Jugend&Kultur&Religion
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Antonias Welt
VerfasserInnen: Camilla Jesdinszki – Wilker, Lukas Soestmeyer, Sabrina Westphälinger, Katja Zamors
Inhaltsverzeichnis 1. Informationen zum Film/ Kurzinhalt2.Nacherzählung des Films 3.Skizze zur Erklärung der Beziehungen zwischen den Personen 4. Personenbeschreibungen (Erläuterung der Skizze) 5. Motive und Interpretationen zum Film - Das Motiv der Zeit - Das Motiv der Emanzipation - Das Motiv der Gemeinschaft (Essen) - Das Motiv der visuellen Erscheinungen - Das Motiv der Religion, des Todes und Einstellungen zum Leben 6. Resümee 7. Literaturverzeichnis
Informationen zum Film Originaltitel: Antonia’s Line Erscheinungsjahr/ -ort: Belgien/ Großbritannien/ Niederlande, 1995 Regie: Marleen Gorris Drehbuch: Marleen Gorris Kamera: Willy Stassen Musik: Ilona Seckaz Darsteller: Willeke van Ammelrooy, Els Dottermans, Veerle van Overloop, Tyhrza Ravesteijn, Mil Seghers Produktion: Hans De Weers BJK/ KJF – Empfehlung: ab 14 Jahren, FSK: ab 12 Jahren Länge: 93 Minuten, Spielfilm Farbe dtF
Kurzinhalt Der Film " Antonias Welt" von Marleen Gorris ist ein Rückblick auf das Leben und die Beziehungen auf Antonias Hof über vier Generationen. Im Jahre 1945 kehrt Antonia mit ihrer Tochter Danielle in ihr holländisches Heimatdorf, um unter anderem die Gewissheit über den Tod ihrer Mutter zu erlangen. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, beginnen Antonia und Danielle ihr neues Leben auf dem elterlichen Hof, der zum Zufluchtsort gesellschaftlich Ausgestoßener und Hilfebedürftiger wird. Auf diesem Hof dominiert das weibliche Geschlecht eindeutig, unterdessen die Männer mit eingebunden werden, die Frauen sich aber immer noch allein zu helfen wissen. Man begleitet die Hauptcharaktere und die Gesellschaft, die ihr Leben mitgestaltet, durch den Film und wird Zeuge von Freud und Leid des alltäglichen Lebens.
Nacherzählung des Films Der Hauptcharakter Antonia kehrt mit ihrer Tochter Danielle in ihr holländisches Heimatdorf zurück, um bei dem anstehenden Tod ihrer Mutter dabei zu sein. Dort angekommen, wird Antonia von ihrer Mutter wüst beschimpft. Antonias Mutter stirbt wenige Minuten später. Auf der Beerdigung wird der makabere Charakter des Films zum ersten Mal deutlich: während des Gottesdienstes sieht Danielle, wie ihre Großmutter sich in dem geöffneten Sarg aufrichtet und anfängt zu singen; auch die Jesusfigur nickt ihr zu. Daraufhin trifft sich die Trauergemeinde in der Dorfkneipe. Auf dem Weg dorthin erinnert sich Antonia an die Bewohner des Dorfes: die verrückte Madonna, der Protestant und Krummfinger sind nur ein paar der Leute, die in dem Film noch eine wichtige Rolle spielen werden. In der Olgas Dorfkneipe spürt Antonia gleich, dass sie nicht willkommen ist - sie wird sogar als schwarzes Schaf bezeichnet. Antonia beobachtet zusammen mit Danielle, wie die geistig behinderte Déedée von ihrem Vater und einem ihrer Brüder, Pitte, vorgeführt, bloßgestellt und als Ehefrau angepriesen wird. Antonia wird aufmerksam auf Bauer Sebastian, der Déedée zur Hilfe kommt und sie hinausführt. Danielle und Antonia richten sich auf dem geerbten Hof ein. Auf einem Ausritt nimmt Antonia den geistig behinderten Lippen - Wilhelm wahr, der von seinem Bauern nicht ernst genommen und ausgenutzt wird. Wilhelm bemerkt Antonias Güte sofort, wendet sich von seinem Bauern ab und schließt sich Antonia an. Seit diesem Treffen ist Antonias Hof sein neues zu Hause. Eines abends kommt Bauer Sebastian zu Antonia und Danielle auf den Hof. Bauer Sebastian ist Witwer, hat fünf 8 Söhne und erbittet von Antonia die Liebe, die er braucht. Sie bietet ihm jedoch ihre Freundschaft an und nimmt dafür seine Hilfe in Anspruch. Eines Tages geht Danielle auf den Bauernhof von Déedées Vater, um sich eine Säge zu leihen. Als sie auf dem Hof ankommt, wird sie von Déedées Mutter in den Stall geschickt, in dem sie die Säge finden soll. In dem Stall entdeckt sie Déedée, die gerade von ihrem Bruder Pitte vergewaltigt wird. Sie befreit Déedée aus den Fängen ihres Bruders, nimmt sie mit und so findet auch Déedée auf Antonias Hof ein neues zu Hause. Pitte verschwindet für lange Zeit. Die Bewohner von Antonias Hof wachsen zusammen wie eine große Familie – durch die gemeinsamen Essen wird die Gemeinschaft immer mehr gestärkt. Als nächstes verlässt Danielle den Hof, um in der Stadt Kunst zu studieren. Déedée und Wilhelm finden zueinander und verlieben sich. Als Danielle wieder auf den Hof zurückkehrt äußert sie ihrer Mutter gegenüber