9. März 2017

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Hilfswerk fordert bessere psychologische Hilfe für Flüchtlingskinder

Osnabrück (epd). Das Kinderhilfswerk terre des hommes fordert, syrische Flüchtlingskinder ausreichend psychologisch zu versorgen. "Seit 2011 sind rund zweieinhalb Millionen Kinder und Jugendliche aus Syrien geflüchtet. Nicht alle sind traumatisiert, aber ein Großteil. Diese Kinder brauchen dringend psychologische Hilfe", sagte tdh-Vorstandssprecher Jörg Angerstein der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) im Vorfeld einer Demonstration von 22 Hilfsorganisationen an diesem Donnerstag vor dem Bundestag in Berlin.

Terre des hommes geht laut Angerstein davon aus, dass allein in Deutschland bis zu 40.000 syrische Kinder therapeutische Hilfe benötigen. Auch Lehrer müssten speziell für diese Problematik qualifiziert werden, betonte Angerstein: "Es ist wichtig, dass Lehrer verstehen, warum sich ein Kind zum Beispiel aggressiv verhält oder sehr zurückgezogen ist." Wer nicht geschult sei, könne ein solches Verhalten fehlinterpretieren.

Der terre-des-hommes-Chef zeigte sich zudem schockiert über die Lage in Syrien: "Es ist verrückt: Die humanitäre Hilfe, die gebraucht wird, können Hilfsorganisationen nicht immer erbringen, weil Mitarbeiter in Syrien keine Genehmigungen bekommen, an ihrer Arbeit gehindert oder sogar als Zielscheiben benutzt werden. Ein rotes Kreuz oder ein roter Halbmond auf dem Lastwagen zählt längst nicht mehr."

Deutsche Hilfsorganisationen wollten am Donnertag in Berlin anlässlich des sechsten Jahrestages der Syrienkrise darauf aufmerksam machen, dass dort weiterhin etwa fünf Millionen Menschen in belagerten und schwer erreichbaren Gebieten ausharrten. Unter dem Motto "Uns sind die Hände gebunden" appellierten sie an die internationale Gemeinschaft, humanitären Zugang zu ermöglichen und die Einhaltung des Völkerrechts zu garantieren.

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