Jugend&Kultur&Religion

Albert-Schweitzer-Schule Nienburg


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Das Engelmotiv im Film "Angel - Engel gibt es wirklich"

 

Verfasserinnen: Karin Beermann, Kathrin Buchholz

 

Betreuende Lehrkraft: Dr. Henning Schöpke

 

 

Inhalt

Vorwort

Die Protagonisten

Der Inhalt

In welcher Situation tauchen die Engel auf?

Aufgabe der Engel im Film / Was haben sie erreicht?

Vorschriften der Engel

Das Aussehen der Engel / allg. zum Engel

Der Vergleich ( mit einem Text von Romano Guardini )

Die Botschaft

 

 

Vorwort

Wir sind Schüler des zwölften Jahrgangs und unser Semesterthema ist "Engel". Nachdem wir eine Zeit lang diese Wesen im Unterricht behandelt haben, schlug unser Lehrer, Herr Dr. Schöpke, uns vor an diesem Wettbewerb teilzunehmen.

Wir beschlossen, die Rolle von Engeln in Filmen genauer zu untersuchen. Jede Gruppe suchte sich ein Video aus. Wir entschlossen uns für "Angels - es gibt sie wirklich". Dieser Hollywoodfilm mit Danny Glover und Christopher Lloyd in den Hauptrollen heißt im Originaltitel "Angels in the outfield". Es ist eine Komödie in der Baseball thematisiert wird.

Die einzelnen Kapitel dieses Berichtes haben wir getrennt verfasst. Die Tatsache, dass wir den Film nur ausgeliehen haben, und uns damit auch nicht die Angaben auf und in der Kassettenhülle zur Verfügung standen, hat unsere Arbeit etwas erschwert.

Im Gegensatz zu dem Vergleich mit dem Engel des Menschen bei Romano Guardini 
- der entsprechende Text wurde bereits im Unterricht von uns behandelt -
beziehen sich die detaillierteren Angaben zu den Engeln (Aussehen, Verhalten, etc.) nur auf den Film und gelten nicht allgemein

 

Die Protagonisten

Roger lebt als Pflegekind bei Maggie. Seine Mutter ist tot, sein Vater weg.

JP ist der Pflegebruder und Freund von Roger. Er ist noch ziemlich klein. Früher hat er mit seiner Mutter im Auto gelebt.

Maggie ist die Pflegemutter und schon etwas älter. Sie glaubt an Engel.

Die Angels sind eine Baseballmannschaft, die nach fünfzehn Spielen (alles Niederlagen) auf dem letzten Platz sind.

George Knox war früher ein sehr guter Baseballer. Aufgrund einer Knieverletzung musste er das Spielen aufgeben. Jetzt ist er Trainer der Angels. Er kann Kinder nicht ausstehen.

Al ist der "Chefengel". Er spricht direkt mit Roger. Sein Name ist vielleicht eine Anspielung auf das "el" (hebräisch für Gott) am Ende von Engelnamen.

Rand Wilder ist der Sprecher der Angels. Ihm hat George Knox seine Knieverletzung zu verdanken.

Mel Clark ist ein Spieler. Früher war er sehr erfolgreich. Jetzt wird er nicht einmal mehr aufgestellt. Er ist starker Raucher und wird bald sterben.

 

