Jugend&Kultur&Religion

Johanneum Lüneburg


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Breaking The Waves

 

 

Verfasserinnen: Janne Ebel, Sophie Härke, Anna Lena Hering, Kristina Kolle, Deike Wedemeyer


Betreuende Lehrkraft: Karin Aurike

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe

3. Charakteristiken der Hauptfiguren

4. Vergleich zwischen Bess und ihrer Gemeinde im Hinblick auf das Verständnis und     das Handeln nach der christlichen Lehre

5. Vergleich einzelner Szenen mit ausgewählten Bibelstellen

5.1. Erstes Beispiel

5.2. Zweites Beispiel

6. Bess und Jesus – eine Person?

7. Schlusswort

 

 

 

1. Einleitung

 

"Breaking The Waves" ein Film, der Anstoß nimmt, der provoziert?

Für die einen ist er ein Film, der den Glauben an Gott ins Lächerliche zieht, für die anderen ein Film der einfach versucht sich kritisch mit dem Verhältnis zwischen Kirche und Gesellschaft auseinander zu setzen. Gerade in den ganz unterschiedlichen Reaktionen auf dieses Werk des dänischen Regisseurs Lars von Trier liegt für uns der Anlass, uns einmal genauer mit seinem Film zu beschäftigen.

Wie ist das Verhältnis zwischen Bess und ihrer Gemeinde zu beurteilen? In wie weit gibt es eventuell Parallelen zwischen der Person Bess und bestimmten biblischen Charakteren? Dies sind für uns die zwei wichtigen Fragen, die es im Folgenden zu klären gilt.

 

 

2. Inhaltsangabe

 

Schwerpunkt in dem 1996 von Lars von Trier gedrehten Film "Breaking The Waves" ist das Schicksal von Bess. Geboren in einem abgelegenen, schottischen Küstendorf hat sie ihr gesamtes bisheriges Leben dort verbracht, behütet, für Außenstehende eher gefangen, in den fest gefahrenen gesellschaftlichen Strukturen von Familie und religiöser Gemeinschaft. Mit Jan, der auf einer Bohrinsel vor der Küste arbeitet und der so ganz anders ist als Bess, viel mehr der Welt zugewandt, bekommt Bess die Chance auszubrechen aus ihrer gewohnten kleinen Welt, hinein in ein Leben ohne religiöse Zwänge und Pflichten. Obwohl Jan für Bess` Gemeinde ein religiöser Außenseiter ist, gibt der Ältestenrat Bess` Bitte nach, so dass Bess und Jan heiraten. Für die zwei Liebenden folgen Wochen eines unbeschwerten Lebens. Bess blüht in Jans Gegenwart auf und genießt das für sie neue Lebensgefühl.

Dann jedoch muß Jan wieder zurück auf die Bohrinsel. Bess wird ihr gerade gewonnenes Glück wieder entrissen. Trotz der Telefonate nagt die Sehnsucht nach Jan mit jedem Tag mehr an ihr. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich einmal mehr an Gott, bittet ihn Jan, egal was der Preis dafür sei, so schnell wie möglich wieder zu ihr zurückkehren zu lassen. Ihre Bitte wird erhört, denn kurz darauf kommt es zum Unfall auf der Bohrinsel und Jan kommt schwer verletzt auf das Festland zurück, die Diagnose: Er wird querschnittsgelähmt bleiben. Aufopfernd kümmert sich Bess um ihn, pflegt ihn zu Hause zusammen mit ihrer Schwägerin. Jan hat dabei das Gefühl, als Ehemann nutzlos zu sein und fordert Bess auf, sich einen neuen Mann zu suchen, Bess jedoch weigert sich. Jans Zustand verschlechtert sich immer mehr. Für die Ärzte scheint sein Tod nur noch eine Frage der Zeit, Bess jedoch will dies nicht wahrhaben, betet, versucht alles um ihren Mann zu retten. Sie schreckt auch nicht davor zurück, als Jan ihr aufträgt mit anderen Männern zu schlafen, um ihm dann später von ihren Erlebnissen zu berichten, denn nur das könne ihn noch retten, so Jan. Zuerst weigert sich Bess noch innerlich, erzählt Jan dann doch das Ungewollte tut. Jans Zustand bessert sich darauf wie durch ein Wunder. Bess schreibt diesen Erfolg nicht dem Können der Ärzte, sondern ihrem Handeln und festem Glauben zu. Sie fährt fort in ihrem für andere unverständlichen Handeln. Ihre Mitmenschen beängstigt Bess` plötzliche Wandlung. Sie kleidet sich immer freizügiger, legt alles daran "an den Mann zu kommen", die Grenze zur Prostitution rückt immer näher, doch Bess´ ist wie besessen von dem Gedanken Jan zu helfen. Obwohl sich die Kirchengemeinde von ihr abwendet, sie als Sünderin angesehen wird, und jeder versucht, ihr die Absurdität ihres Verhaltens vor Augen zu führen, macht Bess weiter. Jans Zustand wird immer kritischer und Jan erfährt einen erneuten "Rückfall". Bess lässt sich auf ein im Hafen ankerndes Schiff bringen, denkt, sie könne Jan durch ein letztes "Opfer" vor dem Tod retten. Die Matrosen vergewaltigen und misshandeln Bess, so dass sie schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Bess erliegt ihren Verletzungen im Krankenhaus, doch Jan wird gerettet.

