Dietmar PeterDie Passionsgeschichte im Konfirmandenunterricht mit behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen |
Das Thema Passion stößt bei vielen Unterrichtenden von Konfirmandengruppen auf Widerstand. Dieses gilt verstärkt , wenn Jugendliche mit Behinderungen am Unterricht teilnehmen. Dieses liegt m.E. darin begründet, dass die psychischen Dispositionen der Jugendlichen zum eigenen Leid und Tod schwer zu analysieren sind. In Gruppen mit Jugendlichen mit Behinderungen kommt eine gewisse Unsicherheit hinzu, ob gerade ihnen eine Auseinandersetzung mit Traurigkeit, Leid und Tod zuzumuten ist. Dabei drängt sich die Notwendigkeit einer Behandlung des Themas aus einer Vielzahl von Gründen auf. Die Jugendlichen werden in der Regel mit den Problemkreisen Leid und Tod allein gelassen. Gerade behinderte Jugendliche stellen in diesem Zusammenhang vermehrt Fragen, ist ihnen doch das Leid und ggf. auch der Tod präsenter. Eltern und Schule drücken sich meist um das Thema und so bleibt den Jugendlichen ihre Angst vor dem Tod bzw. vor bestimmten Todesarten, ihre Angst vor einer Leiche, ihre Verlegenheit in Trauersituationen und ihre Unfähigkeit über den Tod zu sprechen. Am Ende geht es ihnen nicht anders als den meisten Menschen heute, die dem Problem gegenüber unsicher, angsterfüllt, ratlos, fragend sind. So kann die Frage nach dem Sinn nur lückenhaft beantwortet werden.
An dieser Stelle ist die Theologie nach einem ihrer zentralen Themen gefragt. Dabei ist mir bewusst, dass eine Vielzahl von Geschichten in der Bibel gibt, die sich leichter erschließen lassen. Doch geht es mir hier nicht um eine ausschöpfende Behandlung der Deutungen des Leidens und Sterbens Jesu in der nachösterlichen Gemeinde und in der Geschichte der Kirche. Die Darstellung der verschiedenen Deutungsmodelle der Passion würden den Rahmen meiner Überlegungen sprengen und den Anspruch an Konfirmandenunterricht zu hoch ansetzen. Im Kontext der mir vor Augen stehenden Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden halte ich es daher für theologisch legitim, mich aus didaktischen Gründen auf die folgenden Aspekte zu beschränken:
Beim genauen Durchsehen der Erzählungen vom Leiden und Sterben Jesu in den Evangelien wird deutlich, das hier von einem Gott die Rede ist, der sich nicht vom menschlichen Leid distanziert, weil er selbst leidet. So wird die Passion Jesu im Kontext des Wissens um das Leid der Welt bzw. im Kontext des Leides im persönlichen Leben für uns existentiell. Allerdings darf der Konfirmandenunterricht nicht an dieser Stelle stehen bleiben. Das Leiden und der Tod Jesu machen nur Sinn, wenn der Hintergrund der Erfahrung mit dem Auferstandenen mitbedacht wird. Hier zeigt sich ein Gott, der Jesus nicht im Scheitern belässt und damit dem menschlichen Leid die Perspektive der Hoffnung hinzufügt. So kann die Auseinandersetzung mit Jesu Leid und Tod und menschlichem Leid und Tod erst im Lichte von Ostern ertragen werden.
Daraus ergibt sich die Konzeption der Unterrichtseinheit. Ausgehend von der Erfahrung, dass das Verständnis für fremdes Leiden nur auf der Basis eigener Erfahrungen möglich ist, wird die Frage nach der eigenen Leidenserfahrungen der Konfirmandinnen und Konfirmanden zu einer didaktische Schlüsselfrage. Von hier aus gilt es Zugänge zum Leiden Jesu zu ermöglichen. Hoffnungsvolle Aspekte sollen in keiner Stunde fehlen, um den ausführlichen Zusammenhang von Passion und Ostern ansatzweise zu verdeutlichen. Abschließend gilt es Ostern in der Weise zu thematisieren, dass die Jugendlichen Vertrauen dahingehend gewinnen, dass es im Leid Hoffnung gibt. Daraus ergibt sich, dass sich die Unterrichtseinheit an den zentralen Ereignissen der Passion Jesu und Ostern den Abschluss der Einheit darstellt.