Der Inhalt

Roger lebt zusammen mit seinen Pflegebrüdern JP und Miguel und seiner Pflegemutter Maggie in Kalifornien. Eines Tages kommt sein Vater ihn besuchen. Roger freut sich und fragt, wann sie wieder eine Familie sind. Dieser antwortet, wie er das sehe, wenn die Angels Champions sind. Nebenbei redet er noch von einer Verzichtserklärung. Roger würde doch verstehen, was das bedeutet? Der verwirrte Junge bejaht. Abends in seinem Bett betet er zu Gott, dass wenn es ihn gibt, dafür sorgen solle, dass die Angels Champions werden, damit er wieder eine Familie hat. Bei dem nächsten Heimspiel der Angels kommen plötzlich Engel aus den Wolken und helfen der Mannschaft. Doch nur Roger kann die himmlische Unterstützung sehen. Nach dem Sieg der Angels berichtet er dem Trainer seine Beobachtungen. Dieser glaubt dem Jungen natürlich nicht. Erst als ihm auch die Spieler erzählen, sie hätten das Gefühl gehabt, nicht allein zu sein, beginnen seine Zweifel. Bald ist er überzeugt, dass Engel der Mannschaft helfen. Roger und JP sind fortan die Maskottchen der Baseballer und bei jedem Spiel dabei. Wenn Roger bei einem Spieler einen Engel sieht, wedelt er als Zeichen für den Trainer mit den Armen. Dieser stellt den Mann dann auf. Ansonsten dürfen sie fast alles und nutzen dies auch aus, um allerlei Unfug zu machen. Knox trainiert sogar die Jungs aus der Stadt - und das mit Freude. Alles könnte nun so schön sein, wäre da nicht der Sprecher der Angels Rand Wilder, ein langjähriger Feind des Trainers. Er ahnt, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und stellt Nachforschungen an. Schließlich sind nur noch zwei Spiele bis Saisonende. Eins davon müssen die Angels gewinnen um Champions zu werden. Doch ausgerechnet während des vorletzten Spieles hat Roger einen Termin im Vormundschaftsgericht. Die Angels verlieren. JP weint bitterlich, weil er die Engel nicht sehen konnte. In dieser verzweifelten Lage findet der Sprecher ihn und fragt ihn aus. Derweil erfährt Roger im Vormundschaftsgericht, dass sein Vater ungeachtet seines Versprechens eine Verzichtserklärung unterschrieben hat. Für den Jungen bricht eine Welt zusammen. Er glaubt nicht mehr an Gott. Doch der Trainer baut ihn wieder auf. Unterdessen veröffentlicht Wilder, was er in Erfahrung gebracht hat. Das könnte das Aus für Knox bedeuten. Auf einer Pressekonferenz soll er eine Erklärung vorlesen in der er betont keine übernatürliche Unterstützung für seine Mannschaft zu erhalten. Als er jedoch JP, Roger und deren Pflegemutter zur Tür hereinkommen sieht, erzählt er die Wahrheit. Empörung breitet sich aus. Nun meldet sich Maggie zu Wort. Sie macht darauf aufmerksam, dass niemand etwas dabei hat, wenn ein Baseballer vor dem Spiel das Kreuz küsst, welches er um den Hals hängen hat, weil er an Gott glaubt. Sie fragt sich, wie angesichts dessen angehen könne, dass es ein Verbrechen ist an Engel zu glauben. Die Versammlung stimmt ihr zu. George Knox darf weiter trainieren. Endlich ist der große Tag da. Die Angels spielen das letzte und entscheidende Spiel. Doch die Engel helfen wieder nicht, denn, wie Al, der nur gekommen ist, weil Clark in einem halben Jahr einer von ihnen sein wird, sagt, man muss Meisterschaften allein gewinnen. Trotzdem tut Roger so, als würde er Engel sehen. Schließlich flattert das ganze Stadion mit den Armen. Der Spieler glaubt ihnen und holt die nötigen Punkte. Die Angels sind Champions! Glücklich wartet Roger, dass sein Vater ihn abholt. Er wird natürlich enttäuscht. Es gibt aber trotzdem ein Happyend. George Knox adoptiert die beiden Freunde.

 

In welcher Situation tauchen die Engel auf?

