Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht

von Inge Petersen

 

 

Advent und Weihnachten stellen uns jährlich neu vor die Frage, wie wir Kindern und Jugendlichen einen angemessenen Zugang eröffnen können. Eine Möglichkeit besteht darin, die einprägsamen Bilder alttestamentlicher Verheißungen zu erschließen. Der theologische Bezug zwischen Verheißung und Erfüllung erscheint als Einheit stiftendes Prinzip zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Die Erfüllung einer Verheißung im biblischen Sinn bedeutet nicht, dass sie erledigt ist, sondern dass ihre Bewahrheitung und Bekräftigung vollzogen ist, um die volle Gültigkeit der Verheißung zu bestätigen. Im handlungsorientierten Vorgehen können wir Schülerinnen und Schülern Wege anbieten, mit der Botschaft der prophetischen Verheißung selbsttätig umzugehen.

 

Praxisvorschlag

Der Adventskalender als Buch für die Klasse

Projektorientiertes Arbeiten im Religionsunterricht

Produktorientiertes Arbeiten als Ziel eines handlungsorientierten Religionsunterrichts im Rahmen des Fachunterrichts oder als fächerübergreifendes Projekt muss keineswegs mit schweißtreibender Vorbereitung und nervenzehrender Durchführung des Unterrichts verbunden sein. Nur Gelassenheit und Muße benötigen Lehrkräfte, um ihren Schülerinnen und Schülern genügend Raum und Zeit für die eigenen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. Wenn in dem hier vorgeschlagenen Kalender bereits am ersten Dezember die erste Seite aufgeschlagen werden soll, dann muss die unterrichtliche Realisierung bereits nach den Herbstferien anvisiert werden. Im Rahmen eines oder mehrerer Projekttage kann es jedoch gelingen, das Buch in kurzer Zeit fertigzustellen. Eine kleine Materialsammlung, zu der die Schülerinnen und Schüler oder die Eltern etwas beitragen können und einige Vor- und Nachbereitungen werden engagierte Lehrerinnen und Lehrer nicht abschrecken, wenn ihnen handlungsorientierte, kreative Verfahren am pädagogischen Herzen liegen.

 

Theologischer Bezug

Advent im Alten Testament

Alttestamentliche Verheißungen begegnen uns in der christlichen Liturgie gerade in der Advents- und Weihnachtszeit. Der traditionelle Umgang mit den Verheißungen des Alten Testaments ist durchaus problematisch. Das Alte Testament wird von uns aus christlicher Perspektive meist nur als Vorbote oder Vorgeschichte zum Christentum betrachtet werden. Die Erfüllung einer Verheißung im biblischen Sinn bedeutet nicht, dass sie abgeschlossen und zu den Akten gelegt ist, sondern dass ihre Wahrheit bekräftigt wurde und damit für uns heute noch Gültigkeit hat. Von den neutestamentlichen Weihnachtstexten und den christlichen Motiven und Gedanken müssen wir zurückfragen, was aus dem Alten Testament selbst zum Verständnis vorausgesetzt wird.

Advent bedeutet Ankunft. Die Ankunft Christi feiern wir am Weihnachtsfest. Die vier Sonntage vor Weihnachten gelten in der Liturgie der Kirche als Advent. Wir unterscheiden also die vier Wochen vor Weihnachten deutlich als Advent und trennen sprachlich die Adventszeit von der Weihnachtszeit. In der kommerziellen Welt und in der kulturellen Gestaltung der Adventszeit verwischen sich diese Unterschiede zwischen Weihnachten und Advent jedoch häufig. Es soll hier nicht gefragt werden, ob Weihnachtsbäume in den Vorgärten und in den Geschäften lange vor Weihnachten ihren Sinn haben oder nicht. Der weihnachtliche Lichterglanz ist in der kommerziellen Welt als Werbemittel unserer Zeit in den vier Wochen vor Weihnachten nicht mehr wegzudenken.

