Dein Tag für Afrika – Eine bundesweite Kampagne für Schülerinnen und Schüler jeden Alters und aller Schulformen

Die Idee von „Dein Tag für Afrika“ ist ganz einfach: Schülerinnen und Schüler gehen an einem Tag im Schuljahr anstatt zur Schule arbeiten, veranstalten einen Spendenlauf „Go for Africa“ oder planen kreative Aktionen im Klassenverband. Ihren Lohn spenden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann für Bildungsprojekte in fünf afrikanischen Ländern. Somit setzen sich die Kinder und Jugendlichen in Deutschland aktiv für Gleichaltrige in Afrika ein. Unterstützt werden mit dem Erlös der Kampagne Bildungsprojekte des Tagwerk-Projektpartners Human Help Network und des Kooperationspartners Brot für die Welt in Burundi, Ghana, Ruanda, Südafrika und Uganda. 2016 wurden auch erstmalig Projekte für junge Geflüchtete in Deutschland finanziert, um diesen mit Sprach- und Kulturkursen eine Integration zu ermöglichen.

In diesem Jahr legt Aktion Tagwerk den Fokus auf gleiche Rechte für Jungen und Mädchen, denn in vielen afrikanischen Ländern haben Frauen und Mädchen immer noch viel schlechtere Chancen und nur eingeschränkte Rechte, insbesondere auch in Bezug auf Bildung.

Hier nur ein paar Beispiele, die dies verdeutlichen: Wenn arme Familien nicht alle Kinder in die Schule schicken können, sind es oft die Jungen, die bevorzugt werden. Mädchen brechen die Schule außerdem oft vorzeitig ab und machen seltener eine Berufsausbildung als Jungen. Für Haushalt und Kindererziehung sind in Afrika in der Regel allein die Frauen zuständig. Gleichzeitig müssen sie jedoch zum Familieneinkommen beitragen. Sofern sich die Eltern nicht mehr um ihre Kinder kümmern können oder bei Waisen, sind es meist die Mädchen, die sich um die Versorgung und Erziehung der jüngeren Geschwister kümmern und für den Haushalt verantwortlich sind.

Insbesondere in ländlichen Gegenden haben sich Mädchen und Frauen männlichen Verwandten oder ihrem Ehemann meist bedingungslos unterzuordnen. Es wird von ihnen erwartet, früh zu heiraten, viele Kinder zu bekommen und für die Familie zu sorgen. Ihre eigenen Wünsche und Zukunftspläne werden dabei nur selten beachtet. Zudem sind Frauen in Afrika viel größeren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Die Müttersterblichkeit ist aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung sehr hoch.

Dabei ist es bewiesen, dass Frauen und Mädchen bei der Entwicklung eines Landes eine große Rolle spielen: Mädchen, die zur Schule gehen, heiraten später und bekommen weniger Kinder; dadurch sinkt das Bevölkerungswachstum, das in afrikanischen Ländern oft sehr hoch ist und die Entwicklung des Landes behindert. Außerdem sinkt die Mütter- und Kindersterblichkeit, weil die Frauen, die eine Schulausbildung genossen haben, mehr über Hygiene und Möglichkeiten zur Gesundheitsvorsorge wissen. Mit jedem Jahr, das die Mädchen länger zur Schule gehen, verdienen sie später auch mehr und sie werden finanziell unabhängiger.