Jugend&Kultur&Religion
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Fußball als Ersatzreligion?
Verfasser: Bernd Oevermann, Fabian Zieschang, Matthias Kampmann, Oliver Grafe, Paul Schönheit, Tim Lapstich
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort Rituale in der Religion und im Fussball Was hat das Stadion, was die Kirche nicht hat? Vergleich von Fangesang mit Kirchenliedern Fussballgott "Der Eintrachthimmel"
Vorwort Religion und Fussball. Auf den ersten Blick sind diese beiden Bereiche des öffnetlichen Lebens nicht miteinander zu verbinden. Auf der einen Seite gläubige Christen, die in den Gottesdienst gehen und auf der anderen Seite gröhlende Fussballfans im Stadon. Wo lassen sich hier Parralelen erkennen? Wenn man genauer hinschaut, lassen sich viele Gemeinsamkeiten im Gebiet der Riten und Gesten erkennen. Der erste Abschnitt dieses Beitrages soll näher darauf eingehen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es in diesem Bereich zwischen Religion und dem Fussball als Lebenseinstellung gegeben sind. Desweiteren soll hier auch erläutert werden, in wie fern übernommene Namen und Handlungen aus dem Kirchlichen Bereich im Fussball wirken, und so das verhältniss von Zuschauern zu Spielern, und somit auch zum Fussball als Sport beeinflußt.Im zweiten Abschnitt wird ein vergleich zwischen dem Fussballstadion und der Kirche angestellt. Es wird die Frage aufgeworfen, weshalb manche Menschen lieber in das Fussballstadion als in die Kirche gehen. Auch der dritte Abschnitt dieses Beitrages fürt einen Vergleich an. Es werden die Fangesänge im Stadion mit den religösen Liedern aus der Kirche verglichen. Der dritte Teil dieses Textes geht schlussendlich auf den Begriff "Fussballgott" ein. Hier wird erläutert, wie dieser Begriff aus dem kirchlich/religiösen Bereich im Fussballgeschehen verwendung findet. Insgesammt soll dieser Beitrag näher auf das Verhältniss eingehen, welches Fussballfans zu Fussball haben, und in wiefern dieses dem endspricht, welches bei den beiden großen christlichen Glaubensrichtungen vorliegt.Es soll kein endgültiges Ergebniss vorgelegt werden. Vielmehr soll verständlich gemacht werden, was viele Menschen am Fussball interresiert, und wieweit diese Bindung zu Fussball als Religion, und damit für manche Menschen als Ersatzreligion angesehen werden kann.
Rituale in der Religion und im Fussball Es gibt Rituale, die sowohl in der Religion zu finden sind, als auch im Fussball. Dagegen gibt es auch Rituale, die nur in einem Fall vorkommen. Man kann aber solche Rituale miteinander vergleichen und Ähnlichkeiten feststellen. Rituale werden verstanden als etwas was man immer wieder genau gleich macht, aber nicht als etwas was man machen muss. Beten: Singen: Bekreuzigen: Nun werden ein paar Vergleiche gezeigt, die in beiden Fällen unterschiedlich vorkommen. Sie sind zwar verschieden aber vergleichbar. Stadion/ Kirche: Glaubensbekenntnis/ Fan-Hymne: Konfirmation/ Eintritt in den Fanclub: Bibel/ Vereinsbuch: Jetzt werden noch ein paar Vergleiche gezogen, die nur auf ein paar Fussball-Fans zutreffen. Es sind aber trotzdem Vergleiche die zutreffen. Weitergabe des Glaubens/ Vereins: Genau wie bei der Religion wird der Glaube an die Kinder aus Überzeugung weitergegeben. Taufe/ erster Stadionbesuch: Wallfahrt/ erster Stadionbesuch: Wie man sehen konnte gibt es doch viele Dingen die vergleichbar sind. Es sind nicht alle Dinge immer ganz genau zutreffend. Viele sind nur auf ein paar Fans zu beziehen aber es werden doch eine Menge Fans in Deutschland sein. Man sollte dieses nicht mit Aberglaube verwechseln. Der Aberglaube, wie immer zuerst mit dem rechten Fuß das Stadion betreten, ist hier nicht gemeint. Der Aberglaube ist eigentlich nur sehr stark unter Spieler verbreitet.
