Jugend&Kultur&Religion

Ratsgymnasium Osnabrück


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Ist das nicht paradiesisch?

Paradiesvorstellungen in Film und Werbung

 

 

Verfasserinnen: Simone Hoffmann, Mareike Krohs, Kerstin Kümper


Betreuende Lehrkraft: Imke Loock

 

 

 

Prolog:

"Weißt du denn nicht, wie das ist, wenn du in den Himmel kommst? Im Himmel- da reden die über nichts anderes als über das Meer und darüber, wie wunder- wunderschön es ist.

Sie reden über den Sonnenuntergang, den sie gesehen haben; sie reden darüber, wie die Sonne blutrot wurde, bevor sie ins Meer eintauchte und sie reden darüber, wie sie spüren konnten, wie die Sonne ihre Kraft verlor und die Kühle vom Meer heraufzog und das Feuer nur noch in ihrem inneren glühte.

Und du? –Du kannst nicht mitreden- du warst ja noch nie dagewesen"

Aus: "Knocking on heavens door"

 

 

Einführung:

Das Paradies- wie es da wohl aussieht? Wie stellen wir uns unter diesem Begriff vor und was verbinden wir mit dem Paradies?

Das Paradies- ein Begriff, der fest in unseren Alltag eingegliedert ist.

Sieht man sich einmal genauer um, so wird einem schnell klar, dass das Wort "Paradies" eine große Bedeutung gewonnen hat, hauptsächlich in Film und Fernsehen.

Diese Bedeutung und der Sinn und Zweck dieses Begriffes, beschäftigte uns. So begaben wir uns auf die Spur der Ursachenforschung.

Anfangs stießen wir schon bald auf das 1. Problem. Was genau versteht man denn unter dem "Paradies"?

Es gibt zwei Definitionen, die weiter verbreitet sind.

- Das Paradies- der Aufenthaltsort der Menschen vor dem Sündenfall und

- Das Paradies, der künftige Ort der Seeligkeit, der "neue Himmel und die neue Erde" (vgl. Offenbarung. Zu diesem Ort kommen die Menschen nach ihrem Tod- dort wird GOTT sie erwarten.

Die vorchristliche Apokalyptik jedoch geht so weit, dass sie das Paradies der Urzeit mit dem Paradies der Endzeit gleich setzt.

Diese Vorstellung- so fanden wir heraus- führten zu der Auffassung, dass es in der Zwischenzeit ein Paradies gebe, das verborgen existiert, im sogenannten 3. Himmel (vgl. 2.Kor. 12,4). Nach jüdischer Auffassung galt es als Aufenthaltsort der Verstorbenen, die na Gott glaubten. An eben diesem Ort weilen sie in der Zeit zwischen ihrem Tod und der allgemeinen Aufehrstehung am Ende der Welt.

Auf Grund dieser unterschiedlichen Definitionen und Vorstehllungen stellten wir schnell fest, dass wir das Wort "Paradies" genauer definieren müssen, um eine effektive Nachforschung betreiben zu können.

Aus diesem Grund entschlossen wir uns, und konkrete auf das Paradies in der endzeit- folglich dem Ort nach dem tod- festzulegen. Auf diese weise wollen wir unsere Nachforschungen betreiben und dadurch Missverständnisse im vornhinein vermeiden.

Diese Arbeit besteht aus drei Schwerpunkten. Im ersten Teil widmen wir uns den Paradiesvorstellungen im Film.

Der zweite Teil besteht aus den Schwerpunkten 2 und 3, welche sich aus den Paradiesvorstellungen in der Werbung, und einer Umfrage zusammensetzt.

Ziel dieses zweiten Teils ist es, zu untersuchen, ob die persönlichen Vorstellungen vom Paradies durch Werbeslogans beeinflusst wurde. Zu diesem Teil haben wir eine Umfrage in verschiedenen Altersgruppen gestartet, in denen wir uns nach den ganz persönlichen Vorstellungen einzelner erkundigten und die frage stellten, ob diese Vorstellung durch die Werbung beeinflusst wurde.

 

 

Paradiesvorstellung im Film

Waterworld

Einführung:

Wir haben uns entschlossen, den Film Waterworld zu analysieren, weil wir denken, dass der gesamte Film von einer Paradiesvorstellung geprägt ist. In diesem Film wird deutlich, was viele Menschen heute unter Paradies verstehen: Eine heile und perfekte Welt, die den Menschen ein schöneres und besseres Leben ermöglicht. Diese Vorstellung passt hervorragend in unsere Arbeit und unser Thema: Ist das nicht paradiesisch – Paradiesvorstellung in Film und Werbung. Ebenso wie in der Werbung stellt dieser Film das Paradies als eine "paradiesische Insel" dar. In Waterworld kommt ganz stark die endzeitliche Paradiesvorstellung zum tragen: Der Mensch wird von seinem Schicksal befreit und erfährt die Erlösung in Form des Eintritts ins Paradies.

 

 

Die Situation: Was ist Waterworld und wo liegt Dryland?

"Die Zukunft: Das Eis der Polarkappen ist geschmolzen. Und die Kontinente sind im Wasser versunken. Die wenigen, die überlebt haben, schufen sich ihre eigene Welt: Waterworld!"

Die Welt besteht nur aus Wasser: Waterworld. Die Menschen leben auf Booten oder Atollen, kleinen, schwimmenden, festungsähnlichen Siedlungen. Es herrscht Misstrauen, Hass, Armut, Hunger und Krieg unter den Menschen. Erde, Trinkwasser, Nahrung und eigentlich alles, was wir in unserem täglichen Leben benutzen, fehlt. Die Menschen sind gezwungen mit dem wenigen, das vorhanden ist, auszukommen. Geld gibt es nicht, Waren werden getauscht. Jeder kämpft ums Überleben. Glück, Vertrauen, Freundschaft und Frieden existieren nicht mehr. Überfälle, Gewalt und Plünderungen sind alltäglich geworden. Das Leben der Menschen ist hart und grausam.

