Konfessionell-kooperativen Religionsunterricht mit der Methode des Advance Organizer gestalten

Von Tim-Niklas Ehlers 

 

Jeder, der Religion konfessionell-kooperativ unterrichtet, wird bei der Behandlung von Themen, in denen neben Gemeinsamkeiten konfessionelle Unterschiede bestehen, vor eine besondere Herausforderung gestellt, da eine perspektivische Erschließung hier unverzichtbar ist.1 Dadurch, dass hierbei sowohl eine evangelische als auch eine katholische Deutung erfolgen, steigt die Komplexität des Unterrichtsgeschehens an. Wenn die Schülerinnen und Schüler infolgedessen die Inhalte nicht mehr mit der nötigen Trennschärfe wahrnähmen, wäre das Erreichen der mit dem konfessionell-kooperativen Religionsunterricht verknüpften Ziele gescheitert. Im Religionsunterricht des Gymnasiums besteht diese Gefahr vor allem bei dem Leitthema „Gemeinsam glauben in verschiedenen Kirchen“,2 das in der Regel in der 5. oder 6. Klasse behandelt wird. Von Lehrerseite wird man durch eine hierauf abgestimmte Auswahl an Inhalten, mit deren didaktischer Aufbereitung sowie einem geschickten methodischen Arrangement reagieren. Für den letztgenannten Aspekt eignet sich für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in besonderem Maße ein Rückgriff auf den klassischen Dreischritt des kooperativen Lernens (Denken – Austauschen – Vorstellen) sowie eine Vorstrukturierung mithilfe eines Advance Organizers. Nach einigen allgemeinen Überlegungen zu diesen beiden Methoden im Horizont des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts wird eine exemplarische Verwendung aufgezeigt.


Kooperatives Lernen und konfessionell-kooperativer Religionsunterricht

Grundlegend für das kooperative Lernen ist eine individuelle Auseinandersetzung, die allen weiteren Phasen vorgeschaltet wird.3 So wird eine intensive Durchdringung angebahnt, die den Schülerinnen und Schülern als Basis für einen sicheren Umgang dient. Für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht erscheint die vorgeschaltete Einzelarbeit immer dann sinnvoll, wenn das Einbringen von eigenen Erfahrungen oder das Stärken der jeweiligen konfessionellen Perspektive beabsichtig sind. Die jeweilige kognitive Durchdringung wird durch einen sich anschließenden kommunikativen Austausch vertieft. Auch diese Phase sollte, sofern es das Thema zulässt, in konfessionell-getrennten Sozialformen erfolgen. Durch dieses Vorgehen werden die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, sich ein vertieftes Verständnis von der eigenen Konfession zu verschaffen und dazu befähigt, mit Angehörigen der jeweils anderen Konfession in einen produktiven Austausch zu treten,4 der sinnvollerweise mit der nachfolgenden Präsentationsphase einsetzt. Nach kurzen Vorstellungen der jeweiligen konfessionellen Perspektive können sich weitere Vertiefungsaufgaben, die gemeinsam bearbeitet werden, anschließen. Etabliert man diesen Dreischritt bei konfessionell relevanten Themen, erhalten die Schülerinnen und Schüler schon durch den unterrichtlichen Rahmen eine Struktur, die dazu beiträgt, ein differenziertes Bild beider Konfessionen zu erhalten. Diese Vorgehen erscheint auch als mögliche Antwort auf den Einwand mancher Kritiker hin, dass vielfach ein Mindestmaß an konfessionellem Bewusstsein fehle, an das man im konfessionell-kooperativen Unterricht anknüpfen könne.5 Klare Strukturierung und inhaltliche Information

