Auf dem Weg zur Schule ist er uns gegenwärtig, grinst uns von der Betonwand
zu ... als Graffiti. Im Kino jagt eine Teufelskomödie die nächste. Wir lesen
von ihm, ob im Deutschunterricht in Goethes Faust oder im letzten Schmöker von
Stephen King. Aber ist es noch derselbe, vor dem die mittelalterlichen Menschen
solche Angst hatten?
Unsere Sprache kennt zahlreiche Redensarten, die ihn uns im Gedächtnis
halten: Wir treiben den Teufel mit Beelzebub aus, sind hinter Leuten her wie der
Teufel hinter der armen Seele, es reitet uns der Teufel, wir sind des Teufels,
Düvel Sakra (ostfriesisch), da ist der Teufel los! Wir malen den Teufel an die
Wand, sind des Teufels, suchen auf Teufel komm raus weitere Redensarten. Das
weis der Teufel, in Teufels Namen!
Im täglichen Leben ist man in unserem Kulturkreis von morgens bis abends mit
dem Bösen konfrontiert bzw. ist teuflischen Versuchungen ausgesetzt. Der Teufel
lauert überall. Sei es im Fernsehen durch die Verführung der Werbung oder
durch gewalttätige Sendungen, sei es am PC mit brutalen Computerspielen oder in
der Rockmusik mit merkwürdigen Verbindungen von Satanismus und Nazitexten, um
nur einige Beispiele zu nennen.
Wir nennen Wir nennen es teuflisch, ohne das er erscheint, wenn Andere von
unserer Konsumgesellschaft verführt werden. Aber auch Alkohol-, Tabletten- und
Drogenkonsum sind tägliche Verführungen in unserer Gesellschaft. Schlägt man
die Zeitung auf, so vergeht nicht ein Tag, wo nicht über Gewalttätigkeiten und
Gräueltaten berichtet wird. Wie man sieht, ist das Böse in unserer
Gesellschaft allgegenwärtig und es gelingt wohl niemandem, sich dem ganz zu
entziehen.

Weltpolitisch wohnte der Teufel bis
Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts noch in Moskau. Nachdem er sich
dort verabschiedet hatte, fuhr der personifizierte Bösewicht vorübergehend in
Saddam Hussein, um anschließend um so heftiger die Macht über Milosevic zu
ergreifen. Wer nun meint, mit der Entmachtung von Milosevic sei das Böse in
dieser Region nun endlich überwunden, sieht sich getäuscht. Der Teufel ist
gerade dabei, sich in Mazedonien eine neue Heimat zu suchen und bedient sich
ausgerechnet der Albaner, die die westliche Welt noch bis vor kurzem vor den
Übergriffen des Milosevic schützen musste. Aber nicht nur dort, sondern auch
an anderen Stellen der Welt mischt der Teufel mächtig mit. Man braucht sich nur
die Auseinandersetzungen zwischen den Palästinensern und den Israelis vor Augen
halten oder den sich selbst überlebenden Potentaten Estrada .