Die Engel tauchen hauptsächlich auf dem Baseballfeld auf, um den Spielern zu helfen. Sie helfen den Spielern bei verschieden Aktionen, z. B. helfen sie einem Spieler einen Ball zu fangen oder sie helfen einem Spieler einen Ball zu werfen oder zu schlagen. Immer, wenn sie neben einem Spieler schweben, weiß der kleine Roger, der ja die Engel nur als Einziger sehen kann, wer im Feld spielen soll und eingewechselt werden soll. Diesem Spieler wird dann von den Engeln geholfen. Nach jedem gewonnenen Spiel wird der Glaube der Mannschaft an Engel größer. Bei dem letzten Spiel sind keine Engel dabei. Die Mannschaft ist auf sich alleine gestellt. Bloß Al ist kurz anwesend. Er sagt Roger, dass er nur gekommen ist, um ihm zu sagen, dass bei dem letzten Spiel keine Engel helfen dürfen. Er sagt ihm auch noch, dass er bald Mel Clark holen wird und er einer von ihnen sein wird.

 

Aufgabe der Engel im Film / Was haben sie erreicht?

Die Aufgabe der Engel besteht darin, dass sie die California Angels zum Sieg führen sollen. Die Angels stehen zum Anfang der Saison auf dem letzten Platz und nur wenn sie Champions werden, will der Vater von Roger wieder zu ihm zurückkehren. Nachdem also Roger ein Gebet zu Gott gesprochen hat, dass er helfen möchte das die Angels Champion werden, tauchen die Engel bei den Spielen der Angels auf.

Durch das häufige Auftauchen der Engel, wird der Glaube an die Existenz von Engeln größer. Sie haben es erreicht eine Art von Selbstbewußtsein und Siegeswillen in die Mannschaft einzubringen. Die Spieler sind vor jedem Spiel motiviert. Da nur Roger die Engel sehen kann, hat ihn der Trainer zum Glücksbringer der Angels ernannt. Ohne Roger wäre die Anwesenheit der Engel ohne Bedeutung und Auswirkung. Bei dem letzten Spiel sind die Engel nicht anwesend, darum sind die Spieler unsicher. Doch sie kämpfen. Nachdem ein Pitcher alle bis auf einen Ball verworfen hat und er vor seinem letzten Wurf steht, erfindet der Trainer eine kleine Notlüge und sagt ihm, dass ein Engel bei ihm ist. Roger macht sein Zeichen, was er mit dem Trainer abgemacht hat, für die Anwesenheit von Engel, was natürlich auch eine kleine Notlüge ist. Auf einmal steht das ganze Stadion auf und macht diese Bewegung. Und nur durch diese Notlüge, durch das Glauben von dem Pitcher ein Engel wäre bei ihm und durch den Rückhalt aller Menschen im Stadion bekommt er soviel Kraft, um den Ball zu werfen und den Sieg zu holen. Die Engel haben sehr viel erreicht. Sie stellten den Glauben an Gott und Engel wieder her. Sie schenkten allen Kraft und machte sie somit stark. Sie stellten auch den Teamgeist der Mannschaft wieder her, nicht mehr jeder alleine, sondern alle zusammen.

Auf einer Pressekonferenz, auf der der Trainer seine Behauptung es gäbe Engel widerrufen soll, sagt die Pflegemutter von Roger und JP ein paar wichtige Sätze:

"Wenn sich ein Footballspieler nach einem gelungenen Touchdown auf die Knie wirft, um Gott zu dafür zu danken, dann lacht niemand darüber...oder wenn sich ein Pitcher bekreuzigt bevor er auf den Hügel geht, dann lacht darüber auch niemand. Klingt fast so, als würden sie sagen es ist in Ordnung an Gott zu glauben, aber es ist nicht in Ordnung an Engel zu glauben. Ich dachte immer das wäre die gleiche Mannschaft.

Wir alle suchen jemanden der auf uns aufpasst. Jedes Kind um das ich mich bisher gekümmert habe, hat jemanden gesucht, den es lieben kann, einen Engel. Dazu gehört Vertrauen und dazu gehört auch Glauben. Man muß in sich hineinhorchen. Die Fußspuren eines Engels sind die Liebe und wo es Liebe gibt, können ganz wundersame Dinge passieren."

Nachdem die Pflegemutter diese Sätze gesprochen hatte, bekam sie eine riesige Resonanz von den Spielern und dem Trainer. Sie alle bestätigen ihren Glauben an Gott und an Engel. Die Engel stellten den verlorengegangenen Glauben wieder her.

