Jugend&Kultur&Religion

Ratsgymnasium Osnabrück


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Sind Stars Heilige???

Oder: Starkult als Ersatzreligion

Verfasserin: Sarah Kriz


Betreuende Lehrkraft: Alfred Weymann

 

 

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Einführung

Das Erfolgsrezept

Anti-Stars

Starliebe

Wenn Liebe zum Wahn wird

Die Engel

Stars und der Erfolg

Die Rolle der Medien

Das Fazit

 

 

Vorwort

Auf das Thema "SIND STARS HEILIGE???" bin ich gekommen weil, ich früher selbst einmal ein großer Fan von einer Popgruppe, "Caught in the Act", war und genau das durchlebt habe, was ich in meinem Beitrag beschreibe.

Quellen und Literatur habe ich kaum verwendet, der Text basiert eher auf meinen eigenen Gedanken und Erfahrungen und dem, was allgemein über das Showbusiness bekannt ist oder ich im Laufe der Zeit erfahren habe.

Das vorliegende Werk ist also eine Auseinandersetzung mit meinen Erfahrungen als Fan und meiner Sicht heute.

 

Sind Stars Heilige??? oder: Starkult als Ersatzreligion

Arts Center, Saragota Springs (USA), 21.15 Uhr: Pyro-Effekte und rotierende Scheinwerfer tauchen des Amphitheater in gleißendes Licht. Ohrenbetäubender Jubel der über 25.000 Fans ertönt. Wild fliegt ihr blondes Haar, während Britney Spears in XXS-Hosen und knallenenge Tops eingeschweißt zu ihren Songs über die Bühne wirbelt. Schmollmund, Kulleraugen; kein Zweifel: Britney ist sexy und sie weiß, wie ihre optischen Reize für sie arbeiten. Vor allem die Jungs im Publikum sind hingerissen von der 18jährigen und kreischen vor Begeisterung.

Ob nun, wie Britney Spears, auf der Bühne, oder im Film, in Fernsehserien, auf dem Tennisplatz und auf dem Fußballfeld: Stars und Idole sind im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Massenphänomen der Unterhaltungsindustrie geworden. Nie zuvor ist es so einfach gewesen, berühmt und von den Jugendlichen geliebt und verehrt zu werden. Gerade im Musik- und Filmbereich fällt auf, dass sich die Zahl der Newcomer von Jahr zu Jahr um ein Vielfaches steigert. Das hat allerdings auch den negativen Nebeneffekt, dass viele Bands und Schauspieler nach kurzer Zeit wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Die reichhaltige Fülle an Stars ist unglaublich, die Gesichter auf den Zeitschriftencovern wechseln annähernd täglich; wer heute noch ganz oben steht, kann morgen schon wieder "out" sein. Bei so einem Überangebot ist es schon wieder schwer, sein persönliches Idol zu finden, weil man von den Massen regelrecht erdrückt wird.

 

Das Erfolgsrezept

Wie wird man in der heutigen Zeit überhaupt berühmt? Früher wurde man durch bestimmte Taten etwas Besonderes; wenn man beispielsweise eine revolutionäre Erfindung gemacht hat, ein herausragender Sportler oder Soldat oder besonders weise war oder viel Gutes für die Menschen getan hat.

Heutzutage zählen drei Aspekte bei den Jugendlichen, die Zielgruppe Nummer 1 der Unterhaltungsindustrie sind. Erstens: Man ist wirklich gut auf seinem Gebiet; das ist vor allem noch bei Sportlern ein wichtiges Kriterium. Zweitens: Man hat die bestechende Mischung aus Schönheit, Ausstrahlung und Sex-Appeal, auf die die Kids abfahren. Und Drittens: Man ist ein "Rebell", mit dem sich die Teens identifizieren können.

