Jugend&Kultur&Religion

Gymnasium Ulricianum Aurich


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Heiligengestalten im Wandel der Zeit

 

 

Verfasser: Timo Buss, Heiko Emkes, Thorsten Reck, Heiko Suhr

 

Betreuende Lehrkraft: Helmut Ubben

 

 

 


 

 

 

Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

1.1 Warum dieses Thema?

1.2 Themendarstellung

II.) Biographien religiöser Heiligengestalten

2.1 Mahatma Ghandi

2.2 Mutter Teresa

III.) Auswertung der religiösen Heiligengestalten

3.1 Religiöse Definition von Heiligengestalten

3.2 Formen der Heiligenverehrung im religiösen Sinne

IV.) Biographie "medienheiliger" Kultfiguren

4.1 The Beatles

V.) Auswertung moderner Heiligengestalten

5.1 Definition von Heiligengestalten im modernen Sinne

5.2 Formen der Verehrung moderner Heiliger

VI.) Ergebnisse der Ausarbeitungen

6.1 Der Wandel

6.2 Gründe des Wandel

VII.) Anhang

7.1 Quellenverzeichnis

 

 

Einleitung:

1.1 Warum dieses Thema?

Im Zuge des diesjährigen "Schülerwettbewerbs um den Preis der Konföderation der evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen" hat unser Religionslehrer uns vorgeschlagen, an diesem teilzunehmen. Nach einer umfangreichen Vorstellung möglicher Themen kristallisierten sich in unserer Gruppe mehrere mögliche Aspekte für eine Auswahl des Themas heraus. Nach einigem Überlegen haben wir uns dann gemeinsam für das Thema Heiligengestalten im Wandel der Zeit entschieden. Der ausschlaggebende Punkt für unsere Wahl war, dass immer mehr Menschen den ursprünglichen Sinn des Begriffs heilig zweckentfremden.

 

 

1.2 Themendarstellung

Vergleicht man die Heiligengestalten von früher mit denen von heute, so fällt auf, dass diese nicht unbedingt mehr etwas mit Religion zu tun haben müssen. So werden auch heute kulturelle Personen und Gruppen als Heiligengestalten bezeichnet. Laut Hartmut Zinser, Professor für Religionswissenschaften in Berlin, werden heutzutage alle möglichen Gruppen, die das was sie tun, als heilig empfinden, so bezeichnet. Man denke nur an Ereignisse, wie z.B. Popkonzerte oder Technonächte, die durch das englische Wort Event charakterisiert werden.

Um diesen Wandel anschaulich zu machen, vergleichen wir in unserem Referat alte, religiöse Heiligengestalten, in diesem Fall Mutter Teresa und Mahatma Ghandi, mit neuen, kulturellen Heiligengestalten, hier die Beatles, indem wir deren Biographien gegenüberstellen und klären, wie sich die Bedeutung des Begriffs der "Heiligengestalt" verändert hat. In einem zweiten Schritt wollen wir erklären, wie die jeweiligen Generationen ihre Heiligengestalten definiert haben.

Zum Abschluss wollen wir dann den Wandel und mögliche Gründe dafür näher erläutern.

 

 

II.) Biographien religiöser Heiligengestalten:

2.1 Mahatma Ghandi

Mit "gewaltloser Politik" befreite er Indien

Gandhi wurde am 2.Oktober 1869 in Porbandar im heutigen Bundesstaat Gujarat geboren, studierte in London Jura und ließ sich 1891 in Bombay als Anwalt nieder. Als der junge Rechtsanwalt 1893 in die südafrikanische Hafenstadt Durban kam, wollte er im Auftrage eines seiner vermögenden Mandanten einen Rechtsstreit erfolgreich beenden. Ghandi, der eigentlich sofort nach Erledigung seines Vorhabens in die Heimat zurückkehren wollte, verschrieb sich bald einer anderen Mission: er wurde zu einem Anwalt des Rechtes der Unterdrückten und Diskriminierten. Einundzwanzig Jahre kämpfte er mit Mitteln der Gewaltlosigkeit für dieses Ziel in Afrika und vierunddreißig Jahre in Indien. Sein Volk gab ihm deshalb den Ehrennamen "Mahatma", was soviel wie "große Seele" bedeutet. Unablässig bemühte sich Ghandi um Rechtsgleichheit für seine Landsleute. Dabei wurde aus dem vornehmen Rechtsanwalt bald ein unerbittlicher Volksführer gegen die englische Kolonialherrschaft. Er entwickelt neue und ungewöhnliche Kampfmethoden, die in dem gewaltlosen Widerstand der Unterdrückten gipfelten. Gandhi gelang es, viele seiner Forderungen im Interesse der diskriminierten Landsleute durchzusetzen. 1915 kehrte er schließlich in seine Heimat Indien zurück.

