Jugend&Kultur&Religion

Gymnasium Lüchow


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Religiöse Elemente in der Popkultur

 

 

VerfasserInnen: Katharina Feldhusen, Alena Franzen, Christian Lindenthal, Daniel Neuschulz, Doreen Schulz, Christian Schulz


Betreuende Lehrkraft:
Heide Pinkall 

 

 

 

1. Einleitung

Popmusik auf religiöse Elemente zu untersuchen erschien uns interessant, weil wir im Rahmen des Religionsunterrichtes ein uns bekanntes Themengebiet erforschen konnten. Musik ist ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens und wir hören zu verschiedenen Zeiten und an unterschiedlichen Orten Musik. Wir hatten uns bis zum Zeitpunkt unserer Themenwahl keine konkreten Gedanken über religiöse Elemente in der modernen Musik gemacht. Wir hatten zwar das, im Religionsunterricht immer häufiger werdende, Thema schon einmal im gesamten Kurs besprochen, allerdings lag das auch schon eine Zeit lang zurück und die Gedanken gehen bei so einer Gruppenarbeit sicherlich tiefer.

Bei der ersten Besprechung konnten wir jedoch gleich feststellen, dass die angesprochenen äußeren Umstände, wie Raum und Zeit, stark auf unsere Empfindungen wirken und ganz unterschiedliche Emotionen geweckt werden. Von diesem Standpunkt aus konnten wir nun andere Teilgebiete erschließen. Uns wurde bewusst, dass auch die verschiedenen Liveshows der Stars eine eigene Wirkung haben. Viele Musiker stehen auf einer erhöhten Bühne und bekommen allein dadurch eine gottähnliche Gestalt. Auch Dj`s haben im allgemeinen eine erhobene Position. Aufgrund dieser Tatsache stellten wir dann die These auf: "Stars als Götter." Uns wurde bewusst, dass Jugendliche und auch Erwachsene Stars als Vorbilder sehen und ihre Trends, Kleidung und Lebensweisen nachzuahmen versuchen.

Bei weiteren Überlegungen und dem Hinzuziehen von Literatur kamen wir auch auf die Idee Videoclips auf religiöse Elemente zu untersuchen. Es fiel auf, dass einige Gruppen bewusst religiöse Elemente und Effekte in ihren Videos einbauen. So konnten wir häufig Handlungen in Kirchen und auf Friedhöfen beobachten. Viele Lieder der populären Musikkultur werden durch Videoclips erst bekannt und können so erst ihre Wirkung entfalten. Die Interpreten haben somit die Möglichkeit die tiefere Bedeutung ihres Werkes bildlich darstellen. Die Art der Darbietung ist in diesem Fall entscheidender als der Textinhalt selbst. Oft können die Zuhörer den Text an sich auch gar nicht verfolgen, da er nicht selten in einer Fremdsprache verfasst ist. Der Fernseher ist in diesem Fall Vermittler zwischen Hörer und Interpret.

Weitere Aspekte fielen uns im alltäglichen Leben ein und wir stellten uns die Frage, warum Stars durch die Medien soviel Anerkennung in der Gesellschaft erhalten. Auf diese Weise haben sich die einzelnen Kapitel unserer Arbeit ergeben und konnten dann von verschiedenen Personen tiefgehender erforscht werden.

 

 

2. Videoclips und ihre religiöse Bedeutung

Viele Jugendliche und auch Erwachsene werden im täglichen Leben oft unbewusst mit Religion und Christentum konfrontiert. Die Medien spielen bei dieser Feststellung eine bedeutende Rolle. Jeder hört Musik, liest Zeitung und guckt Fernsehen. Überall können wir religiöse Elemente finden, sei es in Songtexten, Berichten über Auftritte von Stars, Werbung für Musikplatten oder Videoclips. Wenn man nun das Medium des Musikvideoclips näher betrachtet, fällt auf, dass automatisch eine Auseinandersetzung mit den Themen der einzelnen Clips stattfindet. Der Zuschauer hört nicht nur die Texte, sondern kann sie ebenfalls bildlich wahrnehmen. Dies führt dazu, dass religiöse Elemente richtig wahrgenommen werden, indem z.B. eine Handlung in der Kirche oder auf dem Friedhof abläuft. Daraufhin hat der Zuschauer ein Bild im Kopf, was er nun dem Text, der gesungen wird zuordnen und verstehen kann.