Optimal für die Vermarktung eines Stars in spe wäre natürlich eine Mischung der drei Kriterien. Doch auch gerade der zweite Aspekt gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Am besten ist das im Sportbereich festzumachen. Bei Anna Kournikova geht es den meisten Jungs, die ihre Zimmer mit Postern von ihr tapezieren, nicht mehr darum, dass sie eine gute Tennisspielerin ist. Das Talent ist in den Hintergrund gerückt, bei der bestechenden Tatsache, dass sie zweifelsohne die schönste Frau auf dem Tenniscourt ist. Anderes Beispiel: Immer mehr Mädchen gucken gerne Fußball. Dabei kennen die meisten nicht mal die Regeln. Kriterium zur Beurteilung ist längst nicht mehr die Leistung, sondern Charisma und Aussehen. "Der ist süß" ist der Standartspruch der Mädels. Auch bei den Fans, die täglich zu Tausenden beim Training der Fußballspieler des FC Bayern München und von anderen Top- Vereinen bei Sonne ebenso wie bei Wind, Regen, Kälte und Schnee hinter Metallzäunen jede Bewegung "ihres" Stars beobachten, wird der Prozentsatz weiblicher Zuschauer zunehmend größer.

Gut auszusehen hilft also im Allgemeinen schon mal über die ersten Hürden hinweg. Wer bei einer anerkannten Miss-Wahl einen der ersten Plätze belegt oder beim Modelcasting angenommen wird, kann sich eher Chancen für eine Kariere ausrechnen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass viele Sänger und besonders Schauspieler schon eine Kariere als Model auf dem Laufsteg oder in der Werbebranche hinter sich haben. Trotzdem ist Schönheit kein Patentrezept für Erfolg, da man dem Risiko unterliegt, das schnell überzubewerten. Schönheit ist vergänglich, Arroganz nicht.

 

Anti-Stars

Die "Big Brother"- Teilnehmer wurden in Deutschland wie Helden gefeiert. Warum erlebte die erste Real-Life-Serie im deutschen Fernsehen einen derartigen Erfolg??? Langweilige Gespräche, nicht sonderlich intelligente Teilnehmer, einschläfernde Handlung, sagen viele. Die anschließend produzierten Songs mit simpelster Melodie und leicht dümmlichem Text, gesungen von den Mitbewohnern, die wahrscheinlich nicht mal die Tonleiter kennen, waren erst lächerlich, dann die Kassenschlager schlechthin. Wie ist das bitte schön möglich??? Ganz einfach, wir Jugendlichen sind das ewige Friede-Freude-Eierkuchen-Getue, das uns gerade in den amerikanischen Serien á la "Beverly Hills 90210" mit Designerklamotten, Villa am Strand und Model-Freunden präsentiert wird, satt, weil wir die Realität als krassen Gegensatz dazu erleben. Zlatko, Jürgen & Co. sind die klassischen "Anti-Stars". Weder gebildet, noch schön, noch reich präsentieren sie sich so, wie sie sind, und deswegen lieben wir sie: Sie sind einer von uns. Voller Ecken und Kanten, mit Sorgen und Problemen, Eifersucht und Neid. Genau das, was bei den Hollywood- und Glamour-Stars von der seriösen Presse totgeschwiegen und höchstens von der Klatschpresse als Skandal enthüllt wird.

Das Prinzip "Sei Du" war wohl allerdings auch nur deshalb so erfolgreich, weil es revolutionär war. Von vornherein seine Macken und Fehler zu präsentieren ist trotz des Erfolges von Big Brother also nicht unbedingt die optimale Lösung, um im Showbusiness einzusteigen. Im Gegenteil: Zeigt man Schwächen, hat man in der Regel schon verloren. Das Image ist alles, und das ist in 99 Prozent der Fälle nun mal das persilreine, schneeweiße, aalglatte Image des schönen, reichen und intelligenten Superstars, der selbst von den Göttern geliebt werden muss, so toll, wie er ist.

Ist man erst einmal berühmt, muss man ständig im Gespräch bleiben, um nicht sofort wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Das erreicht man z.B. durch Gerüchte und pikanten Details, die man den Sensationsreportern vor die Füße wirft. Für diese sind die Gerüchte ein gefundenes Fressen, denn daran verdienen sie schließlich, und die Stars stehen nach ein paar Schlagzeilen wieder im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit.

 

Starliebe

Es gibt in meiner Generation gerade unter den Mädchen wohl kaum jemanden, der nicht irgendwann einmal in einen Star verliebt war. Meistens ist die erste Liebe ein Sänger, Schauspieler oder Sportler. Die sind für viele eine gute Variante zu den Jungs aus dem näheren Umfeld, weil man von den Promis nicht verletzt werden kann, sie allgemein gut aussehen, sie schon erwachsen sind und man sie in genau die Rolle hineinpressen kann, in der man sie haben will. Man kann jedem Star Eigenschaften und Ansichten anhängen, die ihm überhaupt nicht gerecht werden, gegen die er sich aber auch nicht wehren kann.