Gandhi betrachtete sich niemals als ein Feind Englands. Im Ersten Weltkrieg war es deshalb für ihn selbstverständlich sich für die Sache des Britischen Empire einzusetzen. Andererseits erwartete er aber auch, dass England dieses honorieren und Indien nach dem Kriege als gleichberechtigten Partner anerkennen würde. Als die englische Regierung 1919 die versprochene Selbstregierung nicht verwirklichte und weitgehend zur alten Kolonialpolitik zurückkehrte, erklärte der enttäuschte Gandhi die Unabhängigkeit seines Landes zum unabdingbaren Ziel des indischen Freiheitskampfes.

Der Weg zu diesem Ziel war weit und dornig. Mitunter kam es gegen Gandhis Willen zu Unruhen und als Reaktion darauf zu blutigen Zusammenstößen mit dem Militär. Obwohl in den eigenen Reihen Stimmen laut wurden, die radikale Gegenmaßnahmen forderten, setzte sich Gandhi mit seiner Taktik durch. Zu den Kampfmethoden, die er mit Erfolg propagierte, gehörten die "Verweigerung der Mitarbeit", der "zivile Ungehorsam" und die "Arbeit mit dem Spinnrad". Inder, die bisher in der britischen Verwaltung tätig waren, legten ihre Arbeit nieder. Außerdem wurde der Boykott von englischen Waren immer stärker. Das Handspinnen und -weben wurde zur Waffe der Unabhängigkeit. Vielerorts verbrannte man demonstrativ die europäische Kleidung und trug selbstgefertigte Gewänder.

In allem ging Gandhi mit seinem Beispiel voran. Der asketische Mann mit weißleinenem Überwurf, der barfuss in einfachen Riemensandalen durch die Lande zog, wurde zum Symbol des Kampfes. Man verhaftete den "halbnackten Fakir", wie ihn Churchill einmal nannte, insgesamt achtmal. Mehr als sechs Jahre verbrachte er in Gefängnissen. Dort wandte er das äußerste Mittel des gewaltlosen Widerstandes an, den Hungerstreik. Neben ihm wurden Tausende seiner Anhänger ebenfalls inhaftiert.

Die aufsehenserregenste Aktion des zivilen Ungehorsams war 1930 der "Marsch zum Meer", um dort Salz zu gewinnen. Überall an den Küsten folgte man diesem Beispiel und protestierte damit gegen die Salzsteuer.

Gandhis Kampf galt jedoch nicht allein der Unabhängigkeit seines Volkes, sondern auch dessen innerem Frieden. Hindus und Moslems waren bitter verfeindet und die Hindus dazu in zahlreiche Kasten zersplittert. Fast ein Fünftel aller Inder gehörte den Parias ("Unberührbaren" und Ausgestoßenen) an. Es gelang Gandhi, die Kastengegensätze zu mildern und später durchzusetzen, dass in der neuen indischen Verfassung die Kastenbestimmungen aufgehoben wurden.

Tief bedrückte es ihn aber, dass alle seine Bemühungen um die Einheit des Landes an den Gegensätzen zwischen Hindus und Moslems scheiterten und am 3. Juli 1947 durch Großbritannien die Gründung der beiden Staaten Indien und Pakistan proklamiert wurde. Der Tag der Unabhängigkeit am 15. August 1947 war deshalb für ihn kein Tag der Freude. Er nahm kein Amt in dem neuen Staat an und musste es noch erleben, wie sich Inder und Pakistani in den Grenzgebieten bekriegten. Noch einmal hungerte er für den Frieden und brachte die feindlichen Brüder an den Verhandlungstisch. Am 30. Januar 1948 wurde Gandhi jedoch von einem fanatischen Hindu erschossen. Noch im Sterben vergab der Gewaltlose seinem Mörder. Über sich selbst hatte er einmal gesagt: "Ich begehre nichts anderes zu sein als einfacher Arbeiter, ein schlichter Diener Indiens und der Menschheit."