Ein Kreuzweg wird als sogenannter "Roter Faden" die Einheit begleiten. Dazu ist es notwendig, dass ein 1m x 0.70m großes Brett mit einer etwa 3cm hohen umlaufenden Kante vorbereitet wird. Auf dieses Brett wird Blumenerde gleichmäßig verteilt. Auf die Erde wird nun mit Sägespäne ein Weg gestreut. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden können mit verschiedenen Naturmaterialien eine Landschaft um den Weg gestalten.
Einleitend ist es noch wichtig darauf hinzuweisen, dass ich die gesamte Unterrichtseinheit durch ein Lied begleitet habe und das zu Beginn jeder Stunde gesungen wird. Dazu habe ich das Lied "Freut euch" von Rolf Krenzer ausgewählt. Es eignen sich aber auch noch viele andere Lieder. Das Lied hat wie der Kreuzweg die Funktion, zu einem verbindendem Element der Einheit zu werden, was insbesondere für die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit geistiger Behinderung bedeutsam ist. In meinen weiteren Ausführungen werde ich allerdings nicht weiter auf diesen Eingangsteil hinweisen.
Für die gesamte Einheit gilt, dass es sich bei den skizzierten Unterrichtsstunden jeweils um Doppelstunden handelt. Der Zeitbedarf ist allerdings nicht als vorgegeben zu verstehen, sondern ist der jeweiligen Konfirmandengruppe anzupassen. Gleiches gilt auch für die methodischen Bausteine. Auch sie müssen auf ihre Angemessenheit in bezug auf die Gruppe befragt und ggf. modifiziert werden. Insgesamt ist die Einheit als "Steinbruch" zu verstehen, d.h. die jeweiligen Schwerpunkte ergeben sich aus der didaktischen Analyse.
1. Unterrichtsstunde
Einzug in Jerusalem
Absicht:
Die Konfirmanden drücken mit Orffinstrumenten verschiedene Stimmungen, Situationen und Gefühle aus.
Sie erfahren, dass Jesus mit großer Freude in Jerusalem begrüßt wurde und empfinden diese Situation auf Orffinstrumenten nach.
Material:
- Verschiedene Orffinstrumente bzw. Gegenstände, die sich dazu eignen, unterschiedliche Töne zu erzeugen.
- ein Bild, das Jesus Einzug in Jerusalem darstellt (z.B. aus: Rost, Dietmar; Machalke, Josef: Jesus muss leiden und sterben. Hamburg 1985)
- Erzählung: "Jesus zieht in Jerusalem ein" (Erzählvorschlag siehe Anhang).
- kleiner Palmwedel
Verlauf:
1. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sitzen im Stuhlkreis. Sie werden zu Beginn der Stunde aufgefordert, sich ein Instrument ihrer Wahl zu nehmen und es auszuprobieren. Nach einer gewissen Zeit werden die Instrumente in die Mitte gelegt und die Konfirmandinnen und Konfirmanden können erneut ein Instrumenten wählen und es ausprobieren. Im Anschluss daran werden sie aufgefordert, verschiedene Stimmungen, Situationen und Gefühle nach Anleitung mit den Instrumenten nachzuempfinden bzw. darzustellen. Hier kann es sinnvoll sein, wenn ein nichtbehinderter und ein behinderter Konfirmand gemeinsam Töne, Musik etc. zu den Vorgaben machen.
Folgende Vorgaben können von den Unterrichtenden gemacht werden:
- "Ausprobieren".
Mehrfaches Ausprobieren und Kennen lernen einzelner Instrumente
- "Laut + Leise".
Alle spielen so laut/so leise als möglich
Variationen: Spielleiter gibt per Handzeichen Lautstärke an
- "Namensspiel".
Meinem Namen Klang und Rhythmus geben; Instrumentenauswahl
"Ich heiße: (Se-bas-ti-an)"
- "Frage + Antwort".
Nonverbal, allein mit Instrument jemandem eine "Frage stellen" und eine Antwort erhalten; im Kreis - der/die Antwortende stellt die neue Frage
"Gefühlsausdruck" "Stellt bitte einmal mit den Instrumenten die folgenden Gefühle dar."
Mit wechselnden Instrumenten/Besetzungen Gefühle zum Klingen bringen
- Wut - Freude - Trauer - Glück - Schüchternheit - u. a.