Im allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass sich die Themen der verschiedenen Videoclips in vier Gruppen zusammenfassen lassen: 1. Liebe, Sexualität, Partnerschaft und Ehe, 2. Soziale Themen wie Ethik, Moral, Werte, Drogen, Gewalt und Gerechtigkeit, 3. Religion und Spiritualität und 4. Sinnfragen. Diese werden auf den Zuschauer projiziert. Daraus kann gefolgert werden, dass Videoclips phänomenologische kurze Filme sind, d.h. es entsteht eine Erscheinung oder Verbindung mit diesen Themen im Bewusstsein.

Es gibt viele Stars, die religiöse Elemente in ihre Musik einbringen. Sie unterstreichen diese, indem sie sie bildlich darstellen. Oft werden Songs durch diese Anwendung erst berühmt.

Die Videoclips haben den Vorteil, dass sich der Zuschauer in ihnen zu Hause fühlen kann. Sie fühlen sich nicht fremd und von außen kommend, da ein Clip meistens in vertrauter Umgebung, z.B. im eigenen Zimmer und nicht in der Kirche, gesehen wird. Es entsteht also eine selbstständige Verbindung zwischen Situation und Tradition, ohne Zwang und Widerwillen. Situation heißt in diesem Zusammenhang, dass ein Clip oft die Lebenswirklichkeit darstellt. Die Tradition bedeutet, dass dabei gleichzeitig biblische Themen aufgegriffen werden. Der Zuschauer macht eigene Erfahrungen mit den religiösen Botschaften der Musiker.

Dabei behandelt jeder Videoclip auf eigene religiös-emotionale Art und Weise ein bestimmtes Thema. Es werden Bilder von Krieg, Frieden oder Ritualen dargestellt, die eine Übermittlung einer bestimmten Botschaft zur Folge haben. Dabei fällt auf, dass die Rolle von Gott sehr verschieden dargestellt wird. Auf der einen Seite ist er der Urheber des Friedens und auf der anderen Seite wird er teilweise sogar kritisiert, als hätte er "ausgedient", da er seine Aufgabe nicht erfüllt hat. Dies hängt jedoch von dem jeweiligen Interpreten ab, der seine Botschaft übermitteln möchte.

Der Videoclip ist zu beschreiben als ein Ausdruck eines eigenen thematischen und religiösen Standpunktes, der ernstgenommen und vermittelt werden soll. Oft motivieren Videoclips, sich mit religiösen und christlichen Themen auseinander zu setzen. Hier könnte er als eine Art Katalysator bezeichnet werden.

 

 

Beispiel: Der Clip zum Earth Song von Michael Jackson

Dieser Song handelt davon, wie der Mensch mit der Schöpfung umgeht. Er übermittelt dabei die Botschaft, dass die Erde nur durch das Eingreifen von einer Größenordnung des göttlichen Sturmes gerettet werden kann.

Der Clip beginnt mit friedlichen Bildern, die Vögel und Affen darstellen. Hierbei wird auf das Paradies und das Urteil des Schöpfers angespielt. Im nächsten Augenblick wälzt eine Planierraupe alles nieder. Die weiteren Szenen stellen Michael Jackson dar, wie er singend über die verbrannte und zerstört Erde geht. Diese Darstellung erinnert an die Klagelieder des einzelnen Menschen im Alten Testament. Es folgen Bilder von getöteten Elefanten, Regenwaldrodungen und Bürgerkriegsfamilien, wobei zwischendurch auf Erinnerungen an bessere Zeiten verwiesen wird. Michael Jackson verdeutlicht damit den unverantwortlichen Umgang des Menschen mit der Schöpfung.

Nun folgt eine sehr religiöse Geste von Michael Jackson. Er fällt auf die Knie. Dies begegnet einem oft im Alten Testament. Aber es werden auch andere Menschen gezeigt, als er selber. Die als Opfer dargestellt werden. Der Täter bleibt unsichtbar. Hier wird die Klage des Einzelnen (s.oben) zur Klage des ganzen Volkes. Die Menschen greifen in die Erde und flehen den Himmel an, was wiederum an die "Mutter Erde" und an Bittgebete erinnert. Durch diese Tätigkeit wird ein Sturm herbeigerufen, der dazu führt, dass alle Zerstörungen rückgängig gemacht werden. Dies ist zu vergleichen mit dem Eingriff von Gott.

