Service-Learning – Verantwortung lernen Schöpfung bewahren und gestalten im Rahmen eines Service-Learning-Projekts

von Imke Ratjen

 

„Wir haben doch Religionsunterricht! Warum sollen wir uns denn jetzt für unsere Umwelt engagieren? Können wir nicht in der Schule lernen?“

Diese und andere Fragen stellten sich die Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse, als ich ihnen eine Übersicht über die anstehende Unterrichtseinheit gab. Es war für sie eine ganz neue Erfahrung, dass der eigentliche Unterrichtsinhalt außerhalb der Schule erarbeitet werden sollte.

Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse sind vor Entwicklungsaufgaben gestellt, die häufig Verunsicherungen mit sich bringen. Die zentrale Aufgabe besteht für die Jugendlichen darin, ihre Identität zu finden. Sie fragen sich, wer sie sind und welche Rolle sie in der Gesellschaft haben. Zu der Suche nach der Identität gehören verschiedene Prozesse, z. B. die notwendige Loslösung vom Elternhaus, die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und eines eigenen Wertesystem. Jugendliche beschäftigen sich auch mit der Frage nach dem Ursprung des Lebens. Gleichzeitig wollen sie eine Antwort darauf finden, ob ihr Leben durch Zufall entstanden und „in guten Händen ist“. Nicht zuletzt durch die Medien findet diesbezüglich eher eine Verunsicherung statt, denn dort werden Jugendliche vielfach mit der Zerstörung der Umwelt konfrontiert. Es wird deutlich, dass trotz zahlreicher Reformvorhaben gegen die Umweltverschmutzung an den meisten Orten der Welt die Vernichtung voranschreitet. Gleichzeitig wird offenkundig, dass das Problem der sozialen Ungerechtigkeit zunehmend größer wird und Menschenrechte oft nicht eingehalten werden. Jugendlich nehmen wahr: Wir Menschen gefährden damit unsere eigenen Lebensgrundlagen. Auch dadurch kann sich die dringende Frage nach Verantwortung für die Schöpfung entwickeln. Eine andere mögliche Reaktion kann aber auch sein, die fortlaufende Zerstörung der Umwelt zu verdrängen, da die direkt erlebte Umwelt hier in Deutschland den Jugendlichen vielerorts suggeriert, dass sie diese Problematik nicht unmittelbar betrifft. Im direkten Umfeld scheint vieles „machbar, handhabbar und reparierbar“ (Lübking 1995, S. 50). Zusätzlich kann die aufkommende Bereitschaft, sich für die Umwelt einzusetzen, mit dem Gefühl der Ohnmacht einhergehen. Viele Jugendliche haben den Eindruck, allein sowieso nichts bewirken zu können. Diese Einstellung ist nachvollziehbar, weil es kein „Patentrezept“ zur Verbesserung der Situation der Umwelt gibt. Allerdings – und das ist entscheidend – kann sich jeder auch im kleinen Rahmen für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt einsetzen. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit kann dazu führen, dass Jugendliche in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und in einer verantwortungsbewussten Haltung gefördert werden.

Im Rahmen des Religionsunterrichts kann Umwelterziehung als Beitrag zur Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung geleistet werden. Bei der Förderung eines umweltgerechten Handelns ist ein ganzheitlicher Ansatz sinnvoll: Die Schülerinnen und Schüler sollten mit Kopf, Herz und Hand arbeiten. Die Jugendlichen können dabei erkennen, dass es nicht schwierig ist, Verantwortung für die Schöpfung bzw. für ihre Umwelt zu übernehmen. Auch durch das aktive Tun können sie Antworten auf ihre „Lebensfragen“ finden.

