8. August 2017

Nachricht

Jugendämter nehmen deutlich mehr Flüchtlinge in Obhut

Hannover (epd). Niedersachsens Jugendämter haben im vergangenen Jahr auch wegen zunehmender Flüchtlingszahlen deutlich mehr Jugendliche in Obhut genommen als noch im Vorjahr. So wurden 2016 insgesamt 8.347 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, von denen mehr als die Hälfte (4.365) unbegleitet aus dem Ausland eingereist waren, wie das Landesamtes für Statistik am Montag in Hannover mitteilte. Im Jahr 2015 verzeichneten die Jugendämter insgesamt 5.842 Fälle, wobei in 2.534 eine unbegleitete Einreise vorausgegangen war.

Unbegleitete Minderjährige werden den Angaben zufolge grundsätzlich zu ihrem Schutz von Jugendämtern kurzfristig in Obhut genommen, wenn sich in Deutschland keine Personen mit Sorge- oder Erziehungsrecht für sie aufhalten. Die übrigen Fälle gehen unter anderem auf Überforderung von Eltern, Beziehungsprobleme oder Vernachlässigung zurück. Betroffene können die Jugendämter um eine Inobhutnahme bitten, bei dringender Gefahr werden die Behörden aber auch direkt tätig. In den meisten Fällen schließt sich langfristige Hilfe an.

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