 

 

2.2 Mutter Teresa

"Der Engel der Armen"

Am 27.08.1910 wurde Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje (Albanien) geboren. Ihr Vater war ein Bauunternehmer und so wuchs sie auch in wohlhabenden Verhältnissen auf. Mit 18 Jahren beschloss sie Nonne zu werden und reiste nach Irland um den Schwestern von Loreto beizutreten. Im Mai 1931 änderte sie ihren Namen in Mutter Teresa um. Mit dieser Namensänderung wollte sie die heilige Teresa (oder auch Teresia) von Avila ehren. Diese war eine spanische Mystikerin, einflussreiche Autorin und die Gründerin des religiösen Ordens der unbeschuhten Karmeliter, was auch der Hauptgrund für die Namensänderung war.

Nachdem sie in Dublin und Darjeeling ihr Studium absolviert hatte, legte sie 1937 ihr Ordensgelübde ab. Während sie die Direktorin einer Missionsschule für Mädchen war, beschloss sie 1948 das Leid in Indien zu bekämpfen. In dieser Zeit widmete sie sich hauptsächlich den Waisen, den Leprakranken (und sowieso allen Kranken) und versuchte auch den Sterbenden Beistand zu leisten. Um dieses Elend stärker und mehr zu bekämpfen gründete sie 1950 den Orden Missionarries of Charity (Missionarinnen der Nächstenliebe) in Kalkutta. Dieser Orden machte Mutter Teresa weltweit berühmt, was auch die hohe Mitgliederanzahl von ca. 5000, die bis 1997 in diese Organisation eingetreten sind, zeigt. Als Generaloberin unterstanden ihr und der Organisation in über 115 Ländern 550 Waisenhäuser, Schulen und Kliniken. Da dieser Orden für soviel Aufregung sorgte und immer mehr Mitglieder bekam, erkannte auch der Papst diesen Orden an. Aber in dem anfangs nur für Frauen zuggängigen Orden dürfen inzwischen auch Männer eintreten, doch muss jedes neue Mitglied (egal ob Mann oder Frau) vor dem Eintritt 4 Gelübde ablegen:

- Armut

- Ehelosigkeit

- Gehorsamkeit vor Gott

- Leben im Dienste der Bedürftigen

Doch wollte Mutter Teresa noch mehr für die Bedürftigen tun und so wurde 1962 unter ihrer Leitung die Lepra Kolonie Shanty-Nager (Stadt des Friedens) gegründet. 1965 stellte der Papst Paul VI den Orden unter seine direkte Kontrolle.

Die materielle Krönung erhielt Mutter Teresa 1971 indem der Papst ihr als erster Person überhaupt den Friedenspreis verlieh, doch spielte dies keine große Rolle für sie, denn sie sagte, sie sei die ausführende Hand von Gott (Zitat: Ich bin nur ein kleines Kabel - Gott ist der Strom).

1979 bekam sie dann sogar den Friedensnobelpreis und es folgten immer mehr Ehrungen, so erhielt sie z.B. 1985 die Ehrenmedaille des Präsidenten der USA und 1996 wurde ihr vom amerikanischen Kongress der Ehrenbürgertitel verliehen.

1997 musste sich Mutter Teresa dann aber aus der Leitung des Ordens zurückziehen, da der gesundheitliche Zustand immer mehr nachließ. Ende 1996 musste sie sich nämlich einer Herzoperation unterziehen und kurz darauf bekam sie zusätzlich Nierenprobleme, was ihren Zustand nicht stabilisieren konnte.

Dies traf nicht nur die Ärzte, die alles versuchten um sie möglichst schnell wieder zu kräftigen, sonder in aller Welt machten sich ihre Anhänger sorgen. Doch konnte die 86jährige sich noch einmal erholen und versuchte auch weiterhin mit all ihrer Kraft den Kranken und Bedürftigen zu helfen, doch konnte sie nicht mehr so stark eingreife wie vorher, sie versuchte den Menschen jetzt in allen Lagen Halt zu bieten.

