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Spielend lernen im Unterricht - Spielideen aus dem Web
Wird im Unterricht gespielt, wird häufig der Vorwurf erhoben, der Unterricht befasse sich mit dem Nebensächlichen - das Wesentliche bleibe außen vor. Hierin spiegelt sich die bereits von Aristoteles und Platon vertretene Auffassung, dass das Spiel zwar einen Erholungswert und eine gewisse heilende Wirkung habe, allerdings die Gefahr der Ablenkung, des Sinn- und Planlosen in der Spielerei bestehe. Gegen solche Auffassungen kann erwidert werden, dass sich der Mensch in seinen ersten Lebensjahren im Spiel den größten Teil seiner Welt aneignet. Dabei wird er im Spiel zu einem Tun herausgefordert, dass sich nicht nur auf eine Ebene beschränkt, sondern räumlich sichtbar und fassbar ist. Gleichzeitig fordert das Spiel zum Gestalten auf, fördert die Wahrnehmung, regt die Fantasie und verschiedene Sinne an. Folgt man dieser Argumentation, ist der Unterricht, dem es nicht allein um die eindimensionale Vermittlung kognitiven Wissens geht, aufgefordert, sich in dem methodischen Fundus des Spiels zu bedienen - dieses allein im Sinne eines umfassenden Lernens. Inzwischen gibt es eine Reihe entsprechender Anregungen sowie einzelne kostenlose Softwareangebote im Internet. Nachstehende Angebote verstehen sich als kleiner Überblick, der durch eigene Recherche erweiterbar ist.
Das Spielemagazin
Das Spielemagazin entstand in dem Seminar "Spielewerkstatt", das über mehrere Semester hinweg an der Westfälischen-Wilhelms Universität Münster von Studenten geleitet wurde. Es enthält 129 Spiele, die in 12 Spielkategorien unter- und eingeteilt sind: Bewegungsspiele, Denkspiele, Geschicklichkeitsspiele,Kennenlernspiele, Konzentrationsspiele, Kooperationsspiele, Koordinationsspiele, Natur- und Umweltspiele, Phantasiereisen und Entspannung, Sing- und Rhythmusspiele, Sinnes- und Wahrnehmungsspiele und Vertrauensspiele. Die Seminarteilnehmer übernahmen jeweils in Kleingruppen ein Spielthema, das von ihnen durch ein Referat und durch die Vorstellung arttypischer Spiele vorgestellt wurden. Das Magazin fasst die getesteten Spiele, sowie die Literatur, die für die Ausarbeitung benutzt wurde, zusammen. Insgesamt handelt es sich beim Spielemagazin um eine sehr umfangreiche, gut zu nutzende und interessant aufbereitete Spielesammlung in Karteikartenform. Die Adresse lautet: http://www.glanderweb.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2&Itemid=2l.
Spiele für Viele
Die Spielesammlung „Spiele für Viele" enthält Spiele verschiedenster Art. Die Spiele richten sich an Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen. In der Selbstdarstellung der Seite heißt es: „Mal für Viele, mal für Wenige; mit Material oder auch ohne; kurz oder lang; laut oder leise." Eine Suchfunktion, die zwischen Standardsuche, Expertensuche und Profisuche unterscheidet, erleichtert die Orientierung im Angebot. Die Spielesammlung kann unter der Web-Adresse „www.spielefuerviele.de" aufgerufen werden.
Ein weiterer Spielereader
Ein weiterer Spielereader (www.spielereader.org) wurde von Oliver Klee ins Netz gestellt. Der Reader enthält sowohl Spiele für Jugendliche als auch für Erwachsene und wird regelmäßig aktualisiert. Beschrieben wird er wie folgt: "Spiele und Methoden für Workshops, Seminare, Erstsemestereinführungen oder einfach so zum Spaß". Der Reader enthält die Kategorien Kennenlernspiele, Spiele zur Gruppeneinteilung, Auflockerungsspiele, Abends beim Bierchen, Spiele zur Wissensvermittlung, Spiele zur Gruppenarbeit, Kommunikation und Gruppendynamik und Feed-back und Auswertung. Er ist unter einer Creative-Commons-Lizenz lizensiert, und darf unter der Namensnennung kostenlos verbreitet, bearbeitet und genutzt werden.
Fundus - Materialien und Spiele nicht nur für die Jugendarbeit
Fundus ist eine interaktive Spiele-Datenbank, die es ermöglicht, jedes vorgestellte Material und Spiel zu kommentieren und selber Materialien und Spiele in die Datenbank einzufügen. Die Suchfunktion eröffnet die Möglichkeit zur Wahl unterschiedlicher Spielkategorien (Darstellungspiele, Quiz- und Denkspiele etc.) und gruppenbezogener Angaben (Alter, Teilnemerzahl etc.). Auf diese Weise finden die Nutzerinnen und Nutzer schnell Spielideen für viele Anlässe. Die Internetadresse lautet: www.fundus-jugendarbeit.de.
Das Abenteuerprojekt: Interaktionspädagogik und kooperative Abenteuerspiele
Nachdem erlebnispädagogische Foren zunächst im englischsprachigen Raum entstanden, wurde mit dem Abenteuerprojekt die Idee in Deutschland entsprechend umgesetzt. Das Forum entstand Ende 1998. Es vernetzt inzwischen über 250 KollegInnen aus den Bereichen Sozialpädagogik, Pädagogik, Psychologie, Beratung und Personalentwicklung und ist unter der Internetadresse „http://www.abenteuerprojekt.de/Spiele" zu erreichen. Im Zentrum steht der Austausch neuer erlebnispädagogischer Spielideen. Hier wurden inzwischen 120 erprobte Spiele durch die Mitglieder des Forums zusammengetragen, die in den Kategorien Warm-ups, Kennenlernspiele, Kooperationsübungen, Vertrauensspiele, Spaß, Abenteuergeschichten, und Abschiedsspiele abgegerenzt wurden. Literaturtipps, ein Veranstaltungskalender, Empfehlungen für Sicherheitsstandards und eine Linkliste runden das Angebot ab.
Wer wird "Quillionär" - Ein kostenloses Lernspiel für Lernende und Lehrende
Die Idee zur Rateshow "Wer wird Millionär" wurde vom Arbeitskreis für Grundschulen am ISB (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München) aufgegriffen und in einer Software mit dem Titel "Quillionär" (aus "Quiz" und "Millionär") umgesetzt. Die Software lässt sich einfach bedienen und wurde sowohl für Lehrende als auch für Schülerinnen und Schüler konzipiert. Das Programm kann kostenlos aus dem Internet geladen werden. Gleichzeitig stehen viele fertige Übungen zum Download bereit, die sich schnell im Unterricht einsetzen lassen. Statt einer großen Gewinnsumme arbeitet das Programm mit virtuellen Gewinnen. Der größte Gewinn ist die Aneignung eines Lernstoffes auf etwas anderem Wege. Die Adresse zum Download des Programms lautet: http://www.mediator-programme.de/quiz/start_qu.htm.
Dietmar Peter
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