Aus gleichem Grund scheint man für die Umsetzung in der Praxis gut beraten zu sein, von einer stark heterogenen Sozialisation der Lerngruppen auszugehen. Um mit dieser Herausforderung produktiv umzugehen, erscheint ein Advance Organizer als besonders sinnvoll, da mit seiner Hilfe der Lernprozess transparent und anschaulich gestaltet werden kann. Unter einem Advance Organizer versteht man einen ca. zehnminütigen Lehrervortrag, mit dem man die Schülerinnen und Schülern in die eigene Expertenstruktur einführt und dabei darlegt, welche zentralen Erkenntnisse aus der Unterrichtseinheit gewonnen werden können. Neben der Übermittlung der inhaltlichen Aspekte kann durch die explizite Verdeutlichung der lebensweltlichen Relevanz zudem eine besondere Form der Motivation ausgelöst werden. Zur besseren Orientierung für die Schülerinnen und Schüler sollte der Advance Organizer sowohl ausgedruckt vorliegen als auch für alle sichtbar sukzessive entwickelt werden. Hierfür eignet sich besonders gut eine computergestützte Visualisierung.6 Erfahrungsgemäß ruft die konkrete Vorinformation über zentrale Anliegen der kommenden Unterrichtsstunden noch immer bei vielen Lehrkräften ein Unbehagen hervor, weil befürchtet wird, dass ein eigenständiges Entdecken der Inhalte fehlt und so der Unterricht seinen Spannungsbogen verliert. Dem steht zum einen die Motivation gegenüber, die Schülerinnen und Schüler entwickeln können, wenn sie das thematische Gebiet kennen und ihren Einsatz daraufhin bewusst kalkulieren können. Zum anderen erfahren sie Unterstützung dabei, die Inhalte der einzelnen Unterrichtsstunden in einen Gesamtzusammenhang einzuordnen. Vor allem dieser Aspekt ist im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht von entscheidender Bedeutung, da das Nebeneinander der Konfessionen nicht selten zu Missverständnissen und Verwechslungen führt, denen durch eine klare Struktur entgegengewirkt werden kann.


Kooperatives Lernen zum Einstieg in die Einheit „Gemeinsam glauben in verschiedenen Kirchen“

Die Aufmerksamkeit, die für die Präsentation eines Advance Organizers vonnöten ist, lässt sich dadurch herstellen, dass vorher bei den Erfahrungen und Erlebnissen der Schülerinnen und Schüler angesetzt wird. Dementsprechend erfolgt in der ersten Phase ein individuelles Nachdenken über die eigene Kirchengemeinde und die dort gemachten Erfahrungen. Damit in diesem Schritt eine Basis für einen nachfolgenden Austausch gelegt werden kann, werden Kategorien (M 1) vorgegeben. Diese sind zum Teil bewusst offengehalten (z. B. Eintragen von Assoziationen), zum Teil sind aber auch konkrete Informationen einzutragen (z. B. Nennung wichtiger regelmäßiger oder gemeindetypischer Veranstaltungen). Hierbei ist eine Kombination mit einer Recherche im Internet oder im jeweiligen Kirchenboten / Gemeindebrief durchaus sinnvoll. Abgesehen davon, dass die Schülerinnen und Schüler das Leben in ihrer Gemeinde reflektieren, geben die ausgefüllten „Steckbriefe“ auch Aufschluss über die jeweilige religiöse Sozialisation, was wiederum ein wichtiges Hilfsmittel für die Zusammensetzung möglicher Partner- oder Gruppenarbeiten sein kann.

In einer zweiten Phase folgt eine Vorstellung der Überlegungen in einer Kleingruppe, die aus Mitgliedern der eigenen Gemeinde besteht. Hier stellen alle Gruppenmitglieder nacheinander ihre Überlegungen vor. Ein Ergänzen der eigenen Gedanken mit einem Stift in einer anderen Farbe erhöht die Intensität der Auseinandersetzung. Ziel dieser Phase ist nicht nur, dass die Schülerinnen und Schüler durch das Verbalisieren Sicherheit im Vorstellen dieser Informationen erhalten, sondern auch Gedanken aufnehmen, die ihnen beim alleinigen Nachdenken so nicht gekommen sind, aber durchaus mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen. Hier ist es auch denkbar, dass sie feststellen, dass sie eine unterschiedliche Sicht auf Dinge in ihrer Gemeinde haben.

In der dritten Phase arbeiten evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler zusammen. Je nach konfessioneller Zusammensetzung in der Klasse kann in Partnerarbeit oder auch zu dritt gearbeitet werden. In diesem Fall wäre eine Konfession beispielsweise doppelt vertreten. Zu Beginn erfolgt ein Austausch, bei dem zunächst jeder seine eigene Gemeinde vorstellt. Den Präsentationen schließt sich der Folgeauftrag an, bei dem die Schülerinnen und Schüler die zuvor dargestellten Ergebnisse in Zusammenarbeit nach „Typisch katholisch, „Typisch evangelisch“ und „Gemeinsamkeiten“ untersuchen und dies in einer Tabelle festhalten. Die Ergebnisse dieser Phase werden anschließend im Plenum vorgestellt und können in der weiteren Unterrichtseinheit an geeigneten Stellen wiederaufgegriffen werden.