Die nächsten Szenen stellen alle die Widerherstellung der Erde dar. Michael Jackson steht dabei in einer Haltung, die an ein Kreuz erinnert, zwischen zwei Bäumen. Auf diese Art und Weise symbolisiert er selber einen neuen "Gott".

Wie wir bereits erwähnt haben, wird hier Gott sogar in einem Song, keiner bestimmten Rolle zugewiesen. Wenn man den Text hinzuzieht, wird ihm auf der einen Seite vorgeworfen, dass er seine Aufgabe nicht erfüllt hat, Frieden zu schaffen. Auf der anderen Seite könnte Gott aber auch die Kraft gewesen sein, die den Sturm ausgelöst hat, da die Menschen den Himmel angebetet haben.

Dieser Videoclip spricht verschiedene Themen an, die anhand seiner teilweise leicht zu entdeckenden religiösen Elemente gut nachzuvollziehen sind. Die selbstständige Auseinandersetzung mit der Thematik beginnt hier mit dem ersten Eindruck, der oft Betroffenheit auslöst. Es werden einem die ganzen Probleme der Erde bildlich dargestellt, so dass sich der Zuschauer automatisch Gedanken über die Problematik machen kann.

 

 

3. Spirituelle Aspekte in Songtexten

In diesem Kapitel behandeln wir die spirituellen Aspekte in Songtexten von Popsängern. Um einige detaillierte Ergebnisse präsentieren zu können, haben wir dieses Kapitel auf einen ganz bestimmten Popkünstler beschränkt. Wir werden in diesem Zusammenhang den Interpreten kurz vorstellen, seine spirituellen Ambitionen zusammenfassend darlegen

( Lebensmotto, Marotten usw. ). Weiterhin werden wir einen seiner Texte vorstellen, welchen wir erläutern und interpretieren.

Hierbei handelt es sich um Xavier Naidoo, er wurde am zweiten Oktober 1971 in Mannheim geboren, sein Vater ist indischer Abstammung aus Südamerika, seine Mutter ist Schneiderin für berühmte Persönlichkeiten wie zum Beispiel die Beatles. Er erreichte seinen Realschulabschluss und machte eine Ausbildung als Koch. Seinen Karrierestart begann in Amerika, aber er siedelte wieder nach Deutschland um, wo er sich mit Gelegenheitsjobs als Türsteher durchschlug und auf seinen großen Durchbruch wartete. Heute ist er seit ca. zehn Jahren " professionell " tätig.

Xavier Naidoo ist zutiefst religiös, was sich speziell in seinen Texten, aber auch in seinem Verhalten im Showgeschäft äußert. Xavier nimmt zum Beispiel bei großen Preisverleihungen, wie die " Music Awards ", keine Preise an, außerdem betet er, wie er sagt, zweimal täglich, einmal morgens und einmal abends. Er ist sehr gottgläubig, was er nicht verbirgt, sondern im Alltag und auch in seinen Texten auslebt.

Soweit zu seiner Persönlichkeit, jetzt wollen wir auf das Textbeispiel und die Erläuterungen eingehen.

 

Beispiel:

Führ mich ans Licht

Deinen Namen trägt mein Herz

Dein Fehlen ist mein Schmerz.

So rein zu sein wie du

Zeig wie ich das tu

Du gibst mehr als du hast

Du liebst mehr als du hast

Du siehst mehr als du fast

Fällst Niemandem zur Last

Pass nur auf, wenn du gehst,

wenn du deine Pläne gehst,

was Freundschaften pflegt

dann bist du unterwegs.

Refrain: Zähl ich die Tage, ich erlebe die Klage, führ mich ans Licht,

ich enttäusch dich nicht,

führ mich ans Licht, ich enttäusch dich nicht.

Wir werden teilen was ich hab. Du wirst prüfen, was ich sag

Geben was ich dir gab, ich warte auf den Tag.

Du wirst sehen ich mach war was vor dir noch keiner sah

Ich bau dir deine Welt, ich währ so gern dein Held.

Du verlässt nur mein Haus, wenn du gehst

Du wirst ernten, was du säst

Sieh zu das du alles verstehst denn bist du unterwegs.

Refrain:

Du bist noch lang nicht in Sicht

Weißt deinen Namen wohl noch nicht

Ich bin dein, du bist mein, ich werd vor dir für dich sein

Wann wirst du bei mir sein,

ohne dich bin ich allein.