Doch es gibt den Mythos von Dryland, einem Stückchen Land irgendwo in Waterworld. Aber niemand weiß, wo Dryland liegt, oder ob es tatsächlich existiert. Einige glauben nicht an die Existenz von Dryland, doch für viele ist Dryland die Hoffnung auf ein besseres Leben. Ist Dryland das Paradies?

 

 

Filmzusammenfassung:

Waterworld ist die Geschichte der Menschheit, wie sie sich in der Zukunft ereignen könnte. Die Welt wurde von einer Sintflut überschwemmt; Gottes Strafe für die Taten der Menschen?! Die Überlebenden dieser Apokalypse sind gezwungen ein tristes Leben zu führen.

 

Ein kleines Mädchen, mit Namen Ilnola wird zum Zentrum des Kampfes ums Überleben. Sie malt Dinge, die die Waterworldbewohner noch nie gesehen haben, sie sieht Dinge aus der Alten Welt. Außerdem hat Ilnola einen Tätowierung auf dem Rücken, die, einer Legende nach, den Weg nach Dryland zeigt. Waterworld schildert die Reise nach Dryland: Den Weg der Menschen ins Paradies?

Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der keinen Namen hat. Eines Tages erreicht er ein Atoll. Er wird nur eingelassen, weil er Erde bei sich hat. Auf dem Atoll tauscht und handelt er, doch als er wieder fortsegeln will, hält man ihn zurück. Die Atollbewohner sind misstrauisch geworden, weil er Erde und zahlreiche andere "Schätze" besitzt. Es kommt zu einem Kampf, der Fremde tötet dabei einen Atollbewohner. Als man ihn deshalb festnehmen will, entdeckt man seine Kiemen hinter den Ohren. Er ist ein Mutant. Die Atollbewohner sehen in ihm einen Gefahr und verurteilen ihm zum Tode. Als das Urteil vollstreckt wird - der Mutant soll in einem Schlammloch, in dem die Toten beigesetzt werden, ertränkt werden- greifen Smoker, eine skrupellose Piratenbande, an. Der Käfig mit dem Mutanten kommt wenige Zentimeter über dem Schlamm zum Stillstand. Die Smoker zerstören das Atoll. Gregor, ein alter Mann der seit Jahren versucht, Ilnolas Karte zu entschlüsseln, kann mit einem selbst konstruierten Ballon fliehen. Helen, Ilnolas Ziehmutter und Ilnola bleiben zurück. Helen befreit den Mutanten aus dem Käfig, damit er sie und Ilnola aus dem Gefecht herausbringt. Die Flucht der Drei gelingt. Die Smoker suchen das Atoll nach Ilnola ab, sie wissen von der Karte auf ihrem Rücken und wollen sie entführen, um so nach Dryland kommen zu können.

Der Mutant, Helen und Ilnola beginnen ihre Reise nach Dryland. Der Mutant lässt Helen zunächst in dem Glauben den Weg nach Dryland zu kennen, doch er kennt nur ein anderes "Dryland". Die Alte Welt, am Grund des Ozeans. Diese Alte Welt zeigt er Helen. Von dort hat er auch alle seine Schätze, denn seine Kiemen erlauben es ihm, sehr tief zu tauchen. Der Mutant glaubt nicht an den Mythos von Dryland. Doch je länger er mit Ilnola und Helen zusammen ist, um so mehr kommt er ins Zweifeln. Als er schließlich eines Tages eine Zeichnung von Ilnola findet, die eine Palme zeigt, ist er überzeugt von der Existenz Drylands, denn Palmen gibt es nur in der Alten Welt oder auf Dryland, dass weiß er aus einem Geographieheft der Alten Welt.

Doch auch die Smoker wissen von der wertvollen Bedeutung der Karte auf dem Rücken des Mädchens. Nach mehreren missglückten Entführungsversuchen gelingt es ihnen schließlich, Ilnola in ihre Gewalt zu bringen. Auf dem Hauptschiff angekommen, versuchen sie die Karte auf dem Rücken des Kindes zu entziffern, doch es gelingt ihnen nicht.

Der Mutant macht sich auf zum Schiff der Smoker. Er befreit Ilnola und versenkt das Schiff, mitsamt den Smokern.

Durch einen Zufall hat Gregor Helen und den Mutanten zuvor gefunden, gemeinsam mit dem ehemaligen Sheriff des zerstörten Atolls, machen sie sich nun auf den Weg nach Dryland, denn Gregor ist es endlich gelungen die Karte zu entschlüsseln.

Nach einer langen Reise erreichen sie Dryland. Die Freude über die grüne Insel, mit Wasserfällen, Wiesen, grünen Hängen und Tieren, wird von einer Entdeckung des Sheriffs getrübt. Er findet zwei Skelette. Auf dem Nachtisch, neben dem Bett der Toten liegen Papier, Stift und ein Bild von Ilnolas Tätowierung. Ilnola kommt hinzu. Sie entdeckt eine Spieluhr, zieht sie auf und sagt: "Ich bin zu Hause." Ilnola ist also der letzte Nachkommen der Bewohner von Dryland. Weil ihre Eltern gewusst haben, dass sie sterben werden, haben sie ihr Kind mit der eintätowierten Karte, die den Weg nach Dryland zeigt, ausgesetzt, um den Waterworldbewohnern von der Existenz Drylands in Kenntnis zu setzen.

Helen, Gregor, Ilnola und der Sheriff bauen sich eine neue Existenz auf. Der Mutant verlässt Dryland. Er hat sich durch seine Kiemen dem Leben auf dem Wasser angepasst, er gehört nun zur Waterworld.