Advance Organizer

Bevor die Schülerinnen und Schüler sich mit den konkreten Inhalten befassen, erfolgt die Präsentation des Advance Organizers (M 2). Nach der Annäherung an das Thema verfügen sie über eine themenbezogene Aufmerksamkeit, die es erleichtert, möglichst viele Informationen aus dem Lehrervortrag an die bestehenden Wissensstrukturen anzubinden. Ein Beobachtungsauftrag, wie z. B. „Achtet bei der Vorstellung auf katholische, evangelische und gemeinsame Elemente“7 strukturiert die Informationsaufnahme weiter vor. Eine darauf aufbauende Austauschphase mit einem Partner trägt zur weiteren Festigung bei. Hier lassen sich beispielsweise sinnvoll Fragen, wie „Was erscheint euch als interessant?“ oder „Wo haben sich dringende Fragen ergeben, die noch vor der Unterrichtsreihe beantwortet werden müssen?“ bearbeiten.

Die eigentlichen Inhalte des Advance Organizers sind eng mit der tatsächlich geplanten Unterrichtseinheit und den hierfür gewählten Materialien verbunden.8 Die Reihe, der der hier abgedruckte Advance Organizer vorgeschaltet wurde, setzt mit einer Klärung der Gründe für die Kirchenspaltung ein. Anders als in den späteren Jahrgängen liegt der Schwerpunkt auf zentralen Differenzen in der Lehre. Daher werden diese auch konkret benannt. Die Zeichnung von Luther mit seiner Ausgangsforderung ermöglicht zudem einen einprägsamen Zugang zu der historischen Dimension.

Im Anschluss an diese Sequenz erfolgt eine Definition der laut KC verbindlichen Grundbegriffe „evangelisch“, „katholisch“ und „Konfession“.9 Dem schließt sich ein Vergleich typischer Einrichtungsgegenstände an. Die Schülerinnen und Schüler lernen bereits jetzt einen Teil des Materials kennen, mit dem sie zu einem späteren Zeitpunkt vertiefend beschäftigt sein werden. Die Predigtkanzel steht exemplarisch für den evangelischen Kirchenraum. Neben einer Erläuterung der Funktion sollte in diesem Kontext auch ein Rückverweis auf Luthers „sola scriptura“ erfolgen, damit an exemplarischen Stellen der Gesamtzusammenhang verdeutlicht wird. Als typische Einrichtungsgegenstände des Innenraums der katholischen Kirche werden an dieser Stelle nur die Funktionen des ewigen Lichts, des Tabernakels sowie der Maria hervorgehoben und näher erläutert, um eine inhaltliche Überforderung zu vermeiden.

Weitere allgemeine Unterschiede zwischen der evangelischen und katholischen Konfession werden übersichtlich in einem Venn-Diagramm 10 angeordnet, das innerhalb der gesamten Unterrichtseinheit immer wieder als Orientierungshilfe herangezogen werden kann. Folglich liegt der Schwerpunkt bei der mündlichen Vorstellung darin, diese Aufteilung zu verdeutlichen und ausgewählte Begriffe mit Inhalt zu füllen.

