Landeswettbewerb 2017/18

Zwischen Individualisierung und der Suche nach Vergewisserung: „Rituale“

Für das Schuljahr 2017/18 wird der neunte Landeswettbewerb Evangelische Religion ausgeschrieben.

Er bietet mit „Rituale“ ein Thema an, das in einer Zeit, die gleichermaßen durch Individualisierung wie die Suche nach (Selbst)Vergewisserung gekennzeichnet ist, neu gedacht und wiederentdeckt werden kann.

Rituale als identitätsstiftende Handlungen einer Gemeinschaft verweisen auf einen höheren Sinnzusammenhang, der dem Menschen einen Ort innerhalb der Gemeinschaft, letztlich auch im Weltganzen zuweist. Rituale folgen bestimmten Regeln und geben dadurch sowie durch ihre prinzipielle Wiederholbarkeit Sicherheit vor allem in Schwellensituationen des Lebens. In ihrem Vollzug lassen Rituale für die Beteiligten Wirklichkeit und deren Ordnung neu entstehen oder bestätigen. Dabei können sie begleitend und lebensförderlich, aber auch zerstörerisch und lebensfeindlich sein.

Jugendliche der Jahrgangsstufen 10-13, an die sich der Landeswettbewerb richtet, begegnen Ritualen in ganz unterschiedlicher Weise und Intensität. Vielen sind Rituale innerhalb der Familie (beispielsweise in der Gestaltung des Sonntags oder der Feier von Geburtstagen) und innerhalb der Schulgemeinschaft (vom Begrüßungsritual bis hin zum Schulgottesdienst) bekannt.

Das Vertrautsein von Schülerinnen und Schülern mit explizit kirchlichen und religiösen Ritualen ist inzwischen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Was für die einen selbstverständlich, ist für die anderen eine Fremdheitserfahrung. Und diejenigen, die sich mit Kirche und Religion auseinandersetzen, fordern nicht selten eine neue Verhältnisbestimmung von tradierten und neuen Ritualen ein - manchmal mit, manchmal ohne ein Bewusstsein der Stärke des Bewährten und Vertrauten.

Jugendliche gestalten auch neue Rituale; so mit Aufnahmeritualen wie der „Mehltaufe“ am 16. Geburtstag auf dem Schulhof oder zweifelhaften Mutproben wie dem „Selfie“ auf den Bahngleisen mit der besten Freundin.

Mit dem Wettbewerbsthema sollen religiöse und kulturelle Kompetenz im Fokus stehen. Dabei lassen sich „Rituale“ deutlich im theologischen und religiösen Kontext verorten bzw. auch in profanen Ausprägungen erläuternd und reflektierend daran rückbinden. Mit der Wettbewerbsarbeit soll bei den Jugendlichen das Bewusstsein für die mögliche Symbolkraft von Handlungen geschärft werden, für die eigene Identität innerhalb unterschiedlicher Gemeinschaften, denen sie angehören und für den eigenen Wunsch nach Begleitung durch Rituale in bestimmten Lebenssituationen. Der transzendierende Charakter eines Rituals kann hier möglicherweise neu in den Blick geraten. Gleichzeitig soll ein Dialog angeregt werden über die Notwendigkeit und Aktualität von Ritualen - und damit auch Wertvorstellungen.

Der Wettbewerb ist initiiert und gefördert von der Hanns-Lilje-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Dammann-Stiftung und richtet sich an Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs sowie der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, Gesamtschulen und Fachgymnasien. Teilnehmen dürfen Schülerinnen und Schüler, die den evangelischen Religionsunterricht besuchen. Der Wettbewerbsbeitrag besteht aus einem Portfolio, das sowohl als Einzelbeitrag als auch als Gruppenbeitrag (max. fünf Personen) eingereicht werden kann.

 

Koordination und inhaltliche Verantwortung

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