Stars werden oft als "Idole" bezeichnet. In Lexika findet man unter dem Begriff die Bedeutung "Götzenbild" und "Abgott". "Seinen" Star also als Idol zu bezeichnen, trifft meiner Meinung nach den Sachverhalt sehr gut. Denn man macht bei der Starliebe im Grunde nichts anderes, als aus dem Star einen Abgott zu schaffen. Egal, was er sagt, man hält jedes seiner Worte für eine Offenbarung. Alles, was er macht, ist toll; es gibt kein Foto, auf dem er nicht "süß" ist. Man kauft sich jede CD, jedes Video, auf dem er zu sehen ist, und alle Zeitschriften, in denen auch nur ein winziger Schnipsel über ihn steht. Man tapeziert sein Zimmer mit tonnenweise Postern des Stars und manche Fans bauen sich - ohne Witz - einen "Altar" auf, mit einem Foto von ihm, Kerzen drumherum, etc. Das Lieblingsbild bekommt jeden Abend einen Gute-Nacht-Kuss und am Geburtstag und auch zwischendurch schickt man dem Idol Päckchen mit Geschenken. Für ein verschwitztes Hemd von ihm oder seinen Pulli würde man sein letztes Taschengeld opfern. Diese Sachen, auch die Eintrittskarten von Konzerten und Photos, Anhänger, Tassen, etc. sind Reliquien für Fans und werden nicht selten mit dem Begriff "heilig" behaftet. Vor einem Konzert oder Showauftritt macht man sich wochenlang verrückt, überlegt, was man anzieht und versucht mit allen nur erdenklichen Tricks herauszubekommen, in welches Hotel er sich einquartiert. Die wirklich eingefleischten Fans nehmen sogar Blumen aus dem Vorgarten der Verwandten des Stars als "Souvenir" mit nach Hause. Man opfert sein Geld, seine Zeit und seine ganze Kraft diesem einen Star.

Genau hier entsteht das Problem: Die Starliebe wird gefährlich. Denn man steigert sich total in diese Liebe hinein und verliert jeglichen Bezug zur Realität. Man hofft die ganze Zeit, dass man von ihm bemerkt wird, so absurd das auch klingen mag. Man versucht alles, um an ihn heranzukommen. Der Star steht im Mittelpunkt des Lebens, alles andere wird ihm untergeordnet. Wie bei einer krankhaften Sucht dreht sich jeder Gedanke nur um ihn. Von Außenstehenden wird man nie verstanden, von der besten Freundin nur dann, wenn sie für den Gleichen schwärmt. Man isoliert sich freiwillig von Freunden, Familie und Schule. Viele Fans gestehen sich allerdings auch selber ein, dass ihre Liebe nie erwidert werden wird. Zwei Mädchen äußern sich zu dem Thema folgendermaßen:

«Ich bin verliebt in Stephen Gately, der zur Band Boyzone gehört. Ich habe ihn schon bei Konzerten und in Hotels getroffen und konnte mit ihm reden. Er war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte - ein schöner und freundlicher Mann ganz ohne Starallüren. Vor kurzem hat sich Stephen dazu bekannt, dass er schwul ist. Er ist mir deswegen nicht weniger sympathisch, im Gegenteil. Ich finde es mutig, dass er dazu steht. Ich habe viel Zeit an Boyzone-Konzerten verbracht, aber meine Lehre als Köchin habe ich trotzdem nie vernachlässigt. Ich weiss, dass mir die Jungs von Boyzone auch nicht helfen können, wenn ich keinen Lehrabschluss habe und darum arbeitslos werde.»

(Francesca, 17 Jahre)

 

«Es gibt Mädchen, die jede Woche einen anderen Star toll finden. Bei mir ist das anders. Wenn ich für einen Star schwärme, so bleibe ich ihm längere Zeit "treu". Besonders cool finde ich den Hollywood-Schauspieler Ben Affleck. Mir hat es gefallen, wie er sich im Film "Armageddon" opfern will, um seine Freundin und die ganze Welt vor einem Meteoriten zu retten. Ich finde es toll, wenn ein Mann nicht nur schön und stark ist, sondern auch etwas für andere tut. Ich schwärme zwar für Ben Affleck, aber ich weiss auch, dass ich ihn nie kennenlernen werde. Wenn ich ihn antreffen würde, brächte ich wohl kein Wort heraus und könnte ihn höchstens um ein Autogramm bitten.»

