12. Oktober 2017

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Diakonissen-Mutterhaus feiert 150-jähriges Bestehen - Gründer wollten gegen Verelendung der Arbeiter angehen

Bremen (epd). Mit einem mehrtägigen Jahresfest begeht das Diakonissen-Mutterhaus im Bremer Westen Mitte Oktober sein 150-jähriges Bestehen. Das Programm läuft nach Angaben der Organisatoren von diesem Freitag bis Sonntag. Am Montag (16. Oktober) ist überdies ein Senatsempfang im Rathaus geplant. Bremer Bürger gründeten die evangelische Diakonissenanstalt im Oktober 1867 nach dem Vorbild von Pastor Theodor Fliedner, der in Düsseldorf-Kaiserswerth tätig war. Anlass war die "Verelendung der Arbeiterbevölkerung".

Die Arbeit begann mit zwei Diakonissen und der Oberin Caroline Saxer. 1938 gab es 250 Diakonissen und Hilfsschwestern. "Heute leben noch fünf Diakonissen, alle im Feierabend", sagte der Sprecher des Diakonie-Krankenhauses, Ingo Hartel, dem epd. Der Feierabend der Diakonissen entspricht dem Ruhestand.

Mit einer Spende von 100 Talern wurde 1867 der Grundstein für den Verein "Ev. Diakonissenanstalt in Bremen" gelegt. In den Anfängen wurden Menschen in einem Krankenhaus mit 32 Betten gepflegt. 1880 bezogen die Diakonissen einen Krankenhausneubau mit etwa 60 Betten an der Nordstraße, direkt am Industriehafen der Stadt. So entstand ein Schwerpunkt in der Versorgung von Hafenarbeitern und Seeleuten.

Als 1944 bei einem schweren Bombenangriff der ganze Bremer Westen zerstört wurde, blieb nur der Bunker des Krankenhauses übrig, in dem sich zu diesem Zeitpunkt alle Patienten und Schwestern befanden. 1960 bezog die Einrichtung einen Neubau, und das Krankenhaus wurde rechtlich vom Mutterhaus getrennt.

Arbeitsschwerpunkt der Schwestern war von Anbeginn die Pflege. Ende der 1970er Jahre kamen Hilfen für ältere Menschen dazu. So waren Schwestern in vielen Gemeinden sowie in Krankenhäusern in Bremen und Ostfriesland unterwegs. Heute hat das modernisierte und erweiterte Diakonissen-Krankenhaus 400 Betten und mehr als 800 Beschäftigte.

Der evangelische Pastor Theodor Fliedner (1800-1864) gründete 1836 in Düsseldorf-Kaiserswerth das erste Diakonissen-Mutterhaus. Die Bewegung wuchs rasch, auch über Deutschland hinaus. 1861 entstand die internationale Kaiserswerther Generalkonferenz mit 13 Mutterhäusern und 700 Diakonissen. Aus dieser Konferenz heraus entwickelte sich 1916 der Kaiserswerther Verband als Zusammenschluss der deutschen Diakonissen-Mutterhäuser, zu dem auch Bremen gehört.

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