- Hier bietet es sich an, die nichtbehinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden vorspielen zu lassen und die behinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden kontrollieren zu lassen. "Ist das fröhlich? Ist das traurig?....."
"Gefühls-Gegensätze"
In 2 Gruppen und im Wechselspiel Gegensatzpaare ausdrücken
fröhlich & traurig - zärtlich & brutal - mutig & ängstlich - u. a.
Variation: andere Gegensatzpaare wie bspw. Sommer & Winter - heiß & kalt - krank & gesund - u. a. m.
- "Geschichte - Spiel" "Ich möchte Euch eine Geschichte erzählen..."
Heute ist schönes Wetter. Sandra freut sich. Sie geht in die Badeanstalt. Plötzlich bemerkt sie, dass sie ihr Portemonnaie verloren hat. Sie sucht es überall. Da kommt Claudia gelaufen. Sie hat Sandras Portemonnaie gefunden und hält es winkend in der Hand.
Die Geschichte sollte in integrativen Gruppen vertont werden.
Nach dieser Übung werden die Orffinstrumente wieder in die Mitte gelegt.
2. Das Bild "Einzug in Jerusalem" wird gezeigt. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden stellen Vermutungen dazu an bzw. stellen Fragen.
3. Die Geschichte "Einzug in Jerusalem" wird erzählt bzw. vorgelesen.
4. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden erhalten die Geschichte auf einem Arbeitsblatt und werden in Gruppen eingeteilt. (Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Verhältnis von behinderten und nichtbehinderten Konfirmanden in allen Gruppen ungefähr gleich ist.) Jede Gruppe nimmt sich nun einige Orffinstrumente und versucht, in verschiedenen Räumen die Geschichte zu vertonen.
5. Die Gruppen stellen sich ihre Ergebnisse gegenseitig vor. Sie begründen, warum sie die Geschichte - wie vorgestellt - vertont haben. Dabei werden die Gefühle betont und herausgestellt, die die Konfirmandinnen und Konfirmanden bei Jesus, den Jüngern, der Menschenmenge vermutet haben.
In dieser Phase kommen vor allem die Konfirmanden zu ihrem Recht, die das Bedürfnis haben, ihre Gedanken sprachlich auszutauschen und zu diskutieren.
6. An den Anfang des Kreuzweges wird ein Palmwedel als Zeichen für die erste Station der Passionseinheit gesteckt. (Dazu eignet sich z. B. eine etwa 10 cm lange Spitze des Blattes einer Phönixpalme.)
2. Unterrichtsstunde
Das Abendmahl (Vorbereitung)
Absicht:
Die Konfirmanden bereiten ein für die nächste Stunde geplantes gemeinsames Mahl vor. Sie stellen hierzu einen Brotteig und die Tischdekoration her.
Material:
- Getreidemühle (falls vorhanden)
- Wasser, Hefe, Getreide (oder Mehl), Salz, Zucker, Öl,
- Brotrezept (siehe Anhang)
- mehrere Schüsseln (entsprechend der Anzahl der Brote)
- Tapetenrollen
- Wachsmalstifte
Verlauf:
1. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden werden in Gruppen eingeteilt. (Es werden so viele Gruppen gebildet, wie Brote für das gemeinsame Essen benötigt werden.) Die Konfirmandinnen und Konfirmanden erhalten Gelegenheit, einen Teil des Getreides (Weizen) mit der Getreidemühle selbst zu mahlen. Anschließend stellen die Gruppen entsprechend des Rezeptes den Brotteig her.
2. Während der Ruhephase des Teiges wird aus Tischen bzw. auf der Erde eine lange Tafel aus Tapetenbahnen hergestellt (aufgrund der geringen Breite der Tapetenbahnen bietet es sich an, 2 Tapetenbahnen nebeneinander zu kleben.) Die Konfirmandinnen und Konfirmanden erhalten Wachsmalstifte und die Aufgabe, einen Platz mit Teller, Messer, Gabel, Löffel, Tasse bzw. Glas und Speisen mit den Wachsmalstiften auszugestalten. Hier bietet es sich an, dass ein nichtbehinderter und ein behinderter Konfirmand gemeinsam ihre beiden Plätze ausgestalten.
3. Nach ungefähr einer Stunde werden aus dem Teig Brote geformt. Jede Gruppe überlegt sich ein Zeichen und schneidet es in ihr Brot.