(Chaya, 15 Jahre)

 

Wenn Liebe zum Wahn wird

Dass sich viele Fans so sehr auf ihren Star fixieren ist schon schlimm genug. Doch was passiert, wenn der Star plötzlich heiratet oder sich als schwul outet??? Den meisten Boygroups ist aus Image und Vermarktungsgründen vertraglich verboten, eine Freundin zu haben oder das öffentlich bekanntzugeben. Schließlich soll es immer so aussehen, als ob die Jungs noch zu haben sind, um die Hoffnung der Teenies zu schüren. Gibt es aber trotzdem eine Frau (oder einen Mann) im Leben des Stars, sind die Fans allesamt ziemlich enttäuscht. Doch die meisten kommen damit klar. Für sie ist zwar ein Traum geplatzt, aber sie waren vorher schon so ehrlich zu sich selbst, dass sie eine Chance beim Star für utopisch gehalten haben. Für viele ist das aber auch ein Grund in Zukunft kein Fan mehr zu sein, weil sie merken, dass der Star endgültig unerreichbar und damit unattraktiv geworden ist. Heiraten ist zusätzlich für viele Teenager ein Zeichen von altern. Ihr Star ist plötzlich alt geworden und ein neuer muss her.

Diese beiden Varianten sind nicht sonderlich problematisch. Es gibt allerdings noch eine dritte Möglichkeit. Sie ist zwar zahlenmäßig nicht sehr stark vertreten, muss allerdings erwähnt werden. Es gibt Fans, die sind über "die Andere" im Leben "ihres" Stars dermaßen erschüttert, dass sie sich etwas antun. Sie fühlen sich hintergangen und ihr Leben, das sie dem Star gewidmet haben, hat plötzlich keinen Sinn mehr. Es gab schon welche, die versuchten, sich umzubringen. Gefährdet sind hier die wirklich fanatischen Anhänger. Bei dem Ausstieg von Robbie Williams aus der Gruppe Take That trauerten tausende von Mädchen und waren zutiefst verzweifelt. Als sich Take That kurze Zeit später auflösten, war für viele der Weltuntergang gekommen. Zu dieser Zeit gab es einige Selbstmordversuche.

Noch extremere Auswirkungen hatte der Selbstmord des 27jährigen Nirvana-Sängers Kurt Cobain im Jahre 1994: Im Juli 1994 brachten sich zwei Amerikaner um, die der Tod Cobains bedrückte, zwischen Januar und Juni 1995 folgten ihm neun Libanesen in den Tod und 1997 brachten sich zwei französische Mädchen, 12 und 13 Jahre alt, um, weil sie hofften, ihm im Tod zu begegnen. Angesichts einer Massenhysterie verweigern die amerikanischen Behörden übrigens bis heute eine offizielle Grabstätte für Kurt Cobain.

Auch der Skandalrapper Eminem, der wegen seinen rassistischen, frauenfeindlichen und dreckigen Texten als "Schmutzfink" bezeichnet aus der sonst fast makellosen Welt des Glamours besonders heraussticht, hat bereits ein Selbstmordopfer zu verzeichnen. Allerdings nicht aus Verehrung. Ein schwuler Junge aus England stürzte sich von einer Eisenbahnbrücke eben wegen diesen skandalöser Texte, die ihn derartig deprimierten und von denen er sich in so einer Weise erniedrigt gefühlt hat, dass sie ihn in den Tod trieben.