Die abschließende Sequenz stellt eine Auseinandersetzung mit der Ökumene dar.11 Das hierfür verwendete Symbol des Ökumenischen Rats der Kirchen weist nicht nur einen Wiedererkennungswert auf, sondern ist auch Träger zentraler Anliegen der Ökumene, die den Schülerinnen und Schülern bereits zu diesem Zeitpunkt näher gebracht werden. Die Anordnung der Schrift in einem Bogen deutet auf die gesamte bewohnte Erde hin, die auch aus der Bezeichnung „oikumene“ abgeleitet werden kann. Das Schiff mit dem Kreuz repräsentiert die gesamte Christenheit, die im Glauben an Jesus Christus verbunden ist und sich dabei gemeinsam in den Wellen bewegt.12 Diese Darlegung soll als Richtschnur dafür dienen, inwieweit bereits im Advance Organizer konkrete Inhalte vorgestellt werden. Von elementarer Bedeutung für dieses Instrumentarium ist, dass es nicht zu einer Verlaufsplanung kommt, in der die aufgezeigten Bilder, Begriffe und Symbole keine inhaltliche Füllung erhalten. Mindestens von gleicher Bedeutung ist der motivationale Aspekt. Nach Möglichkeit sollten interessante Fragestellungen, eigene Erfahrungen der Lehrkraft oder auch themenbezogene Kuriositäten an geeigneten Stellen die Präsentation unterstützen. Auch wenn trotz dieser Maßnahmen weiterhin individuelle Unterschiede im Vorwissen vorliegen, wird das Ausgangsniveau insgesamt gehoben und die Schülerinnen und Schüler werden so vorbereitet, dass sie die Inhalte der folgenden Unterrichtseinheit sinnvoll an neues Wissen oder gefestigtes Vorwissen anknüpfen können und dabei auch verstärkt die Zusammenhänge im Blick haben. Auch wenn das Erreichen dieser Ziele mithilfe eines Advance Organizers grundsätzlich bei jedem Thema erstrebenswert ist, trifft dies doch besonders auf den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht zu, in dem eine zweite hinzutretende Perspektive die Komplexität des Unterrichtsgeschehens nicht selten erhöht.


Elemente des Kirchenraums und ihre Bedeutung

Nachdem die Schülerinnen und Schüler bereits im Advance Organizer darüber informiert wurden, dass sie sich nach den Grundlagen der Kirchenspaltung mit den Elementen des Kirchenraums beschäftigen werden, verfügen nicht nur alle über ein Minimum an Vorwissen, an das angeknüpft werden kann, sondern haben ein Hilfsmittel an der Hand, das es ihnen erleichtert, die Zusammenhänge im Blick zu behalten. Die konkrete Sequenz soll mit der Ausgangsfrage eingeleitet werden, wie ein evangelischer vom katholischen Kirchenraum unterschieden werden kann.

Optimal ist es zur Annäherung an diese Frage, wenn die Schülerinnen und Schüler hierbei von dem Kirchenraum ihrer eigenen Gemeinde ausgehen, da sie zu diesem vermutlich am ehesten eine persönliche Beziehung haben und möglicherweise schon Vorwissen mitbringen, das sie in den darauffolgenden Unterricht einbringen können. Daher wäre es zur Vorbereitung sinnvoll, wenn eigene Fotos vom Innenraum und wichtigen oder auffälligen Gegenständen gemacht werden. Da mittlerweile auch schon in den Jahrgängen 5 oder 6 ein Großteil der Schülerinnen und Schüler ein Smartphone besitzt, ist die technische Hürde hierbei deutlich geringer als man zunächst vermuten mag. Sollte diese Ideallösung nicht möglich sein, kann die Lehrkraft Bilder von Kirchen aus der näheren Umgebung oder M 3a und M 3b zur Verfügung stellen.

Auf dieser Grundlage erstellen die Schüler eine Übersichtskarte, auf der zuerst ein Grundriss der Kirche eingezeichnet wird und anschließend die fotografierten Gegenstände abgemalt oder als Foto eingeklebt werden können. Wichtig ist hierbei, dass der Innenraum der Kirche ausschließlich mittig auf einem weißen Blatt dargestellt wird, damit in den Außenbereichen die einzelnen Elemente hinsichtlich ihrer Funktion erläutert werden können. Würde dieser Schritt unterbleiben, verkäme die Übersichtskarte für die Schülerinnen und Schüler zu einer bloßen Aneinanderreihung von Begriffen, mit denen keine weitere Bedeutung oder Funktion verbunden werden würde. Für das Formulieren der Erklärungen kann erst einmal auf das Vorwissen der Schüler zurückgegriffen werden. Dies sollte durch die Erklärungen auf dem Arbeitsblatt (M 4) oder ähnliche Materialien ergänzt werden. Abschließend ist eine Vertiefung mit einer Internetrecherche sinnvoll. Diese Reihenfolge sollte dabei möglichst eingehalten werden, damit die Informationen in einer sinnvollen Progression an die Schülerinnen und Schüler herangetragen werden. So wird einem Verlust der Übersicht, der bei einer sofortigen Recherche im Internet entstehen kann, entgegengewirkt. Bereits vor dieser Arbeitsphase sollte jedem Mitglied der Gruppe bewusst sein, dass er einen eigenen Übersichtsplan (M 5) anfertigt und in der Lage sein muss, diesen vorzustellen, die einzelnen Gegenstände zu erläutern und auch Nachfragen beantworten zu können.