Schließlich starb die indisch-katholische Ordensgründerin am 05.09.1997 in Kalkutta. Doch Mutter Teresa hatte nie Angst vor dem Tod, denn sie wurde oft mit dem Tod konfrontiert, z.B. in den Straßen von Kalkutta bei den Sterbenden, doch sie hat diesen immer den Tod zu einer Erlösung gemacht, denn für sie selbst war er nur eine Schwelle für den Eingang in ein anderes Leben, und so trat sie im September in ein anderes Leben.

Es gab aber auch genug Kritik und Verachtung gegen Mutter Teresa, denn sie war ein sehr konservativer Mensch und vertrat nicht immer die Meinung der katholischen Kirche. Dadurch, dass sie mit vehementem Einsatz gegen die Verhütung und Abtreibung sowie gegen den Schwangerschaftsabbruch als größte Geißel der Menschheit kämpfte, wurde sie auch von den liberalen Kirchenvertretern kritisiert. Zusätzlich erntete sie 1995 Kritik als sie die Iren aufforderte gegen die Ehescheidung anzugehen und auch durch den Kontakt zu Diktatoren, wie dem haitischen Herrscher Jean Claude Duvalier, mit dem sie ein freundschaftliches Verhältnis pflegte. Aber ein anderer Aspekt für immer wieder auftretende Kritik gegen Mutter Teresa war ihre scharfe Ablehnung von liberalen und fortschrittlichen Strömungen in der Kirche, z.B. an der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung.

Bei den elitären Schichten war Mutter Teresa unbeliebt, weil sie den Kontakt zu Aussätzigen und Kranken nicht fürchtete, sie anfasste, sie küsste, obwohl sie selber in keinem guten gesundheitlichen Zustand war.

Mutter Teresa wollte einfach für jedermann präsent sein und das ist es, was ihre Anhänger an ihr liebten und so werden sie sie auch in Erinnerung halten und ehren und weiter im Namen von Mutter Teresa versuchen den Bedürftigen zu helfen.

 

 

III.) Auswertung religiöser Heiligengestalten

3.1 Religiöse Definition von Heiligengestalten

Laut Hartmut Zinser, Professor für Religionswissenschaft in Berlin, kann man "heilig" im religiösen Sinne folgendermaßen definieren:

"Heilig ist dass, was eine bestimmte Gesellschaft als etwas Besonderes anerkennt, das der individuellen Verfügbarkeit entzogen ist und nicht in Frage gestellt wird." Als Beispiel hierfür nennt Zinser den Gottesdienst, der von einer großen Mehrheit respektiert wird und sogar gesetzlich geschützt ist. Das Heilige muss einem Gegenstand, den Menschen für würdig halten, zugeschrieben werden und von einer gesellschaftlichen Gruppe anerkannt werden.

Keine menschliche Instanz, z.B. eine Regierung, kann festlegen, was man für heilig halten soll bzw. muss. Im Gegensatz dazu stehen z.B. die Begriffe Recht und Unrecht, die in der von Menschen festgelegten Verfassung definiert sind.

Weiterhin ist der Begriff der Heiligengestalt zu erläutern. Als Heilige werden Mitglieder der christlichen Gemeinde bezeichnet. Jedoch wurde dieser Begriff schon sehr früh auf jene Menschen beschränkt, die im besonderen Maße als tugendhaft und glaubensstark galten. Als Beispiele aus der frühen menschlichen Epoche wären z.B. die Apostel oder Evangelisten zu nennen, die versuchten das Christentum so weit wie möglich zu verbreiten.

Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte ein Wandel in den Zielsetzungen der Heiligengestalten. Hier traten zum ersten Male auch Personen auf, die für Gleichberechtigung, Unabhängigkeit und Frieden eintraten. Besonders hervorzuheben wären hierbei Mutter Teresa, die sich als "Engel der Armen" für die notleidenden Menschen in der ganzen Welt einsetzte, oder Mahatma Ghandi, der mit gewaltloser Politik für die Unabhängigkeit Indiens von der englischen Kolonialherrschaft kämpfte.

