1. Mai 2018

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Kultusminister betont Bedeutung des Religionsunterrichtes

Loccum/Kr. Nienburg (epd). Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat den Wert des Religionsunterrichtes an den Schulen unterstrichen. "Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht nur religionswissenschaftliches Know-how aus Lexika und Wikipedia brauchen, sondern religiöse Kompetenz, religiöse Reflexionsfähigkeit und religiöse Dialogbereitschaft", sagte er am Donnerstag in Loccum bei Nienburg. Dies müsse in der Schule vermittelt werden. Tonne sprach bei einer Tagung der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zu Religion und schulischer Bildung.

"Wer meint, das Thema Religion in den Schulen auf einige Unterrichtseinheiten in den Fächern Geschichte, Erdkunde und 'Ethik für alle' reduzieren zu können, wer in der Schule keine Auseinandersetzung mit Religion haben will, der nimmt automatisch unkontrollierbare religiöse Parallelwelten in Kauf", sagte Tonne laut Redetext. Die Auseinandersetzung mit wichtigen Lebensfragen dürfe weder einem boomenden Esoterik-Markt noch weltanschaulich gefährlichen Neugermanen- oder Satanismus-Gruppierungen, einer medikamentengestützten Techno-Szene oder salafistischen Predigern in den Hinterhöfen überlassen werden.

Der Religionsunterricht betreibe keine Abschottung und schon gar keine Missionierung, betonte Tonne. Er ermögliche den Schülerinnen und Schülern vielmehr die Auseinandersetzung mit der eigenen konfessionellen Sozialisation und stärke sie in ihrer jeweils individuellen Positionierung zu den Grundfragen des Lebens. "Erst wenn die Kinder und Jugendlichen eine gesicherte Position für sich finden, können sie Gemeinsamkeiten mit anderen Lebensanschauungen erkennen und Unterschiede benennen", sagte der Minister. "Erst dann kann ein respektvoller und kritischer Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen gelingen."

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