Mäuse, Kröten, Kohle, Asche – wie viel braucht man in der Tasche?

Von Matthias Hülsmann

 

Schulgottesdienst zum Thema „Geld“1

Dieser Schulgottesdienst wurde im Religionsunterricht einer 9. Klasse vorbereitet. In der etwa dreimonatigen Vorbereitungsphase wurde zunächst der Inhalt erarbeitet. Dazu gehörte die Beschäftigung mit folgenden Personen und Themen: Franz von Assisi, Bodo Schäfer und sein Buch „Der Weg zur finanziellen Freiheit: In sieben Jahren die erste Million“2, Anne Donath 3, Der Affentopf 4, Matthäus 10,5-10 und 19,24.

 
Vorspiel

Begrüßung

Lied:
Wir wollen aufsteh´n, aufeinander zugeh’n 5

Während der Erzähler spricht, wird die Handlung gleichzeitig von Schülerinnen vorgespielt. Die Autos sind bemalte Pappkartons, in denen ein Schüler steckt.

Erzähler: Es geschah am helllichten Vormittag. Erna B., 75 Jahre alt, verlässt wie jeden Montagmorgen um 9.15 Uhr ihre Wohnung, um in der nahegelegenen Filiale der Sparkasse Geld von ihrem Konto abzuheben. Mit 500 Euro im Portmonee verlässt die Rentnerin die Bank und macht sich auf den Heimweg. Sie überquert die stark befahrene Hauptstraße, doch übersieht dabei einen heranfahrenden Wagen. Nur mit einem für ihr Alter sehr gewagten Sprung kann sich Frau Erna B. auf den Gehweg retten. Sie bemerkt aber nicht, dass ihr bei diesem Sprung das Portmonee aus der Tasche fällt. Der Wagen braust an ihr vorbei. Durch den Fahrtwind wird das zierliche Damen-Portmonee Richtung Gulli-Deckel getragen und fällt durch die Öffnung in den Schacht. Frau Erna B. beschließt, auf diesen Schrecken erst einmal einen kleinen Likör zu sich zu nehmen und geht zurück in ihre Wohnung.
Herr Huodini, ein junger, arbeitsuchender Feinmechaniker, der in seiner Freizeit als Entfesselungskünstler in einem Wanderzirkus jobbt, hat zufällig beobachtet, wie das Portmonee in den Gulli gefallen ist. Blitzschnell springt er auf den Gulli-Deckel. Es gelingt ihm, seine zierliche Hand durch die kleine Öffnung zu schieben. Er bekommt das Portmonee zu fassen, umschließt es mit seiner Faust und beginnt wie verrückt an der Gulli-Deckel-Öffnung zu zerren.

Der Rentner Herr B. lehnt währenddessen am Geländer seines Balkons und hat Herrn Huodini die ganze Zeit beobachtet. Herr B. ruft Herrn Huodini mir kräftiger Bassstimme zu:
(Von der Empore): „Ich würde jetzt mal langsam loslassen und sehen, dass ich da wegkomme. Da kommt nämlich schon wieder ein Wagen!“

Der Führer der Fahrzeugs GI-ER 990 ist gerade frisch verliebt und telefoniert während der Fahrt mit seiner Freundin. So bemerkt er den knienden Mann auf dem Gulli-Deckel viel zu spät und es kommt zu einem Verkehrsunfall, bei dem Herr Huodini das Portmonee einschließlich Arm und der Fahrzeugführer sein Fahrzeug einschließlich Fahrerlaubnis verliert wegen unerlaubten Telefonierens im Straßenverkehr.

Lied vom Schulchor

Lesung

Vorleserin: Wir hören nun einen Abschnitt aus der Bibel: Jesus schickt seine Jünger los. Sie sollen zu den Menschen gehen und predigen. Und was sie dafür mitnehmen sollen oder besser gesagt: nicht mitnehmen sollen, das zählt Jesus im Matthäusevangelium genau auf:
Jesus schickte seine Jünger zu den Menschen und gab ihnen folgende Anweisungen mit auf den Weg: „Geht zu den Menschen und verkündigt ihnen: Jetzt bricht Gottes Herrschaft an. Ihr sollt kein Gold, kein Silber und keine Kupfermünzen in euren Taschen haben. Ihr sollt überhaupt keine Reisetasche bei euch haben. Ihr sollt auch kein zweites Hemd, keine Schuhe und keinen Wanderstock bei euch haben. Denn wer arbeitet, der hat auch ein Recht darauf, dass er etwas dafür bekommt.“
(Zwischenruf aus dem Publikum)

Rufer: Halt! Stopp! Das ging zu schnell. Das habe ich nicht richtig verstanden. Noch mal, bitte!