 

 

3.2 Formen der Heiligenverehrung im religiösen Sinne

Der Brauch der Heiligenverehrung geht bis auf die ersten christlichen Jahrhunderte zurück, in denen man vor allem die Märtyrer verehrte und dadurch hoffte, dass diese bei Gott um die Fürsprache für sich baten. Diese Heiligenverehrung kristallisierte sich in der Regel um das Grab oder die Reliquien eines solchen. An eben diesen Gräbern beteten die Menschen zu Jesus, als Sohn Gottes, liebten jedoch auch die Jünger als Nachahmer des Herrn.

Doch wurden ein paar Jahrhunderte später auch Nichtmärtyrer als Heilige verehrt, da diese nach Meinung der Menschen als Diener Gottes handelten.

Eine Form der Verehrung ist die Ehrung eines Heiligen durch einen Feier- bzw. Gedenktag, jedoch differenzieren sich diese Tage in den verschiedenen Religionen. Eine weitere Form ist das Feiern des Gottesdienstes, in dem die Christen zu Gott beten und damit um Hilfe bitten. Auch das Bauen von Statuen oder Denkmälern ist eine bekannte Form der Heiligenverehrung. So versucht man die Taten der Heiligengestalten den nachfolgenden Generationen wieder in Erinnerung zu rufen.

(Das Bild zeigt Indiens berühmtestes Denkmal, das zu Ehren von Mahatma Ghandi gebaut wurde und jährlich Tausende von Pilgern anzieht)

 

 

IV.) Biographie "medienheiliger" Kultfiguren:

4.1 Die Beatles

Die Erfolgreichste Popband aller Zeiten

Die Wurzeln der erfolgreichsten Musikgruppe aller Zeiten sind nach Liverpool, England zurückzuführen. 1957 gründete dort der damals 16jährige John Lennon (geboren am 09. Oktober 1940 als John Winston Lennon in Liverpool; Rhythmgitarre) die Band "The Quarry Men". Damalige Bandmitglieder waren außerdem Paul McCartney (geboren am 18.Juni 1942 als James Paul McCartney in Liverpool; Bassgitarre) und George Harrison (geboren am 25. Februar 1943 in Liverpool; Sologitarre). Nach mehreren Umbenennungen einigten die 3 sich auf "THE BEATLES". 1960 machte sich dann ein Quintett auf den Weg nach Hamburg. Zu den drei bereits genannten Musikern gesellten sich noch Pete Best (geboren am 24.November 1941 als Randolph Peter Best in Madras, Indien; Schlagzeug) und Stuart Sutcliffe (geboren am 23. Juni 1940 als Stuart Fergusson Victor Sutcliffe in Edinburg, Schottland; Rhythmgitarre). Nach einigen Gastauftritten in Hamburg und Hannover (z.B. im Kaiserkeller oder im Top-Ten in Hamburg) kehrte die Gruppe nach Liverpool zurück. Am 03. Dezember 1961 heuerte die Band Brian Epstein als ihren Manager an. Im gleichen Jahr verlies Stuart Sutcliffe wegen Lustlosigkeit, die er später sehr bereute, die Band. Am 16. August 1962 wurde dann die entgültige Formation der "Fab Four" komplett. Wegen seines rüpelhaften Benehmens gegenüber anderen Bandmitgliedern wurde Pete Best aus der Gruppe geworfen, neuer Schlagzeuger wurde Ringo Starr (geboren am 07. Juli 1940 als Richard Starkey in Liverpool).

Am 05. Oktober erschien dann die Debütplatte "Love me do". Bereits ihr dritter produzierter Song "From me to you" erreichte am 28.April 1963 in den britischen Charts auf Anhieb die Nummer 1. Im selben Jahr gaben die Beatles ihren ersten Fernsehauftritt in der beliebtesten britischen TV-Show "Sunday Night At The Palladium". Über 14 Millionen Zuschauer erlebten die Beatles live. Nach diesem Erfolg tauchte am nächsten Tag in der britischen Boulevard-Presse zum ersten Mal der Begriff "Beatlemania" auf. 1964 wurde dann auch schon der erste Beatles-Film produziert. Am 06. Juli fand die Premiere von "A Hard Day´s Night" im "London Pavilion" statt. 1965 schienen die Beatles alle Rekorde zu brechen, sie traten in den USA vor mehr als 55.000 Zuschauern im "She-Stadium" von New York auf. Sie eroberten den amerikanischen Plattenmarkt im Sturm und verursachten bei Amerikas Mädchen Hysterieanfälle. 1966 waren dann die Beatles zum ersten Male seit 4 Jahren wieder in Deutschland zu sehen. Nach 1962 (Auftritte im Hamburger Star-Club) traten sie nun ebenfalls wieder in Hamburg (Ernst-Merck-Halle), München (Zirkus Krone) und Essen (Grugahalle) im Rahmen der "Bravo-Beatles-Blitz-Tournee" auf.

