13. Juni 2018

Nachricht

Syrisch-libanesische Christen bitten um Solidarität

Leer/Beirut (epd). Die evangelischen Christen im Libanon und Syrien haben die Christen in Deutschland zur Solidarität aufgerufen. "Sie haben uns aufgefordert, unseren politischen Einfluss in Deutschland geltend zu machen, um Krieg und Gewalt in Syrien zu beenden", sagte der Diakoniepastor der Evangelisch-reformierten Kirche, Thomas Fender, am Montag in Leer. Er war am Wochenende mit einer Gruppe reformierter Kirchenvorsteher von einer Reise nach Beirut zurückgekehrt.

In den Gesprächen mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Syrien und dem Libanon sei es vor allem um Wege zum Frieden gegangen, sagte Fender. In Syrien gebe es Kämpfer aus 80 bis 90 Nationen. Weit mehr als eine Million Flüchtlinge seien in den Libanon mit seinen rund vier Millionen Einwohnern geflohen. "Land und Leute sind nahezu überlastet von der Situation." Neben den offiziellen großen Flüchtlingscamps gebe es etliche kleine "wilde" inoffizielle Camps, in den die Menschen unter katastrophalen hygienischen Zuständen leben müssten. Bis hierher reiche weder die staatliche Hilfe des Libanon noch die Unterstützung der internationalen Hilfswerke.

Die kleinen evangelischen Kirchen in der Region engagieren sich Fender zufolge stark in der Bildungsarbeit und betreiben Schulen in den Flüchtlingslagern - in der Nähe der "wilden" Camps und auch in Syrien. Erziehung zum Frieden könne nur dann gelingen, wenn Kinder schon früh das Miteinander verschiedener Konfessionen und Religionen erfahren könnten, betonte der Pastor. Die christlichen Schulen würden vorwiegend von muslimischen Schülern besucht. Die Leiterin der Schulen habe gesagt: "Die Religion ist wichtig in Syrien, aber sie war es nie für die nationale Identität. Die Religion gehört zu Gott. Das Land gehört allen Menschen."

Seit knapp vier Jahren unterhält die reformierte Kirche Beziehungen zu der kleinen Evangelischen Kirche in Syrien und dem Libanon. Zu der Kirche zählten in beiden Ländern zusammen 12.000 Mitglieder in 43 Kirchengemeinden, unter anderem in den Bürgerkriegsstädten Aleppo und Homs, sagte Fender.

"Den Menschen ist wichtig, dass wir im Kontakt bleiben und sie im Gebet und unserem politischen Engagement unterstützen", unterstrich die Ruhestandspastorin Christine Kimmich, die als Kirchenälteste die Delegation begleitet hatte. Die Reiseteilnehmer wollten nun ihre Erfahrungen bei Gemeindeveranstaltungen weitergeben und um Unterstützung werben. Zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gehören rund 175.000 Mitglieder in 145 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu.  

epd lnb jön mig
# epd-Service

## Internet
www.reformiert.de