückblick eine erste Wertung im Hinblick auf aktuelle Erscheinungen vorgenommen werden. 2.1 Die Faszination oder wieso gerade Okkultismus
Der "weiche" Okkultismus wird gesellschaftsfähig Die erste Grundlage dafür, dass Okkultismus überhaupt wahrgenommen wird von Jugendlichen, ist, dass Okkultismus gesellschaftsfähig geworden ist. In der Gesellschaft wendet man sich immer mehr von den herkömmlichen Religionen wie dem Christentum ab, jedenfalls was die Mitgliedschaft in den Großkirchen angeht.. Sie scheinen mit der modernen Lebensweise nicht vereinbar zu seien. Gleichzeitig bietet die Gesellschaft keinen Halt mehr für das einzelne Individuum und wirkt unglaubwürdig und unzuverlässig. So wird Raum für neue gesellschaftlichen Einflüsse, wie z.B. alternativen Religionen geschaffen. So bildete sich die sogenannte New-Age-Bewgung, in der eine Verbindung von Spiritualtität und Modernität geschaffen wurde. Hier findet der Okkultismus seinen Platz. Er findet immer mehr Zulauf und dies auch besonders unter den Jugendlichen. Dieses Phänomen wurde auch nur durch andere Umstände wie soziale Krisen und vor allem die zunehmende ökologische Bedrohung unterstützt.. Der Staat und die Gesellschaft werden unglaubwürdig, da sie durch wirtschaftliche Krisen und Umweltzerstörung die Individuen ihren Standpunkt nicht ungebrochen vertreten können. Zu dem setzt sich die Ellenbogegesellschaft immer mehr durch. Jeder muss selbst für seine Verwirklichung sorgen und seine Lebensführung durchführen, wobei soziales Verhalten meist nur im Weg steht. Zur Lebensorientierung fehlt es an Werten und Normen, die man aus einer Religion oder Gesellschaft ziehen kann. Es steht kein verbindliches Orientierungssystem zur Verfügung. So geht man auf die Suche nach alternativen Religionen die als Sinnstiftung dienen sollen, da auch die Glaubwürdigkeit des modernen Gedankengutes, des rationale Fortschrittdenkens am Zerbrechen ist und man so vielleicht eine nicht-rationalen Deutung außerhalb der Kirchen finden kann, die mindestens genauso viel Überzeugungskraft liefert. Aber wieso ist der Okkultismus gerade so beliebt bei den Jugendlichen? Was fasziniert sie? Die Gründe, warum sich Jugendliche zum Okkultismus bekennen, sind vom jeweiligen Bereich abhängig, in dem sie sich orientieren. Zusammenfassend könnte man sagen, dass Okkultismus (lat. occultum: "Das Geheimnisvolle") ein Sammelbegriff für paranormale Dinge ist, die nicht aus dieser Wirklichkeit stammen. Der Okkultismus sieht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und noch-nicht-Wissenschaft. Mit Hilfe verschiedener Praktiken, wie z.B. Beschwörungen, Manipulationen und Ritualen, glauben die Okkultisten Kontakt zu einer anderen Wirklichkeit aufnehmen zu können. Auf diese andere Wirklichkeit oder Welt glauben sie Einfluß zu haben und sich die Mächte und Wesen dieser zu nutze machen zu können. Bei den Praktiken spielt Magie eine Rolle, durch die okkulte Wirkungen erzielt werden sollen. Dabei gibt es aber aus wissenschaftlicher Seite keine nachweisbaren Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung. Banner, Wahrsager, Hexer, Magier usw. sind diejenigen, die über diese Macht verfügen. An sie kann man sich wenden, um die Wirklichkeit mit Hilfe der anderen Welt zu beeinflussen. Man hat aber auch selber die Möglichkeit sich der Macht anzunehmen, indem man die Praktiken anwendet, wie z.B. Gläserrücken, Pendeln usw. Als eine Art Bedienungsanleitung für die Magie dient den Okkultisten das sogenannte 6. "Buch Mose", sowie weitere angebliche Bücher Mose. Der Okkultismus "beschäftigt sich mit allen unerklärlichen Phänomenen. Die mit der Wiederverzauberung verbundene gesellschaftliche Anerkennung einer spirituellen Dimension der Welt hat diese Phänomene, die Gegenstand des Okkultismus sind, aus