Refrain:

Interpretation:

In diesem Text von Xavier Naidoo, wird Gott direkt von dem Interpreten

angesprochen und über alle Dinge gestellt. In den ersten zwei Zeilen

( Deinen Namen... ) sieht man dass er sehr mit Gott verbunden ist, da ihm sein Verlust Schmerzen bereitet. Weiterhin erkennt man, dass er Gott verehrt und in Gott das Größte und Beste sieht, da Xavier dieselbe Seinstufe, die Gott für ihn darstellt, anstrebt ( So rein zu sein wie du... ). Außerdem denken wir, dass er Gott sein gesamtes Vertrauen schenkt indem er sich von ihm Leiten und Führen lässt ( siehe Refrain ) und bereit ist alles mit Gott zu teilen ohne dafür etwas zu verlangen. Auch die Großzügigkeit, die Gott, unser Herr verkörpert und die, durch die Bibel und Erzählungen in aller Munde ist wird von Xavier in diesem Song angesprochen, indem er Gott damit lobt, dass er mehr gibt als er hat und dass Gott alle Menschen liebt, auch die, die es eigentlich nicht verdient haben ( Z 5-7 Du gibst mehr als du hast... ).Zusammenfassend kann man sagen, dass er sich Gott sehr nahe fühlt, so dass er glaubt, Gott in sich zu tragen bzw. das Gott ihn in sich trägt. In Gott sieht er einen Halt und Trost in allen Lebenslagen, jemanden an den man sich wenden kann, die Erfüllung eines Traums. Deshalb ist Gott für ihn so wichtig und etwas Unerreichbares, da Gott all das verkörpert, was die Menschen brauchen um glücklich zu sein und angesichts dieser Tatsachen wird er Gott nie enttäuschen.

 

 

4. Bühnenshows am Beispiel von Michael Jackson

Religiöse Aspekte in Michael Jacksons Bühnenshows lassen sich sehr gut an dem Konzert von ihm in Bremen im Weserstadion sehen. Am Montag, dem 2. Juni 1997, wurde genau diese Show in einer Zeitung beschrieben und analysiert.

Der Autor befasst sich sehr genau mit dem Thema und analysiert die Show vor dem religiösen Hintergrund.

Gleich am Anfang merkt man, dass die Show sehr stark auf Religion hin ausgerichtet ist. Es wurde sehr viel Wert auf aufwendige Effekte wie Feuerwerk, Licht und Musik gelegt. Und das alles sollte nur auf eines hinauslaufen und nur eines bewirken: um klar zu machen, dass "die Welt schlecht ist, aber der Retter da ist", und zwar in Form von Michael Jackson.

Schon als er auf die Bühne kommt, wird klar, dass Michael Jackson nicht ein herkömmliches Lebewesen ist. Er entsteigt einer Rakete, durch welches klar wird, dass er etwas überirdisches verkörpert. Seine Aufgabe ist es, die Welt vom schlechten zu befreien. Dies erinnert an die Aufgabe von Gott.

Dabei ist er nichts anderes als ein ganz normaler Mensch, der sich von anderen Menschen (Manager, PR – Männer, usw.) sagen lässt, wie er etwas zu machen hat, um erfolgreich zu sein. Und wie man weiß, machen einige Menschen sehr viel um erfolgreich zu sein. Es ist allgemein bekannt, dass er sehr viele private und körperliche Probleme hatte und immer noch hat. So z.B. hatte er während seiner Kindheit schon Probleme mit seinem Vater, der den absoluten Erfolg verlangte und "klein" Michael das nicht richtig verstehen konnte. Außerdem hat er Probleme mit seiner Haut und hat sich deswegen sehr vielen Operationen unterziehen müssen. Dazu kommen noch, dass er kleine Kinder vergewaltigt haben soll. Neueste Gerüchte besagen außerdem, dass er und eine seiner Cousinen ein und die gleiche Person sind.

Weiter wird in dem Artikel beschrieben, dass man die Konzerte nicht nur besucht, um Spaß zu haben oder weil man ein Fan ist, sondern auch, "um sich von Michael Jackson segnen zu lassen." Somit ist das Konzert nicht nur eine große pompöse Musikshow, sondern auch so etwas wie eine modernere Kirche, in der man Gott persönlich antrifft, und nicht nur einen Pfarrer. Und von ihm lässt man sich segnen.