Vorleserin: Wie bitte?

Rufer: Kannst du das bitte noch mal lesen, was du da eben vorgelesen hast.

Vorleserin: Meinetwegen. Also: Jesus sagte: Ihr sollt kein Gold, kein Silber und keine Kupfermünzen in euren Taschen haben. Ihr sollt überhaupt keine Reisetasche bei euch haben. Ihr sollt auch kein zweites Hemd, keine Schuhe und keinen Wanderstock bei euch haben.

Rufer: Das ist ja irre. Aber kannst du das noch mal erklären? Was meint der denn mit Gold, Silber und Kupfermünzen und so?

Vorleserin: Naja, wie es da steht: Du sollst kein Geld im Portmonee haben, keine Euros, keine Centstücke und natürlich auch keine Scheine.

Rufer: Aber wozu brauch ich denn dann noch ein Portmonee?

Vorleserin: Stimmt. Das brauchst du dann eigentlich auch nicht mehr. Und Wäsche zum Wechseln sollst du auch nicht mitnehmen. Du hast ja schon ein Hemd an und Hose und Pullover und so.

Rufer: Ich soll also nur das mitnehmen, was ich gerade anhabe?

Vorleserin: Das sagt jedenfalls Jesus zu seinen Jüngern. Hat ja auch den Vorteil, dass du keinen Koffer zu schleppen brauchst.

Rufer: Stimmt. Und klauen kann mir den auch keiner, wenn ich gar keinen habe. Aber sag mal: Wie soll das denn rein praktisch gehen, ohne Geld, ohne Koffer, ohne Schminksachen?

Vorleserin (kratzt sich am Kopf): Tja, ehrlich gesagt, das weiß ich auch nicht. Aber es hält sich ja sowieso keiner dran.

Rufer: Weißt du was? Ich finde die Idee genial! Ich pfeif auf das Geld und auf meine Klamotten. Wenn Jesus das sagt, dann wird es schon irgendwie klappen. Bei ihm hat es ja auch geklappt.

Vorleserin: Sag mal, findest du das nicht ein bisschen übertrieben? Und sag mal: Wie heißt du eigentlich?

Rufer: Ich? Ich heiß Francesco.

Vorleserin: Komischer Name. Du kommst nicht von hier, oder?

Rufer: Nein. Ich komme aus Italien – genauer gesagt: aus Assisi.

Vorleserin: Ach, echt: Francesco aus Assisi?

Rufer: Genau! Wieso? Kennen wir uns? Aber du kannst ruhig Franz zu mir sagen. Und ich hab jetzt endlich kapiert, was du da eben vorgelesen hast. Und genau das werde ich jetzt tun. Hier, kannst du haben! (Wirft der Vorleserin sein Portmonee hin und geht raus.)

Vorleserin (guckt Portmonee an, guckt dann Franz hinterher): Wahnsinn!

 

Psalm 23 im Wechsel gesprochen

Lied: Laudato si (EG Nr. 515)

Spielszene

Für die Spielszene ist auf der Bühne ein Halbkreis mit vier Stühlen und Mikros vorbereitet. Der Moderator setzt sich auf einen der mittleren Stühle und begrüßt die Gäste.
 

Moderator (Applaus brandet auf): Herzlich willkommen. Schön, dass Sie eingeschaltet haben. Freuen Sie sich mit mir auf eine neue Ausgabe von „Talk im Kirchenschiff“!
Das Thema unserer heutigen Sendung lautet: „Mäuse, Kröten, Kohle, Asche – wieviel braucht man in der Tasche?“ Um das Thema Geld soll es also heute in unserer Sendung gehen. Und das sind heute unsere Gäste: Begrüßen Sie mit mir den Moneycoach Bodo Bargeld (anhaltender Applaus brandet auf), die Lebenskünstlerin und Zeitmillionärin Susi Sonntag und den Biologen und Primatenforscher Dr. Dr. Gerd Grüneberg.
Herzlich willkommen! Bodo Bargeld, ich möchte mit Ihnen beginnen. Wir haben Sie in unsere Sendung eingeladen, weil Sie sich sehr gut mit Geld auskennen. Jedenfalls haben Sie als Berufsbezeichnung „Moneycoach“ angegeben. Können Sie unseren Zuschauern erklären, was das ist: ein Moneycoach?

