Rezension

   

Axel Wiemer (Hg.): Die Grundschul-Bibel. Bibel 1. bis 4. Schuljahr, Stuttgart/Leipzig: Klett 2014, ISBN: 978-3-12-006660-6, 304 Seiten, 18,95 Euro

 

Der Klett Verlag hat eine neue Kinderbibel auf den Markt gebracht, die ihren Einsatz im Religionsunterricht der Grundschule finden soll. Ergänzt wird die Auswahlbibel durch eine Lernkartei, ein Kniebuch, eine Audio-CD sowie ein Lehrerhandbuch, das den Einsatz der vorgenannten Materialien näher erläutert und Anregungen zur Unterrichtsgestaltung gibt.

Kletts Grundschulbibel ist an einer Vollbibel orientiert, was sowohl in der Aufteilung der Kapitel als auch an der „Luther-nahen“ Sprache deutlich wird. Die synoptischen Verweise und die Angabe von Bibelstellen in den Kapiteln und Überschriften unterstützen diesen Eindruck zusätzlich. Die angehängten Wort-, Personen- und Ortserklärungen komplementieren die Empfindung eine Vollbibel in den Händen zu halten, welche schon Grundschülern grundlegendes Wissen zum Aufbau der Bibel vermittelt und somit die Arbeit mit Vollbibeln in den hören Klassenstufen anbahnt.

Die sinnvollen – farblich abgehobenen – „Entdeckerseiten“, die sich sprachlich eher an jüngere Grundschulkinder richten, laden zum Nachdenken und Forschen ein. Laut Klett soll hier das Theologisieren mit Kindern angeregt werden. Dieses didaktische Modell sprach auch dafür, die 16 gewählten Kunstbilder in die Grundschulbibel aufzunehmen. Mit diesen soll den Schülerinnen und Schülern eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem gelesenen Text gelingen.

Positiv hervorzugeheben ist, dass auch die kritischen Geschichten der Bibel bei der Textauswahl nicht außen vor gelassen wurden. Die „klassischen“ Grundschulgeschichten sind mit ihren Höhen und Tiefen aufgenommen worden und werden im Lehrerhandbuch sinnvoll thematisiert. Hier werden theologische Schwerpunkte einzelner Texte benannt und in den angedachten Unterrichtsequenzen verfolgt, was besonders hilfreich für Fachfremde oder Berufseinsteiger sein dürfte.

Den Schülerinnen und Schülern, denen die Grundschulbibel vorgelegt wurde, gefiel vor allem die große Schrift. Sie sei leserfreundlich und durch sie würde nicht zu viel Text auf einer Seite stehen, was zum Lesen motivieren würde.

Die Illustrationen fielen bei den meisten Kindern jedoch durch: Sie seien zu modern und erinnerten mehr an Comics als an eine Bibel. Die Kinder hätten sich hier „älter wirkende Bilder“ gewünscht.
Wünschenswert wäre auch eine durchgängige Orientierung an der Vollbibel gewesen, was in den Evangelien der Grundschulbibel nicht gelingt. Hier wurden die Texte nach Geschichten sortiert, die synoptisch zusammengehören. Der vorher jedoch so gelungene synoptische Verweis wäre hier originalgetreuer gewesen und hätte noch weiter zur Vollbibibelorientierung beigetragen.

Lena Sonnenburg

 

Text erschienen im Loccumer Pelikan 4/2015

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