 

Der Schöpfungsauftrag an den Menschen: Leben in Verantwortung

„Schöpfung“ umfasst nicht nur den Schöpfungsakt Gottes, bildet also nicht nur den Anfang von allem, sondern auch als Bewegung zum Ziel: „Alles hat seinen Ursprung in Gott, das umfasst Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ (Jannsen 1996, S. 9). Schöpfung lässt sich folglich als Prozess, als „Schöpfungsprozess“ verstehen und beinhaltet eine Entwicklung. Der von den Naturwissenschaften beschriebene Evolutionsprozess bildet die äußere, erforschbare Seite des inneren, durch Gott geschaffenen Ursprungs des Lebens. Wir Menschen sind dabei die Beauftragten Gottes „in der Fürsorge für die Schöpfung“ (Jannsen 1996, S. 9). Der Schöpfungsauftrag an den Menschen wird in der Schöpfungserzählung zweimal explizit formuliert. So heißt es in Genesis 1,28:

„Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“

Und in Genesis 2,15:

„Und Gott der Herr nahm den Menschen und setze ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“

Im Religionsunterricht gilt es einerseits, Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, das christliche Deutungsmodell für Leben und Welt kennen zu lernen und über die Bedeutung des Schöpfungsauftrages nachzudenken.

Gleichzeitig implizieren der Auftrag selbst sowie die Bedeutung handlungsorientierter Methoden eine praxisnahe Behandlung gerade der Schöpfungsthematik.

 

Service Learning – eine Methode, um Verantwortungsübernahme zu erproben

In besonderer Weise bietet sich m. E. die Methode Service-Learning-Projekt an, denn ihr wesentliches Ziel lässt sich mit dem Schöpfungsauftrag in Verbindung bringen. Sliwka und Frank definieren „Service-Learning“ wie folgt:

Service-Learning bezeichnet […] einen meist in Projektform organisierten Dienst in und für die Gemeinde1, der gezielt mit Lerninhalten und Lernprozessen in der Schule (oder auch Hochschule) verknüpft ist.“ (Sliwka; Frank, 2004, S. 12)

Im Rahmen eines Service-Learning-Projekts bedingen sich gesellschaftliches Engagement und fachliches Lernen wechselseitig: Das im Unterricht erlangte Wissen gewinnt durch einen außerschulischen Dienst an Relevanz und Verständnistiefe. Gleichzeitig wird das Engagement durch das erworbene Fachwissen untermauert. Den Schülerinnen und Schülern sollen im Rahmen eines Service-Learning-Projekts Wertehaltungen und soziale Fertigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Höflichkeit vermittelt werden. Derartige Projekte können nicht nur in sozialen Einrichtungen, sondern auch in kulturellen oder ökologischen Bereichen stattfinden. Sie können sowohl in der Grundschule, als auch in der weiterführenden Schule durchgeführt werden.

 

Beispiele für Service-Learning-Projekte2

  • „Lernmentoren für Kinder aus Zuwandererfamilien“, Klasse 8-13:
    Ein solches Projekt ließe sich beispielsweise im Rahmen des Gesellschaftskunde- oder Deutschunterrichts durchführen. Die Schülerinnen und Schüler könnten im Rahmen des Projekts etwas über Flüchtlingsströme oder das Zusammenleben verschiedener Kulturen in unserer Gesellschaft lernen. Ihr Engagement könnte sich in wöchentlichen Besuchen bei Zuwanderfamilien und der Hausaufgabenhilfe zeigen.
  • Mitmach-Experimente „Phänomene der Natur“, Klasse 7-13:
    Mitmach-Experimente ließen sich vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern Chemie, Physik oder Biologie vorbereiten. Die Schülerinnen und Schüler könnten sich in einem dieser Fächer intensiv mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinandersetzen und diese auf eine kindgerechte Weise im Rahmen von „Experimentier-Nachmittagen“ in Kindergärten erklären und durchführen.