Was hat das Stadion, was die Kirche nicht hat? Im Stadion herrscht eine andere Einstellung gegenüber der Wichtigkeit des Stadionbesuches vor. Viele empfinden beim Begriff Kirche eine Art Zwang. Vielen ist der einmalige Gang in die Kirche unangenehm, da sie die Kirche sehr selten besuchen und sich nicht in die Gemeinschaft "einschleichen" wollen. Dort finden sie viele bekannte Gesichter, deren vorwurfsvollen Mienen sie gerne entrinnen möchten. Die kirche bzw. der Kirchenbesuch wird als gesellschaftliche verpflichtung angesehen und ein nicht regelmäßiges Erscheinen als ein Vergehen verstanden. Die Situation im Stadion ist vollkommen anders. Man hat direkten Kontakt zu seinen Idolen.ist ein Fan längere Zeit nicht im Stadion gewesen, erhebt keiner Vorwürfe gegen ihn sondern jeder heißt ihn aufs neue Willkommen. Jeder Anhänger hat seine kleine Truppe, die er kennt und mit der er das Spiel erleben möchte. Man ist ansonsten jedoch anonym und hat daher nur in der Mannschaft einen Zusammenhalt und eine beziehung untereinander. die Situation lockern vor allem Auswärtsspiele, zu denen meist nur die etweas Hartgesottenen Fans erscheinen und somit eine verpflichtende teilnahme (in Form von moralischer, gesellschaftlicher Verpflichtung) ausschließt und sie unmöglich macht.
Vergleich von Fangesang mit Kirchenliedern Musik und Gesang spielt sowie im Stadion, auch im Gotteshaus oder auf religiösen Messen eine wichtige Rolle. Sie sorgen für besondere Atmosphäre und vermitteln bestimmte Botschaften. Diese Botschaften sind in Kirchenliedern meist an Gott gerichtet, zum Teil als Danksagung, aber auch als Aufruf und Bitten um Hilfe. Kirchenlieder sind in der Regel mehrstrophig und somit länger als die oftmals nur einstrophigen Fanhymnen. Auch richten sich Fanhymnen nur zum Teil an die favorisierte Mannschaft, oft kann man sie auch als Provokation der kontrahierenden Mannschaft auffassen oder als Ausdruck der Unzufriedenheit dem Schiedsrichter gegenüber. Durch den Gesang verdeutlichen die Fans eine klare Abgrenzung von den restlichen Zuhörern. Dies entsagt sich stark dem Sinn von Kirchenliedern, die eher zum friedlichen Miteinander aufrufen. Jedoch lassen sich auch Gemeinsamkeiten beider Gesangesarten erkennen. Aussprüche wie "Steht auf wenn Ihr Schalker seid" in Fanhymnen oder "Wir singen, loben, danken dem Herrn" verursachen ein verstärktes Zusammengehörigkeitsgefühl und verhelfen somit eventuell aus dem einsamen Alltag.
Fussballgott Den Begriff Fussballgott hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Doch in wie fern dies wirklich religiös gemeint ist, ist die Frage. Zu erst einmal muss man festhalten, dass der Begriff Fussballgott in 2 Weisen gebraucht wird: Zum einen als der eigenwillige Fädenzieher, der gepriesen wird, sobald eine Mannschaft einen Titel oder etwas unerwartetes erlingt oder eine andere den anscheinend übermächtigen Gegner besiegt. Ein auf "Fussball spezialisierten Gott", der sich bloss mit Fussball beschäftigt kann man mit den damaligen Gottesbildern der Griechen und Römer sehr gut vergleichen, da ja in beiden Kulturen Götter zu finden waren, die jeweils nur eine Aufgabe hatten. So gab es z.B. Ares, den Gott des Krieges, dem vor den Schlachten gehuldigt und auch geopfert wurde um durch seine Kraft gestärkt, siegreich aus der Schlacht zurückzukehren. Nach einem Sieg sollte er durch weitere Opfer die Dankbarkeit der Krieger erfahren und seine Gnade für zukünftige Schlachten gesichert werden. Gerade so eine Huldigung oder zumindest die Erwähnung nach dem Erreichen eines für unmöglich gehaltenen Ziels lässt sich immer wieder in Bezug auf Fussballmannschaften im in Tageszeitungen des folgenden Tages finden. So war z.B. am 22. Mai in der NOZ ( Neuen Osnabrücker Zeitung) in fettgedruckten Lettern zu lesen: "Wenn es einen Fussballgott gibt...".