4. Im Anschluss an die Stunde werden die Brote vom Unterrichtenden bzw. von den Eltern der Konfirmanden bei 200 Grad gebacken (wie lange?) und dann bis zur nächsten Stunde eingefroren.
3. Unterrichtsstunde
Das Abendmahl
Absicht:
Die Konfirmanden lernen die Geschichte vom Abendmahl kennen und bereiten ein gemeinsames Mahl vor. Dabei sollen sie erleben, dass ein gemeinsames Essen Menschen verbindet.
Material:
- die in der letzten Stunde gebackenen Brote
- Butter und Getränke
- Messer, Gläser, Teller, Kerzen, Servietten
- die in der letzten Stunde gemalten Tapetenrollen
- Die Geschichte "Das Abendmahl" (Erzählvorschlag siehe Anhang)
Verlauf:
1. Der Unterrichtende liest oder erzählt den Konfirmandinnen und Konfirmanden die Geschichte vom Abendmahl (Erzählvorschlag siehe Anhang).
- Versucht Euch vorzustellen, wie es Jesus an diesem letzten gemeinsamen Abend mit seinen Jüngern geht.
- Versucht Euch vorzustellen, wie es den Jüngern an diesem letzten gemeinsamen Abend mit Jesus geht.
2. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden bemalten Tapetenrollen werden auf Tischen oder auf der Erde ausgerollt und die gemeinsame Tafel wird mit den für das Essen nötigen Dingen dekoriert.
- Der Unterrichtende spricht ein Gebet bzw. ein gemeinsames Lied (z. B. Danket, danket dem Herrn) wird gesungen.
- Die Konfirmandinnen und Konfirmanden essen gemeinsam.
3. An den Kreuzweg wird ein kleiner Kelch (aus Knetgummi) oder ein Brot (aus Knetgummi) als Zeichen für das Abendmahl gelegt.
4. Unterrichtsstunde
Jesus betet im Garten Gethsemani
Absicht:
Die Konfirmanden setzen sich mit der Angst und Einsamkeit Jesu im Garten Gethsemani auseinander. Sie erfahren, dass auch Jesus Angst hatte. Sie thematisieren ihre eigenen Ängste und benennen Möglichkeiten, Ängste abzubauen.
Material:
- Kerze
- Kassettenrecorder
- Kassette mit Musik (traurige, getragene Musik)
- Tücher in verschiedenen Farben (uni; ca. 70cm x 70cm)
- Text (Erzählvorschlag siehe Anhang)
- Folie, Folienschreiber (Non-Permanent)
- Overhead-Projektor.
Verlauf:
1. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sitzen im Stuhlkreis, in dessen Mitte bereits viele verschiedenfarbige Tücher liegen (mindestens doppelt so viele Tücher wie Konfirmanden). Ein Unterrichtender liest bzw. erzählt die Geschichte von Jesus in Gehtsemani.
2. Die Konfirmanden erhalten die Geschichte auf einem Arbeitsblatt. Sie sollen sich nun (zunächst in Einzelarbeit) in die Situation Jesu versetzen und beschreiben wie es ihm vermutlich ging. Während der Einzelarbeit vertieft ein Unterrichtender ggf. die Geschichte mit den behinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden. Dabei werden die Gefühle Jesu herausgestrichen.
3. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden bilden Gruppen. Die Einzelergebnisse werden in der Gruppe zusammengetragen und dann auf Folie geschrieben.
4. Die Gruppen vergleichen ihre Ergebnisse. Der Unterrichtende unterstreicht stark affektiv besetzte Worte (z. B. Traurigkeit, Einsamkeit etc.).
5.a Die nächste Phase wird mit Meditationsmusik unterlegt. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden werden aufgefordert, ein Tuch in der Farbe zu wählen, das einem der unterstrichenen Gefühle entspricht. Im Anschluss daran sollen die Konfirmandinnen und Konfirmanden sich eine Situation ihres Lebens ins Gedächtnis rufen, in der das gewählte Gefühl besonders stark war.
5.b Der Schritt 5.a wird ggf. für die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit geistiger Behinderung aufgrund der hohen Abstraktionsebene nur schwer leistbar sein. Hier bietet sich an, dass ein Unterrichtender mit den behinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden über Situationen spricht, in denen sie Traurigkeit, Einsamkeit usw. verspürt haben. Die geistig behinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden suchen sich ebenfalls ein Tuch aus.