Die Worte, die der Pfarrer normalerweise in der Kirche sagt, wie z.B. Amen, wurde in der Show von Michael Jackson umgeändert in die Worte "isch liiiebe Di". Er benutzt es sehr oft und jedes Mal ist die Menge sehr begeistert. Mit diesen Worten kann man sich von dem "Leibhaftigen" segnen lassen. Und das komische ist, dass das bei seinen Fans auch genau so klappt, wie er sich das vorgestellt hat. Es würde nur noch der klassische Kniefall fehlen, dann wäre die Untergebung der Fans ganz klar und offensichtlich.

Für seine Bühnenshow wurden gigantische 25 Millionen Dollar ausgegeben, von der man sich berauschen lassen kann.

"Schauen und staunen- aber nicht denken". Mit diesen Worten hat der Reporter kurz und sachlich klar gemacht, dass die 25 Millionen gut angelegt und auch umgesetzt wurden. Die Show ist ein fantastisches Ereignis, was auch keiner abstreiten kann. Wenn man diese sieht, verfällt man sehr schnell ins Staunen, was dabei auch nicht verwunderlich ist. Das ist auch das Ziel der Veranstalter. Aber nicht mehr. Absolut fatal wäre es, wenn die Fans darüber nachdenken, wie sehr man sie doch and er Nase herumgeführt hat. Durch das Denken können sie nämlich den Sinn des Auftritts verstehen, und ihre Faszination wäre verschwunden.

Seine Tanzeinlagen kann man auch von zwei Seiten sehen, genau wie sein Konzert: entweder man findet es toll und ist absolut begeistert, oder man findet es total peinlich.

So z.B. sein Griff in seinen Schritt, oder wenn er "minutenlang auf den Boden liegt, schweigende Einkehr, Anbetung, ein gehauchter Ton, zwei kleine Stampfer, eine Träne, ein Hüpfer, ein Lächeln".

Die meisten Zuschauer würden das wohl nur als peinlich bezeichnen, aber bei seinen Fans bewirkt es genau das, was es soll: Anbetung und Verehrung.

Auch durch seinen "Earth Song" wird klar, dass Michael alles schlechte der Welt mit einem einzigen Armheben in Gutes umwandeln kann.

Somit lässt sich sagen: Die Show ist für alle, die keine Fans sind, viel zu übertrieben, aber gut und nur gut anzusehen. Für die Fans dagegen ist es DAS Spektakel. Michael Jackson wird als Gott dargestellt, was er nicht ist, und man glaubt es ihm.

Dies alles bekräftigt der Reporter auch noch dadurch, dass er vereinzelt seinen Artikel mit den Worten "Amen" abschließt.

Dadurch macht er klar, dass er nichts von Michael Jackson und seiner Show hält.

 

 

5. Warum kommt den Stars eine hohe Bedeutung in unserer Gesellschaft zu

Schon vor einigen hundert Jahren gab es sogenannte "Stars" in der damaligen Gesellschaft, die ein gewisses Ansehen hatten und bewundert wurden. Zu jener Zeit waren es natürlich keine Popstars, sondern Gelehrte, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und des Klerus. Die Geistlichkeit prägte schon seit jeher die Gesellschaft und beeinflusste sie im positiven und negativen Sinne.

Im Laufe der Jahre nahm dies allerdings stark ab und andere Persönlichkeiten bestimmten das Denken des Einzelnen.

Der heutige Star – ein Vorbild, ein Idol, eine Aussage die man sehr oft in der heutigen, vor allem jungen Gesellschaft hört.

Der Star hat eine sehr hohe Bedeutung in unserer Gesellschaft, da er fast ausschließlich immer in der Öffentlichkeit steht und somit in der Lage ist, seine Zuhörer zu beeinflussen. Außerdem haben die Medien einen sehr großen, ich würde sogar sagen, haben nur die Medien den Einfluss, das Ansehen eines Stars zu heben oder zu schwächen. Nehmen wir zum Beispiel einmal Xavier Naidoo, eine der schillerndste Figuren am deutschen Pop-Himmel. Er verschaffte sich Zugang zu seinen jetzigen Fans, durch seine Interviews, in denen er immer seine Gläubigkeit herausstellt. Natürlich ist seine Musik nicht schlecht, und sie war auch ein Auslöser für seine steile Karriere, aber durch seine stetigen kleineren "Intrigen" blieb er immer ein Gesprächsthema in der Öffentlichkeit, nicht nur durch seine Musik. Er stellte in Interviews immer wieder seine Gläubigkeit heraus, war dann aber wieder durch Drogenmissbrauch und Führerscheinentzug in aller Munde. Nun sind diese Stars Vorbilder und Idole für viele junge Menschen, die auch gerne mal so beliebt in der Öffentlichkeit sein wollen, wie "ihre Stars".