den Wunsch nach einem Kind – sie will jedoch keinen Mann. Um Danielle diesen Wunsch zu erfüllen, machen sich die beiden auf den Weg in die Stadt. Dort geraten sie an eine Frau, Letta, die schon ein Kind hat, gerade wieder schwanger ist und ihnen ihre Hilfe anbietet. Durch Lettas Hilfe finden sie einen Erzeuger für das Kind. Um sich bei Letta für ihre Hilfe zu revanchieren, bieten sie ihr an, jederzeit für sie da zu sein. Die beiden kehren auf den Hof zurück. Als im Dorf bekannt wird, dass Danielle schwanger ist, kritisiert sie der Kaplan während seiner Predigt. Doch die Familie lässt sich dieses nicht bieten, sondern sie erpressen ihn eine Gegenpredigt zu halten. Neun Monate später bringt Danielle ihre Tochter Thérès zur Welt. Thérès baut eine starke Verbindung zu Krummfinger auf. Sie versteht Einstellung zum Leben und kann seine Gedanken den ihren anpassen. Der Kaplan tritt einige Zeit später aus der Kirche aus. Auch er findet auf Antonias Hof einen Platz zum Leben. Déedée wird schwanger von Wilhelm und die beiden heiraten aus Liebe. Antonia und Bauer Sebastian finden doch zueinander und erfüllen sich die gegenseitige Lust. Nach ein paar Jahren kommt auch Letta mit ihren mit ihren zwei Kindern auf den Hof, weil sie nicht mehr weiß, wohin sie soll - sie erwartet das dritte Kind. Schon bald verliebt sie sich in den Kaplan, mit welchem sie jedes Jahr ein weiteres Kind bekommt. Antonia und Danielle stellen fest, dass Thérès eine sehr gute Schülerin ist. Bei einem Gespräch mit der Direktorin lernt Danielle Thérès Lehrerin kennen und verliebt sich in diese. Thérès werden zusätzliche Unterrichtsstunden erteilt. In einer dieser Stunden finden Danielle und Thérès zueinander. Auch sie wohnt in Zukunft auf dem Hof. Zu diesem Zeitpunkt sterben drei Bewohner des Dorfes: die verrückte Madonna stirbt an gebrochenem Herzen, der Protestant folgt ihr kurz darauf ins Grab. Auch Déedées Vater stirbt. Aus diesem Grund kehrt Pitte zurück in das Dorf, um seinen Teil des Erbes anzutreten. Die geniale Thérès und Simon, Lettas ältester Sohn, fahren immer zusammen in die Stadt zur Schule. Simon ist von Anfang an in Thérès verliebt; sie jedoch zeigt ihm die kalte Schulter. In dieser Zeit wird Thérès von Pitte vergewaltigt. Déedée kann sie gut verstehen und steht ihr bei, den Schmerz zu überwinden. Antonia zwingt Pitte dazu, aus dem Dorf zu verschwinden und belegt ihn mit einem Fluch. Pitte wird von den Männern des Dorfes verprügelt und hinterher von seinem Bruder ertränkt. Zeit vergeht und Simon und Thérès werden erwachsen. Thérès ist zwanzig und hält Vorlesungen an der Uni. Um ihre sexuelle Lust zu stillen, versucht sie es mit einigen Intellektuellen, doch da sie es gewohnt, von allem nur das Beste zu bekommen, reichen ihr diese Beziehungen nicht aus und sie findet zu Simon, der ihr zwar geistig nicht gewachsen ist, aber mit dem sie eine glückliche Beziehung führt. Thérès wird schwanger und stellt sich die frage, ob sie das Kind wirklich zur Welt bringen soll. Sie sucht Rat bei Krummfinger. Dieser rät ihr von der Geburt des Kindes ab. Sie bekommt es Simon zu Liebe doch. Es wird eine Tochter namens Sarah. Sie kümmert sich jedoch mehr um das gemeinsame Kind als Thérès. Letta bekommt ihr dreizehntes Kind, Mutter und Kind sterben jedoch kurz nach der Geburt. Der Kaplan verlässt mit seinen zwölf Kindern Antonias Hof und wird in der Stadt Sozialarbeiter. Auch Déedées zweiter Bruder Janne stirbt. Wilhelm kommt bei einem Unfall mit dem Traktor ums Leben. Déedée ist untröstlich. Während Thérès sich an der Universität befindet, erhält sie einen Brief von Krummfinger, der darin sein Ende ankündigt. Sie macht sich sofort auf den Weg, doch als sie ankommt ist es zu spät: Krummfinger hat sich umgebracht. Eines abends, als die Familie mal wieder beim Essen sitzt, sieht die kleine Sarah, welche sich in ihren Gedichten des öfteren mit dem Tod beschäftigt, alle Verstorbenen: Antonias Mutter, die verrückte Madonna und den Protestanten, Déedées Familie, Letta, Wilhelm und Krummfinger. Antonia und Bauer Sebastian werden für einen Augenblick lang wieder jung – die Zeit dreht sich für einen Moment zurück. Antonia weiß nun, dass sie sterben wird und sagt der kleinen Sarah Bescheid. Diese holt die Familie zusammen und Antonia stirbt im Kreise ihrer Familie einen milden Tod. Diese Szene ist sehr beeindruckend, da beschrieben wird, wie jedes einzelne Familienmitglied über diesen Moment denkt und es wird deutlich, aus welcher Perspektive der Film erzählt wurde, nämlich aus der Sicht der kleinen Sarah.