 

 

Filmanalyse:

Dryland:

Dryland steht in diesem Film für die Träume der Menschen nach einem besseren Leben. Die Menschen glauben an die Existenz von Dryland, weil dieser Glaube ihnen Hoffnung gibt, er lässt sie ihr Schicksal ertragen. Die Hoffnung auf Erlösung aus den Qualen und die Hoffnung auf Frieden und Freiheit werden im Bild von Dryland ganz deutlich. Die Waterworldbewohner sehen in Dryland die Erlösung, die Erlösung von ihrem qualvollem Leben. Das Leben in Waterworld ist grausam und schwer, die Menschen ertragen dieses Leben nur, weil sie den Glauben an Dryland- den Glauben an das Paradies- haben. Genauso wie den Menschen in Waterworld, geht es uns heute: das Leben ist oft mühsam und beschwerlich. Oft scheint es keine Hoffnung mehr zu geben, doch der Glaube an den Eintritt ins Paradies nach dem Tod macht uns Mut. Auch wir verbinden mit dem Paradies die Erlösung aus unseren Qualen. Auch wir halten das Paradies oft für einen Ort, ähnlich wie es im Film Waterworld geschildert ist, an dem es idyllisch und friedlich ist. Ein Ort, an dem es nur Glück und Zufriedenheit gibt.

Abschließend lässt sich also sagen, dass in Waterworld unsere heutige, endzeitliche Paradiesvorstellung dargestellt wird. Diese Vorstellung beruht zum Teil gerade auf Filmen wie Waterworld, in denen das Paradies gleichgesetzt wird mit einer "paradiesischen Insel". Doch auf jeden Fall lässt sich feststellen, dass der Punkt der Hoffnung und Erlösung in Film und Realität übereinstimmt.

 

 

Die Hauptcharaktere:

Ilnola:

Ilnola spielt im gesamten Film eine tragende Rolle. Sie kommt aus Dryland, also aus dem Paradies. Und nur sie zeigt den Weg in dieses Paradies.

Ilnola wurde als Säugling in einem Korb mit fruchtbarer Erde von Helen gefunden. Jene glaubt seitdem ,Ilnola sei ein Kind aus Dryland. Die Tätowierung auf ihrem Rücken ist wichtiger Faktor im Kampf gegen das Böse (also gegen die Smoker). Der Streit und Kampf um Ilnola kann stellvertretend für den Kampf zwischen Gut und Böse gesehen werden, und somit auch stellvertretend für den Kampf ums Paradies, denn Ilnola ist der Schlüssel zum Paradies. Die Vernichtung der Smoker durch den Mutanten (das Gute) kann somit so gedeutet werden, dass es dem Bösen, und somit auch den bösen Menschen, versagt bleibt, ins Paradies zu kommen.

Ilnola ist also der Schlüssel oder der Weg ins Paradies, doch sie selbst ist sich dieser Rolle nicht bewusst. Was dadurch deutlich wird, dass sie die Bedeutung der Karte auf ihrem Rücken nicht kennt. Sie weiß aber sehr wohl, dass sie anders ist, als die anderen Menschen in Waterworld. Sie kann zum Beispiel nicht schwimmen- angesichts der Lage, dass die Menschen auf dem Meer leben sehr ungewöhnlich. Helen sieht es als einen Beweis dafür an, dass Ilnola aus Dryland kommt. Ihre Zeichnungen und Bilder sind ebenfalls "unnormal". Sie malt Tiere und Pflanzen aus der Alten Welt. Einige halten sie deshalb für verrückt, andere glauben sie sei ein Wunderkind, aber Helen fühlt sich durch diese Zeichnungen in ihrer Annahme bestärkt.

 

Helen:

Helen steht für die Gläubigen. Sie ist der festen Überzeugung, dass es Dryland gibt und lässt sich von dieser Meinung auch nicht abbringen. Sie glaubt aus tiefstem Herzen. Dieser tiefe Glaube kann auf den Glauben der Christen, oder der Menschen allgemein, übertragen werden. Der Gläubige glaubt an etwas, beispielsweise an das Paradies, ohne es zu kennen oder es gesehen zu haben. Er braucht keinen eindeutigen Beweis, er glaubt einfach nur und dieser Glaube genügt ihm, um an seiner Vorstellung (z.B.: vom Paradies oder Gott) festhalten zu können.

Diesen Glauben hat auch Helen. Sie glaubt unbeirrt an die Existenz von Dryland, auch wenn andere dieses als Mythos abtun. Sie setzt alle ihre Hoffnungen in ihren Glauben, sowie der Gläubige alle seine Hoffnungen in seinen Glauben setzt.

Doch Helen übernimmt nicht nur die Rolle der Gläubigen, sie ist auch fürsorgliche und aufopfernde Mutter. Sie beschützt und behütet Ilnola. Sie ist bereit alles zu tun, um das Leben "ihres Kindes" zu beschützen. Sie denkt nicht an sich, sondern zuerst an Ilnola. Sie will Ilnola nach Dryland bringen, um ihr so ein besseres Leben ermöglichen zu können. Sollte man Helen einem Tier zuordnen, so wäre sie für mich die starke Löwin, die ihr Junges, wenn es sein muss, mit dem Leben verteidigt.

Der Mutant:

Der Mutant wird Mutant genannt, weil er Kiemen hinter den Ohren und Schwimmhäute an den Füßen hat.

Die Rolle und Symbolik des Mutanten ist nicht so klar, wie die von Ilnola oder Helen. Er ist ein Einzelgänger, der durch seine raue und unfreundliche Art zunächst seltsam und unsympathisch wirkt. Doch er macht eine Entwicklung durch, er lernt durch Ilnola, was es heißt zu lieben und Freunde zu haben. Ilnola schafft es durch ihre kindliche Art, ihn aus seiner Isolation zu holen. Sie (und später auch Helen) gewinnt sein Herz. Er ist also nicht der unfreundliche, herzlose Mutant, sondern viel mehr ein Mensch, dessen weicher Kern hinter einer harten Schale, wie hinter einem Schutzschild, verborgen ist. Diese "harte Schale" hat er sich vermutlich zugelegt, um in Waterworld besser überleben zu können, denn in Waterworld überleben nur die stärksten, die keine Gefühle, sondern Gewalt zeigen.