 

 

6. Das "göttliche" Leben eines Stars am Beispiel von Madonna

 

Madonna Luise Veronica Ciccone wurde am 16. August 1958 als Tochter eines Automobilingenieurs Tony Ciccone in Bay City (Michigan) geboren und wuchs in Detroit auf. Sie hatte noch acht weitere Geschwister um die sie sich kümmern musste. Deshalb hatte sie auch nie eine freie Minute und war immer beschäftigt. Als Madonna dann 5 Jahre alt ist, erkrankt ihre Mutter an Brustkrebs, woran sie schließlich auch stirbt. Dadurch entstehen für sie noch mehr Pflichten und sie hat noch weniger Zeit für sich. Irgendwann stellt dann ihr Vater eine "neue Mutter" vor, wodurch sich der Lebensablauf der Familie Ciccone drastisch ändert. Die katholischen Bräuche beherrschen nun das Leben der Familie, vor jeder Mahlzeit wird gebetet, an jedem Wochenende gebeichtet, die Mädchen durften keine Hosen tragen oder Tampons benutzen und vieles mehr.

Durch diesen Lebensabschnitt ist Madonna sehr geprägt. Sie beginnt, das Katholische inbrünstig zu hassen. Eigentlich als Musterschülerin bekannt, fängt sie an zu rebellieren, sie setzt sich falsch herum auf die Toilette und pinkelt heimlich im Stehen, wie Männer. Sie beginnt , immer mehr, gegen die Religion zu rebellieren. Immer öfter zeigt sie was sie wirklich denkt, zieht in der Öffentlichkeit ihren Rock hoch, benutzt Tampons etc.

Dann, mit 17, geht sie unerschrocken und voller Tatendrang nach New York. Dort wird sie auf dem Times Square von einem Mann angesprochen, der ihr den Weg nach ganz oben öffnet. Dieser verhilft ihr zu den ersten Kontakten in der Musikszene und reiht sich in eine lange, sehr lange Schlange von Männern ein, die ihr den Weg nach ganz oben ebnen. Und nur wenn sie will, schläft sie mit einem dieser Männer. Denn Madonna ist eine junge attraktive Frau, die mit sexuellem Charisma und der Lust der Selbstpräsentation mehr an ihr eigenes Vergnügen denkt, als an den Beifall durch die Männerwelt. Sie genießt die Macht über das männliche Ego. Madonna hat schon immer das Angenehme mit dem nützlichen verbunden. Ihr Erfolg kommt rasant. Auf einmal ist sie das, von dem sie immer geträumt hat. Und es scheint, als ob sie ohne große Anstrengung geschafft hat. Der Song "Born To Be Alive" und die folgenden Songs "Everybody", sowie "Burnin Up" brachten ihr den großen Erfolg. Der erste große Hit war "Like a Virgin", über den sich die Elternwelt damals sehr aufregte, da Madonna sich in dem Video so gibt, wie sie sich auch im täglichen Leben verhält. Sie räkelte sich in weißer Spitze voller Lust auf dem Boden.

Weitere bedeutende Songs folgen, wie zum Beispiel "Material Girl". Bis heute sind die Songs von Madonna unvergessen. Ihre derzeitige Musik wird auf der ganzen Welt verkauft und gehört. Auch heute gilt Madonna als Trendsetterin und das nicht nur in Sachen Musik.

So wie ein Hit dem anderen folgte, folgte auch ein Mann dem anderen. Aber nicht nur die Beziehungen scheiterten aufgrund ihres Wesens. Auch der Kontakt zu ihrem Vater bricht, weil sie dessen Kritik und Schmerz nicht ertragen kann. Madonna will frei sein und sich ausleben.

Aber nicht nur im Musikbusiness macht sie Karriere, auch beim Film kann sie sich beweisen.