Personenbeschreibung Antonia (oder das Leben schlechthin?): Antonia kommt als resolute Frau (Mittvierzigerin) in ihr holländisches Heimatdorf zurück. Sie hat eine Tochter, Danielle, und ist Witwe. Die eigensinnige Städterin, mit einer spitzen Distanz zur bäuerlichen Umgebung, hat mit Vorurteilen zu kämpfen, die ihr die Dorfbewohner entgegenbringen. Doch sie thront über den rauen Sitten des Dorfes, denn Antonias Devise lautet: Leben und leben lassen. Durch ihre dominante, unabhängige, eigensinnige und unerschütterliche Art lässt sie jegliche Kritik der Dorfbewohner an sich vorüberziehen.Um Antonias Tafel und in ihrem Herzen finden alle Außenseiter einen Platz. Ihr Anwesen wird zur Anlaufstelle für Erniedrigte, Verstoßene und Beleidigte. Antonia hat zwar keine feste Anstellung, überlebt aber trotzdem durch ihren eigenen Hof. Sie ist sehr emanzipiert und ist unabhängig von der Rolle als Gattin, Mutter oder Tochter. Sie nimmt sich was sie will, sei es Gerechtigkeit, sexuelle Befriedigung oder Doch in gewisser Weise passt sie sich jedoch an das Dorfleben an: sie sitzt jeden Sonntag in der Kirche – ob sie wirklich gläubig ist oder nicht ist jedoch eine andere Frage. Antonia ist eindeutig die Protagonistin des Filmes. Um sie versammeln sich alle Charaktere des Films – sie ist der Mittelpunkt von dem alles ausgeht und an dem alle wieder angelangt. Danielle (die Künstlerin): Danielle ist die Tochter von Antonia. Als sie in das Dorf kommt ist sie ungefähr fünfzehn Jahre alt. Als zweite männerlose Generation hat Danielle viele Eigenschaften des eigenwilligen Lebens ihrer Mutter Antonia geerbt. Im jungen Erwachsenenalter beginnt sie Malerei zu studieren. Ihre Denkweise ist sehr abstrakt und sie verkörpert das Bild eines Künstlers. Ihr Wunsch ist es, ein Kind zu bekommen, aber keinen Mann an ihrer Seite zu haben. Somit zeugt sie die dritte vaterlose Generation. Danielle verliebt sich später in die Lehrerin ihrer Tochter Thérès und führt eine homosexuelle Beziehung mit dieser. Sie begleitet ihre Mutter in die Kirche, aber auch ihre Gläubigkeit ist in Frage zu stellen. Danielle ist eher eine außenstehende Person, die nur passiv am Handlungsstrang teilnimmt. Zwar ist sie wichtig dafür, dass weitere Generationen folgen können, doch erscheint ihr Leben, neben denen der Anderen, eher unbedeutend. Thérès (das Wunderkind): Thérès ist die Tochter von Danielle und stellt die dritte vaterlose Generation auf dem Hof dar. Schon im frühsten Kindesalter erkennt ihre Umgebung, dass Thérès nicht normal ist; sie ist überdurchschnittlich intelligent. Ihr mathematisches und musikalisches Genie wird bald entdeckt und gefördert. Schon als kleines Mädchen baut sie enge Freundschaft zu Krummfinger auf. Mit ihm redet sie neben üblichen Schulfächern auch über Theologie, Philosophie und andere Geisteswissenschaften. Sie kann Krummfingers negative Einstellung zur Welt nachvollziehen, ob sie sie bis in die kleinsten Details teilt wird nicht wirklich deutlich. Denn als Thérès schwanger von Lettas ältestem Sohn Simon wird, rät Krummfinger ihr von der Geburt ab. Doch sie bekommt das Kind Simon zu Liebe – hier wird Antonias Einfluss deutlich. Simon ist Thérès zwar geistig nicht gewachsen, aber mit ihm führt sie eine erfüllte Beziehung. Die vorherigen Beziehungen mit einigen Intellektuellen reichten ihr nicht aus – sie ist es gewohnt von allem nur das Beste zu bekommen. Die Diskussionen mit Krummfinger nehmen großen Einfluss auf ihren Glauben. In der Kirche ist sie nie zu sehen. Ihre Rolle hat weitaus mehr Bedeutung für die Handlung als die ihrer Mutter Danielle. Thérès Charakter ist durch ihre wahnsinnige Intelligenz weitaus tiefgründiger und mit dem von Krummfinger zu vergleichen. Sarah(, die mit den Gedichten vom Tod): Mit Sarah tritt in dem Film eine Wendung ein. Der feuerrote Wuschelkopf, welcher viel Charakter und Temperament von seiner Urgroßmutter Antonia geerbt hat, ist zwar ein uneheliches Kind, wächst aber stärker an der Seite ihres Vaters auf, als an der ihrer Mutter. Von ihrer Mutter bekommt sie eher wenig Zuneigung. Sarah beschäftigt sich sehr intensiv mit dem "Wunder des Todes" und schreibt einige Gedichte darüber. Sarah spielt eine sehr wichtige Rolle in dem Film; zwar wird nur ihre Kindheit dargestellt, doch sie beschäftigt sich mit dem Tod, ein sehr relevantes Thema des Films. Am Ende wird deutlich, dass sie die Erzählerin des Films ist. Krummfinger(der Philosoph mit der negativen Lebenseinstellung): Krummfinger ist ein alter Freund von Antonia und lebt abgeschieden vom Dorfgeschehen in seinem Haus, welches er niemals verlässt. Weltabgewandt verbringt er sein Leben über Büchern. Für ihn Krummfinger beginnen mit Thérès Geburt die wohl glücklichsten Tage seines Lebens. Mit ihr führt er Diskussionen über Schopenhauer und Nietzsche. Krummfinger hasst das Leben: Dieses wird sehr deutlich, als er Thérès davon abrät, Sarah zu bekommen. Er fragt sie, ob sie es sich mit der Schandtat leben will, kaltblütig ein Kind in die für ihn so grausame Welt zu setzen. Am Ende verzweifelt am Leben: er begeht Selbstmord. Eine Frage nach Glauben braucht man bei Krummfinger nicht zu stellen, denn er ist Wissenschaftler und Philosoph. Dadurch dass er sich nur selten direkt am Geschehen beteiligt, wird ihm die Rolle des Beobachters zugeschrieben.
