11. Oktober 2018

Nachricht

Missbrauch: Bistum Hildesheim für weitgehende Öffnung der Akten

Hildesheim (epd). Das Bistum Hildesheim hat sich für eine weitgehende Öffnung seiner Akten über Missbrauchsfälle ausgesprochen. Wie die Aufarbeitung der Daten konkret geschehen könne, werde Bischof Heiner Wilmer noch beraten, sagte Bistumssprecher Volker Bauerfeld am Mittwoch dem epd. Der Bischof sei grundsätzlich für eine offene Herangehensweise. Es sei allerdings sehr wichtig, dass die Belange von Betroffenen mit einbezogen würden. Der Opferschutz spiele ebenso eine Rolle wie auch datenschutzrechtliche Aspekte.

Für das Bistum sei die Öffnung nicht neu, sagte Bauerfeld. Ein erster Schritt in diese Richtung sei eine vom Bistum in Auftrag gegebene Studie durch unabhängige Wissenschaftler gewesen, die vor einem Jahr vorgestellt wurde. Die Gutachter hätten dabei bereits Zugang zu allen Informationen bekommen, die sie benötigten.

Laut einer kürzlich vorgestellten bundesweiten Studie waren im katholischen Bistum Hildesheim in den vergangenen Jahrzehnten mindestens 153 Menschen Opfer von sexualisierter Gewalt. Beschuldigt sind der Erhebung zufolge 46 Priester, von denen zehn noch leben. Der überwiegende Teil der Taten im Bistum ereignete sich demnach in den 1960er- und 1970er-Jahren. Als Reaktion auf die Studie hatte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) die Bistümer aufgefordert, den Staatsanwaltschaften Einblick in die Unterlagen zu gewähren.

epd lnb cmo bjs
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