 

Qualitätsstandards

Laut Seifert und Zentner, die maßgeblich in dem Netzwerk „Lernen durch Engagement“ mitarbeiten und gestalten, sollten die vier folgenden Qualitätsstandards eingehalten werden, damit die Schülerinnen und Schüler persönliche Erfolge verzeichnen können (vgl. Seifert und Zentner, 2010, S. 17-20):

 

Sinnvolle und nützliche Aufgaben

Die Schülerinnen und Schüler selbst die Möglichkeit haben, einer Tätigkeit gemäß ihren Interessen, Stärken und Schwächen nachzugehen. Nur wenn sich die Jugendlichen wirklich nützlich fühlen, sind sie motiviert und erleben Selbstwirksamkeit (der Glaube an die eigenen Fähigkeiten). Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie dem Projekt durch verloren gehende Motivation und Langeweile negativ gegenüber stehen und sich dies gegebenenfalls auf ihr Engagement allgemein überträgt. Die Lernenden sollten mit Herausforderungen konfrontiert werden, die ihnen im Schulalltag nicht begegnen. So können sie lernen, mit diesen umzugehen.

 

Wechselspiel zwischen Unterrichtsinhalt und praktischer Anwendung

In Service-Learning-Projekten vermitteln Schülerinnen und Schüler anderen Menschen einen Lerninhalt. Sie lernen dadurch am besten: Laut der Lernpyramide nach Norm Green liegt die durchschnittliche Merkfähigkeit durch das Unterrichten anderer bei 90 Prozent, durch einen Vortrag beispielsweise hingegen bei nur fünf Prozent.

Außerdem dient die Verbindung zum Fachunterricht dazu, Kinder zu erreichen, für die es nicht in Frage kommt, sich außerschulisch zu engagieren.

 

Regelmäßige Reflexion

Um Erfahrungen und Wissen miteinander zu verknüpfen, bedarf es einer Reflexion und Interpretation der Erlebnisse. Wird den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung ihrer Erlebnisse deutlich, können sie Schlüsse daraus ziehen. So wird beispielsweise die Vermittlung von Unterrichtsinhalten erleichtert, aber auch metakognitive Kompetenzen wie die Entwicklung von eigenen Problemlösestrategien können entwickelt werden. Zur Reflexion eignen sich verschiedene Methoden, beispielsweise Lerntagebücher, sich hineinversetzen in die Person, für die man sich engagiert, oder die Präsentation und Diskussion des Erlernten.

 

Außerschulische Lernorte

Lernen an anderen Orten als in der Schule bietet gute Voraussetzungen dafür, die Situation mit allen Sinnen aufzunehmen und mit eigenen Situationen zu verbinden. Das neue Lernfeld verschafft den Schülerinnen und Schülern oftmals die Erfahrung, bislang unbekannte Situationen bewältigen zu können. Außerdem werden Brücken zwischen Menschen gebaut, die ohne ein solches Projekt womöglich nicht geschlagen worden wären. Die „externen Experten“ in den Betrieben können eine große Bereicherung für die Schüler darstellen. Aber auch die Schule insgesamt kann von einer solchen Zusammenarbeit profitieren. So kann ein solches Projekt auch bei der Verankerung in der Gemeinde helfen.

 

Praktische Anregung:
„Schöpfung bewahren und gestalten“

Im Folgenden gebe ich einen Überblick über ein von mir durchgeführtes „Service-Learning-Projekt“. Es gliedert sich in zwei Unterrichtsabschnitte:

A.  Grundlagen zum Thema Schöpfung;
B.  Das (eigentliche) Service-Learning-Projekt.

 