Bauer Sebastian und seine Familie (die männliche Besatzung des Films): Die bäuerlichen Sitten und Gewohnheiten des Dorfes sorgen dafür, dass Zugezogene wie der Witwer Bauer Sebastian und seine sechs Söhne auch noch nach zwanzig Jahren wie Neulinge behandelt werden.Bauer Sebastian empfindet gleich nach ihrer Ankunft Sympathien für Antonia. Nachdem er erfolglos um Antonias Hand angehalten finden auch er und seine Söhne einen Platz an Antonias Tafel und nicht zuletzt in ihrem Herzen. Wenig später gelingt es ihm doch eine sexuelle Beziehung zu Antonia aufzubauen .Bauer Sebastian und seine Söhne sind ein paar der wenigen männlichen Personen, die an der Seite der emanzipierten Frauen geduldet und akzeptiert werden. Die Glaubensfrage ist auch bei Bauer Sebastian und seinen Söhnen nicht geklärt, sie alle sind jedoch regelmäßig in der Kirche anzutreffen. Sie alle spielen eine große Rolle in dem Film. Sie sind zwar keine Hauptcharaktere, jedoch ständig am Geschehen beteiligt. Die verrückte Madonna und der Protestant (die erst nach dem Tod Vereinten): Während die verrückte Madonna den Vollmond anheult, denkt man, dass der Protestant sich dadurch gestört fühlt. Doch in Wirklichkeit sind es zwei verzweifelte Seelen, die auf Grund ihrer verschiedenen Religionen nicht zueinander finden und ihre bedingungslose Liebe nicht erfüllen können. "Sie teilten nicht das Brot. Sie teilten nicht das Bett. Das Grab allein teilten sie." Damit verkörpern sie eine tragische Nebenrolle in dem Film. Déedée (die Befreite): Déedée ist eine geistig behinderte Dorfbewohnerin, die anfangs mit ihren Eltern und ihren beiden Brüdern, Pitte und Janne, auf einem Bauernhof lebt. Sie wird wird dort von ihrem Vater und Pitte bloßgestellt, nicht akzeptiert und sogar von Pitte misshandelt und vergewaltigt. Durch Danielle und Antonia wird sie aus ihrer so auswegslosen Situation befreit und findet bei ihnen neues zu Hause. Hier bekommt sie endlich die Zuwendung und die Geborgenheit, die sie verdient. Durch die Beziehung zu Wilhelm und durch das gemeinsame Kind wird ihr Glück perfekt. Nach Wilhelms Tod ist Déedée untröstlich. In ihrer starken Rolle als geistig Behinderte wird deutlich gemacht, dass auch diese Menschen eine Chance auf ein glückliches Leben haben. Lippen - Wilhelm (der Erlöste): Der geistig behinderte Dorftrottel Wilhelm arbeitet als Knecht bei einem Bauern. Er wird durch Antonia aus seiner Knechtschaft befreit und gewinnt einen Platz an Antonias Seite. Seine glückliche Beziehung zu Déedée wird durch seinen tödlichen Unfall mit dem Traktor zerstört. Die Bedeutung seiner Rolle ist identisch mit der von Déedée. Pitte und Janne – die Brüder von Déedée (der Vergewaltiger und der Einsichtige): Pitte und Janne stellen ein absolutes Gegensatzpaar dar. Während Pitte seine Schwester misshandelt, sieht Janne nur schweigend zu. Janne hasst seinen Bruder für das, was er der gemeinsamen Schwester antut, doch allein kann er nichts dagegen verrichten. Nach der Befreiung Déedées aus den Fängen Pittes verschwindet dieser. Als der Vater stirbt, kehrt Pitte zurück, um sein Erbe anzutreten. In dieser Zeit vergewaltigt er Thérès, worauf Antonia ihn mit einem Fluch belegt und sein Bruder ihn eigenhändig umbringt. Die beiden Brüder verkörpern in ihren Rollen den Gegensatz von Gut und Böse. Letta (die Gebärfreudige): Antonia und Danielle lernen Letta kennen als sie in der Stadt nach einem Erzeuger für Danielles geplantes Kind suchen. Letta hilft ihnen bei der Suche und erhält dafür das Angebot, jederzeit auf dem Hof von Antonia einkehren zu dürfen. Die lebensfrohe und "dauerschwangere" Letta kommt nach eineigen Jahren zu Antonia auf den Hof, weil sie nicht mehr weiß, wohin sie noch soll. Hier findet sie zum erstenmal in ihrem Leben Geborgenheit bei dem ausgetretenen Kaplan. Letta bekommt zwölf Kinder mit dem Kaplan, das dreizehnte wird ihr zum Verhängnis: Letta und das Kind sterben. Lettas spielt in dem Film eine interessante Nebenrolle, die zeigt, dass in welcher glücklichen Lage Frauen sind, schwanger werden zu können. Der Kaplan (, der aus der Kirche austritt): Nach seinem Austritt aus der Kirche kommt er zu Antonia auf den Hof. Dort lernt er Letta kennen und führt mit ihr eine glückliche und sehr kinderreiche Beziehung.Er stellt durch seine Nebenrolle die Kirche und mit ihr die Religion in Frage. Lara, Danielles Freundin (Botticellis Venus): Lara ist die Lehrerin von Danielles Tochter. Sie spielt keine große Rolle in dem Film, außer dass auch sie als Homosexuelle auf Antonias Hof Anerkennung findet. Olga, die Russin (Mädchen für alles): Ob Leichenwäscherin oder Kneipenbesitzerin – sie behält den Überblick über das Dorf und nimmt kein Blatt vor den Mund. Man könnte sie mit der Rolle eines Bürgermeisters gleichsetzen.