Der erste herbe Rückschlag erfolgte im Juni des gleichen Jahres, als John Lennon in einem Interview mit Maureen Cleave sagte, dass die Beatles beliebter als Jesus seien. Daraufhin wurde die folgende Tournee beinahe abgesagt, erst als sich Lennon öffentlich entschuldigte, konnte die Tournee stattfinden.

Die endgültige Aufnahme in den Popolymp gelang dann 1967 mit dem Album "Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band", welches das bis dahin teuerste und aufwendigste Album aller Zeiten war. Insgesamt erhielten die Beatles 4 Grammys für dieses Album. Im selben Jahr starb dann ihr Manager Brian Epstein 32jährig an einer versehentlichen Überdosis Schlaftabletten im Alkoholrausch. Am 26. Dezember des gleichen Jahres erschien dann die "Magical Mystery Tour", der erste von den Beatles selbstproduzierte Film. Ein Jahr später war Weltpremiere des Kultzeichentrickfilms "Yellow Submarine" im "London Pavilion", zu dem die Beatles die gleichnamige Filmmusik produzierten.

Der 30. Januar 1969 war der Tag des letzten öffentlichen Auftritts der Fab Four: Zusammen mit Billy Preston spielten sie 42 Minuten auf dem Dach des Applegebäudes in London. 1969 heirateten dann die Bandleader McCartney (Linda Eastman; 1998 an Krebs verstorben) und Lennon (Yoko Ono). 1970 gaben die Beatles ihren vorerst letzen Auftritt, John Lennon fehlte allerdings, da er mit seiner Frau in Dänemark Urlaub machte. Mit "Let it be" erschien im März des gleichen Jahres die letzte Single der Gruppe. Am 10. April war in der Presse eine Veröffentlichung zu lesen, wonach Paul McCartney erklärt hat, die BEATLES würden nie wieder zusammenspielen. In der Presseerklärung erklärte Paul McCartney, dass er aufgrund persönlicher, musikalischer und finanzieller Differenzen keine weiteren gemeinsamen Aufnahmen mit den BEATLES plane. Damit bestand die Gruppe THE BEATLES auch offiziell nicht mehr. Die Fab Four konzentrieren sich mit unterschiedlichem Erfolg auf ihr Solokarriere, McCartney und Lennon am erfolgreichsten (z.B. John Lennons "Women"). 1980 machte das Attentat von Mark David Chapman alle Hoffnungen auf ein Rivival zunichte.

Ihr phantasievoller und unkonventioneller Stil war der Beginn einer Entwicklung, der die gesamte Popwelt beeinflusst hat. Zu ihren größten Erfolgen zählten die Singles "Let it be" und "Yesterday" (im Jahr 2000 zum Musikstück des Jahrtausends gewählt). Der Erfolg ist auch daran zu sehen, dass Paul McCartney als erster Musiker über eine Milliarde US-Dollar mit seiner Musik verdient hat.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Beatles nicht nur zu musikalischen Kultfiguren wurden, sondern auch den Lebensstil und die Modewelt ihrer Zeit stark beeinflussten.

 

 

V.) Auswertung moderner Heiligengestalten:

5.1 Definition von Heiligengestalten im modernen Sinn

Laut Hermann Breyer, Professor für Religionswissenschaften in Berlin, kann man "heilig" im modernen Sinn folgendermaßen definieren:

"Heilig kann heute bedeuten, dass ein Gruppe von Menschen eine Person, die durch ihr spezielles Können berühmt wurde, verehrt. Diese Personen haben in ihrem Handeln keine religiösen Absichten, sondern werden durch die Medien in den Heiligenstatus erhoben."

