Lebensdaten1920 in Bremen geboren, nahm Carl Meyer-Arnek 1939 sein Studium
auf.
Sein Lehrer war der Bremer Kunstprofessor Gustav-Adolf
Schreiber (1889-1958), ein Vertreter der figürlichen Kunst. |
Gelehrtenstreit |
Wo war Kazik als die Kerze erlosch? |
"Kunst darf nicht gefällig sein", sagt Carl
Meyer-Arnek. Wenn jemand beim Betrachten seiner Kunstwerke sagt
"Oh, wie schön", dann wird er misstrauisch. Kunst ist ihm
Mittel zum Ausdruck. Seine Werke haben eine persönliche Aussage.
Der Betrachter, so wünscht Meyer-Arnek, müsse sich mit dem Werk
auseinandersetzen, müsse es sich erarbeiten.
"Die Idee zu meinen Bildern entsteht im Kopf, doch bevor die
Hand sie ausführt, muss sie den Weg über das Herz nehmen, denn sonst
wird nur ein kümmerlicher intellektueller Kuchen im Goldrahmen
daraus" erklärt Meyer-Arnek. |
Die Werke Meyer-Arneks sind einzigartig in ihrer Technik, Form und
Ausdruckskraft: Zinkblech bildet meistens die Grundlage. Darauf werden
als Träger des weiteren Aufbaues senkrecht und stegartig Messing-
oder Kupfersteifen gelötet. Die Metalle werden, um die jeweils
gewünschte und erforderliche Färbung zu erreichen, geglüht, mit
Säuren geätzt und mit verschiedenen Chemikalien behandelt. Die so
gefärbte Oberfläche ist sehr resistent und verändert sich nicht
mehr. Wesentlich für Meyer-Arnek ist, dass durch die Behandlung der
Charakter der Metallteile erhalten bleibt, ja sogar möglichst betont
und noch vertieft wird.
Glas-, Keramik- und Spiegelscherben, Holz, Stanzteile,
Maschendraht, Industrieabfälle vom Schrott, Lederstücke verbindet
Meyer-Arnek zu beeindruckenden Kompositionen. "Mit
unterschiedlichen Materialien erzeuge ich Spannung, Harmonien, auch
gewollte Disharmonien. Ich bringe lyrische Elemente hinein, betone sie
und versuche damit, einer mehr poetischen Aussage die Priorität zu
geben", erläutert der Oytener. Sein Bestreben ist es, dass der
formale Bildaufbau, der Inhalt und das jeweilige Thema sich ergänzen
und eine vollkommene Einheit, eine Synthese der
thematisch-darstellenden und der lyrisch-abstrahierenden Komponente
bilden.
In manchem wird man sich dabei an die Collagearbeiten Kurt
Schwitters und ähnlicher Künstler des letzten Jahrhunderts erinnern
können.
Meyer-Arneks Materialbilder sind von Literatur inspiriert. Kafka,
Enzensberger, Beckett, Baczynski und andere. Zudem werden religiöse
Formen, Symbole und Zeichen aufgenommen, ohne darin eine festgelegte
Botschaft zu formulieren. "Kunst soll sich nicht anlehnen",
sagt Meyer-Arnek. In Andeutung und Zitat entsteht ein Neues.
Immer wieder gibt es Bezüge zu polnischem und anderem
osteuropäischen Kulturgut: Formen, die an polnische Kirchenfahnen
erinnern, Motive, die polnische Bräuche und Geschichten
wiederspiegeln, ikonenhafte Darstellungsweisen.
Keine Gebrauchskunst, Kunst der Nachdenklichkeit, im Verborgenen
dem Humanum begegnen, neu auf die Spur kommen, den Schmerz nicht
vergessen, Lachen und Weinen, eine Geschichte erzählen, etwas spüren
von Wärme
AusstellungenBremen, Hildesheim, Mainz, Warschau, Kopenhagen, Danzig, Oberhausen, Georgsmarienhütte, Nürnberg, Göttingen, Sofia, Reszel/Polen u.a.m
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