Motive und Interpretationen zum Film Das Motiv der Zeit Es ist Zeit zu sterben – der Entschluss der alten Frau steht fest. Zeit also für Antonia, sich an ein sehr (ereignis-) reiches Leben zu erinnern. Aus dem Spiegel ihres Schlafzimmers geht der Blick in die Ferne, zur Heimkehr vor zwanzig Jahren... Die Zeit. Etwas Unerbittliches und Unaufhaltsames? In dem Film wird diese Frage eindeutig mit einem "ja" beantwortet. Immer wieder wird die Unaufhaltsamkeit und die Unerbittlichkeit der Zeit betont, sei es durch direkte Aussagen oder einfach nur durch Bilder. Die folgenden Zitate aus dem Film sind nur vereinzelte Beispiele dafür, dass die Zeit ein wichtiger Beststandteil in Antonias Leben und ein roter Leitfaden des Films ist: Erzähler (Sarah) "Die Tage reihten sich aneinander bis Wochen und Jahre daraus wurden. Antonia säte, Danielle malte und die Felder wurden grün und dann wieder braun." Die beiden Frauen leben im Einklang mit der Natur und sie wissen ganz genau, dass sie die Zeit nicht anhalten können. Erzähler (Sarah) "Die Jahreszeiten wiederholten sich. Selbstzufrieden pflanzte die Zeit sich fort und ohne jemals etwas anderes zu gebären als sich selbst." Hier wird deutlich, dass die Zeit etwas Eigenständiges ist, was die Menschen nicht anhalten oder beeinflussen können. Es ist eher so, dass die Zeit die Menschen beeinflusst. Erzähler (Sarah) "Der Volksmund hat Unrecht. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lindert nur den Schmerz und trübt die Erinnerung." Das Zitat stammt aus der Zeit kurz nach Thérès Vergewaltigung. Es zeigt, dass die Zeit nicht alles vergessen machen kann. Auf ihrem Weg nimmt die Zeit immer etwas mit, aber der Kern der Erinnerung ist stärker als der Lauf der Zeit. Erzähler (Sarah) "Die Zeit ließ sich gehen. Die Jahreszeiten folgten einander, holten sich ein, sprangen übereinander, purzelten durcheinander, als wollten sie dem ewig währenden Reigen von Geburt und Tod spielerisch ein Ende ein Ende bereiten" Die Zeit will versuchen den Kreislauf des Lebens an dieser Stelle zu stoppen oder zu verändern. Doch dieses liegt außerhalb ihrer Reichweite, da Geburt und Tod, Anfang und Ende eines Menschenleben sind. Die Geburt eines Menschen kann nicht von der Zeit bestimmt werden, sondern sie wird von der Menschheit selbst bestimmt. Das Ende eines Menschenleben ist die Folge der Zeit, also eine lange Entwicklung. Die Zeit ist also nicht direkt in einem einzigen Moment dafür verantwortlich, sondern sie ist indirekt für das ganze Leben eines einzelnen verantwortlich.Erzähler (Sarah) "Zeit überwandt Zeit. Kinder wurden geboren. Nicht mehr so viele wie zu Lettas Zeiten, aber genug, damit die Welt sich weiterdreht. Manchmal kroch die Zeit dahin, flach auf dem Bauch wie eine müde Schildkröte. Dann wieder raste sie durch das Leben, gierig wie ein Geier auf der Suche nach mehr und mehr. Die Zeit machte sich nichts aus Tod oder Leben, aus Verfall und Wachstum, aus Liebe, Hass oder Eifersucht. Sie ignorierte alles, was für die Menschen wichtig war, dass sie deshalb die Zeit vergaßen. Auch dieses Zitat drückt die Unerbittlichkeit der Zeit aus. Ohne jegliche Rücksichtnahme rennt sie durch das Leben, verändert die Menschen, teilweise sogar, ohne dass sie es merken. Die Frauen in Antonias Welt sind Meisterinnen ihrer eigenen Geschichte und schreiben deshalb auch Geschichte. Es regiert der unerbittliche Lauf der Zeit, der nicht aufzuhalten ist, die ewige Wiederkehr der Jahreszeiten, die Erneuerung des Lebens in der Natur wie in den Menschenleben durch Geburt und Tod. Diese Gewissheit und das Vertrauen in die ständige Veränderung sind fest in Antonia verankert. Auch sie hat Zeit, weil sie weiß, dass sich Generationen langsam aufbauen müssen, um eine "Neue Welt" zu erschaffen.
