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Teufelsdarstellungen in Computerspielen

Beispiel "Diablo"

Beispiel "Black & White"                    

Der Teufel in Computerspielen

 

Beispiel "Diablo"

Skript

Seit Anbeginn der Zeit herrscht ein großer Konflikt zwischen Gut und Böse, bei dem nie eine Seite die Vorherrschaft gewinnen konnte. Nachdem die Menschheit dann erschienen ist beschloss man den Austragungsort des Kampfes auf die Erde zu legen und so versuchten beide Parteien so viele Seelen wie möglich auf ihre Seite zu bringen. Nach einem Streit in der Unterwelt wurden die drei Brüder Diablo, Mephisto und Baal auf die Erde verbannt. Dort sorgten sie für Zerstörung und Chaos.

Im ersten Teil des Spieles "Diablo" will Diablo, also der Teufel persönlich die Weltherrschaft an sich reißen. Zu diesem Zweck beschwört er eine Armee aus der Hölle herauf, die die Welt in Angst und Schrecken versetzten soll. Glücklicherweise kommt zu dieser Zeit ein Held in die Stadt Tristram, welcher fest entschlossen ist dem Bösen gegenüberzutreten. Er kämpft sich durch die Katakomben bis zu Diablo persönlich vor und verbannt ihn in einen Seelenstein, welchen er sich persönlich in den Kopf rammt. Im zweiten Teil gewinnt Diablo die Kontrolle über ihn und kann sich aus seiner Verbannung befreien. Mit Hilfe seiner Brüder Mephisto, dem Herren das Hasses und Baal, dem Herren der Zerstörung versucht er erneut, die Kontrolle über die Welt zu bekommen.

Der Spieler als Held fängt im zweiten Teil in einem kleinen Amazonenlager an und kämpft sich durch vier Akte zu Diablo vor. Dabei bekommt er Hilfe vom Erzengel Tyrael.

Das Spiel selber ist ein Action-Rollenspiel, was bedeutet, dass man mit einem schwachen "Character" anfängt und sich mithilfe von Erfahrungspunkten, die man bei erfolgreicher Tötung von Monstern bekommt, aufwerten kann. Weiterhin kann man viele verschiedene Waffen, Rüstungsgegenstände, Ringe und Amulette finden, womit sich die Characterwerte verbessern lassen. Dieses führt zu einem Jäger und Sammler-Effekt.

Das Design mutet mittelalterlich an.

Beschreibung des Teufels

 

Diablo selber ist wie der "typische" Teufel dargestellt: Er ist groß, in dunklen Rottönen gezeichnet und ist am Kopf, am Rücken, am Schwanz und an den Gelenken mit Hörnern bestückt. Seine Statur ähnelt der eines Affen, da er zwar auf zwei Beinen läuft aber dabei stark nach vorne gebeugt ist und sich mit den Armen abstützt. Ein typisches Merkmal sind auch seine Ziegenbeine. Rechts eine Vorstudie für eine andere Figur.

Er hat die Macht, die Gedanken anderer zu kontrollieren und beherrscht Zaubersprüche. Weiterhin scheint der Zusammenschluss der drei Brüder ihre Macht zu verstärken.

Grundsätzlich können die Menschen nichts gegen den Teufel ausrichten doch mithilfe des Erzengels Tyrael bekommen sie die Seelensteine, mit denen man die Macht der Dämonen rauben und einschließen kann.

Der Hintergrund einiger Motive

Die Vorgeschichte erinnert an den alten persischen Mythos, nach dem ebenfalls ein Kampf zwischen gut und Böse auf der Erde ausgetragen wird bei dem es ebenfalls darum geht die Seelen der Menschen für die jeweilige Partei zu gewinnen. Einige Namen sind der biblischen bzw. babylonischen Tradition entlehnt. Ein Beispiel:

Baal [semitisch, "Herr"],babylonisch Bel, der am weitesten verbreitete westsemitische Gott für Wetter und Fruchtbarkeit, Bruder und Gemahl der Anath und Aschera. Baals Sitz sind heilige Berge und Gebirge, seine Symbole Keule und Blitz; sein Kult trägt ekstatische und orgiastische Züge. Bei der Einwanderung begegneten die Israeliten ihm als dem Hauptgott der Kanaanäer, wodurch er im Alten Testament zum Inbegriff heidnischen Götzendienstes wurde. Trotzdem trat ihr Gott Jahwe oft an die Stelle Baals und erhielt dessen Kultstätten.

Baal, der Blitze schleudernde Gott. Sumerische Baalstatue

Bronzefigur; entstanden um 1400 bis 1200 v. Chr.

 

In der Bibel wird Baal auch Belzebub genannt und symbolisiert das Böse. Dies gründet darauf, dass Baal als Gott der Babylonier nicht von den Israeliten toleriert wurde.Aus dem Zusammenhang wurde wahrscheinlich auch der Name in das Spiel aufgenommen.

Andere Gestalten entstammen der literarischen Tradition. Mephisto ist aus der Fausterzählung übernommen. Weiterhin wurde dieser Name auch in Mittelalterlichen Volksbüchern gebraucht.

Beim Kampf gegen das Böse trifft man im Spiel unter anderen auf sogenannte abtrünnige Jägerinnen. Diese Jägerinnen gehörten ursprünglich einer Gruppe von guten Jägerinnen an und sind nun vom Teufel besessen. Dieser bringt sie dazu, gegen ihre eigenen Reihen zu kämpfen.