dem Bereich des Obskuren, Schwärmerischen herausgeholt und damit gesellschaftsfähig gemacht." Beim Okkultismus zieht der Bereich der konkreten Lebenshilfe Aufmerksamkeit auf sich. Hier wird erhofft durch Befragung von Geistern, Pendeln, Karten legen, Astrologie und anderen Praktiken, die man als weiche Praktiken bezeichnet und relativ unkompliziert sind, so dass sie für fast jeden zur Verfügung stehen, Antworten auf konkrete Fragen zu erlangen. Auch Geistheiler stellen einen Ausweg für Kranke da, bei den die Schulmedizin versagt. Diese sogenannten weichen Praktiken sind unter Jugendlichen weitverbreitet. Fast jeder weiß über sie Bescheid und viel haben sie auch schon ausprobiert oder führen sie öfters durch. Die Akzeptanz der okkultisten Lebenshilfe ist deshalb so hoch, weil man selbst sehr leicht überprüfen kann, ob die Antwort der Wahrheit entspricht oder eine Problemlösung leicht überprüft werden kann. Eine Nichterfüllung schafft aber auch keine Unglaubwürdigkeit. Vorhersagen werden zumeist umgedeutet, so dass sie wieder in den Rahmen passen. Trifft die Vorhersage wirklich nicht zu, dann ist beim Ritual ein Fehler unterlaufen. Da die magischen Rituale funktionieren müssen, liegen Fehler an der falschen Interpretation der Magie Praktizierenden. So gelten Okkultische Praktiken unter Jugendlichen als sehr glaubwürdig. So werden sie auch genutzt, um so schwierige Entscheidungen zu treffen. Zudem wenden sich Jugendliche dem Okkultismus aus Ängsten vor der Zukunft, vor Entscheidungen, Krankheit, Angst zu versagen usw. Der Okkultismus soll ihnen durch seine konkreten Antworten weiter helfen und die Ängste durch Sicherheit beseitigen. So führen auch persönliche Probleme dazu zum Okkultismus zu greifen. Dabei treibt Jugendlichen auch die Neugier und das Interesse am Außergewöhnlichen. In der heutigen Gesellschaft wird alles durch die Wissenschaft erklärt und es gibt kaum noch Freiräume für Fantasie. Die Faszination des Geheimnisvollen treibt sie an, das Okkulten zu erforschen. Viele Jugendliche werden an diese Praktiken dadurch herangeführt, weil ihre Freunde schon praktizierende sind. Dies beschreibt aber nur die gesellschaftlichen Bedingungen für die generelle Interesse am Okkultismus.
In unserem Alltag zeigen sich heutzutage zahlreiche esoterische Phänomene. "Esoterik" heißt soviel wie Geheimlehre, nur für Eingeweihte zugängliche Lehre. Kein Buchladen kann heute ohne eine Abteilung für esoterische Bücher überleben. Jedes Magazin hat seinen Horoskopteil und natürlich auch seinen eifrigen Leser die auf die Verkündigungen der nächsten Wochen oder Monate warten. Immer wieder findet man Anzeigen, in denen okkulter Austausch gesucht wird. Die medialen Okkultphänomene der heutigen Zeit sind Produkte Erwachsener, denen Jugendlichen in vielfältigen Formen und Intensitäten begegnen. Neben dieser medialen Wirklichkeit des Okkulten, erhalten Jugendliche auch oft erste Anstöße und Hinweise auf Okkultes und Übersinnliches. Neben "spiritistischen Praktiken" wie Pendeln und Gläserrücken geht es bei magischen Praktiken eher um die experimentelle Erprobung bestimmter Runen, Zeichen, Symbole, Formeln und Sprüche., auch um das Ausprobieren "imitativer Magie" mit dem Ziel der Beeinflussung anderer oder der Einwirkung auf bestimmte Ereignisse. Verbreitet sind Symbole der schwarzen Magie, über die aber häufig kein Wissen der Bedeutung besteht. Dass "666 the number aof the beast" im Titel der Rockband Iron Maiden ursprünglich in der Offenbarung des Johannes für den Kaiser Nero steht, wird kaum ein Fan wissen. Das Pentagramm als "gehörnter Stern", Hexagramm als Zeichen todbringender Macht, das umgekehrte Kreuz des Christentums, der satanische Gruß mit erhobener Hand und gestrecktem Zeige und Kleinfinger sind hierfür Beispiele.