Diese Situation zeigt, dass viele Leute sich schämen oder es ihnen vielleicht unangenehm ist, zuzugeben, dass sie an etwas glauben. Dass sie an Gott und Engel glauben. Dass liegt sicherlich an der heutigen Zeit, in der der religiöse Glauben im Intenet-Zeitalter einfach unter geht.

 

Vorschriften der Engel

Die Hauptengel Al stellt Roger die Regeln vor, damit die Engel bleiben. Zunächsterstmal darf Roger niemandem etwas erzählen, was Roger dennoch getan hat, aber keine Folgen hatte. Es ist die Vorschrift der Engel, dass sie bei dem letzten Spiel, also bei dem Meisterschaftsspiel nicht helfen dürfen und auch nicht anwesend sein dürfen. " Meisterschaften muß man alleine gewinnen ". Das sind die Forderungen die der Engel Al stellt.

 

Das Aussehen der Engel / allg. zum Engel

Die Engel haben ganz normale menschliche Köpfe. Es gibt viele verschiedene Köpfe. z. B hellhäutige, dunkelhäutige, welche mit langen Haaren und kurzen Haaren, welche mit glatten oder lockigen Haaren, weibliche oder männliche Köpfe. Was bei allen ziemlich gleich ist, dass ist der restliche Körper. Die tragen alle ein sehr prachtvolles weißes Kleid, was von einem goldenen Leuchten und Glänzen umgeben ist. Über ihrem Kopf schwebt ein ebenfalls golden leuchtender Heiligenschein. Auf dem Rücken tragen sie Flügel, die wenn sie ausgestreckt sind, riesengroß erscheinen. Sie bestehen aus lauter kleinen weißen Federn. Ihr ganzer Körper, bis auf den Kopf ist fast durchsichtig. Wenn sie kommen, entstehen sie aus dem nichts und wenn sie verschwinden, lösen sie sich einfach auf. In dem Film gibt es einen Engel der Al heißt. Er scheint der "Boss" dieser Engeltruppe zu sein. Er unterscheidet sich zu den anderen Engeln. Er sieht von Kopf bis Fuß aus wie ein Mensch. Er trägt ein weißes T-Shirt und blaue Jeans. Er ist schon etwas älter, was man an seinen fast weißen Haaren erkennen kann. Er spricht davon, dass seine jüngeren Engel noch "Stützflügel" tragen. Daraus kann man schließen, dass auch Engel sich zumindest in diesem Film entwickeln und älter werden.

Der Engel Al spricht von sich und den anderen Engel von einer sehr sensiblen Truppe. Sie kommen und gehen und gehen und kommen, sagt Al. Das soll so viel heißen, das niemand sagen kann, wo und wann die Engel auftauchen. Es wird oft davon gesprochen, dass die Engel

kapriziös wären. Also scheinen Engel auch mal das zu machen, was sie wollen und nicht nur nach ihrem Plan oder nach ihrer Aufgabe handeln. Engel sind also auch sehr launenhaft.

 

Ein Vergleich:

Der Film "Angels - Engel gib es wirklich" und der Text "Der Engel des Menschen" von Romano Guardini

Wer war Romano Guardini?

Romano Guardini wurde 1885 in Verona geboren. 1886 zog sein Vater mit der Familie nach Mainz, wo er als Konsul arbeitete. Romano Guardini studierte Natur- und Staatswissenschaft und später Theologie an mehreren Universitäten. In der Zeit von 1910 bis 1920 widmete er sich meistens der Seelsorge. Ab 1923 war er Professor für Religionsphilosophie und Christliche Weltanschauung in Berlin. Er wurde 1939 entlassen. 1945 kam er an die Tübinger und 1949 an die Münchner Universität.

Er bekam den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den Pour le Merite und das große Bundesverdienstkreuz.

Romano Guardini starb am 1. Oktober 1968.

