Die 'Tür' als Zugang zu Advent und Weihnachten
Eine Unterrichtsstunde im Religionsunterricht einer 4. Klasse im Rahmen einer fächerübergreifenden Unterrichtseinheit zum Thema "Türen"

von Birgit Stecker und Lena Kuhl


 

Überlegungen zum Bildwort "Tür"

Der Umgang mit Türen in der alltäglichen Lebenswelt ist für uns und damit auch für die Kinder selbstverständlich. Es gibt unsagbar viele Arten, in Gebäuden, in Zäunen und Mauern, in Fahrzeugen und in Geräten. Sie dienen als Durchgang, Eingang und Ausgang, als Verbindungs- oder Trennungselemente, als Schutz, als Abgrenzung nach außen.

Kleinkinder erleben Türen als Hindernisse. Wenn sie groß genug sind, können sie selbst die Türen öffnen und sich Zugänge zu anderen Räumen verschaffen. Kinder haben bereits erfahren, dass Türerlebnisse oft mit Gefühlen verbunden sind. Wenn sie jemanden besuchen wollen und an die Tür klopfen, wird ihnen aufgemacht, und sie werden willkommen geheißen. Wenn sie selber Besuch empfangen, öffnen sie die Haustür und begrüßen freudig ihre Gäste. Geschlossene Türen vermitteln häufig das unangenehme Gefühl des Ausgeschlossenseins. Viele Kinder möchten lieber bei offener Zimmertür schlafen, um den Kontakt zu den Eltern nicht zu verlieren. Manche Kinder haben schon vor verschlossener Haustür gestanden und trotz Klingeln und Klopfen keinen Einlass erhalten. Oder sie haben ihren Haustürschlüssel vergessen und mussten warten, bis jemand aufschließen konnte. Wieder andere haben sich selbst in Räume eingeschlossen und mussten befreit werden. Im Gegensatz dazu wird das Schließen der eigenen Zimmertür von manchen Kindern als wohltuend empfunden, da sie sich dann ungestört, geschützt und geborgen fühlen.

Türen begegnen Kindern auch in Geschichten und Märchen. Oft verbergen geschlossene Türen ein Geheimnis und machen Kinder neugierig.

Ferner taucht das Wort Tür über das gegenständlich Gemeinte in bildhafter Redewendung im alltäglichen Sprachgebrauch auf: Z.B.: "Jemandem die Tür vor der Nase zuschlagen", "mit der Tür ins Haus fallen", "eingeschnappt sein", "offene Türen einlaufen" u.v.m..

"Türen" können auf dieser bildlichen Ebene als verbindende bzw. trennende Elemente zwischen Menschen verstanden werden. "Offene Türen" verknüpfen wir meistens mit positiven Empfindungen und Assoziationen, mit (Gast-)Freundschaft, Offenheit der Menschen, Gemeinschaft, Einladung und Kontaktfreudigkeit, "geschlossene Türen" dagegen mit Sich-Abkapseln, Sich-Isolieren, Sich-Zurückziehen, Eingeschlossen-Sein. Da Bilder und Symbole einen ambivalenten Charakter besitzen, lassen sich jedoch immer auch andere Deutungen finden. So assoziieren wir mit "geschlossenen Türen" auch Gedanken an Schutz, Geborgenheit, Privatsphäre; und mit "offenen Türen" Schutzlosigkeit und Ausgeliefertsein.

 

Die "Tür" im fächerübergreifenden Unterricht

Eine Unterrichtseinheit zum Thema "Tür" eignet sich besonders gut für den fächerübergreifenden Unterricht. Dabei geht es um eine möglichst komplexe Erschließung des Bildgehalts:

Türen in unserer Lebenswirklichkeit:

 

 

Wir betrachten verschiedene (Bilder von) Türen und denken über Vorkommen, Aussehen und Funktionen von Türen nach.

 

 

Unsere Erfahrungen/Empfindungen mit Türen:

 

 

Bewusstmachen bzw. emotionales Nachvollziehen unserer Grunderfahrungen mit Türen/Toren. Offene und geschlossene Türen lösen bei uns Gefühle aus.

 

 

Türen - was sich sonst noch dahinter verbirgt:

 

 

Anbahnung und Vertiefung des Verständnisses der mehrdimensionalen Rede von Tür/Türen: (Geschichten; Sprichwörter; Redensarten zur Tür als Symbol;)
Türsegen
Tür und Mensch - eine Verbindung?
Identifikation: Welcher Tür möchte ich gleichen?/Wie eine Tür sein.