Das Motiv der Emanzipation Der Film stellt die Umkehrung der Machtverhältnisse dar. Es ist das von einer von Frauen regierten Welt, welches in Form einer Familienchronik präsentiert wird. Antonia bildet mit ihren drei Frauengenerationen den Kern, um den sich zwar einige Männer scharen, die als Außenseiter und als Randfiguren gelten. Das Leben wird, soweit es bestimmbar ist, von den Frauen bestimmt und geleitet. Männer werden mehr als Mittel zum Zweck angesehen und gelten mehr der Fortpflanzung und der sexuellen Befriedigung der Frauen als der wahren Liebe. Gewalt zwischen Männern und Frauen oder Diskriminierung kann auf dem Hof von Antonia nicht festgestellt werden; ganz im Gegenteil, die vier Frauengenerationen sind allesamt Verfechterinnen der Emanzipation. Doch sie wissen, dass eine Frauenbewegung allein die Welt nicht erhalten kann – am Ende muss das männliche Geschlecht doch noch herangezogen werden. Doch wird das empfindliche Gleichgewicht auf dem Hof durch Männer gestört, wie bei der Vergewaltigung von Thérès, kann Antonia sich dem männlichen Geschlecht gegenüber gut zur Wehr setzen. Beispiel hierfür ist der Fluch, mit dem Antonia Pitte belegt: Antonia "Hätt’ ich es in mir einen Menschen zu töten, würde ich dich jetzt töten. Ich kann dich nicht töten, aber ich kann dich verfluchen. Und mein Fluch soll dich bis ans Ende deiner Tage verfolgen. Sei still. Komm hier nie wieder hin, denn mein Fluch wird dich zerbrechen. Meine Kraft wird dich zermalmen. Solltest du jemals zurückkommen, wird mein Hass dich vernichten. Dir werden die Knochen brechen und deine Zähne zersplittern. Die Zunge verfault in deinem Mund. Wenn du es wagst zurückzukommen, dann wird das Wasser, das du trinkst, dein Blut vergiften. Und alles was du isst, soll in deiner Kehle verrotten. Und selbst die Luft, die du atmest, wird deine Lungen senken. Du wirst vergeblich darum flehen, dass dir die Strafe erspart bleibt, denn es ist die Strafe für das Vergewaltigen eines Kindes." Insgesamt betrachtet, ist der Film nicht nur ein reines "Emanzipationsgehabe", obwohl der Film natürlich dem starken Einfluss der Frauen unterliegt und sie eindeutig dominieren.
Das Motiv der Gemeinschaft (Essen) Antonia bildet mit ihrer Familie und allen anderen Bewohnern des Hofes eine große Gemeinschaft. Gerade bei den großen Essen, wenn alle Leute vom Hof einen Platz an der großen Tafel gefunden haben, wird die Gemeinschaft deutlich. Bezieht man diese "Essen" auf den christlichen Glauben, dann ist es mit dem Abendmahl zu vergleichen. Beim Abendmahl bricht Jesus das Brot für die Jünger. Im Film verteilt Antonia ihr Essen auch an andere weiter. Auch ist die Hilfsbereitschaft unter einander ungeheuer groß. Als Beispiel könnte man die Erpressung gegen den Pastor in Betracht ziehen. Dort erreichen alle gemeinsam ihr Ziel, was keiner allein geschafft hätte.