Umfassende Kenntnisse über Okkultpraktiken oder Zukunftsvorhersagen sind bei Jugendlichen wohl relativ selten. Zwar wissen einige was die verschiedenen Handlinien zu bedeuten haben, aber dies weiss man aus Büchern des Handlesens. Häufiger werden allerdings Karten gelegt und gezogen. Vor allem Tarotkarten, die nach vorgefertigter Gebrauchsanweisung gedeutet werden. Okkulte Praktiken gehören in den Alltag Jugendlicher wie Sport, Video oder Disco. Überall, ob zu Hause im Radio, im Fernsehen oder in der Fußgängerzone, wird man damit konfrontiert. Dies regt natürlich emfindsame Jugendliche zur Nachahmung an.
Schwarze Messen, Satanismus,.. Was fasziniert nun aber Jugendliche an Schwarzen Messen und Mitgliedschaft in okkulten und satanistischen Orden und Logen.? Hierfür bedarf es mehr als nur das Interesse am Übersinnlichen oder an der Lösung singulärer Lebnsprobleme. In diesem Fall kann man von zwei Hauptmotiven ausgehen: Macht und Exklusivität. Macht: Der Mensch hat schon immer das Grunbedürfnis seine Teile zu erreichen. Dabei zeugt ein nicht erreichtes Ziel von Schwäche. Um die Ziele durch zusetzten, auch anderen Menschen Gegenüber benötigt man Macht In einer Welt,in der die Eigenverantwortlichen des Menschen zählt und nur der Bessere weiter kommt, wird die Angst zu versagen größer. Ohnmachtserfahrungen treten immer häufiger auf, da der Mensch sich in seinen Mitgestaltungsmöglchkeiten eingeschränkt sieht. Durch okkulte Praktiken und magischen Rituale will der Praktizierende Macht und Gewalt über Teile der jenseitigen Wirklichkeit erlangen und hat somit im Gegensatz zu anderen Menschen die Macht, Kontakt zu jenseitigen Welt aufzunehmen. Darüber hinaus ist ein bedeutender Grund, dass mit Hilfe der "jenseitigen Welt Macht über andere" ausgeübt werden kann. Auch innerhalb einer Gruppe kann man zu herausgehobener Stellung gelangen und so über andere Mitglieder und selbst über ihre Körper verfügen. Durch diese Machtgefühle findet eine Selbsterhöhung statt. Die Teilnahme an okkulten Praktiken lässt in jeden Fall, ob nun Macht über Dritte ausgeübt wird oder nicht , Kompension zu persönlichen Defiziterfahrungen zu. Durch die zumindestens theoretischen Machtmittel hebt sich der Praktizierende von seine Mitmenschen ab und versucht seine Ohnmachtserfahrungen zu überspielen. Exklusivität Da in die moderne Welt einerseits von Vielfalt und anderseits von Vereinheitlichung geprägt ist, entsteht das Bedürfnis, sich Gruppierungen anzuschließen. Diese Zugehörigkeit – etwa in Orden - kann eine persöhnlichkeitsstabilisierende Funktion haben. Durch die Zugehörigkeit zu exklusiven Gruppen wird auch eine Sicherheit gewonnen, da sie einer bestimmten Ordnung unterliegen. Man wird eingeordnet durch feste Handlungsrahmen wie z.B. magische Rituale. Zudem besteht innerhalb der Gruppen Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen mit Gleichgesinnten. Dadurch, dass die Gruppe exklusiv ist und so auch von ihren Tätigkeiten nichts nach außen dringen darf, entsteht eine Aufwertung der eigenen Person. Innerhalb eines Ordens sind nach längere Mitgliedschaft soziale Aufstiege möglich. Es kommt zu Erfolgserlebnissen, die