In der nachfolgenden Phase sollten möglichst immer drei bis vier Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten, die jeweils einen Übersichtsplan zu einem anderen Kircheninnenraum gestaltet haben. Bevor jedes Gruppenmitglied diesen präsentiert, sollte vonseiten der Lehrkraft verdeutlicht werden, dass im Anschluss gemeinsam eine Auswertung erfolgen soll, bei der die Einrichtungsgegenstände nach „Evangelische Kirche“, „Katholische Kirche“ und „In beiden vorhanden“ sortiert werden. Diese Ergebnisse sollen anschaulich in ein Venn-Diagramm eingetragen werden. Hierfür ist es wichtig, dass vor der Vorstellung jeder einzelnen Gemeinde den Zuhörern bewusst ist, welche Konfession der entsprechende Innenraum repräsentiert.

Die in dieser Phase erzielten Ergebnisse werden im Anschluss der gesamten Klasse präsentiert. Wenn die Schülerinnen und Schülern sich von vornherein bewusst sind, dass es per Zufall bestimmt wird, welche Gruppe und auch wer aus ihr die Ergebnisse vorstellt, führt dies in der Regel zu einer deutlich effizienteren Gruppenarbeit. Sofern bei der Vorstellung die Funktion der eigenen Gegenstände noch nicht im Fokus steht, sollten diesbezügliche Erklärungen im Anschluss eingefordert werden. Denn nur, wenn ein vertieftes Verständnis vorliegt, lassen sich mögliche auftretende Besonderheiten sachgerecht im Unterrichtsgespräch klären. So könnte beispielsweise eine Predigtkanzel, die sich in einer katholischen Kirche befindet, besonders auffallen. Hier müsste dann vonseiten der Lehrkraft erklärt werden, dass aufgrund des Alters vieler Kirchen eine Kanzel noch vorhanden ist, sie aber seit mehr als 50 Jahren keine entscheidende Funktion mehr hat.13 Je nach Kirchengemeinde können aber auch andere historische Gründe die Einrichtung beeinflussen. Wenn bei der Sicherung mehrere dieser Besonderheiten in den Fokus der Betrachtung treten, ist dies aber keinesfalls problematisch, da hierdurch eine differenziertere Betrachtung erfolgt, die zu einem realistischen Eindruck führt.

Nach der Sicherung können je nach Planung einzelne Elemente detaillierter in den Blick genommen und damit vertieft werden. Alternativ oder ergänzend ist es auch denkbar, auf Grundlage dieses Vorwissens eine Kirchenraumerkundung durchzuführen, bei der die vorwiegend kognitive Auseinandersetzung durch einen ganzheitlichen Zugang sinnvoll ergänzt werden kann.
 