Das Motiv der visuellen Erscheinungen In dem Film nehmen Danielle und Sarah einige visuelle Erscheinungen wahr. Darunter verstehen wir, dass z.B. die Marienstaue in der Kirche sich bewegt und ihnen Zeichen gibt oder Tote wieder auferstehen und für einen Moment wieder lebendig sind. Dieses wird aber nicht als angsteinflößend oder unnormal angesehen, sondern es wird einfach toleriert und hingenommen. Es folgen nun die Beispiele au dem Film: - Auf der Beerdigung von Antonias Mutter sieht Danielle ihre Großmutter beim Gottesdienst auferstehen und singen. - Die Jesusfigur am Kreuz nickt Danielle zu. - Auf dem Friedhof scheint es, als bekäme der Pfarrer von einer Grabfigur in Gestalt eines Engels einen Kopfschlag. Dieses geschieht kurz nach dem Gespräch über Antonias toten jüdischen Freund, der von diesem Pfarrer auf Grund seiner Religion nicht die letzte Ölung bekam. - Bei der Gegenpredigt zwinkert die Marienstatue Danielle zu. - In der Schule, als Danielle zum ersten Mal auf die Lehrerin Lara trifft, erscheint ihr Botticellis Venus, die ihr Zeichen gibt. Kurz bevor Antonia stirbt erscheinen der kleinen Sarah alle Leute, die im Laufe des Films verstorben sind (Antonias Mutter, die verrückte Madonna und der Protestant, Déedées Brüder und ihr Vater, Letta und ihr letztes Kind, Wilhelm und nicht zu vergessen Krummfinger). Diese visuellen Erscheinungen widerlegen unserer Meinung nach ein Leben nach strengen kirchlichen Gesetzen und Geboten. Es ist nach der Aussage des Films also nicht wichtig, dass man die Gebote und Gesetzte einhält, wichtiger ist es, ein glückliches Leben zu führen und sich Wünsche zu erfüllen. Durch das Zuzwinkern der Marienstatue wird Zustimmung ausgedrückt. Dieses geschieht, nachdem der Pfarrer gezwungen wurde, die Gegenpredigt zu halten. Er widerspricht in dieser Predigt dem christlichen Glauben und genau dieses, die kleine "Erpressung" und der Lebenswandel von Antonia und Danielle, finden durch das Zeichen der Statue Zuspruch. Daraus ergibt sich für die Kirche eine ganz andere Bedeutung: Gebote, wie die Untersagung von Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe, werden höchstens noch als Richtlinie angesehen, keinesfalls jedoch als Regeln, denen unbedingt Folge geleistet werden muss. Der Zuschauer könnte dieses mit dem Evangelium des Paulus in Verbindung bringen. In diesem Evangelium wird im allgemeinen ausgedrückt, dass es nicht wichtig ist an was bzw. an wen man glaubt, sondern dass man glaubt. Nach Paulus liebt Gott jeden Menschen, auch wenn er nicht oder an ihn glaubt und nicht nach seinen Geboten lebt. Auch die Venus von Botticelli hat eine enorme Bedeutung: sie zeigt Danielle, dass die Liebe zu Lara das richtige für sie beide ist, und dass keine Rücksicht darauf genommen werden muss, dass sie eine homosexuelle Beziehung führen. Auf dem Friedhof scheint es, als bekäme der Pfarrer von einer Friedhofsfigur einen Schlag auf den Kopf. Dieser Schlag bezieht sich darauf, dass der Pfarrer ein äußerst egoistisches Verhalten an den Tag gelegt hat, als er einem jüdischen Dorfbewohner aus Angst vor den möglichen Konsequenzen die letzte Ölung verweigert hat.
Das Motiv der Religion, des Todes und Einstellungen zum Leben Die Religion geht aus dem Film auf keinen Fall als positives und lebenswichtiges Element heraus. Die Anspielungen, die auf den Begriff der Religion getroffen werden sind wahrlich nicht alles andere als positiv. Es wird sogar versucht, die Religion als Ganzes in Frage zu stellen – auf jeden Fall wird sie angezweifelt. In dem Film werden direkt Aussagen darüber getroffen: Krummfinger "Hast du kein Mitleid mit dem Kind? Solltest du ihm nicht lieber die Last des Lebens ersparen?" Antonia "Es gibt nichts, was für immer stirbt. Irgendetwas bleibt immer. Es bleibt stets etwas zurück – irgendetwas kleines, winziges aus dem etwas neues wächst und das beginnt dann zu leben. Ohne zu wissen woher es kommt und warum es da ist." Sarah "Aber warum?" "Naja, wahrscheinlich, weil es Leben will." "Und es gibt auch keinen Himmel?" "Dies ist der einzige Tanz, den wir tanzen." Krummfinger "Das allerbeste ist, nicht geboren zu sein, nicht zu sein, nichts zu sein. Das zweitbeste ist, bald zu sterben." Krummfinger "Die Welt ist eben die Hölle. Und die Menschen sind eben die gequälten Seelen und Teufel." Thérès "Mutter Theodore hat gesagt, dass Gott alles gemacht hat. Aber sie will partout nicht darüber nachdenken, wer eigentlich Gott gemacht hat." Finger "Es ist oft die Tragödie von Gläubigen, dass ihr Geist nichts anderes zulässt, als den Glauben Meine Erfahrung ist, dass Religionen oft Tod und Vernichtung verursachen. Aber wir waren bei Platon..." Thérès "Es ist schlimm, nicht wahr, dass es nichts gibt." Antonia "Darum gint es ja auch soviel davon." Sarah (als Erzähler) "Um das Wunder des Todes zu beobachten..." Es werden allein durch diese Zitate die sehr verschiedenen Einstellungen zum deutlich. Finger z.B. kann sich mit dem Leben allgemein nicht anfreunden, schlimmer