Der Mutant wirkt in seinem ganzen Erscheinungsbild geheimnisvoll und mysteriös. Er hat Dinge auf seinem Boot, die andere Waterworldbewohner gar nicht kennen. Diese Tatsache beruht darauf, dass er auf Grund seiner Kiemen und Schwimmhäute, tiefer als alle anderen Menschen tauchen kann, und so die Möglichkeit hat, Dinge aus der Alten Welt, am Grund des Meeres, zu bergen. Er ist somit der einzige, der von den alten Städten unter dem Wasser weiß. Er glaubt zunächst nicht an die Existenz von Dryland. ("Nur ein Narr glaubt an etwas, das er noch nie gesehen hat.") Der Mutant ist also in dem Sinne kein Gläubiger, so wie Helen es ist. Doch er begreift nach und nach, dass Ilnola nicht aus Waterworld kommen kann. Als er ihre Zeichnungen sieht weiß er, dass sie in Dryland gewesen sein muss!

Der Mutant ist mutig und kämpferisch. Er scheint ein "Überlebenskünstler" zu sein. Er ist der Held im Film. Ihm verdanken Helen, Ilnola und die anderen, dass sie die Reise nach Dryland überleben.

Gregor:

Gregor, der alte Mann von dem Atoll, symbolisiert die Weisheit, da er von der Apokalypse weiß, und nicht wie alle andere Waterworldbewohner glaubt, die Welt sei durch eine Sintflut erschaffen worden. Genauso wie Helen ist er von der Existenz Drylands überzeugt. Um das verheißene Land zu finden ,versucht er ,seit Jahren Ilnolas Tätowierung zu verstehen. Aber es will ihm nicht gelingen, bis der Mutant ihn auf die entscheidende Idee bringt, die Koordinaten auf Ilnolas Rücken sind vertauscht. Nord ist Süd und Süd ist Nord. Durch diese Erkenntnis gelangen Helen, Ilnola, der Mutant und er tatsächlich nach Dryland, also ins Paradies.

Die Schwierigkeiten, die auftraten und die lange Zeit, die die Entschlüsselung in Anspruch nahm, können so verstanden werden, dass der Mensch sich den Weg ins Paradies mühsam erarbeiten muss. Es gelingt selbst einem weisen und klugen Mann nicht, die Karte in kurzer Zeit zu entschlüsseln. Der Weg ins Paradies wird den Menschen also nicht geschenkt, sie müssen sich ihn hart verdienen. Doch das Ende des Films zeigt, wer nicht vom Glauben abfällt und sein Ziel immer im Auge behält, wird es auch erreichen. Das Paradies ist also ein Ort, für den man sozusagen erst eine "Aufenthaltsgenehmigung" braucht. Nur wer es wirklich verdient hat, bekommt diese Genehmigung. Auf unsere heutige Paradiesvorstellung bezogen hieße das also: Nur wer im Leben glaubt und nach der Erkenntnis strebt, wird nach dem Tod das Paradies erfahren. Demnach kämen nur Gläubige ins Paradies, weil nur sie sich die "Aufenthaltsgenehmigung" verdient hätten, doch da ein Ungläubiger, der nicht an Gott glaubt auch nicht an einen göttlichen Ort (das Paradies), zu dem man nach dem Tod kommt, glauben kann, halte ich diese, meine Vorstellung vom Paradies durchaus für möglich!

 

 

Film: TITANIC

In dem Film "Titanic" ,der 1997 zum ersten Mal in die deutschen Kinos kam, geht es um die Protagonistin Rose, die sich c a. 70 Jahre später an die Geschehnisse an Bord der Titanic zurückerinnert.

Unterwasserexperten heben aus dem versunkenen Wrack der Titanic einen Tresor, weil sie darin einen kostbaren Diamanten vermuten. Statt dessen finden sie nur die Aktzeichnung eines jungen Mädchens. Als dieses Bild durch die Medien geht, meldet sich eine alte Greisin und behauptet, die Frau auf der Zeichnung zu sein. Sie erzählt von der viertägigen Reise der Titanic, die ihr Leben grundlegend verändern sollte.

Rose de Witt Bukater, damals 17 Jahre alt, und Mitglied des obersten Standes, macht an Bord der Titanic Bekanntschaft von Jack Dawson, einem Passagier der 3. Klasse. Jack ist nur durch einen Gewinn beim Pokern an das Ticket gekommen ist.

Jack rettet Rose, die im Begriff ist, von der Rehling der Titanic zu springen und wird unter dem Verdacht, sie vergewaltigen zu wollen, beinahe verhaftet. Diese Verhaftung kann Rose jedoch gerade noch verhindern, indem die ihn als ihren Retter darstellt.

Aus Dank wird Jack von Roses schmierigen Verlobten Carl, den Rose aber nur vorgibt zu lieben, zum Essen auf das Deck der 1. Klasse eingeladen.

Seit diesem Tag versucht Jack immer wieder, in Roses Nähe zu kommen, welche aber versucht, ihn auf Abstand zu halten. Schnell lässt sich dieses jedoch nicht mehr verhindern und eine tiefe Freundschaft, ja sogar eine innige Liebe entsteht. Rose bittet Jack sie zu malen, nachdem sie seine Bilder gesehen hat, da sie der Meinung ist, dass Jack ein großes Talent hätte. Sie lässt sich Rose lediglich mit einem kostbaren Diamanten, dem Herz des Ozeans, um den Hals, von Jack malen. Nachdem die Freundschaft in Liebe umgeschlagen ist, sind die beiden in jener Nacht ebenfalls zusammen, als das Schiff einen Eisberg rammt.