einem in der Gesellschaft u.U. fehlen. "Die exklusive Ordensgemeinschaft wird zur Gegenwelt, in der sich alle zentralen Lebenserfahrungen machen lassen.". Die Exklusivität gilt auch gegenüber der etablierten Kirche. Wenn in satanistischen Orden Satan als Gegenspieler Gottes angesehen wird, ermöglicht dies Jugendlichen ihren Frust an der Kirche und der von ihr geprägten Gesellschaft loswerden Hier spielen Exklusivität und Macht eine Rolle: Durch die Verkehrung der Messe wird ihre Macht infrage gestellt. Von sogenanntem "ambulanten" (=wandernd, ohne festen Sitz) oder "latenten" (= verborgen, ohne feste Merkmale) Satanismus spricht man, wenn es vor allem Jugendlichen um den Nervenkitzel und Erlebnisse geht. Dazu zählen Saufgelagen auf Friedhöfen, Schwarze Messen, Teufelspakte, bei denen man sich auf besondere Weise Satan weiht oder mit ihm Abmachungen schließt, sowie bestimmte Formen von satanistischer Sexualität, die aber oft erfunden sind. Freizeit- und Erlebnismöglichkeiten von Jugendlichen sind immer stärker eingeschränkt. Zudem wird die Reizschwelle immer höher, die ein Erlebnis erlebenswert machen. Hinzu kommt es auch noch, dass Jugendliche in der modernen Welt der Toleranz (auch wenn diese nur eine scheinbare ist) es schwerer haben ihre Eltern und Umwelt zu schocken bzw. sich von ihnen zu distanzieren. Was bittet sich da besser an als das Böse direkt? Die Provokation als Motiv ist mit dem Motiv Exklusivität verbunden. "Schwarze Messe, Black Metal oder gar der Aufbau einer eigenen satanistischen Gruppe bilden Formen des Protestes und der Provokation. Sie drücken sowohl Sehnsucht nach Anerkennung aus als auch Unzufriedenheit über den Sinnverlust, die Perspektivlosigkeit und die soziale Kälte in der Gesellschaft." In diesem Zusammenhang kommt es auch zu Grenzüberschreitungen in den kriminellen Bereich. Die Medien spielen im Okkultismuswahn auch eine Rolle. Durch sie wurde erst die Aufmerksamkeit so stark auf den Okkultismus gelangt. Aber ihre Berichterstattung ist oft falsch oder stark übertreiben, vor allem was sie Gefahren betrifft z.b. der Ritualmorde, so dass die Medien einen Wahnsatanismus geschaffen haben, der die Sensationslust des Verbrauchers stillen soll. Satanismus tritt auch kommerziell in Erscheinung. Durch Propaganda, ob mündlich oder schriftlich, z.B. als Inserat, wird geworben. In einschlägigen Kreisen werden Schwarze Messen abgehalten, wobei die Veranstalter eine Menge Geld einnehmen. In diesem Bereich spielt der Glaube an Satan wohl nur eine nebensächliche Rolle. Konkrete Daten über die Zusammensetzung okkultisctischer Gruppierungen, den sozialen Status, das Alter ihre Mitglieder sind natürlich schwer zu erheben, da Praktizierende nicht über ihr handeln reden und Aussteiger meist verfolgt werden und so aus Angst auch nichts sagen und oft auch noch unter psychischen Störungen leiden. Satanisten sind oft ihre eigenen Opfer und erleben ein psychisches Chaos bei der Bindung an eine satanische Gruppe. Es ist ein Irrtum, dass nur gelangweilte Jugendliche der Teufelsanbetung nachgehen. Früher wie heute sind es meist die Erwachsenen, die in Satanskulten die