A. Grundlagen zum Thema Schöpfungsgeschichte

  1. Der persönliche Zugang zur Beantwortung der Frage nach dem Ursprung (1 Stunde): Die Schülerinnen und Schüler finden ihren persönlichen Zugang zu der Schöpfungsthematik, indem sie in Form eines Tagebucheintrages die Frage nach dem Ursprung des Lebens beantworten.
  2. Inhalte der ersten und zweiten Schöpfungserzählung (2 Stunden): Die Lernenden erwerben Kenntnisse zum Inhalt der ersten und zweiten Schöpfungserzählung, indem jeweils die Hälfte der Klasse in Gruppenarbeit die Aussagen der Schöpfungserzählung erarbeitet, diese symbolhaft darstellt (Zeichnung oder pantomimisch) und anschließend den anderen Mitschülern präsentiert
  3. Vergleich der ersten und zweiten Schöpfungserzählung (1 Stunde): Die Jugendlichen erkennen wesentliche Unterschiede zwischen der priesterlichen (1. Mose 1,1-2,4a) und jahwistischen (1. Mose 2,4b-3,24) Schöpfungserzählung, indem sie diese in Partnerarbeit heraus arbeiten und sich darüber im Plenum austauschen.
  4. Die Urknall-Theorie im Dialog mit den zwei Schöpfungserzählungen (1 Stunde): Die Schülerinnen und Schüler beschreiben und begründen ihren Standpunkt, indem sie die Inhalte der Urknalltheorie herausarbeiten, verschiedene Meinungen von Wissenschaftlern und Christen kennen lernen und diese diskutieren.
  5. Unser Umgang mit der Erde (1 Stunde): Die Schülerinnen und Schüler stellen heraus, dass sie generationsübergreifend handeln, indem sie sich in Anlehnung an die Rede des Häuptlings Seattle und einen passenden Comic in Form eines Schreibgespräches mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern darüber austauschen.
  6. Der Schöpfungsauftrag der Bibel (1 Stunde): Die Schülerinnen und Schüler lernen Umsetzungsmöglichkeiten des Schöpfungsauftrages der Bibel kennen, indem sie basierend auf dem Schöpfungsauftrag eine Mindmap zu dieser Thematik anfertigen und diese reflektieren.

 

B. Das Service-Learning-Projekt

Das sechswöchige Projekt ist in drei Zeitabschnitte geteilt. Dabei werden die typischen Phasen eines Service-Learning-Projekts beachtet.

1.  Projektidentifikation und -planung

a.  Vorbereitung
Die Schülerinnen und Schüler erhalten rechtzeitig Informationen und einen Überblick über das mögliche Projekt und ein Prozess der Meinungsfindung wird angestoßen. (In diesem Fall plädiert die Klasse nach anfänglicher Skepsis schließlich einstimmig für die Durchführung und gab sich motiviert in die Projektplanung ein.)

b.  Projektidentifikation und -planung
Die Jugendlichen sammeln Ideen für Möglichkeiten der Umsetzung des Schöpfungsauftrages in ihrer näheren Umgebung und stellen sich diese gegenseitig vor. Ich erweitere diese Sammlung durch Einrichtungen, zu denen ich vor der Unterrichtseinheit bezüglich des Service-Learning-Projekts Kontakt aufgenommen habe. Dann wählen die Schülerinnen und Schüler eine Einrichtung aus, in der sie sich engagieren möchten, und vereinbaren das konkrete Aufgabenfeld und die Treffen mit den Bezugspersonen in den Einrichtungen.

Folgende Einrichtungen wurden z. B. gewählt:

  • Betreuung von Bewohnern eines Altenheims (keine Pflege)
  • Bau eines Insektenhotels
  • Mitgestaltung im Integrationskindergarten
  • Unterstützung eines Försters
  • Bau und Anbringung von Vogelhäusern

 

2.  Projektdurchführung (4 Wochen)

Die Jugendlichen engagieren sich mindestens zwölf Stunden lang in der jeweiligen Einrichtung. Der Religionsunterricht (zwei Randstunden) fällt in dieser Zeit weitestgehend aus. Zwei Unterrichtsstunden werden für Organisatorisches genutzt, eine für die Erweiterung der Thematik (Umgang mit der Schöpfung) und eine für eine Zwischenreflexion (Perspektivwechsel: „Schreibe aus der Perspektive der Person, der du hilfst, einen Brief.“). Die Schülerinnen und Schüler fertigen während der Projektdurchführung ein Lerntagebuch an.

