„Götter und Dämonen“

Der Sammler Frieder Paasche zeigt „Schattenfiguren aus aller Welt“ vom 27. April bis 30. Juli 2007

 


Im RPI werden Schattenfiguren vor allem aus fernöstlichen Ländern, die der Sammler Frieder Paasche zusammen getragen hat ausgestellt.

 

 

 

 

Licht und Schatten bestimmen Frieder Paasches Leben. Bereits als Schüler faszinieren ihn Schattentheater – das Spiel mit Licht und scharf geschnittenen Konturen. Inzwischen leitet er sein eigenes Schattentheater, die „Vagantei Erhardt“ in Hämelerwald/Lehrte, die im November in Hannover ihr 20. Jubiläum feiert. Paasche ist aber nicht nur ihr Gründer, sondern Figurenbauer, Ideengeber, Autor, Dramaturg, Regisseur, Spieler – und leidenschaftlicher Sammler von Schattenspielfiguren aus aller Welt.



Weiser chinesischer Erzähler Tang Shan, China 19. Jahrhundert

 



Spaßmacher
aus Lembogan, Bali 19. Jahrhundert

800 Figuren hat er inzwischen zusammengetragen; etwa 30 Exponate präsentiert er vom 21. April bis 22. Juli im RPI Loccum. Die Figuren stammen aus Indien, dem Ursprungsland des Schattentheaters, aus Java, Thailand und Bali, aus China, aus der Türkei und schließlich aus Europa und sind zum Teil über hundert Jahre alt.
Während das türkische und das europäische Schattentheater eher profanen Ursprung hat, sind die Wurzeln der fernöstlichen Schattenspiele in der indischen Mythologie zu finden: Die Figuren stellen die Götter, Helden und Dämonen der hinduistischen Epen „Ramayana“, „Mahabharata“ und „Purana“ dar – Geschichten, die mit dem Hinduismus von Indien nach Indonesien und China gelangten und dort ihre jeweils spezifischen Ausprägungen entwickelten. Der rote Faden der Aufführungen ist der immerwährende Kampf zwischen Gut und Böse, in den Götter, Dämonen und Menschen verstrickt sind.

Mann mit Fischhaube
China 20. Jahrhundert

 






Brahma
(höchste Gottheit), Bildplatte, Kambotscha 20. Jahrhundert

Die Figuren sind meist aus geschabter Rinder- oder Büffelhaut geschnitten, aus der ihre Binnenstruktur mit einem Meißel herausgelöst wird. Nach der Grundierung werden sie mit Leimfarbe bemalt und, je nach Herkunftsland, farbig gestaltet. Geführt werden die Figuren, die zum Teil bewegliche Arme und Beine oder einen beweglichen Kopf haben, an Haltestäben.

Parallel zur Ausstellung bietet das RPI vom 18. bis 22. Juli eine Sommerwerkstatt „Schatten und Licht“ mit dem Künstler und Sammler an. Angeleitet und inspiriert von Frieder Paasche beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der Kunst des Schattenspiels und Figurenbaus (Näheres unter www.rpi-loccum.de/programm/medien_4.html und unter www.vagantei-erhardt.de).

Künstlerische Daten - Frieder Paasche


Krieger
(Mann mit Beil)
Thailand 18. bis 19. Jahrhundert

Kommunikationswissenschaftler

• Dipl. päd. , Lehramtsstudium

• Ausbildung beim Film

• Juror bei Filmfestivals

• Vorträge, Seminare und Fortbildungsleitung

• Publikation in den Bereichen Dramaturgie, Schattentheater, Figurenbau, Inszenierung und Regie sowie Therapeutisches Puppenspiel.

• Autor und Regisseur vieler Film- und Theaterprojekte.

• Gründer, künstlerischer Leiter, Spieler und Figurenbauer der Vagantei Erhardt

• Große Einzelausstellungen bisher u.a. in Paris, Berlin, Hannover, Hagen, Wolfsburg


Held
(wahrscheinlich Rama), Indien 18. bis 19. Jahrhundert


Dämon Kumbakarna
Java 19. Jahrhundert



Weitere Ausstellungenmfür 2007:


• Residenz Würzburg (Oktober)
• Theatermuseum Hannover (September bis November)
• Schattentheaterfestival anlässlich des 20. Jubiläums des SchattentheaterVagantei Erhardt vom 12. bis 18. November 2007 im Schauspielhaus und im Theatermuseum des Schauspielhauses Hannover

 

 

 

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