Bodo B.: Ja gerne. So wie jeder Fußballverein und jeder Sportler einen Coach hat, der ihn trainiert und berät, so sollte jeder Mensch einen Coach haben, der ihn in Sachen Geld coacht und berät. Ich jedenfalls habe selbst einen Moneycoach, der mir gezeigt hat, wie man Millionär wird. Und nun mache ich genau dasselbe und zeige anderen Menschen, wie man es in sieben Jahren zum Millionär bringt. Deshalb rede ich ganz offen über Geld. Nur so wird man Millionär. Und dieses Wissen gebe ich an interessierte Menschen weiter.
(Zum Publikum gewandt) Ich biete hervorragende Wochenendseminare an, die seit Jahren ausgebucht sind. Für 800 Euro können Sie an solch einem Seminar teilnehmen und lernen, wie Sie in sieben Jahren Millionär werden. Falls Sie zu beschäftigt sind und keine Zeit haben, oder falls Sie zurzeit keine 800 Euro haben, dann kaufen Sie einfach mein Buch (hält sein Buch ins Publikum): „Bodo Bargeld, Wie wird man Millionär in sieben Jahren?“ Für nur 39,90 Euro gebe ich Ihnen in diesem Buch wertvolle Tipps, wie Sie in sieben Jahren Millionär …

Moderator (unterbricht ihn): Ja, vielen Dank, das ist ja sehr interessant, ich denke, das haben wir jetzt alle verstanden. Möchten Sie vielleicht noch etwas zu Ihrer Person sagen?

Bodo B. (stockt, stottert): Ja, …, also, … was soll ich da jetzt sagen, … Ich habe keine Kinder. (Überlegt kurz). Die kosten sowieso nur Zeit. Und sie kosten vor allem Geld. Wussten Sie, dass Kinder das Armutsrisiko Nummer 1 für uns in hier in Deutschland sind? Deshalb habe ich nämlich keine Kinder, und nur deshalb habe ich es auch bis zum Millionär gebracht, und das liegt nicht zuletzt daran, dass ich mich immer voll und ganz auf meine Ziele konzentriere und natürlich in meinen Wochenendseminaren andere Menschen zeige, wie sie …

Moderator (unterbricht genervt): Ja, vielen Dank. Ich möchte gerne zu unserem zweiten Gast kommen. Susi Sonntag. Sie bezeichnen sich selbst als Zeitmillionärin. Können Sie das unseren Zuschauern näher erklären?

Susi S.: Ja, das ist schnell erzählt. Also ich habe mir ein kleines Haus aus Holz gebaut. Dieses Haus hat nur einen Raum und die Wohnfläche beträgt insgesamt 16 qm. Es gibt keinen Strom und kein Telefon, aber ich habe einen kleinen Bollerofen zum Heizen mit Holz und zum Kochen. Ich habe natürlich auch kein Auto. Aber ich habe viel Zeit. Ich arbeite drei Monate im Jahr in einer Klinik, wenn alle anderen Urlaub machen und das Personal knapp wird. Das Geld, das ich in diesen drei Monaten verdiene, verteile ich auf das ganze Jahr, so dass ich pro Monat 370 Euro zur Verfügung habe für Essen, Kleidung und Krankenversicherung. Das Haus ist bereits bezahlt. Ich habe meine Lebensumstände vereinfacht, deshalb reichen die 370 Euro pro Monat. Stattdessen genieße ich die Zeit, liege auf der Wiese, die um mein Haus herum wächst, lese, stricke und tue, was ich möchte. Deshalb bezeichnen mich einige wohl als „Zeitmillionärin“.

Moderator (nachdenklich): Ja, vielen Dank für diesen Einblick, Susi Sonntag. Kommen wir nun zu unserem dritten und letzten Gast: Herrn Dr. Dr. Gerd Grüneberg. Sie sind Biologe und Primatenforscher. Können Sie das unseren Zuschauern etwas näher erläutern?

Grüneberg: Ja, ich beschäftige mich mit dem Verhalten von Menschen und Tieren. Mein Forschungsschwerpunkt ist dabei die Gier des Menschen nach Geld, die jeden von uns antreibt.

Susi S.: Also das mit der Gier, dem kann ich nur widersprechen.