 

Die Engel

Diese Bilder gingen um die ganze Welt: Über eine Million Blumen legten weinende Menschen vor die Tore des Kensington- und Buckinghampalace als letzten Gruß für Lady Diana. Alle Königinnen und Könige der Welt bekundeten in öffentlichen Mitteilungen ihre tiefe Bestürzung über den schrecklichen Tod der britischen Prinzessin im Jahr 1997. Carl Gustaf von Schweden ließ auf Schloss Drottningholm sogar die Fahne auf Halbmast hissen. Bill Clinton hielt in den USA spontan eine Trauerrede und Kaiser Akihito von Japan sprach von einem "großen Verlust für die ganze Menschheit". Michael Jackson sagte seine Konzerte ab, weil er unter Schock litt. Tom Cruise, Nicole Kidman, Tom Hanks, Steven Spielberg, Luciano Pavarotti, Elton John und viele andere bekannte Persönlichkeiten trauerten bei dem Staatsbegräbnis, das in über 150 Länder der Erde im Fernsehen übertragen wurde, um die "Königin der Herzen". Man schätzt die Ausgaben von Blumen für die Prinzessin in England allein auf 100 Millionen Mark. Die ganze Welt war erschüttert über ihren tragischen Tod.

Lady Diana hatte gerade in ihren letzten Lebensjahren ihre große Popularität für gute Zwecke eingesetzt, sie war unter anderem Schirmherrin für viele Organisationen, die z.B. Leprakranken, Obdachlosen, HIV-Infizierten, Krebskranken und Landminenopfern helfen. Sie besuchte viele Bedürftige und Kranke und spendete Trost, wo es nur ging, anstatt "nur" Geld zu spenden. Obwohl sie selber mit ihrem Privatleben unendlich unglücklich war, hatte sie ein riesiges Herz für alle, die ihrer Hilfe bedarfen. Ihre Freundin, Mutter Theresa, die als Missionarin den Friedensnobelpreis bekommen und die ihr ganzen Leben dem Wohle der Armen gewidmet hat, starb nur 5 Tage nach ihr.

Es bleibt ohne Zweifel, dass diese beiden Persönlichkeiten, Lady Diana und Mutter Theresa, durch ihr Handeln und ihre Fürsorge eine große Tat für die Menschheit vollbracht haben. Sie haben versucht, die Welt, in der wir alle leben, zu verbessern und haben Unzähligen Trost und Kraft gespendet, die keine Hoffnung mehr hatten. Sie haben es durch ihre Popularität erreicht, dass wir mehr von dem Leid, das es in der Welt gibt und das wir uns gar nicht richtig vorstellen können, vor Augen geführt bekamen und uns durch ihre herzensgute Art zutiefst berührt. Möge es viel mehr Menschen von ihrer Sorte geben!!!

 

Stars und der Erfolg

Viele Menschen träumen ihr Leben lang davon, berühmt zu werden, sich selber von den Zeitschriftencovern lächeln zu sehen, reich zu sein und viele Bewunderer zu haben. Doch so schön das auch klingt, nicht jeder kann gut mit dem Druck der Öffentlichkeit umgehen. Gerade für junge Stars ist es oft ein Problem, mit den unzähligen Journalisten und Fotographen klarzukommen, die sie täglich verfolgen. Man muss ständig aufpassen, von der Skandalpresse nicht ins falsche Licht gerückt zu werden und man weiß oft nicht mehr, was echte Freunde sind und auf wen man bauen kann. Doch das größte Problem ist für die meisten, wie eine Ikone oder ein Gott angebetet und dargestellt zu werden.

Der Song "Smells Like Teen Spirit" von Kurt Cobain war die Hymne einer ganzen desillusionierten Generation. Und Cobain wurde in die Rolle des Wortführers dieser Generation gedrängt. Doch der sensible Sänger der Kultband "Nirvana" haßte diese Rolle, haßte das Musikbusiness, haßte sogar seinen Erfolg. Er flüchtete in exzessiven Drogenkonsum, wurde von Depressionen, Magenschmerzen und Selbstmordgedanken gequält. "Falls er jemals 30 werden sollte, wäre ich überrascht", sagte seine Mutter Wendy O'Connor in einem Interview. Er schaffte es nicht.

Er wurde in Aberdeen nahe Seattle geboren und wuchs in zerrütteten Familienverhältnissen auf. Von Erwachsenen wurde er herumgeschubst und von seinen Gleichaltrigen verspottet, weil er sich mehr fürs Malen als für Sport interessierte. Er erlebte eine unglückliche Kindheit. Seine Eltern ließen sich scheiden, als er acht Jahre alt war. Seinen Frust und seine Ängste drückte Kurt Cobain in einer Musik aus, die den aggressiven Rock mit melodiösen Elementen verband. "Nirvana", die ihr erstes Album "Bleach" 1989 veröffentlichten, wollten schmutzig, provokativ und unpopulär sein - ehrliche und echte Punks mit strähnigen Haaren, in zerrissenen Jeans und verwaschenen Flanellhemden.