 

Der Vergleich

Guardini beschreibt den Menschen als schwer zu verstehen. "In ihm sind hohe Eigenschaften und große Kräfte, aber auch wie viel Armseliges, Scheinhaftes und Böses." Die großen Kräfte werden am Ende des Films vor allem durch Mel Clark symbolisiert, der trotz seiner langwierigen Verletzung und trotz seinesbaldigen Todes der Mannschaft zur Meisterschaft verhilft. Das Armselige, Scheinhafte und Böse kann man ziemlich einfach auf Rogers Vater, die Spieler Und den Sprecher Wilder aufteilen. Guardini fragt, ob der Mensch, der "Herr Seiner selbst" ist, sich auch wirklich selbst in der Hand habe, ob er nicht abgelenkt wird "durch Dinge, die ihn begehrlich machen". Im Film bekommt man Spieler zu sehen, gute Spieler, die wie man schließlich sieht, die durchaus etwas zu leisten vermögen. Doch sie nutzen diese Kraft und Freiheit nicht, sondern frönen statt dessen dem Essen. Guardini sagt, dass der Mensch trotzdem er "in tausenderlei Beziehungen und Gemeinschaften lebt", im Grunde einsam ist.

Ein besonders trauriges Beispiel im Film liefert hierfür Roger. Er hat einen Vater, der sich nicht für ihn interessiert, sondern ihn ständig von sich stößt, eine Pflegemutter, bei der er aber nicht bleiben kann, weil ein Gericht für ihn zuständig ist, das ihn nur als einen Fall ansieht.

Man betrachte nun die Engel. Guardini sieht sie als Mittler zwischen Gott und den Menschen. "Er ist bei Gott und dem ihm Anbefohlenen zugleich". Al weiß also von Gott, dass Roger bei seinem leiblichen Vater nicht glücklich werden würde. Über die Engel bewahrt Gott den Jungen vor einer Enttäuschung. Doch die Engel schützen "nicht nur gegen die Gefahr, die von außen, sondern auch gegen jene, die aus dem Menschen selbst kommt: seine Unbotmäßigkeit, seine Unredlichkeit, seine Trägheit, sein Unmaß." So werden auch die Spieler durch einige kleine Anstöße aus ihrer Trägheit gerüttelt. "Der Engel des Menschen hilft ihm, [...] er-selbst zu werden." Das gilt auch für George Knox. Er, der von sich selbst sagt, er würde Kinder hassen, nimmt sich, nachdem er wieder Hoffnung für sich und seine Mannschaft verspürt, Zeit, die Kinder der Stadt Zu trainieren und adoptiert schließlich sogar zwei kleine Jungs. Durch die Engel (zumindest indirekt) entdeckt er erst die Liebe, die er zu vergeben hat.

Genauso kann man Rogers Situation betrachten. Auf sein Gebet hin, hätte Gott einfach ein paar neue gute Spieler, die für die Angels Siege erzielen und eine liebevolle Familie, die ihn adoptiert erscheinen lassen können. Er schickt jedoch seine Engel los, die ja in gewisser Weise auch für Ärger, auf jeden Fall aber für Verwirrung, sorgen. Guardini sagt hierzu, dass der Mensch heranreifen muss, dass "er seine Personalität in naturhafte Verstrickung preiszugeben" hat, um er-selbst zu werden. Hierbei wiederum helfen ihm die Engel. Guardini meint, für die Beziehung zwischen Engel und Menschen, "gibt es wohl kein besseres Wort [...], als das der Freundschaft". Es ist jedoch keine gewöhnliche Freundschaft. Im Allgemeinen versteht man unter Freunden Menschen, die sich mögen, sich gegenseitig gut kennen und gleichberechtigt sind. Eine solche Freundschaft stößt jedoch auf Grenzen. "Wer kann sagen, daß er den Freund ganz verstehe? [...] Keine Freundschaft, sie sei noch so großmütig, hebt die Tatsache auf, daß der Eine immer doch nur er-selbst und nicht der andere ist." Eine "letzte Einsamkeit" bleibt bestehen. Die Freundschaft zu einem Engel ist anders. Er kennt einen ganz und gar. Auch steht er auf einer völlig anderen Ebene. Kein Mensch kann sich mit ihm vergleichen, es herrscht keine Gleichberechtigung in dieser Beziehung. Aber es sind "beide geschaffen und Darin einander gleich." Die Solidarität zwischen Mensch und Engel kommt "unmittelbar von Gott". Die Beziehung von Al und Roger kann man mit diesem Bild vergleichen. Al kennt Roger wie kein Mensch es je könnte. Dieses Verständnis beruht natürlich nicht auf Gegenseitigkeit. Ihr Zusammensein rührt von Gott her.