Bodo B: Genau! Gier würde ich das auch nicht nennen.

Susi S.: (schaut Bodo B. verwundert an): Sooo? Wie würden Sie das denn nennen, was Sie den ganzen Tag treiben und Ihre ganze Gier nach Geld?

Bodo B.: Ich bin doch nicht gierig! Ich würde es nicht Gier nennen, sondern vielleicht Ehrgeiz. Ich weiß genau, was ich in meinem Leben erreichen will. Ich bin erfolgsorientiert und dabei habe ich ständig mein Ziel vor Augen.

Grüneberg: Das ist doch aber normal.

Moderator: Das ist normal? Können Sie uns das etwas genauer erklären?

Grüneberg: Das Prinzip ist ganz einfach. Ich will es Ihnen einmal am Beispiel vom Affentopf erklären. In Afrika fangen die Menschen Affen, um sie zu zähmen und als Haustiere zu verkaufen. Um die Wildaffen zu fangen, tun die Leute Folgendes: Sie binden einen Topf mit einem Seil an einen Baum. Dieser Topf ist gerade so groß, dass ein Affe seine Hand hineinstecken kann. In den Topf legen die Affenfänger Leckereien: ein paar Rosinen, oder ein paar Nüsse. Und dann geschieht Folgendes: Die Affen kommen, fassen in den Topf und greifen nach den Leckereien. Und dann wollen sie weglaufen, können aber nicht, denn ihre Leckereien wollen die Affen natürlich nicht wieder hergeben. Also halten sie ihre Beute eisern in der Faust fest und lassen nicht los. Deshalb kommen sie aus dem Topf nicht wieder frei. Sie müssten einfach nur loslassen, dann könnten sie ihre Hand rausziehen und verschwinden. Tun sie aber nicht. So wird dieser Topf für die Affen zur Falle. Und alles nur wegen der Gier der Affen. Naja, und genauso ist das eben beim Menschen auch.

Susi S.: Was Sie da sagen, das trifft aber nicht auf alle Menschen zu. Ich lebe zum Beispiel auch gut, und zwar ohne viel Geld und ohne viel Schnickschnack. Ich habe schon vor einiger Zeit losgelassen. Aber natürlich begegne ich oft Menschen, die nach diesem Prinzip mit dem Affentopf handeln. Zum Beispiel Sie, Herr Bargeld. Ich finde, Sie sind doch ein Sklave Ihres Geldes. Sie nehmen das schöne Leben doch schon gar nicht mehr richtig wahr wegen ihrer ganzen Termine.

Bodo B.: Ich glaube nicht, dass Sie einen Grund haben, mich zu kritisieren. Ich habe vielmehr den Verdacht, dass Sie Ihre ganze Trauer darüber, dass Sie nichts erreicht haben, hinter dieser lächerlichen Fassade verstecken.

Moderator: Ich denke, Frau Sonntag wollte Sie sicher nicht kränken. Ich meine, es ist gut, dass wir die unterschiedlichen Ansichten von Ihnen Dreien kennengelernt haben.
Herr Dr. Dr. Grüneberg, Sie als Biologe haben das Schlusswort.

Grüneberg: Ich denke, dass jeder Mensch ein Verlangen nach Geld und Besitz hat, der eine mehr, der andere weniger. Im Gegensatz zu den Affen kann jeder Mensch selbst entscheiden, ob er lieber mehr Zeit für sich hat, um das Leben zu genießen, oder ob er Millionär werden möchte und dafür den ständigen Stress auf sich nimmt. Aber ich muss schon sagen, dass ich Frau Sonntag sehr dafür bewundere, dass sie mit so wenig Geld so glücklich lebt.

Moderator: Vielen Dank, Herr Grüneberg, vielen Dank Frau Sonntag und Herr Bargeld, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben. Damit verabschiede ich mich für heute von unseren Zuschauern. Schalten Sie nächste Woche wieder ein, wenn es wieder heißt: „Talk im Kirchenschiff“. Bis dahin und machen Sie es gut!
(Alle gehen)


Ansprache

Und? Mit wem würdet ihr gern tauschen? Mit der Rentnerin Erna B. ganz vom Anfang, die auf der Straße ihre Portmonee verliert? Wahrscheinlich nicht. Geld verlieren ist immer doof.