 

 

In vielen Fächern kann ergänzend erarbeitet werden:

Im Sprachunterricht:

 

 

Türgedichte; Auseinandersetzung mit Türen in der Literatur, z.B.: Märchen mit dem Symbol Tür als Inhalt; Elfchen und Rondelle zu "Türerlebnissen/-erfahrungen" formulieren

 

 

Im Kunstunterricht:

 

 

Türen gestalten; Türbilder verfremden; Die "Türbilder" Paul Klees

 

 

Im Musikunterricht:

 

 

Lieder zum Symbol Tür; Tänze; Texte/Lieder werden mit Orff-Instrumenten begleitet

 

 

Im Sport- und Bewegungsunterricht:

 

 

Kleine Lauf- und Fangspiele mit Türen/Toren wie "Katze und Maus"

 

 

 

Das Bildwort "Tür" im Religionsunterricht und in dieser Stunde

Im Religionsunterricht muss dem Bereich der Bildrede, zu der auch die Arbeit mit Symbolen zählt, ein besonderes Gewicht zugewiesen werden. In den Rahmenrichtlinien aller Bundesländer und auch in der grundlegenden Literatur zur Didaktik des Religionsunterrichts wird diese Aufgabe als zentral gesehen: "Die Bildrede bringt in starker Verdichtung biblisch-christliche Glaubensaussagen zur Sprache. [ ¼ ] Ihr kommt eine besondere Bedeutung zu, da mit ihrer Hilfe Zugänge gefunden und Zusammenhänge zu anderen Bereichen hergestellt werden können. [ ¼ ] Die Arbeit mit der Bildrede bahnt ein mehrdimensionales Begreifen der Wirklichkeit an", welches über das kognitive Verstehen hinausgeht.

"Die biblische Sprache hat überwiegend bildhaften Charakter, der erfahren sein will. Die Anbahnung eines Symbolverständnisses befähigt Kinder mehr als der kognitiv-analytische Umgang mit biblischen Texten zu einem verstehenden Deuten der Welt."

 

Das Reden von der "Tür" im Alten und Neuen Testament

In der Bibel taucht das Bild der Tür sowohl im Alten als auch im Neuen Testament auf und zwar dort, wo Gott befreit und erlöst, wo er vergibt und Zukunft eröffnet. In der Erzählung vom Auszug aus Ägypten kommt der Tür, die mit Blut bestrichen wird, eine wichtige Bedeutung zu für die Befreiung und Erlösung des Volkes Israel (vgl. Ex12). Überhaupt ist die Tür im kultischen Handeln Israels ein wichtiger Ort, häufig wird von der Tür der Stiftshütte geredet im Zusammenhang mit Gottes Erscheinen und Handeln. Ex26,31-33 nennt den Vorhang, der das Allerheiligste vom Heiligen, also den Bereich Gottes von dem der Menschen trennt. Wenn in der Todesstunde Jesu dieser Vorhang zerreißt, weist das darauf hin, dass diese Trennung hier durchbrochen wird (vgl. Mt27,51par.). Auch die Tür zum Allerheiligsten im Tempel ist zu erwähnen, durch die nur der Hohepriester einmal im Jahr hindurchschritt, und zwar am Versöhnungstag. Auf die Pforte des Himmels in Gen28 wird im NT Bezug genommen: die offene Himmelstür gibt den Blick frei hin zu Gott (Apk4,1ff), Joh bringt die Szene in Zusammenhang mit Jesus, dem Menschensohn (1,51). Sehr zentral ist die Rede von der engen Pforte und der verschlossenen Tür in Lk13,22ff und den Schlüsseln des Himmelreichs in Mt16,16ff. Insgesamt lässt sich sagen, dass im NT Gottes Handeln in Jesus als Öffnen der Tür zum Paradies (Gen3) ausgelegt wird, die seit dem Sündenfall geschlossenen war. Zugespitzt redet das NT von Jesus selbst als der Tür (vgl. Joh. 10,7; 9a).