Der Diener von Rose Verlobten Cal schmuggelt auf dessen Anweisung hin, dass Herz des Ozeans in Jacks Tasche, weil Cal schon von der Liaison der beiden etwas mitbekommen hat. Jack wird, obwohl es schon feststand, dass das Schiff untergehen wird, verhaftet.

Aus lauter Liebe jedoch, setzt Rose alles daran, Jack aus seiner prekären Lage zu retten, selbst als sich das Schiff schon halb mit Wasser gefüllt hat und ihr bewusst ist, dass es lediglich Rettungsboote für die Hälfte der Passagiere gibt.

Nachdem Rose Jack erfolgreich befreit hat, können sie sich zusammen von der sinkenden Titanic retten und warten im Wasser schwimmend um Hilfe. Jack erfriert, während Rose noch gerettet wird. Bei der Rettung und der Aufnahme der Personalien gibt sie ihren Nachnamen mit Dawson an.

Nachdem die alte Rose diese Geschichte berichtet hat, steht die eines Nacht aus ihrem Bett auf, und begibt sich zum Bug des Schiffes, auf dem sie sich zu diesem Zeitpunkt befindet. Sie wirf das Herz des Ozeans, dass sie die ganzen langen Jahre bei sich hatte, wieder zurück ins Meer. Damit ist dieser Teil ihres Lebens abgeschlossen und der Zuschauer sieht, wie Rose ihr Leben, anhand von Fotos Revue passieren lässt. Zum Schluss des Filmes befindet sich Rose wieder an Bord der Titanic, sie ist wieder 17 Jahre alt, die Titanic ist wieder zum Leben erwacht. An Bord dieser- und unter den Augen aller, die damals bei diesem Unglück ums leben kamen- gibt sie Jack das Ja-Wort und ist sodann mit ihm verheiratet.

In diesem Film, indem Cameron das Jahr 1912 wieder aufleben lässt, ist- anders als in etlichen anderen Filmen- eine versteckte Paradiesvorstellung zu entdecken.

In seinem Film bezieht sich Cameron nicht offensichtlich auf das Paradies. Am Ende stirbt die alte Rose- für den Betrachter jedoch nicht offen dargelegt. Vielmehr ist es der eigenen Vorstellung überlassen, ob sie nun stirbt, oder nur schläft. Cameron selbst sagt zu dieser Problematik : "We pan off the last picture to Rose herself, warm in her bunk. A profile shat. She is very still, she could be sleeping or maybe something else."

Interpretiert man diese Szene jedoch genau, auch in Hinblick auf die darauffolgenden Bilder, so bleibt dem Betrachter nicht lange verborgen, dass es nur ihr Tod sein kann.

Die darauffolgenden Geschehnisse sind die, dass sie wieder an Bord der Titanic ist, auf der sie- unseres Erachtens nach- die schönste Zeit ihres Lebens verbracht hat, obwohl es lediglich 4 Tage waren. Auf der Titanic wird die ganze damalige Geschichte wieder lebendig, und sie heiratet Jack, der ebenfalls zu den zahlreichen Opfern dieser Katastrophe zählte.

Dem aufmerksamen Betrachter wird klar, dass diese Szene lediglich eine Wuschvorstellung sein kann. Rose kehrt nach ihrem vermeintlichen Tod ( vergleicht man das Originaldrehbuch Camerons, so ist diese Szene es, die ihren Tod darstellen soll) wieder an den Ort zurück, den sie in ihrem irdischen Leben am meisten liebte.

Somit liegt eine klar definierte Paradiesvorstellung vor. Diese Vorstellung besagt, dass dieser Ort ein Ort der Erinnerung ist, an dem all das geschieht, was einem auf der Erde verwehrt blieb.

Das Paradies ist die Titanic, und dort geht Roses größter Wusch in Erfüllung- eine Hochzeit mit Jack. Das Melodram bringt die Vorstellung, dass man im Paradies das Leben lebt, was man sich immer schon wünschte. Man trifft die Leute wieder, die schon mit einem auf der Erde lebten und es sind vor allem auch die Leute anwesend, wie man liebt.

Paradiesvorstellungen- auch in diesem Film ist dadurch eine vorherbestimmte Definition miteingebaut worden. Offen für alle – jeder Betrachter kann sie bewusst aufnehmen und in diese Szene dementsprechend eine Menge hineininterpretieren.

Gerade diese Szene- die nicht deutlich offenbart wurde- spricht die Leute unserer Meinung nach sehr an.

Im Unterbewusstsein haben sie diese Vorstellung wahrgenommen und dort fest verankert. Wir sind außerdem der Meinung, dass dadurch die eigene Paradiesvorstellung (sofern sie vorhanden ist) unbewusst geprägt wird, oder dadurch entsteht. Durch diese Vorstellung hat man schon von Anfang an, noch in seinem irdischen Leben, eine bestimmte Erwartung an das Paradies und verbindet mit dem Paradies diese vorherbestimmte Vorstellung.

 

 

Paradiesvorstellungen in der Werbung

Werbung- wo man hinsieht begegnet einem bunte Werbung, die mit Sprüchen und bestimmten Bildern etwas anbieten will. Für diese Arbeit haben wir uns einmal drangemacht, sie genau zu untersuchen.

Bei der Suche stießen wir auf viele Werbeträger, die in ihren Schriftzügen auf das Paradies hinwiesen. Schließlich hatten wir die Qual der Wahl. Welche sollten wir nehmen? Wir entschlossen uns für die oben abgebildete, die für ein Land wirbt, und für eine Speise mit dem Namen Paradiescreme.

Beim genauen Untersuchen stellten wir fest, dass die obige Werbung Parallelen zu der Theorie der Apokalyptiker aufweist. Die Theoriebesagt, dass die Welt keine Naturkatastrophen kennt, keinerlei Beeinträchtigung des Lebens und erst recht keine Sünde, vielmehr nur unvorstellbare Fruchtbarkeit und ungetrübtes Lebensglück auf der erneuerten Erde nach der allgemeinen Auferstehung am Ende der Welt. Diese Theorie lässt sich ich dem Werbeträger wiederfinden.

