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Virtuelle Kunstwerke – ein kleiner Rundgang durch die Museen des Internet
Die Arbeit mit Bildern ist aufgrund des Mehrwertes der Kunstwerke, ihrer Eigenartigkeit und ihrer Eigensinnigkeit für viel Religionslehrerinnen und- lehrern ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Im Vergleich zum überlieferten Text liegt im "Anderen eines Bildes" der besondere Reiz für die religionspädagogische Arbeit.
In den letzten Jahren wurden neben der strittigen Frage des Bildeinsatzes im Religionsunterricht Fragen einer angemessenen Bilddidaktik in entsprechenden religionspädagogischen Veröffentlichungen breit diskutiert.[1] Auf welche Weise Lehrerinnen und Lehrer auf ihrer Suche nach geeigneten Bildmaterialien fündig werden, spielte dabei eine untergeordnete Rolle.
Das Internet bietet seit geraumer Zeit entsprechende Quellen. Viele Museen haben den Nutzen und die Notwendigkeit einer Webpräsenz erkannt und entwickeln sich zunehmend von einfachen „Broschüremuseen“, die sich im wesentlichen auf die Angaben über ihre Ausstellungen, den Ausstellungsort und die Öffnungszeiten beschränken, zu „Lernmuseen mit offenem Angebot“[2]. Damit werden die Museumsobjekte durch den Transfer in digitale Repräsentationen als Informationsressource und damit für die digitale Bildbearbeitung und den Unterrichtseinsatz verfügbar.
Beispielhaft soll an dieser Stelle auf das Web-Museum Paris (http://www.ibiblio.org/wm/) hingewiesen werden. Rund 10 Mio. Dokumente hat Nicolas Pioch mit Unterstützung der BMW-Stiftung und eines internationalen Netzwerkes von Museen auf den Seiten inzwischen zusammengetragen. Der virtuelle Gang durch die Kunstgeschichte reicht vom mittelalterlichen Stundenbuch des Duc de Berry (siehe Abbildung) bis zur Moderne der zwanziger Jahre. Interessant sind auch die virtuellen Exponate Japanischer Kunst. Geordnet in verschiedenen Rubriken erhalten die Nutzerinnen und Nutzer einen schnellen Überblick. Ein Glossar der einzelnen Kunstrichtungen und eine Liste der im Web-Museum vertretenen Künstlerinnen und Künstler erleichtert die Orientierung im Angebot.
Ein Highlight unter den Webpräsenzen stellt das Angebot der Petersburger Eremitage dar (http://www.hermitagemuseum.org). Der IBM-gesponserte Webauftritt wurde von der Vereinigung „Archive & Museum Informatics“ als virtuelles Museum des Jahres 2000 ausgezeichnet. Der Rundgang durch die virtuellen Räume findet auf höchstem technischen Niveau statt, die digital verfügbaren Kunstwerke setzen Maßstäbe was die internetangemessene Reproduktion angeht. Die eingesetzten Präsentationstechnologien lassen Möglichkeiten zukünftiger Webauftritte erahnen.
Das Projekt „Bilder im Religionsunterricht“ des Instituts für Religionspädagogik der Universität Leipzig kann inzwischen als Klassiker bezeichnet werden (http://www.uni-leipzig.de/ru). Die virtuelle Gemäldesammlung ist entsprechend der Themen der Lehrpläne für das Fach Religion geordnet. Ein Bildbearbeitungskurs und eine Einführung in das Drucken von Bildern stellen eine wichtige Hilfe dar, um die Bilder aus der virtuellen Welt des Internet in die reale Welt des Klassenzimmers zu überführen. Bildrechtliche Fragen sind dabei allerdings immer mit zu bedenken.
Weitere besuchenswerte Adressen[3] |
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[1] Vgl.: z.B. Günter Lange: Zum Umgang mit Bildern im Religionsunterricht. http://www.uni-leipzig.de/ru
[2] vgl.: Martin Villinger: Zur Virtualisierung von Museen . Angebots- und Organisationsformen, Diplomarbeit, Universität Konstanz 1999, http://www.ub.uni-konstanz.de/v13/volltexte/1999/309/pdf/309_1.pdf
[3] Zur weiteren Information: Tobias Gohlis: Digitale Meisterwerke. In: ct – Magazin für Computer und Technik, 20/2001, S. 94 -101
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