Viele Jesusgeschichten lassen sich inhaltlich als "Türen öffnen" betrachten. "Jesus durchschreitet Türen, weil er "Mauern" und "Abgrenzungen" überwinden will; er öffnet sich für andere, er lebt in all seinem Handeln die Zuwendung Gottes." Die Menschen, denen Jesus sich zuwendet und denen er somit "Türen öffnet", sind Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben.Jesus nimmt all diese Leute wahr, schenkt ihnen seine Zuwendung und eröffnet ihnen so eine neue Perspektive. Dieses erfahren z.B. Kranke (Mk 2,1-12), Blinde (Mk 10,46-52), Kinder (Mk 10,13-16), Sünder (Joh 8, 1-11) und Zöllner (Mk 2,13-17; Lk 19,1-10).

 

Die "Tür" in christlichen Liedtexten

Viele christliche Liederdichter benutzen das Tür-/Tormotiv für ihre Glaubensaussagen über Jesus und greifen dabei den biblischen Hintergrund auf. In einem Adventslied wird die Bitte formuliert: "O Heiland, reiß die Himmel auf ... reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für."(EG7,1) Die Weihnachtsbotschaft kleidet Nikolaus Herman in die Worte: "Lobt Gott, Ihr Christen..., der heut schließt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. ... Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür. ..."(EG27,1+6). Neutestamentliche Inhalte (s.o.) aktualisierend, redet Paul Gerhard die Bedürftigen seiner Zeit an: "Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude; ..."(EG36,7). Auch ein Weihnachtslied aus unserem Jahrhundert singt: "Uns wird erzählt von Jesus Christ, dass er die Tür zum Vater ist." (EG 57,4). Bei Gerhard Terstegen klingt das so: "Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen." (EG41,4). Stellvertretend für einige Lieder, die das Türmotiv in anderer Weise benutzen, sei das Adventslied "Macht hoch die Tür die Tor macht weit" genannt. Hier wird nicht – wie in den o.g. – von Gottes Tun gesprochen, sondern die Antwort der Menschen ins Auge gefasst. Dass Menschenherzen sich öffnen für Gott und für andere, ist weniger als Appell, sondern als Konsequenz aus Gottes vorausgehendem Handeln gemeint. Im Sinne von neutestamentlicher Nachfolge ergibt sich menschliches Verhalten aus dem, was das Evangelium zusagt: Seit der Geburt Jesu ist Gottes Tür offen, und deswegen können wir offen sein, für ihn und für andere. Wir feiern Weihnachten, weil Gott Jesus auf die Erde zu uns Menschen schickte, bei denen er offene Türen sucht.

Die Bildrede der offenen und geschlossenen Türen kann Biblisches und Gegenwärtiges aufnehmen und verschränken. Die SchülerInnen sollen Jesus/Gott kennenlernen, als jemanden, bei dem die Türen immer offen stehen, der allen Menschen Türen öffnen will und dies an vielen Stellen und insbesondere an Weihnachten getan hat. Die Adventszeit ist der Abschnitt im Kirchenjahr, der wie kein anderer im Zeichen der Türsymbolik steht. Der 1. Dezember ist ein Tag, dem kleinere Kinder entgegenfiebern, um das erste Türchen ihres Adventskalenders zu öffnen, auch etwas größere Kinder lassen sich noch gern davon faszinieren. Durch eine Auseinandersetzung mit dem Bild "Tür" könnten die Kinder die Adventszeit aufmerksam und bewusst durchlaufen bis hin zu Weihnachten, wo Gott die Tür zu uns Menschen endgültig aufschließt: "Heut schleußt er wieder auf die Tür...". Derselbe Gedanke taucht in einem Kinder-Weihnachtslied auf, dessen Text für die Verwendung im Unterricht in der zweiten Zeile verändert wurde. Statt: "Christus ist geboren! O, stellt euch dieses Wunder vor!..." lautet er dann so: "Christus ist geboren! Gott selber öffnet uns die Tür! ..."

 

Intentionen der Unterrichtsstunde:

Die Kinder sollen durch Bilder unterschiedlicher Türen angeregt werden, frohmachende Erfahrungen unterschiedlicher Menschen in selbstverfassten Texten auszudrücken. Durch das Herstellen eines Adventskalenders soll die tägliche Auseinandersetzung mit dem Bild "Tür" und der Weihnachtsbotschaft ermöglicht werden. Die soll von den Kindern so verstanden werden, dass Gott hier die Tür zu den Menschen für alle Zeiten geöffnet hat.