In der frühen Kirche verband man mit dem Advent zunächst den Gedanken, der Wiederkunft Christi. Zur Adventszeit gehörte das christliche Credo: "Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten." Nicht das Warten auf die Geburt Christi, sondern das Warten auf die Wiederkehr des Auferstandenen war das eigentliche Thema der Adventszeit.

"Folgerichtig schloss der so verstandene Advent früher das Kirchenjahr ab." Das neue Kirchenjahr begann danach mit dem Gedanken der ersten Ankunft Christi durch seine Geburt. "Die gedankliche und zeitliche Nähe im liturgischen Jahr zwischen der erwarteten Wiederkunft Christi und der Erinnerung seiner Geburt haben dazu geführt, dass die Adventszeit zur Vorbereitungszeit auf Weihnachten wurde und damit dann auch das Kirchenjahr eröffnete."

Die adventlich gedeuteten Texte des Alten Testaments sind eindrückliche Bilder und prophetische Gedanken, die messianische Hoffnungen und Verheißungen Israels zur Sprache bringen. Es ist besonders reizvoll, sich mit Kindern und Jugendlichen auf den Weg zu machen, die Spuren des Advents im Alten Testament zu entdecken. Bei einem ersten, flüchtigen Blick scheinen wir bei den alttestamentlichen Texten keine Spur von Weihnachten zu finden. Doch gerade in der Auseinandersetzung mit ihnen können uns bekannte neutestamentliche Texte, deren spezifischen Aussagen und Details wir nur allzu schnell überlesen, in einem neuen Licht erscheinen. Vielleicht gelingt es gerade aus der Perspektive des Alten Testaments heraus, Weihnachten klarer und deutlicher zu erkennen.

 

Bezug zwischen Mt 1 und Jes 11

Im Matthäus-Evangelium lesen wir vom Stammbaum Jesu Christi. Das Matthäus-Evangelium nennt sich selbst das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Jesus Christus erhält zwei zusätzliche Titel, die nicht zur nachfolgenden Genealogie gehören: Sohn Davids und Sohn Abrahams. Mit den beiden Titeln soll die spezifische Perspektive des Evangeliums unterstrichen werden. Abraham gilt als Stammvater vieler Völker, nicht nur der Israeliten.

König David ist als Inbegriff der Erwählung Israels zu verstehen. Mit dem Verweis auf Abraham und David wird die Bedeutung Jesu für die Teilhabe aller Völker am Erwählungs- und Bundesverhältnis Israels zu seinem Gott unterstrichen. Die Kontinuität der Zuwendung Gottes zur ganzen Menschheit wird mit den beiden Titeln Sohn Davids und Sohn Abrahams unterstrichen. In der nachfolgenden Genealogie des Matthäus-Evangeliums finden wir eine Kette von vierundvierzig Namen, vierzig Männern und vier Frauen. Es folgt ein Durchgang durch die Geschichte Israels, an dessen Anfang der Name Abraham steht. Mit dem Verweis auf die Vorgeschichte Jesu soll deutlich werden, dass etwas, das lange vorher begonnen hat, fortgesetzt wird. Die Geschichte Jesu ist nicht voraussetzungslos. Stammbäume lassen sich stets in zwei Richtungen lesen. Von ihrem Anfang oder von ihrem Ende her kann man sie betrachten. Wir können zunächst die Personen an den Wurzeln betrachten, die den Ausgangspunkt des Stammbaumes in der Geschichte bilden. Wir können aber auch aus der Perspektive eines Menschen auf die vielen Vorfahren zurückschauen, die in ein genealogisches Gerüst eingetragen sind. Bei der ersten Betrachtungsart schauen wir auf die Vielzahl der Nachkommen, bei der zweiten Sicht blicken wir auf die Vielzahl der Vorfahren. Der Stammbaum Jesu zu Beginn des Matthäus-Evangeliums tut weder das Eine noch das Andere. Er kombiniert vielmehr beide genealogischen Ansätze zu einem theologischen Entwurf. "Er beginnt mit einer einzelnen Person und endet mit einer einzelnen Person. Dazwischen findet sich eine einzige lineare Kette von Nach- bzw. Vorfahren. Dieses Vorgehen, das bei einer Einzelperson einsetzt und wieder bei einer Einzelperson ankommt, führt dazu, dass aus der Fülle und Breite einer Genealogie eine einzige Linie herausgenommen wird." Bei dem Stammbaum Jesu geht es nicht um eine biologische Abstammung. Es ist keine Genealogie im menschlichen Sinne. Der Stammbaum endet mit Joseph, der nach Matthäus nicht der Vater Jesu ist, sondern nur als Mann Marias auftaucht, die Jesus geboren hat (Mt 1,16). Der Bericht von der Jungfrauengeburt Mt 1,18 - 25 macht deutlich, dass die biologische Abstammung völlig uninteressant ist. Es handelt sich um einen geistigen Stammbaum, der die Wurzeln und Ursprünge der Christen mit der Geschichte Israels verbindet. Im Matthäus-Evangelium beginnt die Geschichte Jesu Christi und damit die Geschichte des Christentums nicht erst mit Weihnachten, sondern sie ist Teil der Erwählungsgeschichte Israels. Mit der literarischen Form der Genealogie soll den Lesern vor Augen geführt werden, das der Ursprung des Christentums lange vor Christus liegt.