Anmerkungen

  1. Vgl. Biesinger, Albert / Schweitzer, Friedrich: Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht – eine neue didaktische Herausforderung, in: Schweitzer, Friedrich (Hg.): Elementarisierung im Religionsunterricht, 2. Aufl. 2007, Neukirchen-Vluyn, S. 133.
  2. Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (Hg.): Kerncurriculum für das Gymnasium. Schuljahrgänge 5-10, Hannover 2009, S. 29.
  3. Allgemeinpädagogische Informationen über das Kooperative Lernen bietet der Einführungsband von Brüning / Saum. Vgl. Brüning, Ludger / Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. Strategien zur Schüleraktivierung, 5. Aufl. 2009, Essen.
  4. Pemsel-Maier, Sabine: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht: Mehr als konfessionelle Kooperation in der Schule, in: Ökumenische Rundschau 63/2014, S. 32.
  5. Pemsel-Maier verweist auf diese Diskussion; vgl. ebd, S. 35.
  6. Allgemeinpädagogische Informationen zu einem Advance Organizer finden sich bei Wahl. Vgl. Wahl, Diethelm: Lernumgebungen erfolgreich gestalten. Vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln, 3. Aufl. 2013, Bad Heilbrunn, S. 146-161. Die konkrete Verwendung im Religionsunterricht thematisiert Obst. Vgl. Obst, Gabriele: Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht, 2. Aufl. 2008, Göttingen, 172-176.
  7. Vor allem für jüngere Schüler sind die Anforderungen enorm, wenn sie gleichzeitig zuhören, weiterdenken und schreiben sollen. Daher bietet sich in den Jahrgängen 5/6 ein wenig komplexer Arbeitsauftrag an. Für höhere Jahrgänge hat es sich bewährt, die einzelnen Elemente unverbunden nebeneinander stehen zu lassen und die Schüler dazu aufzufordern, eigenständig die Zusammenhänge darzulegen.
  8. Im Online-Angebot befindet sich der hier abgedruckte Advance Organizer im ppt-Format, das beispielsweise mit PowerPoint bearbeitet werden kann, sodass konkrete Anpassungen an die eigene Unterrichtseinheit vorgenommen werden können. Eine Anleitung ist dort ebenfalls vorhanden. Die dort verfügbare Präsentation zeigt auch die sukzessive Entwicklung.
  9. Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (Hg.): Kerncurriculum für das Gymnasium. Schuljahrgänge 5-10, Hannover 2009, S. 29.
  10. Vgl. Brüning, Ludger / Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Visualisieren. Grafisches Strukturieren mit Strategien des Kooperativen Lernens, 2. Aufl. 2009, Essen, S. 31-34.
  11. Dieser Aspekt wird für die Jahrgänge 5 und 6 nur im evangelischen KC gefordert.
  12. Vgl. Lachmann, Rainer: XV. Ökumenische Bewegung, in: ders. / Gutschera, Herbert / Thierfelder, Jörg (Hg.): Kirchengeschichtliche Grundthemen. Historisch – systematisch – didaktisch (= Theologie für Lehrerinnen und Lehrer, Bd. 3), 2. Aufl. 2008, Göttingen, S. 271f.
  13. Vgl. Gerhards, Albert: Kirchenraum, in: Meyer-Blanck, Michael /Fürst, Walter (Hg.): Typisch katholisch. Typisch evangelisch. Ein Leitfaden für die Ökumene im Alltag, 3. Aufl. 2007, Rheinbach, S. 127.

 

Literatur

  • Biesinger, Albert / Schweitzer, Friedrich: Konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht – eine neue didaktische Herausforderung, in: Schweitzer, Friedrich (Hg.): Elementarisierung im Religionsunterricht, 2. Aufl. 2007, Neukirchen-Vluyn
  • Niedersächsisches Kultusministerium (Hg.): Kerncurriculum für das Gymnasium. Schuljahrgänge 5-10, Hannover 2009
  • Brüning, Ludger / Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. Strategien zur Schüleraktivierung, 5. Aufl. 2009, Essen
  • Brüning, Ludger / Saum, Tobias: Erfolgreich unterrichten durch Visualisieren. Grafisches Strukturieren mit Strategien des Kooperativen Lernens, 2. Aufl. 2009, Essen
  • Gerhards, Albert: Kirchenraum, in: Meyer-Blanck, Michael / Fürst, Walter (Hg.): Typisch katholisch. Typisch evangelisch. Ein Leitfaden für die Ökumene im Alltag, 3. Aufl. 2007, Rheinbach, S. 127-129
  • Lachmann, Rainer: XV. Ökumenische Bewegung, in: ders. / Gutschera, Herbert / Thierfelder, Jörg (Hg.): Kirchengeschichtliche Grundthemen. Historisch – systematisch – didaktisch (Theologie für Lehrerinnen und Lehrer, Bd. 3), 2. Aufl. 2008, Göttingen
  • Pemsel-Maier, Sabine: Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht: Mehr als konfessionelle Kooperation in der Schule, in: Ökumenische Rundschau 63/2014, S. 27-37
  • Obst, Gabriele: Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht, 2. Aufl. 2008, Göttingen
  • Wahl, Diethelm: Lernumgebungen erfolgreich gestalten. Vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln, 3. Aufl. 2013, Bad Heilbrunn