 

Zum Ablauf der Stunde

Die Kinder sitzen zu Beginn der Stunde im Sitzkreis, die Tische stehen außen. Nach der gemeinsamen Begrüßung wird an den vorhergehenden Unterrichtsgang und die bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen mit Türen erinnert. Die Kinder werden aufgefordert, sich die Türbilder, die jeweils auf Klappkarten aufgeklebt und mit einer Innentasche versehen nun auf den Tischen ausgebreitet werden, in Ruhe eine Weile anzusehen, ohne dabei zu sprechen. Erinnerungen, Gedanken und Empfindungen werden wachgerufen.

Nach einer Weile ruhigen Betrachtens erhalten sie die Anweisung:

 

 

"Suche dir eine oder zwei Türen aus, die dich besonders einladen.
Welche Tür möchtest du gern öffnen?
Sicher gibt es mehrere, aber wähle jetzt eine aus und bringe sie mit in den Sitzkreis."

 

 

Es müssen genügend Türbilder vorhanden und die Aufforderung sollte die Offenheit für zwei oder drei Bilder unterstreichen, so dass ein Streit um ein bestimmtes Türbild vermieden wird.

Die Kinder erhalten nun folgenden Impuls und Auftrag:

 

 

"Hinter der Tür, die du ausgewählt hast, wohnen sicher Menschen.
Was für Menschen mögen das sein?
Vielleicht eine Familie mit Kindern? Vielleicht ein junges oder älteres Paar?
Vielleicht eine alleinstehende Frau mit ihrem alten Vater? Oder welche Menschen stellst du dir vor?
Du öffnest die Tür in einem Moment, in dem diese Menschen gerade besonders froh sind.
Was könnte sie so froh machen?
Schreibe eine kleine Geschichte darüber
Wenn du noch Zeit hast, kannst du auch noch etwas dazu malen."

 

 

Sie erhalten ein vorbereitetes Arbeitsblatt, auf das sie nun an den Tischen schreiben können. Als Orientierungshilfe sollte der Arbeitsauftrag für die Kinder noch einmal an der Tafel stehen. Zusätzliche Hilfen in der Form, dass mögliche Satzanfänge vorgegeben werden, können bereitgehalten werden. Da jedes Kind nach seinem Ermessen arbeiten kann, steuert es so viel zum gemeinsamen Endprodukt (Adventskalender s.u.) bei, wie es leisten kann. Eine weitere Differenzierung erübrigt sich daher.

Die einzelnen Ergebnisse werden nicht - wie sonst üblich - vorgestellt, sondern nach Abschluß der Arbeit jeweils in die Tasche hineingelegt, die in jeder Doppelkarte eingeklebt ist. Mit einem "Haftie" kann jedes Kind seine Klappkarte verschließen. Dieser Vorgang ist Grundlage für die sich nun anschließende produktorientierte Phase der Stunde: es soll ein Adventskalender entstehen. In der vorausgehenden Schreibphase sollte das allerdings noch nicht bekannt sein, da sonst die Ergebnisse inhaltlich beeinflusst würden. Eine Reihe von 24 Häusern ist vorbereitet, aber zunächst verdeckt aufgehängt. Deren wichtigste Merkmale werden die Türbilder der Kinder sein mit den darin verborgenen Arbeitsergebnissen. Sinnfällig wird damit die Adventszeit präsentiert als Abfolge von zunächst geschlossenen Türen, die sich in der Annäherung an Weihnachten Schritt für Schritt öffnen.

Die Kinder werden nun aufgefordert, ihre eigenen Türen auf je eins der bisher nicht nummerierten Häuser zu kleben. Dieser Vorgang wird einmal vorgemacht, nicht, weil die Kinder dies nicht auch allein könnten, sondern weil hinter der ersten Tür das impulsgebende Lied: "Christus ist geboren!" versteckt werden soll. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler muss bei der Planung bedacht werden; evtl. müssen einige Türen von schnell arbeitenden Kindern oder von der Lehrkraft übernommen werden. Für den Fall, dass ein Kind an diesem Tag fehlt, wird ein Platz freigelassen. Die 24. Tür ist bereits gefüllt und geöffnet. Sollte ein Kind in dieser Stunde mit seinen Ergebnissen nicht fertig werden, erhält es in einer der Folgestunde die Gelegenheit, seinen Text zu Ende zu bringen, um ihn in den Adventskalender einzufügen.