Aber was machte diese Personen aus, dass sie zu Helden wurden? In den späten Sechziger Jahren versuchten viele musikalische Gruppierungen, wie z.B. die Beatles, die Menschen durch ihre Musik auf die sozialen Missstände ihrer Zeit aufmerksam zu machen. Der Erfolg lässt sich letztendlich nur durch die Medien erklären. Durch Auftritte in Fernsehen und Radio konnte man viel mehr Menschen ansprechen und auf sich und seine Aussage lenken. Doch in den letzten Jahren trat ein Wandel in den Zielsetzungen der Heiligengestalten auf. Stand früher noch der Spaß und das Ansprechen des Publikums im Vordergrund, ist heutigen Stars, wie z.B. dem Fußballprofi David Beckham, meist nur noch das Maximieren des Gewinns wichtig. Jedoch werden diese Stars genauso wie ihre Vorgänger in den Siebzigern vergöttert. Sie gelten weiterhin als Idole und ermutigen die Jugend, ihnen nachzueifern.

(Wolfgang Petry bei seinem letzten Konzert im ausverkauften Bremer
Weserstadion)

 

 

5.2: Formen der Verehrung moderner Heiliger

Sobald eine Gruppe oder Person durch besonders menschenansprechende Themen auf sich aufmerksam macht, beginnt die eigentliche Verehrung der Gruppierung. So haben zum Beispiel die Beatles soziale Missstände angesprochen, und nicht wie sonst üblich verdrängt. Durch diese Offenheit wurden ihre Auftritte schnell zu Massenereignissen und die Beatles wurden zu einem Kult. Durch verschiedene andere Aspekte, besonders aber durch die Medien, stieg die Zahl der Heiligen im modernen Sinne rapide. Einige Punkte der Verehrung solcher Heiligen sind folgende:

Musiker werden durch Besucher ihrer Konzerte in häufig bis auf den letzten Platz ausverkauften Stadien geehrt. Kreischende und jubelnde Fans sind keine Seltenheit. Ein Extrembeispiel war die Auflösung der Gruppe Take That, denn nach der Bekanntgabe der Trennung häuften sich die Selbstmorddrohungen von am Boden zerstörten Jugendlichen.

Zudem ist auch das Kaufen von Fanartikeln ist eine Art Verehrung, weil man sich damit zu seinem Idol bekennt.

Die alte Tradition des Denkmalbaus tritt heutzutage in einer abgeänderten Form wieder auf. Heute werden Idole für ihr Lebenswerk mit der Aufnahme in Madamme Tussauds Wachsfigurenkabinett geehrt.

 

 

VI.) Ergebnis der Ausarbeitungen:

6.1 Der Wandel

Die Frage, die sich aus der Themenstellung ergibt ist, ob überhaupt ein gravierender Wandel in der Begrifflichkeit der Heiligengestalt stattgefunden hat, wenn ja, in welcher Form.

Nach dem Vergleichen der drei Biographien und den daraus resultierenden Definitionen der Heiligengestalt, konnten wir klar feststellen, dass ein Wandel stattgefunden hat. Der Wandel vollzog sich im Laufe der Jahre folgendermaßen:

Wurden Anfang des letzten Jahrhunderts noch Menschen für ihr Handeln im Sinne ihrer Religion, wie z.B. das Kämpfen für die Unabhängigkeit ihrer Religion oder ihres Staates, als heilig bezeichnet, so werden heute Popikonen und Fußballstars nur wegen ihrer Begabung gefeiert und verehrt. Standen früher noch Schlagwörter wie Freiheits- und Unabhängigkeitskampf oder Gewaltlosigkeit für den Begriff heilig, stehen im Gegensatz dazu heute Wörter wie Medienrummel und Konkurrenzkampf. Der Hauptaspekt des Wandels ist aber ein anderer:

Früher zählten Aufopferung, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe zu den wichtigsten Eigenschaften einer Heiligengestalt. Diese hielten sich nicht für überlegen gegenüber anderen und wollten lieber im Hintergrund bleiben. Die Heiligengestalten hielten sich nie für etwas besonderes, sondern nur als Diener Gottes. Außerdem investierten sie alle ihre Kraft zum Erreichen ihrer Zielsetzungen, auch wenn sie sich körperlichen und geistigen Gefahren aussetzen mussten. So z.B. Mahatma Ghandis Gefangenschaften und Hungerstreike auf dem Weg zur Unabhängigkeit Indiens.