noch: er hasst das Leben. Dieses sagt er direkt aus, doch es wird auch dadurch deutlich, dass Finger sich in seinem Haus verschanzt und die Außenwelt meidet. Besuch bekommt er nur von Antonia und ihrer Familie. Finger hast das Leben, nicht aber die Menschen, die ihn umgeben. Seine Freundschaft zu Thérès ist wohl die emotionalste und engste platonische Beziehung i n dem Film. Mit Thérès kann Finger glückliche Stunden verleben, auch wenn er mit ihr fast nur über seine Lieblinsautoren Schopenhauer und Nietzsche redet.Finger teilt die negativen und teilweise erschreckenden Lebenseinstellungen "seiner" Autoren. Ständig zitiert er sie und versucht somit sie Thérès zu vermitteln. Das Leben ist für Finger eine Qual: sein größter Wunsch ist es nicht geboren zu sein. Um diesem Wunsch näher zu kommen, bringt er sich um. Finger ist absolut nicht gläubig. Die Religion wird durch ihn in dem Film in ein negatives Licht gerückt: sie verursacht für ihn nichts als Vernichtung und Tod. Der Leser assoziiert seine Worte sofort mit der verrückten Madonna und dem Protestanten. Die beiden Unglücklichen konnten auf Grund ihrer Religionen nicht zueinander finden – der Protestant stirbt an gebrochenem Herzen. Die Frage, ob er an das ewige Leben glaubt, ist nur schwer zu beantworten: an den Begriff des ewigen Lebens, wie er im christlichen Glauben definiert glaubt er sicherlich nicht, aber der Gedanke, ob nach dem Tod noch etwas ist, wird von ihm nicht einfach verworfen. Er beurteilt es nicht als besser oder schlechter , sondern für ihn ist das Leben nach dem Tod anders.Auch Antonia beantwortet indirekt die Frage nach einem Leben nach dem Tod. " Dieses ist der einzige Tanz, den wir tanzen." – für Antonia ist ein Leben nach dem Tod nicht vorstellbar. Hat sie vielleicht deshalb eine so positive Einstellung zum Leben? Liebt sie das Leben deshalb so sehr, weil es ihr einziges ist? Ja, Antonia will ihr Leben genießen – und das in vollen Zügen. Und sie will auch, dass alle anderen Leute, die es wollen, ein glückliches Leben führen können. Deshalb ist bei jeder, der sein Leben glücklich leben möchte, willkommen. Antonia, eine Art barmherzige Samariterin? Thérès betrachtet den Tod nicht als etwas Positives, sie ist jedoch von ihm angetan und fasziniert. Sie redet völlig offen über den Tod und akzeptiert ihn einfach. Dieses zeigt sich z.B. als sie das Gedicht über Déedées Tod schreibt. Sie sagt direkt, dass es Déedées "Todesgedicht" ist, mit der einzigen Änderung, dass sie in das Gedicht an den Stellen "Déedée ist tot" das Wort "nicht" einbringt. Außerdem möchte sie unbedingt dabei sein, wenn ihre Urgroßmutter Antonia stirbt. Aber Thérès freut sich keinesfalls auf den Tod ihrer geliebten Großmutter, denn sie weiß, dass Antonia für eine lange Zeit (oder für immer?) von ihr getrennt sein wird. Durch ihre Worte "das ist schrecklich", die sie ausspricht, als sie von Antonias Tod erfährt wird also auch Trauer und eventuelle Angst deutlich.
Resümee Unsere Gruppe hat sich schnell darauf geeinigt, ein Thema aus Aufgabenfeld "Religion in der Kultur Jugendlicher", zu wählen. Die Analyse von Filmen passt unserer Meinung nach sehr gut in dieses Feld. Jugendliche werden sehr stark von Medien beeinflusst: Zeitschriften, Radio, Kino, das Internet oder das Fernsehen sind wichtige Bestandteile im Leben der Jugendlichen. Der Film "Antonias Welt" ist unserer Meinung nach ein sehr religionskritischer Film. Ist die Religion wichtig für unser Leben? Brauchen wir sie überhaupt? Müssen wir uns immer an Gesetze halten, wenn es sich um moralische Fragen handelt? All diese Fragen stellen sich die Menschen, nicht nur die Jugendlichen, in der heutigen Zeit des öfteren. Die Zuschauer werden zum Nachdenken über Themen angeregt, über die sie sonst ohne weiteres nicht nachdenken würden. In dem Film wird die Existenz Gottes angezweifelt, teilweise sogar bestritten. Dieses kann zwei Folgen für Zuschauer haben: wenn der Zuschauer sich für sich selbst nicht sicher ist, ob es Gott gibt oder nicht, kann es entweder sein, dass sich der Zuschauer auf Grund der Argumente, die in dem Film genannt werden, in dem Punkt bestätigt fühlt, dass es keinen Gott gibt. Der Film kann es also mit sich bringen, dass sich die Menschen von Gott abwenden und nach dem Film Sicherheit über seine Nichtexistenz erlangt haben. Andererseits wird der Leser den Film vielleicht sehr kritisch sehen und sich ernsthaft Gedanken darüber machen, ob der Film nicht vielleicht eine große Ähnlichkeit mit der Vorstellung der meisten Leute hat und ob diese Nichtgläubigkeit falsch ist. Nun sei es jedem selbst überlassen, für welchen Weg er sich entscheidet und wie er damit umgeht...
Literaturverzeichnis
Primärliteratur: Antonias Welt – Der Film Sekundärliteratur: www.jwi.feynsinn.de/Kino/Filme/antonia.html www.wuerzburg.gay-web.de/archiv/antonia.html www.dem.de/entertainment/kino/109/109431.html www.kino-im-kiez.de/kikantonia.html
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