Spätestens nach dem Aufkleben der Türen erkennen die Kinder das entstandene Gebilde als Adventskalender. Die bereits geöffnete 24. Tür mit dem erkennbaren Weihnachtsgeschehen dahinter fördert sicher den Erkenntnisprozess. Nun kann das willkürliche Verteilen und Ankleben von Hausnummern durch die Kinder erfolgen.

Zwei Gedanken werden mit großer Wahrscheinlichkeit jetzt die Kinder beherrschen: Erstens die Frage, warum die 24. Tür bereits geöffnet ist, und zweitens der Wunsch, die erste Tür zu öffnen. Die Erfüllung des Wunsches bringt zugleich die Beantwortung ihrer Frage in Gang, denn hinter der Tür zum 1. Dezember verbirgt sich die erste Strophe des Liedes: "Christus ist geboren!" Indem die Kinder das Lied kennen lernen, sprechen sie den Hauptgedanken der Unterrichtsstunde aus: "Gott selber öffnet uns die Tür", und das feiern wir zu Weihnachten. Das kann in einem weiterführenden Gespräch zu einer Erklärung dafür führen, warum die 24. Tür bereits geöffnet ist. Die komplexe Arbeit mit dem Bildwort Tür zielt also darauf hin, die Weihnachtsbotschaft neu zu verstehen im Sinne von "Gott öffnet uns die Tür und schickt uns seinen Sohn". Gott ist derjenige, der zuerst und voraussetzungslos die Tür öffnet, sie für alle Zeiten geöffnet hat.

Wenn jetzt konkret im Adventskalender oder abstrakt gesprochen in uns Menschen weitere Türen nacheinander geöffnet werden, so ist das eine Folge des Weihnachtsgeschehens. In der Anlage des von den Kindern hergestellten Adventskalenders ist implizit auch der weiterführende Gedanke enthalten, dass dieses Handeln Gottes auch uns Möglichkeiten schenkt, uns Gott und anderen Menschen gegenüber zu öffnen. Im Blick auf die Weihnachtstür wird nicht nur eine Tür des Adventskalenders nach der anderen geöffnet, sondern jedes Kind lässt die übrigen teilhaben an seinen Gedanken und Empfindungen. Jedes Kind darf seine Tür selbst öffnen und damit seine Geschichte freigeben. So ist das Türöffnen mehr als ein vordergründiger Vorgang, es ist eine Symbolhandlung. Das Türsymbol wird von den Kindern auf diese Weise Tag für Tag ein bisschen tiefer erschlossen.

Wenn der Arbeitsauftrag nach froh machenden Erfahrungen und Momenten fragt, zielt er auf die Auswirkungen des Weihnachtsevangeliums in unserem Leben. Damit wäre der Zusammenhang hergestellt von der Aussage der offenen 24. Tür des Adventskalenders zu den von den Kindern gefüllten Türen 1 bis 23.

 

Geplanter Unterrichtsverlauf

Phase

Unterrichtsgeschehen

Sozial- Arbeitsform

Medien / Hilfsmittel

Einstieg,

Motivation

  • Begrüßung
  • Betrachtung der Türbilder
  • Jedes Kind sucht sich ein Bild aus und bringt es mit in den Sitzkreis
  • Sitzkreis
  • Freies Umhergehen

Viele verschiedene Türbilder auf einer Klappkarte mit innenliegender Tasche

Erarbeitung

  • Hinführung zum Arbeitsauftrag
  • Jedes Kind schreibt eine Geschichte zur Tür auf ein vorbereitetes Arbeitsblatt
  • Kurze Stillephase
  • Einzelarbeit an Tischen

Arbeitsblätter, Stifte

Herstellen eines Adventskalenders

  • Überleitung
  • Aufdecken der Hausreihe
  • Anheften der Bilder (vormachen: Tür Nr. 1) und Hausnummern
  • Erkennen: Adventskalender mit geöffneter 24. Tür
  • Frontalunterricht
  • Stehkreis

Klappkarten, Texte und Bilder der Kinder, Klebstoff, vorbereitete Häuser 1-24, Hausnummern,

Erarbeitung des Liedtextes, Vertiefung

  • Öffnen der 1. Tür
  • Lernen und Singen des darin enthaltenen Liedes
  • Erarbeitung: Zusammenhang von Tür Nr. 1 und 24
  • Lied zum Abschluss
  • Stehkreis
  • Sitzkreis
  • Unterrichtsgespräch
  • Singen

Liedblätter

 

 

Text aus Loccumer Pelikan

4/1999