 

 

3. Die Charakteristiken der Hauptfiguren

 

Die Protagonisten des Kinofilms "Breaking The Waves", Bess McNeil und Jan Nyman, werden von den Schauspielern Emily Watson und Stellan Skarsgard dargestellt.

Der Filmcharakter Bess McNeil ist eine junge Frau, die inmitten einer straff gegliederten, sektenähnlichen Gemeinde in einem westschottischen Küstendorf lebt. Sie ist eine sehr labile und tiefgläubige Persönlichkeit. Ihre charakterliche und religiöse Prägung wurden schon früh entschieden. Von Kindesbeinen an besuchte sie regelmäßig die Gottesdienste ihrer isolierten, orthodoxen Freikirche, in der die ältesten männlichen Mitglieder regieren und Frauen eine extrem untergeordnete Rolle spielen. Aufgrund ihrer Sentimentalität und Gefühlsausbrüche ist sie in ärztlicher Behandlung und wird von den Dorfbewohnern für geisteskrank erklärt – fälschlicherweise, wie sich herausstellt; es sind ihre herzensgute Einstellung und ihre Güte, die ihr zum Verhängnis werden.

Neben ihrer Schwägerin Dodo, einer Krankenschwester, zu der sie ein inniges Verhältnis pflegt, und den Gemeindemitgliedern hat Bess keinen anderen Kontakt, was ihre Liebe zu Gott intensiviert.

Sie zieht sich häufig allein in die Kirche zurück, um Gespräche mit Gott zu führen, der mit ihrer eigenen, jedoch veränderten Stimme, antwortet, was möglicherweise auf eine gespaltene Persönlichkeit hinweist. In diesen Dialogen fragt sie Gott häufig um Rat über ihre Beziehung zu ihrem Mann Jan.

Dieser hingegen ist eine sehr bodenständige und sehr männlich wirkende Persönlichkeit mittleren Alters. Er ist skandinavischer Herkunft und arbeitet saisonbedingt auf Bohrinseln. Seine Liebe zu Bess ist aufrichtig, obwohl die Beziehung vor einer ungewissen Zukunft steht, da Jan jederzeit für einen neuen Auftrag auf die Bohrinsel zurückgerufen werden könnte.

Er akzeptiert Bess‘ Frömmigkeit und ihr Leben in der Gemeinde, kann die Grundsätze der Kirche jedoch nicht mit sich vereinbaren.

 

 

4. Vergleich zwischen Bess und ihrer Gemeinde im Hinblick auf das Verständnis und das Handeln nach der christlichen Lehre

 

Gemeinde:

Sie ist eine sehr strenggläubige und konservative Gemeinschaft. Sie duldet keine Abweich- ungen von den Regeln. So wird z.B. nach einem vermeintlich sündigen Leben der Verstorbene von den männlichen Gemeindemitgliedern der Hölle übergeben, was eigentlich die Aufgabe Gottes wäre. Dies wird in einer Bestattungsszene im Film gezeigt. Nächstenliebe wird nicht wie von uns üblich verstanden, sondern wird bei Verstoß gegen eine Regel ausgeschaltet. Ein gutes Beispiel ist hier die Szene, in der Bess, nachdem sie für Jan mit anderen Männern schlafen wollte und dabei fast vergewaltigt worden wäre, bei ihrer Mutter an die Tür klopft, weinend um Einlass bittet und trotz ihrer verzweifelten Lage nicht hereingelassen wird. Da Bess wegen ihrer neuen "Lebensart" verstoßen wurde, kann die Mutter nicht über ihren Schatten springen und weist ihre eigene Tochter ab (zusätzlicher Vergleich: Der barmherzige Samariter, siehe Vergleich Bibelstellen).

