Rezension

 

Norbert Dennerlein und Martin Rothgangel (Hrsg.): Kreuzundquer mit Konfikids. Ein Vorkonfirmandenkurs für 8- bis 10-Jährige. Erarbeitet von Hartmut Ahrens und Ulrike Henckel, in Zusammenhang mit „kreuzundquer“, dem Konfirmandenmaterial der VELKD, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-58005-9, 95 Seiten, 12,90 Euro

Unterrichtende im KU3/4 sind es gewohnt, ihre Materialien überall zusammen zu suchen und gegenseitig auszutauschen, denn es gibt nicht viel gedrucktes Material für die Arbeit mit 8- bis 10-jährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden. Jetzt haben Hartmut Ahrens und Ulrike Henckel ein Arbeitsbuch für die Praxis entwickelt (herausgegeben von Norbert Dennerlein und Martin Rothgangel). Das Werk enthält einen detaillierten Ablauf für die erste Phase der Konfirmandenzeit mit den Themen Taufe, Kirchenjahr, Advent und Weihnachten, Jesus Christus, Karfreitag und Ostern, Pfingsten und Gott. Als zusätzlicher roter Faden und zur Versinnlichung der Arbeitsergebnisse dienen dem Werk die „Perlen des Glaubens“.

Das Buch enthält Arbeitsblätter und Kopiervorlagen für die Kinder, Anleitungen und leicht umsetzbare Arbeitsaufträge für die ehrenamtlichen Unterrichtenden sowie Anregungen und Hinweise auf Material und Medien für die je einzelnen Einheiten. Die Autoren gehen grundlegend vom klassischen „Hoyaer Modell“ aus, wonach die Arbeit mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden in von Eltern begleiteten Kleingruppen stattfindet und in ca. einem zusätzlichen Termin pro Monat als Gesamtgruppe. Für die Gesamtgruppen werden jedoch nur thematische Vorschläge, keine Arbeitsmaterialien geliefert.

Die Ausarbeitung der einzelnen Einheiten ist dem didaktischen Konzept „kreuzundquer“ verpflichtet: Die Wahrnehmungen der Kinder, ihre Erfahrungen und Interessen sollen zunächst eine Fragehaltung eröffnen. Im zweiten Schritt sollen die biblisch-kirchlichen Themen Deutungsmöglichkeiten für die Kinder anbieten und mit den Fragen und der Lebenswelt der Kinder verknüpft werden. Abschließend sollen in kreativen und gestalterischen Einheiten diese Verknüpfungen vertieft werden, um Aneignungen anzuregen.

Kennzeichen dieses Konzeptes ist zudem ein multireligiöser Ansatz. Immer wieder wird auch nach den Ansichten und Gegebenheiten im Judentum und im Islam gefragt. Anzufragen ist, ob das Werk den eigenen didaktischen Ansprüchen stets gerecht wird. Nimmt man als Beispiel die erste Einheit zu Karfreitag und Ostern (Seite 66), so wird deutlich, dass die Fragen der Kinder nach Abschied und Sterben in ihrem bisherigen Leben zwar in den Blick genommen werden. Es wird aber in der Durchführung wenig Raum gelassen für die eigenen Erfahrungen, Fragen und Ängste der Kinder. Im Mittelpunkt steht die biblische Geschichte vom Sterben und Auferstehen Jesu. Möglichkeiten, diese Geschichte zur Deutung der eigenen Erfahrungen heranzuziehen, werden letztlich nicht angeboten. Genau damit tritt aber das Konzept von „kreuzundquer“ an.

In jedem Fall werden geübte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der KU3/4-Arbeit froh sein, endlich ein gedrucktes Arbeitsbuch mit umfangreichem Material für die Praxis vorliegen zu haben. Sie werden dieses Werk ebenso heranziehen können, wie diejenigen, die derzeit ganz neu auf eine zweiphasige Konfirmandenarbeit umstellen.

Sönke von Stemm

 

Text erschienen im Loccumer Pelikan 4/2009

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