 

3.  Projektabschluss (1 Doppelstunde)

Die Schülerinnen und Schüler nennen zu Beginn der Doppelstunde noch einmal kurz ihr Aufgabenfeld und geben einen Gesamteindruck wieder. Danach reflektieren sie abschließend über ihren Lernzuwachs, die Methode und die jeweilige Aufgabe während des Engagements (weitere Frage z. B.: „Könntest du dir vorstellen, diese Aufgabe weiter auszuführen?“). Dann bereiten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Materialien und Bildern eine Dauerausstellung in der Schule vor. Zum Schluss werden die Lerntagebücher zur Durchsicht abgegeben.

In den am Ende ausgeteilten Fragebögen wurde deutlich, dass etliche Jugendliche, die dem Projekt eher kritisch gegenüber gestanden hatten, vor allem offenbar aus Unsicherheit dem Unbekannten gegenüber verhalten reagiert hatten. Umso erfreulicher, dass zurück gemeldet wurde: „Ich hab was für mein Leben gelernt!“

Mein Lerntagebuch 

Vor dem Engagement:

1. Welche Ideen hast du, um Schöpfung zu bewahren und zu gestalten?
Ich könnte den einsamen Senioren vorlesen und mit ihnen spielen oder mit ihnen spazieren gehen.


2. Stelle die Einrichtung vor, in der du dich engagierst (siehe Arbeitsblatt)!
Siehe Arbeitsblatt


3. Warum hast du dich für diese Einrichtung entschieden?
Ich habe mich für das Seniorenzentrum Nordholzer Tannen entschieden, weil ich Senioren mag und sie wieder glücklich machen will.


4. Welche Erwartungen hast du an die Zeit, in der du dich in der Einrichtung engagierst?
Ich möchte viel lernen und den Senioren die Lebensfreude wiedergeben.

 

Während deines Engagements:

1. Beschreibe deine Aufgabe in der Einrichtung, in der du dich engagierst!
Ich darf mit den Senioren spielen, spazieren gehen und ihnen vorlesen. Ich darf sie füttern und mich mit ihnen unterhalten.


2. Inwiefern trägt die Einrichtung dazu bei, Schöpfung zu bewahren und zu gestalten?
Die Pfleger waschen die Senioren und ziehen sie an. Somit  erleichtern sie ihnen das Leben. Die Beschäftigungstherapeutin beschäftigt sie und macht sie somit glücklich. […]

17.9.: Heute habe ich noch ein letztes Mal zwei Bettlägerigen aus meinem Buch vorgelesen. Während sie gepflegt wurden, musste ich das Zimmer verlassen…Danach habe ich das Seniorenzentrum fotografiert. Und als ich damit fertig war, bin ich mit Herrn Heldt ums Haus gegangen und habe Frau Kröger begrüßt. Zu guter Letzt habe ich vier Damen beim „Mensch-ärgere-dich-nicht“ – Spielen zugeguckt und Juliane einen Brief hinterlassen.

Vereinbarte Arbeitszeit: 14.30 – 16.30 Uhr
Tatsächlich gearbeitet: 14.30 – 16.30 Uhr (2h)

 

Nach deinem Engagement:

1 . Mit welchen Gefühlen hast du deine Tätigkeit ausgeführt?
Im Großen und Ganzen war ich sehr fröhlich und gut gelaunt. Besonders während der Spiel und Gespräche. Doch es gab auch Punkte, wie am 10.9., wo ich an meine Grenzen kam!

2. Gab es Schwierigkeiten während deines Engagements? Worin bestanden sie? Wie hast du sie gelöst?
Eigentlich gab es keine Schwierigkeiten. Nur, dass mich am 17.9. eine blinde Dame ansprach, ich solle den Fernseher lauter machen! Nur, wir waren in der Küche!!! Ich wusste nicht, was ich machen sollte und ließ sie auf den Rat des Küchenchefs stehen. Danach plagte mich das schlechte Gewissen!!! Und am selbst Tag hatte ich etwas Stress mit dem Küchenchef. Er meinte, ich dürfe nicht in die Küche, obwohl ich doch eine Anweisung bekommen hatte!!! Ich sagte zu allem Ja und Amen und ging!