 

Unerwartetes und grenzüberschreitende Perspektiven

Vier Frauen werden neben vierzig Männern in der Vorgeschichte Jesu erwähnt. Es sind Tamar, Rahab, Rut und Batseba. Hinter diesen Namen stehen Geschichten. Tamar, die Schwiegertochter des Juda, erhält von ihrem Mann keinen Sohn. Sie verkleidet sich als Dirne und macht sich so zur Frau des Schwiegervaters, um von ihm einen Sohn zu bekommen.

Rahab, in der Tradition als Dirne von Jericho benannt, möglicherweise aber nur eine selbständige, offenherzige Gasthausbesitzerin (-wie ein israelischer Reiseleiter Besuchern in Jericho erläutert-), die den Kundschaftern Israels Schutz gewährte und aus Dank bei der Eroberung der Stadt mit ihrer Familie verschont blieb und später in das Volk Israel aufgenommen wurde (Jos 2; 6).

Rut ist Moabiterin und folgt ihrer Schwiegermutter Noomi nach Bethlehem, um dort das Fortleben der Familie zu sichern (Rut 4).

Batseba ist die Frau des Urija, die König David begehrt und später nach dem Tode ihres Mannes heiratet. Sie ist die Mutter König Salomos (2.Sam 11 - 12).

Eigenwillig, geradezu makelhaft und ungewöhnlich wirken die Geschichten dieser Frauen in der ehrenvollen Genealogie. Fremde, Außenstehende, Nichtisreaelitinnen haben das Überleben des Volkes gesichert. Ihr Mut, ihr Glaube und ihre Kraft werden als beispielhaft gelobt. So wird beispielsweise in Hebr 11,31 der Glaube der Rahab und in Jak 2,25 ihr mutiges Tun hervorgehoben.

"Die Frauen dieser matthäischen Vorgeschichte stören geradezu die geradlinige Genealogie der Männer. Gottes Geschichte wird nicht in der menschlich erwarteten Weise von den so oft gesellschaftlich tonangebenden und geschichtemachenden Männern geschrieben. Das Bild des Stammbaumes steht auch für Ordnung und Klarheit." Gottes Geschichte steht gegen menschliche Berechenbarkeit. Gerade die Geschichten der vier Frauen zeigen, dass immer wieder Neues anfängt, das zwar mit dem Bisherigen in Verbindung steht, aber keineswegs so, wie es geradlinig erwartet oder geplant wurde. Kontinuität und Diskontinultät greifen ineinander. Gottes Geschichte hat stets mit dem Unerwarteten zu tun. Sie ist wie der Baum, der abgehauen wird, der keine Früchte mehr trägt, aber aus dessen scheinbar leblosen Wurzelstumpf dennoch ein neuer Zweig herauswächst und Neues entstehen lässt. In Jes 11 heißt es: "Der Baum, der abgehauen wird und keine Früchte mehr trägt, erwacht zu neuem Leben. Ein neuer Zweig (Reis) sprießt aus dem Wurzelstumpf." Dieses Bild bringt das auf den Punkt, was die matthäische Genealogie an den vier Frauen verdeutlichen will. Gottes Treue, Verlässlichkeit und Zuwendung zum Menschen zeigt sich in der unerwarteten Bestätigung des Vorausgegangenen und Verheißenen. Mit der Geschichte der Jungfrauengeburt macht Matthäus deutlich, dass die berechenbare, menschliche (oder männliche?) genealogische Versicherung durchkreuzt wird. Bei Gott ist stets mit dem Unerwarteten zu rechnen. Diskontinultät und Kontingenzen gehören zur Kontinultät Gottes mit dem Menschen.