Frauen sind in der Gemeinde weniger angesehen, so dürfen sie z.B. in der Kirche nicht sprechen, und nicht an Bestattungen teilnehmen. Verachtet in der Gemeinschaft sind Gefühle, sie gelten als sündig und werden gänzlich untersagt. Als Bess einen Weinkrampf bekommt, weil Jan wieder auf die Bohrinsel zurück muß, droht ihr die Mutter mit einer erneuten Einweisung in die Nervenheilanstalt.

Im Gegensatz zu dem verbreiteten Christentrum (Jesus) werden keine "Andersartigen" geduldet, sie müssen sich bedingungslos den Gesetzen der Gemeinde anpassen um akzeptiert zu werden ( Dodo).

Man könnte sie vielleicht in einigen Punkten mit den Amischen vergleichen, die in ähnlicher Weise abgeschieden von der Welt leben. Die Amischen leben ähnlich schlicht und freudlos, sind immer darauf bedacht, nach Gottes Willen und Vorschriften zu handeln. Dieses aber nicht in normalem Ausmaß, sondern viel extremer. So trägt auch Bess´ Gemeinde ausschließlich dunkle, triste Kleidung und Frisuren. Es gibt in den Gotteshäusern keine Glocken und die Ausstattung in den Häusern ist einfach und schlicht.

Unserer Meinung nach haben diese Menschen die Lehre Jesu völlig falsch verstanden und ausgelegt, denn es wird nicht von uns verlangt, Jesu entbehrungsreiches Leben nachzuahmen oder zu führen. Die zentrale Botschaft der Nächstenliebe wird hier an die Bedingung des Gehorsam geknüpft.

Bess:

Sie ist zwar an die Regeln der Gemeinde gebunden und mit ihnen aufgewachsen, kann sich aber nicht daran gewöhnen (Beispiel: Nach dem ihres Bruders wird sie in eine Nervenheil-anstalt gebracht, da sie ihre Trauer nicht ausleben darf, obwohl ihr mit liebevoller Unter- stützung ihrer Familie wohl auch hätte geholfen werden können). Sie spürt aber in ihrem Inneren, dass diese Art des Lebens und Glaubens nicht richtig ist. Sie kritisiert, dass Frauen in der Kirche, im Gegensatz zu den Männern, nicht reden dürfen, und dass es keine Glocken gibt. Sie möchte nach den Gesetzen der Gemeinde leben, wird aber immer wieder von ihren Gefühlen eingeholt. Ihre Familie, die sehr strenggläubig ist, will dies nicht zulassen, kann aber Bess´ Gefühlsausbrüche nicht verhindern. Bess, die sich anpassen möchte und zunächst auch an diese Lehre glaubt, ist diesem Druck aufgrund ihres labilen Wesens nicht gewachsen, sie hat nie gelernt, damit umzugehen. Sie möchte ein "gutes" Mädchen sein und glaubt an den strafenden, nicht an den gnädigen Gott. Keiner mindert somit den Druck, dem Bess dadurch ausgesetzt ist. Der Glaube an Gott nimmt ihr nicht die Last, wie üblicherweise im Christentum, sondern belastet sie noch stärker. Obwohl Bess in dieser Lehre verankert ist, lebt sie die "typische" Nächstenliebe. Schon vor der Liebe zu Jan opfert sie sich für jeden auf, will allen helfen – sprich: Sie ist zu gut für diese Welt (dies wird auch nach ihrem Tod von ihrem Arzt gesagt). Mit der Liebe zu Jan artet diese Eigenschaft in Selbstaufgabe aus, sie opfert sich.

Abschließend können wir sagen, dass Bess in diesem Film die "wahre Christin"ist, aber nicht gelernt hat, zu dosieren. Wenn sie liebt, liebt sie bedingungslos, wenn sie glaubt, glaubt sie ohne Zweifel. Wir aber denken, man darf Bess nicht uneingeschränkt als Vorbild sehen, da Glaube und Liebe nicht zu uneingeschränkter Selbstaufgabe/Opferung führen dürfen.