Anlass für diese Überschrift war der Regionalligameistertitel des VFL Osnabrück am Vorabend. Natürlich beinhaltet dieser Satz nicht direkt eine Existenz, jedoch zeigt er, dass zu so einem "Festtag" nicht nur durch harte Arbeit oder laute Fans gekommen sein könnte. Doch waere es nicht tragisch (jetzt mal ganz weg von den Vorstellungen der Christen), wenn eines Tages die Existenz einer höheren Macht, die am 7. Tage den Fussball erschuf um sich dabei auszuruhen und alle spiele wie ein Puppenspieler steuert, bekannt würde. Dann wäre doch jeder Reiz am Fussball verloren, da es dann keine Überraschungen mehr gäbe und man um die Unterstützung des Gottes buhlen würde bis alle Titel gesichert sind. Dann würde sich doch man sich doch nicht mehr für die kleineren Mannschaften wie den VFL Osnabrück freuen sondern sich fragen was dem Gott des Fussballs an den anderen Mannschaften nicht gefallen hat. So gesehen ist es doch besser von der Existenz eines Fussballgottes im Sinne einer höheren Macht nichts zu wissen, aber etwas zu erhoffen. Und wer weiss vielleicht werden unsere Gebete, Bitten und Danksagungen in Bezug auf das Lieblingsteam doch erhört. Jedoch meint man ja nicht immer nur den "vielleicht grössten und ältesten Fussballfan" aller Zeiten, wenn man das Wort Fussballgott in den Mund nimmt. Vielmehr wird meint man damit in jedem Team einen der eigenen Spieler. So verehrte man beispielsweise bei der Frankfurter Eintracht im Jahre 1998 den Spieler Thomas Zampach als Fussballgott, da er im Jahr des Wiederaufstieges in die Bundesliga einer der fleissigsten und damit Hauptverantwortlichen für den Wiederaufstieg war. Dies dankten ihm die Fans mit dieser Auszeichnung und bei jeder Möglichkeit mit besonders euphorischem Jubel.
"Der Eintrachthimmel" (Anekdote unter Frankfurtfans) Durch einen schrecklichen Zufall versterben in einer Woche zuerst Felix Magath und, drei Tage später, Frank Pagelsdorf. Als Pagelsdorf in den Himmel kommt, sagt Gott zu ihm: "Hallo, Herr Pagelsdorf, schön sie zu sehen! In Anbetracht ihrer großen Verdienste um den HSV kriegen sie hier ihr eigenes Häuschen, und, glauben Sie mir, das kriegt hier nicht jeder!" Gott nimmt Pagelsdorf an der Hand und führt ihn vor einen kleinen Flach-dachbungalow. Die Fußmatte an der Tür ist mit der HSV-Raute versehen und eine kleine HSV-Fahne weht im Vorgärtchen. Pagelsdorf denkt sich: "Joh, ganz nett", dreht sich um.... und traut seinen Augen nicht. Auf der nächsten Wolke, hoch über ihm, steht ein italienischer Palazzo, komplett mit Balustrade und sechs dorischen Säulen. Der Palazzo ist rot-schwarz gestrichen, über und über mit Eintracht-Symbolen, -Graffiti, -Fahnen und -Transparenten übersät und aus riesigen Lautsprechern wehen die Klänge von "Steh auf wenn du ein Adler bist" zu ihm herab. Pagelsdorf wendet sich an Gott und sagt, schwer brüskiert: "Was ist DAS denn? Wieso kriegt der Magath so'n Palast da hingestellt? Hat doch noch gar nix geleistet, der Mann!! Häh??? Wieso lebt der hier in so 'nem Haus???" Gott dreht sich um, schaut Pagelsdorf in die Augen und sagt: "Das ist nicht Magaths Haus. Das ist meins."
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