Doch 1992 tritt dann das genaue Gegenteil ein. Niemand ist mehr geschockt, höchstens gelangweilt. Ihre neue CD "Erotica" und der Bildband "Sex" erscheinen gleichzeitig, und auch in der Öffentlichkeit interessiert es kaum jemanden, wie oft sie das Wort "Fuck" verwendet. Es scheint, als ob Madonna jedes Maß an Überblick verloren hat. 1994 kommt die Gegenantwort. Ihr Album "Bedtime Stories" ist das Gegenteil vom bisherigen und auch ihr Vater lobt sie. Die Versöhnung folgt wenig später. 1997 erfüllt sich dann Madonnas sehnlichster Wunsch, Sie spielt im Musical Evita die Hauptrolle. Der Film wird zwar kein Kassenschlager, aber dennoch erntet sie viel Beifall. Auch ihr Vater gratuliert ihr. Er ist stolz auf seine Tochter, die er "seine kleine" nennt. Nach etlichen Abtreibungen – die katholische Kirche ist dagegen – entscheidet sie sich ein Kind von Carlos Leon, ihrem Fitnesstrainer zu bekommen. 1996 wird Tochter Lourdes geboren. Bei der Erziehung ihrer Tochter legt die streng erzogene Mutter viel Wert auf eine ebenso strenge Erziehung für ihre Tochter. Das beginnt mit der Taufe von Lourdes. Madonna erzieht ihre Tochter alleine. Der Vater ,Carlos Leon, wird mit einer hohen Geldsumme zum Schweigen gebracht. Ihr zweites Kind kommt im Jahr 2000 zur Welt, Rocco. Es ist von Guy Ritchie, den sie wenig später auch heiratet. Auch jetzt hält sie noch an ihrer strengen Erziehung fest. Kein Fernsehen, keine Süßigkeiten, keine Barbies nur Holzspielzeug. Madonna, das einst rebellierende Teenieidol lehrt und verkörpert jetzt das, was sie so inbrünstig hasste, als sie noch jung war. Diejenige die durch die Verkörperung des einfachen, unschuldigen, ironischen und raffinierten gefiel, hat im Laufe ihres Lebens ihr Image und ihre Lebensweise verändert, so dass sie auch wieder bei ihren Eltern Zuspruch findet. Sie lebt das, was sie frühen so sehr haßte. Madonna eroberte die Herzen die Herzen der Mädchen wie im Sturm. Denn für Frauen war sie die Quelle der Inspiration und Beweis dafür, dass auch Frauen Ihre Sexualität ausleben können. Was junge Frauen und Mädchen bewunderten, brachte Eltern weltweit zur Verzweiflung. Ihre ungebundene, ironische und selbstbewußte Art wurde zum Markenzeichen des Girl-Pops in den Achtzigern. Madonna wurde zum Vorbild vieler. Trotz des beschriebenen Lebenswandels hat Madonna schon immer Massen für sich begeistern können.

Wir kommen zu dem Schluß das die Anziehungskraft der Stars nicht nur durch ihre musikalischen Fähigkeiten, sondern auch durch den außergewöhnlichen Lebenswandel bestimmt werden. Für die gewöhnliche Bevölkerung erscheint diese Lebensweise fremd und somit in einem gewissen Grad "göttlich".

 

 

7. Fazit

In diesem letzten Teil unserer Arbeit wollen wir versuchen ein Fazit aus den einzelnen Textbeiträgen zu ziehen und einen gemeinsamen Abschluss zu finden. Dem möchten wir jedoch eine Reflektion über die Zeit der Ausarbeitung unseres Wettbewerbbeitrages voranstellen. Wir streben an, unsere Arbeit mit allen Erfolgen und auch Misserfolgen darzustellen.

Nachdem sich unserer Religionskurs entschlossen hat, an dem Wettbewerb teilzunehmen, haben wir uns für dieses Thema entschlossen (genaue Schilderung in der Einleitung) und die Kapitel verteilt. Wir haben nun angestrebt möglichst viele Quellen zu erlangen und schon an dieser Stelle musste unsere Gruppe den ersten Misserfolg einstrecken. Da wir in einer sehr ländlichen Gegend wohnen, haben wir im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) geforscht, ob Bücher zu diesen Themen veröffentlicht wurden. Wir hatten auch nach kurzer Zeit Erfolg und gingen mit den nötigen Informationen in die örtliche Bücherei, um das Buch über Fernleihe zu erhalten. Die Bibliothekarin bestellte das gewünschte Buch und versicherte uns anzurufen, wenn dieses ankommt. Nach mehreren Wochen kam die erfreuliche Nachricht. In der Bücherei mussten wir jedoch eine böse Überraschung machen, denn das Buch war in Form eines Mikrofilmes gesendet worden. In unserer Gegend war es nicht möglich ein Gerät zum Lesen von solcher Literatur zu finden. So musste der Mikrofilm ungelesen zurückgesendet werden. Solche und andere Pannen prägten unsere Arbeit und wir waren manchmal an einem Punkt angelangt, an dem wir zweifelten jemals 15 Seiten verfassen zu können. Es gab natürlich auch Momente, in denen wir einen Aufschwung bekamen. So trafen wir uns zum Beispiel an einem Montag zur gemeinsamen Besprechung in der Religionsstunde und konnten feststellen, dass jeder während des vergangenen Wochenendes viel gearbeitet hatte und gute Ergebnisse vorlegen konnte. Es zeigt sich also, dass unsere Arbeit von Hochs und Tiefs geprägt war. Zusätzlich musste sie in der regulären Schulzeit erstellt werden, in der auch die gewöhnlichen Pflichten bewältigt werden mussten und es galt ein gewisses Geschick im Umgang mit der verfügbaren Zeit zu beweisen. Am Ende ist es jedoch ein befriedigendes Gefühl die fertigen Textbeiträge in den Händen zu halten. Es ist auf jeden Fall eine gute Erfahrung an Wettbewerben teilzunehmen.