 

 

 

5. Vergleich einzelner Szenen mit Bibelstellen

 

Schon zu Beginn wird deutlich, dass dieser Film ein religiöser ist, da die erste Szene bereits mit einer Gemeindeversammlung in der Kirche beginnt. Allerdings sollte man sich die Frage stellen, ob er unsere Religion, so wie wir sie verstehen, aufgreift und behandelt, eventuell sogar Parallelen zur Bibel aufweist. Wir haben den Film daher auf bekannte Bibelstellen untersucht, die fast jedem irgendwie bekannt sind. Uns sind einige Szenen aufgefallen, die man mit Bibelstellen vergleichen könnte. Besonders in zwei Szenen oder Abschnitten des Films sind die Parallelen sehr auffallend. Es ist dem Autor/Regisseur gelungen, eine Bibelgeschichte in die heutige Zeit zu setzen, und dies, ohne die Aussage der Bibelgeschichte zu verändern. Diese beiden Szenen haben wir uns einmal näher angeschaut und mit den Bibeltexten verglichen. Zum einen handelt es sich um die Geschichte der Sünderin (Johannes 8), zum anderen um die Geschichte des barmherzigen Samariters.

 

 

 

5.1 Erstes Beispiel

 

Jesus und die Ehebrecherin (Johannes 8)

(original Bibeltext: Johannes 8, Vers 1 bis 11)

 

Die passende Filmstelle

Hierbei handelt es sich um die Szene, in der Bess, nachdem sie auf einem Schiff vergewaltigt wurde, nach Hause zurückkehrt. Wie schon im vorhergehenden Text beschrieben, braucht sie dringend Hilfe, die ihr von ihrer Mutter verwehrt wird. Hierdurch wird die Abhängigkeit der Mutter von der Gemeinde veranschaulicht ("Jene die dich kennen sollen dich nicht mehr kennen").

Während der anschließenden Flucht mit ihrem Fahrrad vor Kindern, die sie mit Steinen bewerfen und mit den Worten "Wer ist die Nutte?" beschimpfen, bittet sie wieder und wieder um Einhalt.

 

Tabelle: Vergleich der beiden Geschichten

Jesus und die Ehebrecherin

Bess‘ Geschichte

Ehebrecherin

Ehebrecherin

Ehebrecherin soll gesteinigt werden

Wird als Ehebrecherin gesteinigt

"Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein"

=> Keiner wirft den ersten Stein

Die Kinder werfen "den ersten Stein"

Schon bei diesem Vergleich werden einige Kontaktpunkte deutlich. In beiden Fällen handelt es sich um Ehebrecherinnen, wenn auch aus verschieden Gründen.

So steht die Tatsache, dass Bess aus Liebe zu ihrem Mann so handelte, im Hintergrund. Die Kinder, die als Gläubige eigentlich die Geschichte der Sünderin kennen und die Aussage verstehen müssten, handeln genau gegensätzlich. Trotz dieses Gegensatzes wird es sofort deutlich, dass es sich um eine Anspielung auf die genannte Bibelstelle handelt.

Wir sind der Meinung, dass der Drehbuchautor zu diesem Mittel greift, um die Aktualität der Bibel zu zeigen, dass sie jedoch von vielen, die sich Christen nennen und davon überzeugt sind, nach ihr zu leben, falsch ausgelegt wird.

Hier (im Film) wird an den Kindern deutlich, dass diese hier vorgestellte Gemeinde die Bibel missverstand, dass sie in diesem konkreten Fall für sich behaupten will ohne Sünde zu sind, und somit das Recht zu haben, die "Ehebrecherin" mit Steinen zu bewerfen, zu steinigen.