In der heutigen Zeit wird kaum noch auf diese Werte geachtet. Schlagwörter wie Reichtum, Eigennutz und Berühmtheit sowie Macht bestimmen das Leben der Stars. Die Stars halten sich größtenteils für besonders und unschlagbar, da sie meinen, mit ihrem Geld alles erreichen zu können. Sie sehen nur noch ihren eigenen Profit und achten nicht mehr auf die Probleme ihrer Umgebung. Außerdem meiden sie Gefahren, indem sie den hautnahen Kontakt zu den Fans meiden und meistens von Bodyguards umgeben sind.

Alles in allem kann man sagen, dass sich ein großer Wandel vollzogen hat, denn die einst angestrebten Ziele waren von großer Bedeutung für viele Menschen, die heute angestrebten Ziele dienen allein dem Wohl der jeweiligen Person.

 

 

6.2 Gründe für den Wandel

Nachdem wir nun feststellen konnten, dass ein Wandel stattgefunden hat, stellt sich uns die Frage, wie es hierzu kam.

Allgemein kann man sagen, dass das Notleiden und die sozialen und politischen Unstimmigkeiten, wie z.B. Krieg, vermindert wurden. So gab es kaum noch Personen, die sich wie Ghandi, gegen den Staat auflehnten. Das hatte zur Folge, dass die Menschen neue Personen suchen mussten, die ihnen als Vorbild dienen konnten.

Ein anderer Punkt ist, dass Randgruppen durch das Notleiden keine Chance hatten, sich hocharbeiten zu können. Nachdem diese Not, in den meisten Staaten, z.B. in Europa, überwunden werden konnte, gab es jetzt auch die Möglichkeit für Randgruppen auf sich aufmerksam zu machen. Diesen Zusammenhang kann man am Beispiel von Afrika ganz gut deutlich machen. Da in den meisten afrikanischen Staaten große soziale Probleme herrschen, kommen von diesem Kontinent kaum nennenswerte Berühmtheiten. Die alten, sich für den Staat einsetzenden Heiligengestalten, wie z.B. Nelson Mandela, existieren hier jedoch noch.

Ferner haben im Laufe der Zeit, die Menschen erkannt, dass es andere Möglichkeiten gibt, auf sich und seine Ziele aufmerksam zu machen, als da wären Musik und TV. Das beste Beispiel hierfür sind die Beatles, die in ihren Liedern und in ihren Fernsehauftritten soziale Missstände ansprachen und halfen diese zu bewältigen. Der nächste Schritt in dieser Entwicklung war, dass man erkannt hat, dass man mit diesen neuen Mitteln auch den persönlichen Erfolg, wie z.B. Reichtum und Macht, erreichen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Wandel durch das Lindern der Not und dem Entdecken der Medien für den eigenen Nutzen stark begünstigt wurde.

 

 

VII.) Anhang:

7.1 Quellenverzeichnis

 

LEXIKA:

- Brockhaus Multimedia 2000 Premium (auf CD)

Gliederungspunkte 2.1, 2.2 und 4.1

- Encarta 2001 Plus (auf CD)

Gliederungspunkte 2.1, 2.2 und 4.1

 

 

INTERNET:

- www.heiligenlexikon.de

Gliederungspunkte 3.1 und 3.2

- Interview von Reinhard Mawick mit Professor H. Zinser, Religionswissenschaftler aus Berlin (im Internet frei verfügbar)
Gliederungspunkte 3.1, 3.2, 5.1, 5.2 und 6.1

- Interview von Reinhard Mawick mit Professor H. Breyer, Religionswissenschaftler aus Berlin (im Internet frei verfügbar)
Gliederungspunkte 3.1, 3.2, 5.1, 5.2 und 6.1

- Ergebnisse der Suchdienste www.fireball.de und www.google.com nach Stichwörtern wie heilig, Heiligengestalt, Beatles, Ghandi, Mutter Teresa...
Gliederungspunkte 5.1, 5.2, 6.1 und 6.2
- Bildersuchdienst auf www.lycos.de
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