Aber dann ging irgendetwas schief: Die Band wurde von denen gefeiert, die genug hatten von künstlichen Idolen wie Madonna und Michael Jackson. "Nirvana" hatte exakt das Gefühl von tausenden frustrierter Kids getroffen. Ihre Platten verkauften sich millionenfach. Das große Musikbusiness wie die Modedesigner wurden auf den sogenannten Grunge-Stil "Nirvanas" aufmerksam. Aber je berühmter die Band wurden, desto weniger wollte Cobain diesen Erfolg. Am 5. April 1994, jagte er sich in seinem Haus in Seattle eine Kugel in den Kopf. Doch selbst sein endgültiger Ausstieg konnte seinen Superstar-Status nicht schmälern. Im Gegenteil: Seine Fans verehren ihn wie Jim Morrison, Jimi Hendrix oder Janis Joplin. Auch Kurt Cobain wurde wie sie nur 27 Jahre alt.

 

Die Rolle der Medien

Ohne Zweifel wären die Superstars nicht das, was sie sind, ohne Mithilfe der Medien. Hat man als Newcomer einen Manager mit guten Vermarktungsstrategien und guten Kontakten zu angesehenen Medienanstalten, hat man den anderen schon mal einiges voraus. Letztendlich sind es die Medien, die die Macht haben, einen Star beliebt oder unbeliebt zu machen. Es sind gerade die Jugendzeitschriften, wie z.B. die BRAVO, die einen großen Beitrag dazu leisten, dass die Fans ihren Star zum Abgott machen. Die Jugendlichen finden in den Zeitschriften, neben Interviews und Berichten, Bilder von ihrem Star, vor allem aber Poster, Aufkleber, Sammelkarten, Anhänger, Bügelbilder, und, und, und. In den Interviews erfährt man jede Kleinigkeit zu den Vorlieben des Stars und man hat beinahe das Gefühl, den Star ziemlich genau zu kennen. In der BRAVO sind bei Konzertberichten des weiteren auch häufig Begriffe wie "beschwören, verzaubern, bannen, hypnotisieren oder verhexen" verwendet. Wie ein "Messias" oder "Priester" werden Stars wie Michael Jackson oder Heavy Metal Bands dargestellt.

Die Medien bauschen kleine Konflikte unnötig auf, drehen den Leuten die Worte im Munde um, enthüllen jedes Geheimnis und verfolgen die Stars auf Schritt und Tritt. Gerade die besonders hartnäckigen Fotografen, die nur darauf lauern, ihren Lesern einen pikanten Schnappschuss zu präsentieren, sind bei der Prominenz verhasst. Allerdings muss man dem schlichtend hinzufügen, dass es diese Leute nicht geben würde, wenn wir als Allgemeinheit die Zeitungen, in denen die Bilder abgedruckt werden, nicht kaufen und somit jedes weitere Foto unterstützen würden. Trotzdem, fanatische Reporten zerstören den Stars ihre Privatsphäre, indem sie z.B. deren Mülltonnen durchwühlen. Die Medien versuchen den Fans ihren Wunsch zu erfüllen, nämlich über den Star 24 Stunden am Tag zu informieren und immer möglichst viel zu wissen. Also landen wir auch hier wieder bei den Fans, besonders bei denen, die sich extrem fixiert haben.

 

Das Fazit

Zum Schluss möchte ich natürlich darauf zurückkommen, womit ich begonnen habe, um hier den Bogen zu schlagen. Ist Starkult jetzt eine Ersatzreligion oder nicht??? Sind Stars heilig???

Stars sind Idole, Götzenbilder, Abgötter. Sie wurden bewußt geschaffen, weil für uns das Leben einfacher ist, wenn wir uns mit jemandem vergleichen können, wenn wir jemandem nacheifern können. Jeder Mensch sehnt sich nach Anerkennung, nach Ruhm, nach Erfolg in dem, was er tut, nach Reichtum und nach Schönheit. Die Stars geben uns eine bestimmte Richtung vor, in die wir uns entwickeln wollen, oder zumindest davon träumen.