Oder würdet ihr gern mit Herrn Huodini tauschen, der ganz überraschend Geld findet? Geld finden ist immer toll. Aber dummerweise verhält er sich genauso dumm wie die Affen in Afrika, die ihre Beute in der Faust halten und nicht mehr loslassen. Wer Geld nicht loslassen kann, wird selbst zur Beute – des Geldes.

Oder würdet ihr gern mit Bodo Bargeld tauschen? Der ist schließlich Millionär. Aber wirklich sympathisch finde ich den nicht. Einer, der sich gegen Kinder entscheidet, weil er sich für das Geld entscheidet.

Oder was haltet ihr von Susi Sonntag? Ich finde, die hat was. Ganz ohne Geld geht’s bei ihr nicht, aber sie hat ihre Ansprüche runtergeschraubt: Keine Markenklamotten, kein iPhone, kein Mercedes; aber viel Freiheit, viel Zeit für sich und viel Zufriedenheit.

Naja, und dann ist da natürlich noch Francesco aus Assisi. Der hat damals tatsächlich die Bibel ganz wörtlich genommen.

Jesus hat mal den harten Satz gesagt: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Wir würden heute sagen: Es ist leichter, dass ein Mercedes durch eine Büroklammer geht, als dass ein Reicher in den Himmel kommt.

Aber was meint Jesus damit? Geld übt auf uns Menschen eine magische Faszination aus. Wir denken nämlich: Wenn wir genug Geld haben, dann sind wir sicher. Deshalb hängen wir am Geld. Geld bedeutet Sicherheit. Und da liegt das Problem: Der Millionär hängt an seinem Geld – er denkt den ganzen Tag über Geld nach. Klammer auf: Dasselbe gilt übrigens genauso für jemanden, der unfreiwillig arm ist. Wer kein Geld hat, denkt auch den ganzen Tag über Geld nach, wie er nämlich an welches dran kommt.

Beide, der Millionär und der Arme, beide machen sich zu Sklaven des Geldes.

Jesus sagt: Frei seid ihr nur, wenn ihr euer Herz nicht ans Geld hängt, sondern wenn ihr euer Herz an den Vater im Himmel hängt, der euch alles gibt, was ihr zum Leben braucht. Erst dann seid ihr sicher. Erst dann seid ihr frei. Dann seid ihr übrigens auch frei vom Terror der Markenklamotten auf dem Schulhof.
Diese radikale Freiheit hat Franz von Assisi entdeckt. Deshalb konnte er sein Portmonee wegwerfen.

Und wie das heute aussehen könnte, das kann man an Susi Sonntag sehen.

Die Kunst besteht darin, etwas so zu haben, als hätte man es nicht. Ich besitze es zwar, aber ich kann jederzeit darauf verzichten und es weggeben.
Das ist wahre Freiheit. Und zu solchen freien Menschen möchte Jesus uns machen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber von dieser Freiheit würde ich mir gerne eine dicke Scheibe abschneiden. Amen.
 
 

Lied vom Schulchor

Fürbittengebet
Vaterunser

Segen

Lied:
Sei behütet auf deinen Wegen 6

 

Anmerkungen 

  1. Dieser Text ist ein Vorabdruck aus der Arbeitshilfe „Schulgottesdienste. Zwölf thematische Gottesdienste für die Jahrgänge 9 bis 13“, die im kommenden Jahr im RPI erscheinen wird.
  2. Schäfer, Bodo: Der Weg zur finanziellen Freiheit: in sieben Jahren die erste Million, Campus Verlag Frankfurt a. M. 1998.
  3. Über Anne Donath s. z. B: http://www.zeit.de/2003/ 18/Blockh_9ftte_neu (letzter Abruf 7.11.2017).
  4. Den Hinweis auf den Affentopf verdanke ich der Biologin und Studienleiterin an der Evangelischen Akademie Loccum, Dr. Monika C. M. Müller.
  5. Das Lied findet sich z. B. in: Arnold, Jochen u. a.: Gottesdienste und religiöse Feiern in der Schule, 246f.
  6. http://bittlingermkv.de/cmsms/uploads/media/Pdfs/Sei%20beuetet.pdf. Stand: 6.7.2017.
     

Literatur

  • Arnold, Jochen / Kraft, Friedhelm / Leonhard, Silke / Noß-Kolbe, Peter (Hg.): Gottesdienste und religiöse Feiern in der Schule, Hannover 2015
  • Schäfer, Bodo: Der Weg zur finanziellen Freiheit. In sieben Jahren die erste Million, Campus Verlag Frankfurt a. M. 1998