3. Du hast viele Eindrücke gewonnen während deines Engagements! Was hat dich besonders bewegt? Welche Einsichten hast du daraus gewonnen?
Während meines Engagements habe ich festgestellt, dass viele Senioren sehr auf Hilfe angewiesen sind. Sie freuen sich schon über die kleinsten Dinge im Leben und sind froh, wenn sie nicht alleine sind. Am meisten bewegt hat mich der Satz von Frau Ropers am 1.9.: „Sie sind ein Engel, dass Sie mir beim essen helfen und sich mit mir unterhalten!“ Dieser Satz hat mich so berührt…Denn er zeigt die Dankbarkeit dieser hilflosen Seniorin!!! Und genau, weil sich die Senioren über jede noch so kleinste Hilfe freuen, werde ich mein Praktikum dort als Altenpflegerin machen!!!

 

Anmerkungen:

  1. Hier ist die gesellschaftliche, nicht die kirchliche Gemeinde gemeint.
  2. Diese und weitere Beispiele sind unter „Schulen und Projekte“ auf der Homepage des Lernen-durch Engagement-Netzwerkes zu finden: www.service-learning.de

 

Literatur

  • Brinkmann, Rüdiger: Vom Schöpfungsglauben zum Umwelthandeln – Umwelterziehung im Religionsunterricht, Frankfurt am Main (1996)
  • Deutsche Bibelgesellschaft: Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers, Stuttgart (1985)
  • Erikson, Erik H.: Identität und Lebenszyklus, Frankfurt am Main (1971)
  • Frisch, Hermann-Josef: Schöpfung, Düsseldorf (2007)
  • Gensicke, Thomas: Jugend und Religion. In: Shell Deutschland Holding (Hrsg.): 15. Hell Jugendstudie. Jugend 2006. Eine pragmatische Generation unter Druck (S. 203-240), Frankfurt am Main (2006)
  • Henn, K. Peter: Lernen am anderen Ort. In: Baumann, Ulrike (Hrsg.): Religionsmethodik. Handbuch für Sekundarstufe I und II (S. 180-192), Berlin (2007)
  • Janssen, Heiko: Exegetische Vorbemerkungen: „Was meint die Bibel, wenn sie von „Schöpfung“ redet? In: Macht, Siegfried (Hrsg.), Schöpfung (S. 35-43). Rehburg-Loccum (1996)
  • Lübking, Hans-Martin: Kursbuch Konfirmation. Ein Praxisbuch für Unterrichtende in der Konfirmandenarbeit, Düsseldorf (1995)
  • Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg.): Richtlinien für die Realschule. Evangelischer Religionsunterricht, Hannover (1994)
  • Oerter, Rolf; Dreher, Eva: Jugendalter. In: Oerter, Rolf; Montada, Leo (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. 4. Auflage (S. 310-395), Weinheim (1998)
  • Seifert, A. & Zentner, S. Service-Learning – Lernen durch Engagement: Methode, Qualität, Beispiele und ausgewählte Schwerpunkte. Eine Publikation des Netzwerks Lernen durch Engagement, Weinheim (2010)
  • Sliwka, Anne; Frank, Susanne: Service Learning. Verantwortung lernen in Schule und Gemeinde, Weinheim und Basel (2004)
  • Track, Joachim; Link, Christian (Hrsg): Verstehen – Bewahren – Gestalten. Christliche Orientierung in der Krise der Neuzeit, Neukirchen-Vluyn (2003)
  • Weizsäcker, Carl Friedrich von: Die Zeit drängt. Eine Wertesammlung der Christen für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, München (1986)
 

Text erschienen im Loccumer Pelikan 3/2013

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