6. Eine Kerze wird angezündet und in die Mitte gestellt. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden berichten. Dazu sagen sie zunächst welches Tuch sie gewählt haben (das Tuch wird dazu von den jeweiligen Konfirmandinnen bzw. Konfirmanden hochgehalten) und welches Gefühl ihrem Tuch entspricht. Anschließend berichten sie von einer Erfahrung, die sie mit dem entsprechenden Gefühl gemacht haben. Dann wird da Tuch neben die Kerze in der Mitte gelegt.
7. In einer abschließenden Phase wird überlegt, was Jesus gegen Gefühle wie die genannten gemacht hat und was die Konfirmandinnen und Konfirmanden dagegen machen.
8. Anschließend kann ein Fürbittengebet gesprochen werden, das die von den Konfirmandinnen und Konfirmanden genannten Erfahrungen aufgreift.
9. Eine Strohblume als Zeichen für die Station Gethsemani wird an den Kreuzweg gelegt.
5. Unterrichtsstunde
Jesus wird gefangengenommen und hat Angst
Absicht:
Die Konfirmanden erfahren vom Verrat des Judas und von Jesu Gefangennahme. Sie setzen sich mit der Enttäuschung Jesu in Form eines "Denkmals" auseinander. Sie beschreiben Situationen, in denen sie selbst von Freunden sehr enttäuscht wurden.
Material:
- Stifte, ggf. Fingerfarben
1. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sitzen im Stuhlkreis um eine brennende Kerze. Der Unterrichtende liest oder erzählt die Geschichte von der Gefangennahme Jesu (Erzählvorschlag siehe Anhang). An der Stelle der Gefangennahme in der Geschichte wird die Kerze ausgeblasen.
2. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden bilden Gruppen (etwa 4-5 Konfirmanden pro Gruppe) und erhalten die Aufgabe, ein Standbild für den zentralen Platz ihres Wohnortes zu schaffen. An dem Standbild sollen alle Mitglieder der jeweiligen Gruppe beteiligt sein. Das Thema des Bildes: "Jesus wird von einem Freund enttäuscht (verlassen; verraten)".
3. Gruppenarbeit (möglichst in getrennten Räumen)
4. Die Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor. Die Unterrichtenden fragen nach, was den jeweiligen Gruppen an ihrem Standbild besonders wichtig war.
5. In einem nächsten Schritt werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden aufgefordert, eine Situation zu malen, in der sie von Freunden enttäuscht (verlassen; verraten) wurden.
6. Die Bilder werden in die Mitte um die Kerze gelegt und besprochen. Dabei ist es wichtig, dass der Unterricht nicht bei der Erfahrung des Enttäuschtseins stehen bleibt. Der Unterrichtende soll ausdrücklich darauf hinarbeiten, dass positive Erfahrungen von Freundschaft gegenüber allen Enttäuschungen überwiegen.
7. Ein kleiner geknoteter Bindfaden (Zeichen für die Gefangennahme Jesu) wird an den Kreuzweg gelegt.
6. Unterrichtsstunde
Jesu Tod
Absicht:
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen sich mit der Realität des Todes auseinandersetzen. Sie sollen sich eigene Erfahrungen mit dem Tod von Bekannten, Freunden und Angehörigen in Erinnerung rufen.
Material:
- Schwarzes Tuch
- Kärtchen (Din A 6)
- Stifte
- Folie mit einer Skelettzeichnung
- Puzzle (Das Puzzle ist selbst herzustellen, indem ein geeignetes Bild mit einer Kreuzigungsszene auf Pappe geklebt und in mehrere Teile zerschnitten wird.)
- schwarze Pappe
- Klebestift
- Kreuz für den Kreuzweg
- Lied (z.B. "Licht der Liebe" von D. Jöcker und E.Bucken)
Verlauf:
1. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sitzen im Kreis. In der Mitte liegt ein schwarzes Tuch, der Unterrichtende zeigt die Folie.
- "Benennt Eure spontanen Gedanken!"
- "Gibt es einen Grund dafür, dass die Skelette tanzen?"
usw.
2. In einem gelenkten Unterrichtsgespräch werden die von den Konfirmandinnen und Konfirmanden benannten Erfahrungen mit dem Tod vertieft. Nennen die Konfirmandinnen und Konfirmanden Name von Verstorbenen werden diese auf Kärtchen geschrieben und um das Tuch gelegt.