Es gibt zwischen dem Engelbild Guardinis und dem des Films also viele Gemeinsamkeiten. Genauso gibt es jedoch auch Unstimmigkeiten. Insbesondere kritisiert Guardini, dass der Engel "so sehr ins Ästhetische oder gar Kindische entglitten ist". Der Film, auch wenn er durchaus eine ernstzunehmende Botschaft hat, ist im Grunde ziemlich kitschig, eine typische Hollywood-Komödie, die zerstreuen soll, aber nicht unbedingt zum Nachdenken anregt.

Alle Zitate sind aus dem Text "Der Engel des Menschen" von Romano Guardini entnommen. Er steht als Quelle 37 in "Materialien Die Botschaft der Engel 

Ein erfahrungsbezogener Zugang zur Gottesfrage", herausgegeben von Uwe Wolff.

Die ursprüngliche Quelle lautet: Romano Guardini. Wahrheit und Ordnung.

Universitätspredigten. Werkbundverlag. München 1955. S. 131-140.

 

Die Botschaft

Der Film sendet mehrere Signale. Die Hauptbotschaft ist eindeutig "Nichts ist unmöglich". Sie wird immer wieder durch JP ausgesprochen. Der kleine Junge ist, obwohl er schon viel mitgemacht hat voll Vertrauen in seine Umgebung und seine Mitmenschen. Er gibt nie auf. Nachdem vorletzten Spiel der Saison, welches die Angels verloren haben, weil Roger im Vormundschaftsgericht saß, sagt er, dass die Mannschaft auch ohne Engel gewinnen kann. Schließlich nimmt sogar der Trainer diese Philosophie an und sie verbreitet sich auch unter den Spielern und Fans. JPs Zuversicht wird am Ende des Films damit belohnt, dass er Al sieht, wie er ihm zuzwinkert. Ein Geschehen, welches genauso unvorstellbar ist, wie Petrus' Gang über das Wasser.

Des weiteren spendet der Film Trost. Er nimmt die gängige Vorstellung auf, das Menschen nach dem Tod zu Engeln werden. Bereits bevor er stirbt kümmern sich Engel um den, der bald zu ihnen kommen wird - in diesem Fall sorgt Al für Mel Clark. Überhaupt betont Al, dass der Mensch nie allein ist. Auch wenn man die Engel nicht sieht, sie sind immer bei uns Menschen und geben auf uns acht.

Der Film fordert auch dazu auf, zudem, was man glaubt, und zu sich selbst zu stehen. Ebenso wie Jesus nicht leugnete, Gottes Sohn zu sein, gibt George Knox zu, dass Roger Engel sieht. Das ist für ihn genau wie einst für Jesus ein großes Wagnis. Es könnte das Aus für seine Trainerlaufbahn bedeuten. Doch weil er sich selbst nicht verleumdet, weil er zu dem steht, woran er glaubt, gewinnt er auch die anderen Leute für sich.

Wilder, der Sprecher, versucht mit allen Mitteln seinem langjährigen Feind Knox, und damit der gesamten Mannschaft, zu schaden. Er verrät die himmlische Unterstützung, ist sozusagen der Judas in dem Film. Die Sache rächt sich Wilder verliert Ansehen und Job. Der Film fordert folglich dazu auf, seine Mitmenschen niemals ins schlechte Licht zu rücken oder ihnen sonst wie zu schaden.

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© RPI Loccum