Fäden in der Hand haben. Trotzdem sollten Jugendsekten nicht verharmlost werden, denn auch sie fordern ihre Opfer, sowohl die Tiere, als auch die Handelnden selbst. Welche Rolle spielt Satan im Satanismus? Hier sind durch die unterschiedlichen Verzweigungen des Okkultismus und Satanismus Unterschiede zu machen. Bei den sogenannten weichen Praktiken spielt das Böse und der Satan noch keine zentrale Rolle. Hier geht es meist nur darum etwas Paranomales zu erleben, das durch die Unberechenbarkeit einige Gefahren verbirgt. Die im Okkultismus angewandten Methoden, wie Pendeln, Tarot, Orakel und Spiritismuspraktiken, dienen alle zur Kontaktherstellung mit Dämonen und Satan und deren Befragung. Im Falle der Magie wird zwischen Weißer und Schwarzer Magie unterschieden. Die Weiße Magie bezieht sich auf gute und hilfreiche Geister und Mächten, so dass das Böse und der Satan hier keine Rolle spielt. In der schwarzen Magie hingegen hängt sich den dunklen, bösen Mächten, Satan, Dämonen oder Luzifer an. Die Grenze zwischen beiden kann aber nicht genau gezogen werden. In der praktischen Ausübung der Magie vermischen sich beide auch untereinander. Beide zählen aber zum Okkulten, da sie versuchen sich die andere Wirklichkeit verfügbar zu machen. Innerhalb des Satanismus gibt es aber eine gemeinsame Lehre, die man durch den Satz: "Es ist kein Gott, außer dem Mensch." Das menschliche Individuum steht im Vordergrund. Auch wenn es so scheint, als ob Gottesdienste für Satan abgehalten werden oder dergleichen, geht es doch nur um das Individuum und dessen stärke und Macht: "Tu was du willst – auf Kosten der Schwächeren" (A. Crowley) und/oder "Tu, was du willst, soll sein das ganze Gesetz aus dem "Liber AL vel Legis". Im heutigen Neosatanismus geht es nicht mehr um den personenhaften Satan. Er dient nur als Symbol der geistlichen Haltung. Die von der christlichen Tradition geprägten Gesellschaft wird abgelehnt und nur der Mensch ist Gott. "Mit Hilfe enthemmender Methoden versuchen sich die Anhänger dieser Lehren von den internalisierten Wertvorstellungen zu befreien, sich durch okkulte Praktiken ihre Zukunft verfügbar zu machen. Zu einer Steigerung der sexuellen Lustgewinnung zu gelangen und über andere Menschen Macht gewinnen. In ihren magischen Ritualen geht es um die Freisetzung von Kräften, die Erweiterung des Bewußtseins und den Zugang zu übersinnlichen Erfahrungen. Ziel dieser Ritualität ist letztlich das Erleben der eigenen Göttlichkeit." Die christlich geprägte Gesellschaft wird lächerlich, Nächstenliebe wird zum Nächstenhass. Der Mensch selber ist autonom und genügt sich selbst. Etwas verwirrend wirkt eine Spielart des Satanismus vor allem im 19. Jahrhundert der Mit Dichtung und Literatur wollte der Protestsatanismus Satan als Befreier der Menschen von Zwängen der Kirche und Gesellschaft darstellen. Seine Anhänger wollten sich mit Satan in seiner Auflehnung gegen Gott und Jesus zusammentun und ihre mit seiner Rebellion vereinigen auf der Grundlage der christlichen Gesellschaft. Das Anliegen dieser Richtung ist bei Betrachtung der damaligen kirchlichen und theologische Verhältnisse verständlich.