3. Die Geschichte vom Tod Jesu (Erzählvorschlag siehe Anhang) wird erzählt oder vorgelesen.
4. Die Konfirmanden setzen das Puzzle zusammen und kleben es auf eine schwarze Pappe. (Dazu bietet sich an, Meditationsmusik zu spielen).
6. Die beklebte Pappe wird auf das Tuch in der Mitte gelegt.
7. Die Unterrichtenden stellen die Frage, ob man nach dem Tod Jesu für immer traurig sein müsse. Dadurch werden Äußerungen der Konfirmandinnen und Konfirmanden wie z. B. "Jesus ist doch auferstanden" provoziert.
8. Als Zeichen für die Auferstehung Jesu wird eine Kerze in die Mitte des schwarzen Tuches gestellt und angezündet.
9. Ein Lied z.B. "Licht der Liebe" wird gesungen.
10. Als Zeichen für Jesu Tod am Kreuz wird ein Kreuz (z. B. 2 mit einem Band zusammengebundene Zweige) an den Kreuzweg gelegt.
7. Unterrichtsstunde
Jesu Auferstehung
Absicht:
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden erfahren von der Auferstehung Jesu und deren Bedeutung für das Leben eines jeden. Sie sollen ansatzweise verstehen, dass Jesu Leben wegweisend für unser Leben sein kann.
Material:
- Teelicht
- Folienschreiber (Non-Permanent)
- Overheadfolien
- Verzierwachs
- Haushaltskerzen.
1. Die Geschichte von der Auferstehung Jesu (Erzählvorschlag siehe Anhang) wird erzählt oder vorgelesen.
2. "Jesus ist nicht gestorben. Er ist von den Toten auferstanden. Sein Handeln war nicht umsonst. Jetzt brauchen auch wir keine Angst vor dem Tod zu haben. Deshalb wollen wir eine Kerze (Teelicht) an das Ende des Kreuzweges stellen und diese anzünden."
3. "Jesus hat in seinem Leben viel Gutes bewirkt und uns gezeigt, wie wir leben sollen. Von ihm geht viel Licht aus. Deshalb haben wir die Kerze angezündet"
Die Konfirmanden werden in Gruppen zu ca. 4 bis 5 Personen eingeteilt. Sie sollen auf Folie schreiben, was sie konkret in ihrem Lebensbereich machen können, damit Jesu Wirken in diesem Bereich ansatzweise fortgesetzt wird."
4. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden stellen die Gruppenarbeit vor.
5. Das Lied "Tragt in die Welt nun ein Licht" (von Wolfgang Longhardt) wird vorgestellt und eingeübt.
- "Erinnert euch an Eure Gruppenarbeit. Habt Ihr eine Idee, zu wem ihr ein Licht tragen könntet?"
6. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden erhalten je eine weiße Haushaltskerze und Verzierwachs. Mit Formen zum Kekse backen werden aus dem Verzierwachs Motive ausgeschnitten und auf die Kerze geklebt.
7. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden werden gebeten, ihre Kerze in der nächsten Woche einem Menschen zu schenken, von dem sie meinen, dass er ein wenig mehr Licht in seinem Leben braucht bzw. von dem sie meinen, dass er sich besonders darüber freut. Die Erfahrungen der Konfirmandinnen und Konfirmanden sind in der nächsten KU-Stunde aufzugreifen.
Hier ist es wichtig, dass die Unterrichtenden auf die Innere Differenzierung in bezug auf die Gruppe großen Wert legen. Es ist unbedingt notwendig, dass die nichtbehinderten Konfirmandinnen und Konfirmanden genügend Raum zur Thematisierung ihrer Vorstellungen vom Leben nach dem Tod haben.
Anhang:
Jesus zieht in Jerusalem einJesus ist mit seinen Jüngern unterwegs nach Jerusalem. |
Anhang:
Jesus zieht in Jerusalem einJesus ist mit seinen Jüngern unterwegs nach Jerusalem. |
Rezept: Brotbacken(für ein Brot) Zutaten Das Mehl wird in eine Schüssel gesiebt und wird mit dem halben Päckchen Hefe vermengt. |
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Jesu TodNachdem Jesus gefangen genommen wurde, beschließen alle Hohen Priester und Ältesten des Volkes Jesus zu töten. |
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