In der Sekundarstufe bietet es sich an, in der Adventszeit täglich oder wöchentlich Geschichten von Personen aus dem Alten Testament zu lesen und darin das Verhältnis von Vater und Sohn oder von Mutter und Tochter zu verfolgen.

 

Weihnachten - Die Nähe Gottes bei den Menschen

Alttestamentliche Geschichten, Weissagungen und Verheißungen sprechen von der Nähe Gottes bei seinem umherziehenden Volk. Gottes unmittelbare Nähe, sein heilsamer Beistand sind nicht nur schützend und segensreich, sondern sie fordert die Menschen heraus und dies kann durchaus auch zu schmerzhaften Erfahrungen führen. Das Neue Testament entwirft die Rolle Christi in Gottes Heilsplan für die Menschen ganz entscheidend vom alttestamentlichen Gedankengut her. Christen erhalten durch Jesus Christus Anteil an der Erwählung Israels. Im Laufe seines Wirkens bezieht die Mission Jesu auch andere Völker ein. Dies wird in der Geschichte der Kanaaniterin deutlich. Spüren und erleben Kinder, Jugendlich und Erwachsene heute, dass wir zu Weihnachten, den Uranfang unserer Gottesnähe feiern? Um Kindern und Jugendlichen heute von der wirksamen und für sie selbst bedeutsamen Verlässlichkeit und Nähe Gottes im eigenen Leben zu erzählen, scheint es didaktisch sinnvoll bei der Pneumatologie, der Theologie des Heiligen Geistes, anzusetzen. Die Lukanische Legende von der Geburt in der Krippe hat keineswegs an literarischer und theologischer Qualität eingebüßt, doch die Tiefe der existentiellen und auch in der Zukunft der Kinder noch tragfähigen Bedeutung kann nach gerade im Hinweis auf Gottes gegenwärtige Nähe bei den Menschen ausgelotet werden.

Deshalb sind folgende Aspekte didaktisch sinnvoll:

  1. Ähnlich wie Ingo Baldermann bei seinem Umgang mit Psalmtexten gearbeitet hat, können wir mit kleinsten überschaubaren Texteinheiten arbeiten, um die ansprechenden und eindrücklichen Inhalte der Verheißungen zu erschließen.
  2. Gottes Geist wird für die Zukunft verheißen. Der Anbruch des Gottesreiches und der Erweis seiner Macht wird in metaphorischen Bildern gezeichnet, die die Kraft jeder abstrakten Formulierung überbieten. Menschliche Wirklichkeit und menschliche Erfahrungen werden in allen Visionen überboten.
  3. Mit Kindern und Jugendlichen können wir diesen Bildern nachspüren und sie auffordern, eigene Vorstellungen von Gottes heilbringender Gegenwart bei den Menschen zu entwerfen .
    Es gilt jedoch, diese Bilder vom Reich des Friedens und der Gerechtigkeit unter den Menschen von einem falschen Sozialmoralismus abzugrenzen.
  4. Es lassen sich Verbindungslinien von den alttestamentlichen Verheißungen zu der neutestamentlichen Rede vom Gottesreich ziehen.
  5. Kinder und Jugendliche müssen angeleitet werden, den eigenen Innenraum zu erleben, um Gottes Nähe in ihrem Leben erfahren zu können. Stillstand, Ruhe, Abstand, Merken, Aufmerken sind Lebensqualitäten, die in der geschäftigen Hektik der Vorweihnachtszeit in unseren Schulen gepflegt werden sollten. Morgendliche Andachten, Gesprächsrunden, Stilleübungen, Besinnungen, musikalische Beiträge, vielleicht Feiern mit den Eltern oder in der Klasse/Schule sollten in der Adventszeit den Alltag bereichern.
  6. Die Weihnachtsbotschaft darf nicht bei einer subjektivistisch verkürzten, religiösen Innerlichkeit stehen bleiben. Wenn Menschen von Gottes Nähe, von seinem Geist erfüllt sind, dann treten sie aus sich heraus und wachsen über ihre engen sozialen Bezüge und ihre vermeintlichen Begrenzungen hinaus. In der Weihnachtsgeschichte wird den Hirten zuerst die Engelsbotschaft verkündet. Einfache Menschen wie die Hirten werden zu Propheten. Sie verändern sich durch die Botschaft und werden in Bewegung gesetzt. An ihrem Beispiel können Kinder und Jugendliche die befreiende Kraft des Evangeliums erfahren. Die Auseinandersetzung mit den Hirten kann ermutigen, der heilbringenden und kraftgebenden Nähe Gottes im eigenen Leben zu vertrauen.

 

Individuelle Aneignung eines Bibelwortes

Ausgewählte Verheißungen oder Texte aus dem Alten Testament liegen in einem Kreis um eine gestaltete Mitte im Klassenraum aus. Die Schülerinnen und Schüler erlesen die Texte still und wählen ein Wort aus. (Bild 1) Mit dem eigenen Wort gehen sie eine Zeit lang im Raum umher und sprechen den Text leise oder laut vor sich her. Sie übertragenen die gelesenen und akustisch aufgenommenen Zeichen in eigene Bilder. Verstandenes, Erfahrenes und Vorgestelltes kann nun mit selbst gefundenen Gestaltungselementen oder analog zu gesehenen Zeichen konzipiert werden. Der Prozess des Übertragens in die eigene Form bedeutet Aneignung mit allen Sinnen und Sinngebung im Prozess des Gestaltwerdens. Visuelle Gestaltung ist nicht Nachahmung des Gehörten oder Gedachten, nicht sekundär Hinzugefügtes zum primär Gedachten, sondern Neuschöpfung. Im Gestaltungsvorgang werden die gelesenen Texte in eigene Gedanken umgesetzt und gedeutet. Aufgenommene Zeichen werden gedeutet und in eine neue Zeichensprache anderer Art übertragen. Die Aufgabenstellung verbindet eine sprachliche Gestaltung mit einer visuellen Gestaltung. Ein DIN A4 Blatt wird gefaltet. Auf die obenauf liegende Seite des Blattes wird ein Rechteck oder ein Quadrat aufgetragen. Drei Seiten des Vierecks werden eingeritzt oder eingeschnitten, so dass ein aufklappbares Fenster entsteht. Das Bild zum Verheißungstext kann nun auf die untere Seite des Blattes, die durch das Fenster sichtbar wird, gemalt werden. (Bild 2) Das Bild kann auch im Druckverfahren (Milchtütendruck) auf einem anderen Blatt entstehen und durch Aufkleben später hinzugefügt werden. Das Fenster wird zugeklappt und mit der Zahl versehen, die zu Beginn des Unterrichts gezogen wurde. Das Blatt wird nun mit dem Verheißungstext oder einem eigenen Text zum Inhalt der Verheißung versehen. (Bild 3) Über Umfang und Inhalt des Textes entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst. Auf eine wertende Beurteilung oder eine Einschätzung als richtig oder falsch sollte in jedem Fall verzichtet werden. Die Anerkennung und Würdigung der eigenen Vorstellungen und der selbständigen Gestaltung sollte im Vordergrund stehen. Um die gestaltete Mitte werden die fertigen Arbeitsergebnisse ausgelegt und gemeinsam besprochen. (Bild 4)