 

Zum einen ist hier der Aspekt interessant, dass selbst die guten Menschen zum Teil des Bösen werden können und zum anderen die Art wie sie Sterben.

 

Wave-Datei

 

Die Motive erinnern deswegen an die Exorzismen Jesu.

"Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch mit unreinem Geist der schrie auf und rief: "Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen um uns zu verderben? Wir wissen wer du bist: Der Heilige Gottes!". Da bedrohte ihn Jesus und sprach: "Verstumme und fahre aus von ihm!" und der Unreine Geist riss ihn hin und her schrie mit lauter stimme und fuhr von ihm aus." (Mk 1, 23-27)

Interessant auch das selbst Jesus hier Gewalt andeutet (" Da bedrohte ihn Jesus...").

Beispiel "Black & White"

Skript

Bei diesem Spiel wird man zum Gott eines eingeborenen Stammes und muss diesen vor anderen Göttern verteidigen. Das Skript sieht also einen guten und (mindestens) einen bösen Gott vor.Diese Verteidigung geschieht entweder, indem man eine selbstgezüchtete Kreatur (aus der Menge der vorgegebenen Wesen zum Titanen herangezüchtet) gegen eine des feindlichen Gottes antreten lässt oder indem man versucht, mit Zaubersprüchen wie z.B. Feuerbällen oder ähnlichem die Dörfer des Gegners abzubrennen.

Die Energie zum Zaubern bekommt man von seinen Untertanen. Umso mehr diese an ihren Gott glauben, umso mehr magische Kraft in Form von Zaubersprüchen bekommt er. Diese Anerkennung der Dorfbewohner muss man sich aber erst erarbeiten, denn um Gläubige an seine Seite zu ziehen muss man sich erst mal bemerkbar machen.

Dies tut man indem man indem man Steine durchs Dorf schmeißt oder den Dorfbewohnern ein bisschen unter die Arme greift. Man zaubert ein bisschen Nahrung oder fällt ein paar Bäume. Eventuell übernimmt dies der selbst geschaffene Titan. Man kann aber auch Angst und Schrecken verbreiten, denn die Dorfbewohner werden einen dann fürchten und anbeten. In diesem Falle reicht es schon, ab und zu ein paar Menschen zu opfern oder seine Kreatur zum Menschenfresser abzurichten. Diese verändert sich auch dementsprechend und bekommt Hörner und Rote Augen(!!) statt der lieben kleinen Kulleraugen in der Grundeinstellung des Spiels. Der Verlauf der "Weltgeschichte" und das Wetter(!) ändern sich je nach guter oder böser Laune Gottes respektive des Spielers.

 

 

Darstellung des Teufels

Als Berater stehen ein Teufel und eine engelsähnliche Gestalt zur Verfügung, die sich auch gerne streiten, wenn es etwa darum geht, einem Dorfbewohner zu helfen oder ihn lieber zu töten und sein Haus abzubrennen. Dem Spieler ist es in einer solchen Situation freigestellt, welchen Weg er einschlägt.

Der Hintergrund einiger Motive

Die Zauberkraft heißt "Mana", wobei dessen Bewegungsrichtung gegenüber 2.Mose 16 umgekehrt ist: Gott empfängt die Nahrung und schöpft daraus seine Kraft. Die resultierende Zauberkraft entlädt sich in so bekannten Formeln wie "Shalom".

Die Zitate des Settings reichen aber über die schriftliche Tradition hinaus:

Die Aktionen des Spielers werden über eine Gotteshand á la Sixtinische Kapelle ausgeführt, die in den Bildschirm hineinragt und per Maus bewegt wird.

Die Hintergründe zeigen in entsprechenden Situationen Pentagramme und Teufelsfratzen.

Vor der Ankunft der Götter leben die Dörfer in Frieden im "Lande Eden", erst der Eingriff der Götter, die sich eine Welt schaffen und mit den Bewohnern ihre Spielerfahrung sammeln, bringt den Unfrieden.

Der Teufel in Computerspielen

Es geht in den Spielen nicht um eine Auseinandersetzung mit den dargestellten Welten. Der ursprüngliche Dualismus wird benutzt, um ein Gegenüber von Spielpartnern zu schaffen bzw. bei Einzelspiel zu simulieren sowie eine Spannung zu erzeugen. Im Zentrum steht ein Programm (Engine), welches den Spielstand errechnet. Aus den durch Geschicklichkeit, Erinnerungsvermögen bezüglich der Konsequenzen einzelner Spielzüge ("Strategie" genannt) und Zufall gewonnenen Punkten ergibt sich die Stärke des Spielers. Ob sich für Gott die Güte oder der Ratschlag des Berater-Teufels langfristig auszahlt, entscheiden längst im Voraus die Programmierer.

Der Teufel wird eingesetzt als Monster oder als Symbol einer der Pole, zwischen denen eine Spielentscheidung getroffen werden muss. Die Gestalter dieser Spiele setzen auf die vorhandenen Klischees, um eine Orientierung zu ermöglichen.

Der Spieler darf sich als treibende Kraft in der Schlacht von Armageddon fühlen, allerdings ohne Risiko, kann er doch bei unglücklichem Verlauf in eine andere der vier angebotenen Welten wechseln oder abschalten.

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