Diese Werbung vermittelt eine Familienidylle zwischen den beiden Partnern. Sie zeigt Wärme, Geborgenheit und Ruhe. Die Umgebung ist ein weißer Strand mit klarem, blauem Wasser und es ist hell. Man empfindet eine gewisse Behaglichkeit, wenn man die Werbung betrachtet und die Überschrift der Werbung "Karibische Trauminsel – Paradiese im Palmenrausch" unterstützen das Gefühl der Geborgenheit und Behaglichkeit.

Vergleicht man die Ergebnisse der Umfrage, so haben wir festgestellt, dass viele Menschen dieselbe Vorstellung von einem Leben nach dem Tod haben, wie es von den Apokalyptikern beschrieben wird, obwohl sie zum Teil unseres Erachtens nach diese Theorie nicht kennen.

So sagt eine der Befragten z.B.: " So denke ich vor allem an Wärme, Sonne, Strand, blaues Wasser, halt an Orte, wo ich mich total wohlfühle."

Ein anderer Befragter sagte: "Ich denke, es wird mit Sonnenlicht überflutet sein und es gibt keinen Schatten. Warm und behaglich. Mit Licht und Sonne verbinde ich einfach Behaglichkeit und Freude und das ist das, was das Paradies darstellt."

Doch nicht nur unsere Befragten beschreiben das Paradies als einen Ort der Ruhe und des Friedens. So findet man auch in Lexika diese Beschreibung. Im Band 11 des Bertelsmannlexikons wird das Paradies als ein vorgestellter Ort künftiger und urzeitlicher Seligkeit und als Stätte des Friedens und des Glückes beschrieben.

Im Band 18 von Meyers Enzyklopädischem Lexikon wird der Begriff Paradies aus dem gr.-lat. von dem Wort "pairi-daeza" hergeleitet, was soviel bedeutet wie "umfriedeter Garten".

Auch hier wird das Paradies als eine weltweit verbreitete Vorstellung einer urzeitlichen Stätte der Ruhe des Friedens und des Glückes, dessen Wiederherstellung in der Endzeit erwartet wird. Hierbei wird als für das Paradies charakteristisch der Überfluss an Naturgaben und eine friedliche Tierwelt herausgestellt.

In unserer Umfrage haben wir auch festgestellt, dass bei vielen unserer Befragten die Paradiesvorstellung von Werbung, Filmen, Bildern, Gemälden, etc. beeinflusst wird, sie dieses aber auch selber erkennen.

So beantwortete eine der Befragten die Frage, ob sie von einer Werbung oder ähnlichen Sachen beeinflusst wurde so: "Keine Ahnung wieso, vielleicht beeinflusst von der Philadelphia-Frischkäse-Werbung."

Eine andere Befragte antwortete uns: "Ich glaube schon, dass man durch Werbung, Filme, Bücher, etc. beeinflusst wird, bei mir ist es zumindest so."

Und eine dritte Befragte antwortete uns: "Bilder die mir dabei kommen, sind durch Malerei, Geschichten, Fotos, etc. beeinflusst."

Wenn man nun die Werbung mit den Umfrageergebnissen vergleicht fallen einem einige Ähnlichkeiten auf. Diese Ähnlichkeiten sind darauf zurückzuführen, dass auch die Werbeindustrie Umfragen macht und probiert durch ihre Werbung die Menschen mit einer bestimmten Paradiesvorstellung anzusprechen. Diese Paradiesvorstellung wurde aber vorher schon von einer Werbung erzeugt. Diese Menschen sehen dann die Werbung und haben den Wunsch in "ihr Paradies" zu fahren. Sie buchen zum Beispiel eine Reise in die Südsee und die Werbung hat ihr Ziel erreicht. Das ganze ist wie eine Art Kreislauf der Werbung um ihr Produkt zu verkaufen.

 

 

Paradiescreme

Wir haben uns für die nächste Werbung entschieden, weil wir uns gefragt haben, warum Lebensmittel Namen bekommen, die mit dem Paradies in Verbindung stehen.

Das Produkt für das wir uns entschieden haben heißt "Paradiescreme". Auf der Verpackung sieht man zum einen wie die Creme am Ende aussehen soll, aber wenn man etwas genauer hinsieht kann man in der rechten oberen Ecke auch einen Paradiesvogel sehen. Dieser Vogel wurde sicherlich von der Firma ausgewählt, weil er Paradiesvogel heißt und dadurch zu dem Namen der Creme passt.

Bei unseren Überlegungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass man als Käufer diese Produkt mit dem Schlaraffenland in Verbindung bringen soll. Man soll sich vorstellen, dass die Dinge im Schlaraffenland genauso schmecken und diese Creme deshalb kaufen.

Diese Vorstellungen haben wir auch in unserer Umfrage wiedergefunden. So sagte eine der Befragten: " Ich stelle mir das Paradies voller Blumen und süßer Bäche vor, fast wie im Schlaraffenland."

Und eine andere von uns befragte antwortete: " Man kann schlemmen ohne dick zu werden."

Die Werbung möchte durch die Aufmachung ihres Produktes in dem Menschen das Bedürfnis wecken, ein kleines Stück des Schlaraffenlandes zu sich nach Hause zu holen.

EndbetrachtungZum Schluss dieser Arbeit möchten wir eigentlich kein allgemeines Fazit ziehen, wie es im Paradies aussieht.

Wir können lediglich sagen, dass Filme und Werbungen eine besondere Rolle in diesen Vorstellungen übernehmen. Mit den Vorstellungen in Film und Werbung werden die Menschen beeinflusst und bekommen dadurch Geschmack auf das Paradies.

Die Betrachter, die Zielgruppe möchte gerne an diesen Ort kommen und die Werbung hätte damit ihren Sinn erfüllt. Die Leute buchen die Reise (Werbung Beispiel Werbung I)oder kaufen das Produkt (Beispiel Werbung II), um schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das Paradies erhaschen zu können.