Idole von heute sind nicht faßbar. Wir leben mit ihnen ohne sie zu wirklich zu kennen oder zu erreichen, beten sie an, ohne zu wissen, vor wem wir uns auf die Knie werfen. In der Steinzeit wurden die Idole zwar auch von Menschen erschaffen, aber nach deren Ebenbild und nicht zum Nutzen einzelner Geschäftshungriger und Erfolgsgieriger um Macht über andere zu erlangen. Die Idole unserer Zeit sollen in erster Linie zum Geldausgeben animieren.

Sie sind die Götter des Sportes, des Filmes, der Musik und es ist in, mindestens einen Götzen pro Tag anzubeten, indem man dessen Parfum, Schmuck, CDs, Filme, Klamotten, oder Autobiographie kauft. Unsere Idole überdauern nicht Jahrtausende, nicht einmal Jahre oder gar Wochen. Sie sind austauschbar, schnell verbraucht, Phantasiegebilde einfallsreicher Geschäftsleute, die sich über unseren Gebetseifer totlachen. Sie nutzen die Sehnsucht des Menschen, aufschauen zu wollen, zu bewundern, zu verehren, oder die Angst, keinen Halt mehr zu haben.

Für viele Jugendliche ist Gott weit weg, zu weit. Und Gott ist umstritten. Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, die von der Wissenschaft dominiert wird und die Religion kommt oft zu kurz. Die Stars begegnen uns in unserem Leben ständig, sie sind uns nah. Sie geben uns Kraft und lassen uns von einem besseren Leben, von einer besseren Welt träumen, in der ewig die Sonne scheint, man das Geld im Handumdrehen verdient, jeder schön und gesund ist, viele Freunde hat und von allen geliebt wird. Kurzum, wir sehnen uns nach dem Leben, was uns die meisten Stars in Zusammenarbeit mit den Medien präsentieren. Wir brauchen diese Illusion.

Wenn man älter wird, nimmt der Stellenwert dieser Illusion ab, man hat den Halt im eigenen Leben gefunden. Doch gerade in der Pubertät, in der einem sämtliche Orientierung verloren gegangen ist, ist die Starliebe sehr hilfreich. Der Star hat schließlich auch immer noch eine Vorbildfunktion. Sagt mein Star mir, dass er Drogen und Zigaretten verabscheut und Mädchen hasst, die sich ständig betrinken, nehme ich darauf Rücksicht und bin wesentlich standhafter gegenüber solchen Dingen.

Starkult ist in dem Sinne also sehr wohl eine Ersatzreligion, die aber nicht lange von Dauer ist, da beim Erwachsenwerden die bedingungslose Liebe für den Star verloren geht und man sich eher auf sein persönliches Umfeld konzentriert.

Trotzdem sind Stars - bis auf wenige Ausnahmen - in dem Sinne nicht "heilig". Das moderne, umgangssprachliche "heilig" bedeutet so viel wie "rein, übergeordnet, besonders, makellos". Stars sind überhaupt nicht perfekt, sie habe Ecken und Kanten wie jeder von uns, doch wahren sie das Image des Halbgottes, dem wir uns mit unseren Fehlern und Schwächen unterzuordnen haben, der besser ist, als wir. Gerade Jugendliche unterliegen oft der Illusion, dem Freund, der z. B. auf Britney Spears steht, nicht zu genügen und gerecht zu werden. Daran kann das Selbstvertrauen ganz schön zu Bruch gehen.

Zwei moderne prominente Heilige sind für mich vor allem Mutter Theresa und auch Lady Diana, die fast ihr ganzes Leben lang ihr Größtmögliches getan haben, um anderen Menschen zu helfen und deren Leben etwas schöner zu gestalten. Gerade in dieser Zeit, in der jeder nur darauf bedacht ist, für sich selber möglichst viel herauszuschlagen, ohne Rücksicht auf Verluste und wir alle bei dem großen Leid, das es in der Welt gibt, wegsehen, weil es uns ja nicht betrifft, erscheinen uns Gestalten wie diese beiden wie Engel höchstpersönlich. Natürlich gibt es noch mehr von dieser Sorte, doch die meisten sind uns nicht so bekannt. Es wäre schön, wenn noch mehr von den Idolen mit der "Vorbildfunktion" uns auch in dieser Hinsicht ein Vorbild wären...

(Diese Arbeit wurde außerhalb des Kursunterrichts angefertigt.)

 

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