10. Oktober 2017

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Landesarmutskonferenz warnt vor Mauer zwischen Armen und Reichen

Hannover (epd). Mit einer symbolischen "Mauer zwischen Arm und Reich" will die niedersächsische Landesarmutskonferenz am Mittwoch in Hannover vor einer wachsenden sozialen Ungleichheit warnen. Sozialpolitiker aller Parteien seien um 13 Uhr aufgefordert, die "Mauer" vor dem Eingang des Landtagsgebäudes "einzureißen", teilte die Konferenz am Montag mit. Dabei wolle die Armutskonferenz ihre Forderungen für ein sozialeres Niedersachsen zur Landtagswahl an diesem Sonntag präsentieren.

Trotz der wirtschaftlich günstigen Entwicklung sei landesweit jeder Sechste von Armut bedroht, kritisierte Martin Fischer von der Landesarmutskonferenz. Das seien 1,25 Millionen Niedersachsen. Gerade in sozialen Brennpunkten wählten viele Menschen die rechtspopulistische AfD, während die Wahlbeteiligung in diesen Gebieten weit unter dem Durchschnitt liege. "Nachhaltige Armutsbekämpfung ist also auch ein Mittel, um die Demokratie in unserem Land zu stärken", unterstrich Fischer.

Die Armutsquote liege mit knapp 16 Prozent sei so hoch wie zuletzt zu Beginn der bundesweiten Aufzeichnungen im Jahr 2005, sagte Lars Niggemeyer, ebenfalls Sprecher der Landesarmutskonferenz. Das angebliche Jobwunder und die positive Wirtschaftslage täuschten über die Spaltung der Gesellschaft hinweg. Fast ein Viertel der Beschäftigten arbeite im Niedriglohnsektor. Damit sei die Altersarmut vorprogrammiert.

Die Landesarmutskonferenz fordert in ihrem Programm unter anderem einen ausreichend finanzierten sozialen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose, höhere Hartz IV-Sätze, einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbaus und eine Eindämmung des Niedriglohnsektors, wie etwa in der Pflege. Am 17. Oktober, dem Weltarmutstag, lädt die Konferenz zu einem Fachtag in Hannover ein unter der Überschrift "Reichtum. Macht. Armut. - Wie viel Ungerechtigkeit verträgt die Gesellschaft?"

epd lnb jön mir
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