Zieht man jedoch noch einmal unsere Umfrage hinzu, so wird dadurch auch deutlich, dass viele Leute gar keine genaue Vorstellung vom Paradies haben. Sie wissen lediglich, wie es da zugeht- nicht, wie der Ort gestaltet ist.

Eine von uns Befragte kam zu dem Schluss, dass "Gott es [das Paradies] für jeden so einrichten wird, das es für ihn ganz persönlich das Paradies ist. Ich habe mir klargemacht, dass niemand wirklich weiß, wie es nach dem Tod bei Gott sein wird und ich vertraue lediglich darauf, dass Gott sich irgendwas geniales einfallen lässt."

In dem Buch "die rastlosen Reisen des frommen Chaoten" von Adrian Plass wird diese Vorstellung aufgegriffen.

Der fromme Chaot Adrian gesteht mit viele Überwindung einem Mönch, dass er eigentlich gar keine Lust auf das Paradies hat. Dort, wo immer nur Anbetungslieder gesungen werden, erscheint es ihm etwas langweilig.

Der Mönch fragt ihn darauf, was er hier auf der erde am meisten mögen würde. Adrian platzt heraus: "Fußball".

Daraufhin lächelt der Mönch und sagt: "Dann wird Gott dafür sorgen, dass es im Paradies mindestens so spannend wird, wie in einem WM- Endspiel. [...]"

Eine ebenfalls von uns Befragte antwortete: "Ich finde es gar nicht so wichtig, wie es im Paradies aussieht! Mir wird es unbeschreiblich gut gehen... Und zwar mit Gott an meiner Seite und Jesus als besten Freund.... noch 1000x mehr als jetzt... das ist auch die einzige Vorstellung vom Himmel, die mir soweit gefällt, dass ich für sie lebe."

Diese letzt Aussage ist sehr interessant und ist beispielhaft für das denken der Menschen. Sie haben allesamt ihre ganz persönlichen Vorstellungen vom Endzeitlichen Paradies- die zwar nur eine Träumerei, aber zugleich die Hoffnung ist, dass es nach dem Paradies "weiter geht". Jeder Mensch hat seine eigenen Träume vom Paradies, für die er lebt. Und diese Träume sollten nicht zerstört werden- weder durch Filme, noch durch die Werbung!!

Aus diesem Grund finden wir es nicht gelungen, mit Hilfe von Paradiesvorstellungen für ein Produkt /einen Ort zu werben.

Man sollte sich –wenn man schon mit dem Paradies werben muss- an Tatsachen halten, die bewiesen sind, wie z.B. die Beschreibung des Paradieses in der Offenbarung 21, Vers 1-7:

"Der neue Himmel und die neue Erde

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der erste Himmel war verschwunden und das Meer war nicht mehr da. Ich sah, wie die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie war festlich geschmückt wie eine Braut, die auf den Bräutigam wartet. Vom Thron her hörte ich eine starke Stimme:` Jetzt wohnt Gott bei den Menschen! Er wird bei ihnen bleiben, und sie werden sein Volk sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit, keine klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer vorbei. ´

Dann sagte der, der auf dem Thron saß: `Jetzt mache ich alles neu! ´Zu mir sagte er: `Schreib diese Worte auf, denn sie sind wahr und zuverlässig. ´ Und er fuhr fort: `Ja, sie sind in Erfüllung gegangen! Ich bin der erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, dem gebe ich umsonst zu trinken. Ich gebe ihm Wasser aus der Quelle des Lebens. Wer den Sieg erlangt, wird dieses Geschenk von mir erhalten, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein."

Nach unserer Umfrage zu urteilen, sind es recht viele Leute, die sich an diese bewiesene – und von Gott eingegebene- Vorstellung halten /klammern und darauf hoffen, dass sie im Paradies ganz nah bei Gott sein können, ohne Sorgen und Schmerzen.

Des weiteren sind wir der Überzeugung, dass die Werbung aus diesem Grund auch nicht so gelungen ist, weil übermenschliches- das göttliche Paradies- versucht wird mit menschlichem zu erklären.

Die aussage eines Mädchens in unserer Umfrage drückt diesen Aspekt sehr schön aus: " Ich finde es schwer, mir eine Vorstellung von dem zu schaffen, was mich nach meinem Tod erwartet, denn das Paradies - der Himmel- wird wahrscheinlich meinen Horizont übersteigen, da ich durch Menschliche Vorstellungen und Bedürfnisse geprägt bin und vor allem, weil der `Himmel´etwas göttliches ist, und der Mensch ihn deshalb nicht erfassen kann."

Des Himmel- er ist etwas ganz besonderes, dass sich jeder mit seinen Träumen selbst erträumt. Für die einen ist es ein WM-Endspiel, für die anderen ein weißer Sandstrand am endlos blauen Meer.

Wir können uns nicht erklären, wie es im Paradies aussehen wird, da es etwas von Gott geschaffenes- etwas göttliches ist, dass für die Menschen unbegreiflich ist.

Wir werden das Paradies als irdische Menschen nie sehen und müssen uns deshalb überraschen lassen. Wir können nichts anderes tun, als hoffen- und wir sind alle drei der Überzeugung, das das Paradies noch schöner sein wird, als wir es uns jetzt erträumen.

Abschließend ist zu dieser Arbeit zu sagen, dass es recht spannend war, dieses Thema /diese Problematik zu erforschen. Im nachhinein ist uns vieles klar geworden. (Siehe unsere Erläuterungen oben)

Unser methodisches Vorgehen war- ohne das es jetzt überheblich klingen soll- sehr klug gewählt, was sehr hilfreich war. Nachdem wir unseren Blick fest auf das Endzeit Paradies gelegt hatten, ging der Rest sehr leicht von der Hand, da es sehr viele Werbungen und Filme mit Vorstellungen vom Paradies gibt.

