9. November 2017

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Pläne zu drohendem Pastorenmangel sorgen im Harz für Wirbel

Osterode (epd). Pläne des evangelischen Kirchenkreises Harzer Land, dem drohenden Pastorenmangel zu begegnen, sorgen derzeit auch über die Region hinaus für Wirbel. Der Kirchenkreistag berate auch angesichts des demografischen Wandels unter dem Titel "Perspektivprozess" unter anderem darüber, mehr Diakone im Stellenplan zu berücksichtigen und regionale Pastorenteams zu bilden, teilte ein Sprecher mit. Kritik habe es daraufhin vom Pastorenausschuss gegeben, der eigenen Angaben zufolge rund 1.800 Pastoren und Pastorinnen in der hannoverschen Landeskirche vertritt.

Der stellvertretende Vorsitzende des Pastorenausschusses der hannoverschen Landeskirche, Andreas Dreyer, hatte in einem Zeitungsbericht kritisiert, die Überlegungen des Kirchenkreises gefährdeten das "Fundament der Kirche". Einzelne Gemeinden hätten nicht mehr einen ihnen fest zugeordneten Pastor, der die Beziehung zu den Menschen pflegen könnte. Außerdem dürften Pastorenstellen nicht umgewandelt werden. Vielmehr müsse die Kirche dem Mangel in Landgemeinden mit Anreizen wie attraktiven Pfarrhäusern und Dienstwagen entgegenwirken.

Superintendent Volkmar Keil bezeichnete die Äußerungen Dreyers als irritierend und enttäuschend. Der Kirchenkreis habe bereits mit dem Pastorenausschuss lange Gespräche über die Überforderung von Pastoren und die gesunkenen Mitgliederzahlen geführt. Mehr Diakone im Stellenplan und Pastorenteams in den Regionen halte er für den richtigen Weg, betonte Keil. In Regionen, in denen es solche Modelle bereits gebe, werde dies als Bereicherung empfunden.

Auch die hannoversche Landeskirche befürwortete die Pläne des Kirchenkreises. Der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries, betonte, grundsätzlich werde die Arbeit vor Ort in den Kirchenkreisen gestaltet. Auch in anderen Regionen werde versucht, mit kreativen Lösungen die Verkündigung des Evangeliums aufrecht zu erhalten. Hinsichtlich der geforderten Anreize für Pastoren auf dem Land müsse sich die Landeskirche langfristig und grundsätzlich fragen, wie die Präsenz in der Fläche gewährleistet werden könne.

Auch der Osteroder Pastor Uwe Brinkmann wies die Kritik zurück. "Der Pastor, der vor Ort wohnt, ist im Harzer Land mit seinen kleiner werdenden Dörfern schon lange Vergangenheit." Der demografische Wandel treffe eben auch die Kirche, viele junge evangelische Menschen wanderten in größere Städte ab. Sinkende Mitgliederanzahlen entzögen somit auch die Finanzierungsgrundlage. Verstärkt Ehrenamtliche einzubinden und nicht bei allen einen Pastor vor Ort zu haben, funktioniere gut.

epd lnb cmo mil
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