Der zweite Teil des Fazits zieht eine gemeinsame inhaltliche Bilanz aus den einzelnen Textbeiträgen. Wir haben herausgefunden, dass Menschen im täglichen Leben mit Religion konfrontiert werden. Vor allem in der modernen Musik können solche Elemente festgestellt werden. Die Medien bringen uns Stars näher und durch Videoclips können sie ihre Intention bildlich darstellen (siehe Text "Videoclips und ihre religiöse Bedeutung"). Menschen können in ihrer gewohnten Umgebung Erfahrungen mit der Religion machen. Wie jedoch die religiöse Gestaltung und Intention des Titels ist, hängt vom Interpreten und seiner eigenen Überzeugung ab. Einige Stars stellen sich selbst als Gott und Retter der Welt dar, so zum Beispiel Michel Jackson während seiner Bühnenshows oder in seinem Video zum Lied Earth Song. Völlig anders geht der ebenfalls analysierte Xavier Naidoo mit der Religion in seinen Liedern um. Es wird deutlich, dass er selbst stark an Gott glaubt und diesen in seinen Songs verehrt und lobpreist. Er fühlt sich selbst als eine unbedeutendere Person und schiebt anstatt sich selbst, Gott in den Vordergrund. Hier lassen sich zwei unterschiedliche Tendenzen feststellen. Wir konnten außerdem feststellen, dass "göttlichen" Gestalten, wie Madonna in den Medien (zum Beispiel in Illustrierten) bei der Bevölkerung unter anderem derart große Beachtung und Bewunderung geschenkt wird, weil sie in einer bestimmten Form den Glauben an Gott ersetzen können. Früher haben die meisten Menschen an Gott geglaubt und dadurch Halt in ihrem Leben erlangt. Heute glauben nicht mehr eine so hohe Anzahl von Menschen an Gott. Aber die Probleme und Sorgen im Leben sind nicht gewichen. Sicher, in unseren Breitengeraden muss man sich um seine eigene Existenz wenig Gedanken machen, dafür steigt die Angst vor anderen Bedrohungen. Mit steigender Bildung verstanden die Menschen stärker die Gefahren denen sie ausgesetzt sind. Viele Menschen haben zum Beispiel Angst vor dem Treibhauseffekt und seinen Folgen. Auch die Auswirkungen von Atomkraft bringen Unsicherheit und Bedenken. Es ist klar, dass Menschen auch heute noch einen gewissen Halt im Leben brauchen und so einen können Stars vermitteln. So vertreten die verschiedenen Interpreten und Stilrichtungen, die verschiedenen Geistesströmungen der Menschen und verfolgen ähnliche Ziele. Wenn die Stars jedoch nicht so geistreich sind und ihre Gesinnungen verkünden können, zieht allein ihre mystische, fremde und pompöse Show und Lebensweise die Menschen an sie. So kommt es, dass jede Art von Stars bewundert wird und ihre Anhängerschaft findet.

Die Arbeit hat viele verschiedene Gebiete abgedeckt und wir hoffen, dass trotzdem ein Bezug zwischen den einzelnen Themen zu erkennen und nachzuvollziehen ist.

Wörtlich zitierte Aussagen wurden kenntlich gemacht und die verwendete Literatur, wie auch die Quellen sind der Arbeit beigefügt.

 

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