Ein Hinweis, der noch erwähnt werden muss, ist dass wir bei der Deutung der Werbung und der Filme unsere eigenen Interpretationen zu Grunde gelegt haben und gedeutet haben. Es gibt mit Sicherheit Leute, die alles anders interpretieren und auslegen würden. Von daher sei betont, dass alle Deutungen und die damit verbundenen Schlussfolgerungen lediglich unsere Meinung widerspiegeln.

Abschließen möchten wir mit einer Antwort auf unsere Umfrage, die unsere Meinung mit am besten wiedergibt und auch unsere Vorstellung trifft.

 

 

Para – dies und das!

In allen Religionen der Welt gibt es Aussagen über das Paradies oder über paradiesische Zustände. Allem Anschein nach gehört der Glaube an ein glückliches Leben ohne Sorge und Leid zu den Gedanken, die sich alle spirituell interessierten Menschen machen. Paradiesgedanken verbinden mich also auch mit Menschen anderer Religionen. Ich möchte deren Gedanken und Vorstellungen zum Paradies respektieren und die Menschen auch in ihrer andersartigen religiösen Vorstellung respektieren. Meine Vorstellungen vom Paradies sind geprägt von biblischen Aussagen. Denke ich also über das Paradies nach, so tue ich dies im jüdisch- christlichen Bezugsrahmen. Ich gehe davon aus, dass der jüdische und christliche Glauben auch in den Vorstellungen vom Paradies eine Besonderheit darstellt. In der biblischen Schöpfungsgeschichte begegnet mir die Aussage vom Paradies zum ersten Mal. Auffallend ist an dieser Geschichte, dass das Paradies von Gott selbst angelegt wird. Das Wort "Paradies" geht ja auf das altiranische Wort "paradizeia" zurück und bedeutet "Umzäunung, Baumgarten, Park". Den Gedanken, dass Gott der erste Gärtner war, den finde ich nett! Sicher ist die Paradiesgeschichte wie viele andere Geschichten symbolisch zu verstehen. Man braucht sich Gott also nicht als einen alten Herrn mit Schaufel, Rosenschere, Rechen und Hacke vorstellen, der einen netten Garten herrichtet. Gesagt werden soll, dass Gott Leben fördern will, dass er will, dass Leben gedeiht, dass es sprießt und wächst und dass es Pflanzen, Tieren und Menschen gut geht.

Gott will, dass es u.a. den Menschen gut geht! Gott selbst ist der Initiator der "paradiesischen Zustände". Er sorgt dafür, dass die Menschen ein schönes Leben leben können. Das ist m.E. einer der großen Unterschiede zu anderen Religionen: Die Initiative zum Paradies geht von Gott aus! Er meint es gut mit den Menschen und will, dass sie ein schönes leben haben.

Es ist nicht der Mensch, der sich bemüht ins Paradies zu kommen – es ist Gott, der den Menschen ins Paradies "setzt", holt. Dieser Gedanke setzt sich dann auch neutestamentlich fort: Es ist nicht der Mensch, der sich durch gute Werke, ethische Leistungen, Askese oder sonst was das Paradies verdient, sondern es ist Gott, der dafür sorgt, dass der Mensch ins Paradies kommt ("Es lebe das Evangelium: Allein durch Glauben!" J ).

Interessanterweise finden sich dann ja auch auf den letzten Seiten der Bibel – genau wie auf den ersten Seiten – Aussagen zum Paradies. Diese Paradiesaussagen sind nicht eindeutig. Es ist für jeden etwas dabei: Die Leute, die Stadtleben mögen, freuen sich vielleicht über die Paradiesbeschreibung der "Goldenen Stadt", die vom Himmel kommt, die Naturfreaks können sich über die Garten- Wasser- Lebens-Aussagen ein Kapitel weiter freuen.

Meine Paradiesvorstellungen sind sehr vage. Ich möchte mich nicht auf ein bestimmtes Bild vom Paradies festlegen. Die Bibel enthält – wie oben angedeutet – ganz unterschiedliche Aussagen zum Paradies. Ich gehe aber davon aus, dass es sehr nett wird. Es wird mir gut gehen, ich werde das (ewige) Leben genießen können – ganz gleich wie! Für mich persönlich ist eine Aussage wichtig geworden, die ich bei allen Paradiesaussagen der Bibel wiederentdecke. Sie steht in Offenbarung 21, Vers 3 und 4: "Gott wird bei den Menschen wohnen (...) und er wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz!". Auf diesen Zustand freue ich mich schon jetzt, denn im Moment bleibt mein Glaube eben Glaube. Irgendwann einmal wird Gott dann bei mir "wohnen". Und ich freue mich für mich selbst und für viele, viele andere Menschen auf einen tränen – und leidfreien Zustand! Endlich wird das Leid vorbei sein. Diese Vorstellung ist für mich keine Vertröstung aufs Jenseits, sondern jetzt schon Ansporn, an den Zuständen dieser Welt konkret was zu ändern. Ich will in meinem oft wenig paradiesischem Leben mein Bestes tun, damit andere Menschen weniger leiden. Damit verdiene ich mir nichts – auch nicht das Paradies! Aber ich sorge jetzt schon dafür, dass hin und wieder die Vorstellung vom Paradies für mich und andere greifbarer wird.

Carsten Hokema, Pastor im Gemeindejugendwerk Oldenburg

 

Literaturliste:

1. Lexikon zur Bibel; Herausgegeben von Fritz Rienecker ;

R. Brockhaus Verlag Wuppertal und Zürich 1992

2. Anton Vögtle: Das Buch mit den sieben Siegeln- die Offenbarung des Johannes in Auswahl gedeutet

Verlag Herder- Freiburg- Basel- Wien 1981

3. Die Gute Nachricht, Bibel im heutigen Deutsch

4. Internet, verschiedene Seiten

 

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