 

 

5.2 Zweites Beispiel

Der barmherzige Samariter (Lucas 10)

(original Bibeltext Lucas 10, Vers 1 bis 40)

Die passende Filmstelle

Der Teil, der mit diesem biblischen Text vergleichbar ist, schließt sich dem Teil der Ehebrecherin direkt an. Auf der Flucht vor den Kindern läuft Bess mit ihrem Fahrrad zur Kirche. Noch immer wird sie von den Kindern verfolgt, bis sie schließlich vor Erschöpfung zusammenbricht. Sie liegt auf dem Weg vor der Kirche, als der Pfarrer kommt und die Kinder wegschickt. Als er mit Bess allein ist, kümmert er sich nicht wie erwartet um sie und hilft ihr auf, sondern schaut sich um, um sicherzugehen, dass er nicht beobachtet wird, dreht sich weg und geht davon. Erst ihre Schwägerin Dodo kümmert sich um Bess und hilft ihr, sich aufzurichten. Bess aber denkt wieder einmal nur an Jan und bittet sie, ihm auszurichten, dass er gesund werden solle.

Tabelle: Vergleich der beiden Geschichten

Der barmherzige Samariter

Bess‘ Geschichte

Ein Mann liegt, von Räubern überfallen, verletzt am Boden

Bess liegt, durch die Folgen des Schiffsbesuches, verletzt am Boden

Priester geht vorüber

Pastor geht vorüber

Samariter hilft

Dodo hilft

Die beiden Geschichten ähneln sich stärker als die vorigen. In beiden Fällen sind es nicht die "Geistlichen", die den Verletzten helfen, sondern diejenigen, die nicht vollkommen in die Gemeinde integriert sind. Der barmherzige Samariter wurde von den Christen nicht akzeptiert, und auch Dodo scheint sichnicht als vollwertiges Mitglied der Gemeinde zu fühlen, sie arbeitet, trotzdem sie eine Frau ist, im Krankenhaus als Schwester und trat nur aufgrund ihrer Hochzeit in die Gemeinde ein. Auch hier wird noch einmal verdeutlicht, dass die Gemeindemitglieder nicht aktiv nach der Bibel handeln.

 

6. Bess und Jesus - eine Person?

Wir denken, der Drehbuchautor hat versucht, Bess mit Jesus zu vergleichen. Besonders am Ende wird dies sehr deutlich. Wie auch Jesus lebt Bess ihr ganzes Leben für andere, tut alles, um anderen zu helfen. Im siebten Kapitel ("Das Opfer") begibt sich Bess noch einmal auf das Schiff, auf dem sie zuvor so grausam misshandelt wurde. Sie weiß, dass sie diesen Gang nicht überleben wird, trotzdem geht sie - um Jan zu retten. Sie opfert sich für Jan, sie gibt ihr eigenes Leben auf, um ihm seines zurückzugeben. Trotz der Parallelen glauben wir aber nicht, dass der Autor Bess als "zweiten Jesus" zeigen wollte, sondern eher die Unfähigkeit derer, die sich für unfehlbar halten und vor lauter Selbstgerechtigkeit nicht sehen, wenn jemand, der wirklich "Recht" hat, vor ihren Augen und durch sie zu Grunde geht.

 

 

7. Schlusswort

Mit der eingehenden Beschäftigung mit den Charakteren und den religiösen Motiven des Films ’’Breaking The Waves’’ von Lars von Trier, wurde uns die Möglichkeit gegeben, hinter die Fassade dieses Films zu schauen und unsere ersten Eindrücke nach tiefer liegenden Elementen und Bedeutungen zu untersuchen. Trotz seiner scheinbar simplen Haupthandlung, ist es ein sehr komplexer Film, der einen nach dem ersten Sehen noch lange beschäftigt. Hauptsächlich ist es der Charakter der Bess, die der Regisseur mit ihrer naiven Verwirrtheit aber auch bestechenden Willensklarheit fantastisch inszeniert. Ihre scheinbar gespaltene Persönlichkeit ist ein wichtiges Merkmal und hat einen großen Einfluss auf den ganzen Filmverlauf. Wir konnten jedoch nicht entscheiden, ob Bess tatsächlich Gespräche mit Gott führt oder ob sie wirklich krank ist, weswegen wir auf diesen Punkt auch nicht näher eingegangen sind. In unserer Analyse des Films, haben wir die Schwerpunkte auf den direkten religiösen Bezug gesetzt. Angeregt durch die starken Diskussionen über tatsächlich vorhandene kirchliche Werte und Normen, waren wir verunsichert und wollten uns eine eigene Meinung bilden.

 

 

Literaturverzeichnis:

Außer der Bibel und des Films selbst benutzten wir keine weiteren Quellen.

 

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