Im Satanismus wird Satan auch direkt angebetet. Satan stellt Forderungen und Befehle. Er ist derjenige, der den Anhängern sagt, was sie tun sollen. Hierbei werden innerhalb von Gruppen Mitglieder von Satan als Priester erwählt, welche die Ehre haben, die Befehle von Satan weiter zu leiten. Satan legt auch fest, was oder sogar wer geopfert werden soll. Er liefert durch den Mund des Priesters die Legitimation auch für kriminelle und/oder grundrechtsverletzende Handlungen. Ist Satanismus eine Gefahr für Betroffene und die Gesellschaft? Nun bleibt noch die Frage offen, in wie weit der Okkultismus eine Gefahr für Jugendliche darstellt. Zuerst sollte man berücksichtigen, dass der Anteil an Jugendlichen, die sich dem Okkultismus anschließen relativ gering ist. Zudem ist der Weg zum Okkultismus bis zu einem Orden nicht definitiv vorgezeichnet. Die äußeren Bedingungen für ein Interesse am Okkultismus führen nicht gleich zur Mitgliedschaft. Dies hängt von der individuellen Persönlichkeit ab. Eine Gefahr für eine Praktizierenden besteht erst dann, wenn der Okkultismus oder Satanismus zur überwiegenden oder sogar alleinigen Lebensdeutung wird, so dass kein Freiraum bleibt Probleme auf anderen Wege zu bewältigen. Hier entsteht auch die Gefahr von Abhängigkeit und Sucht. Die Abhängigkeit kann sich auf die Gruppe beziehen oder man ist abhängig von den Mächten mit denen man scheinbar kommuniziert. Von beiden glaubt der Praktizierende, dass er deren Anweisungen folge leisten muss, so dass eine Fremdbestimmung entsteht, aus der Zwangshandlungen resultieren. Diesen können zu Angstsyndromen führen, die auch noch lange nach Beendigung einer okkulten Praxis anhalten. Im Unterbewußtsein entstehen oft Fantasien, denen die Betroffenen ohne Verarbeitung nicht mehr zu entfliehen vermögen. Aufgrund der oben beschriebenen "narzißtischen Ichaufwertung" mittels Exklusivität und Machtanmaßung kommt es außerhalb der Gruppe zu Problemen in sozialen Beziehungen, z.B. durch die Unfähigkeit andere Meinungen zu tolerieren. Die Persönlichkeit kann auch zudem zerstört werde, indem Praktiken eingesetzt werden, die zur Umprägung der Persönlichkeit beitragen sollen, wie z.B. Gewaltraining, Ekeltraining, Selbstverstümmelung, Drogenmißbrauch sexualmagischer Praktiken). Neben der Gefährdung der Psyche kommt es auch zur Gefährdung des Körpers. Drogenmissbrauch und Körperverletzungen, die man sich selber zuführt oder zugeführt werden sowie allgemeine Gewalt gegenüber Dritten ist im Jugendsatanimus stark vertreten. Zudem kommt die Gefahr des sexuellen Mißbrauchs bei sexualmagischen Praktiken. Auch zu berücksichtigen ist die Jugendkriminalität, die mit dem Okkultismus und Satanismus in Verbindung steht. Die Strafbestände bestehen von Taten wie Diebstählen , über Sachbeschädigung und Körperverletzungen bis hin zum Ritualmord. Für die Gesellschaft stellt der Okkultismus, aber keine Gefahr da. Die Beschäftigung mit dem Okkultismus ist zudem bei viele nur eine kurzfristige Angelegenheit von Tagen, Wochen oder Monaten. Das Interesse wird dann auf andre Dinge gelenkt. Okkultismus stellt so gesehen eher eine Gefahr für Einzelne bei bestimmten Formen des Auslebens als eine große allgemeine Gefahr dar.
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